Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the day Dienstag, 7. April 2015.

Archives: Dienstag, 7. April 2015

– Welche drei Gegenstände würden Sie mitnehmen, wenn Ihr Haus brennt?
 
Asterios Polyp wurde am 22. Juni 1950 als einziges Kind der Eheleute // Fast wäre er ein Zwilling // Schon in seiner Kindheit prägte er sich alles
 
– So denke ich nicht.
 
Er liebte es, gewagte und komplexe Theorien über alles, was ihn interessierte (Frauen, Architektur, das Leben an sich) zu entwerfen und mit seinen grandiosen Tafelbildern seine Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen etc. zu überfordern.
 
– Können Sie sich vorstellen, das, worüber Sie sich definieren, aufzugeben?
 
Im Jahr 1959 wurde Hana Sonnenschein als Tochter eines Deutschen und einer Japanerin geboren. Sie hatte vier deutlich ältere Brüder, deren Erfolge immer wichtiger waren als Hanas. Sie bekam ein Stipendium für eine Kunstschule und fertigte Skulpturen an.

Exakt an Asterios´ 50. Geburtstag schlug ein Blitz in sein Haus ein und das Haus ging in Flammen auf. Asterios packte drei Gegenstände ein und rannte aus dem Haus, in ein neues Leben.
 
– Worüber definieren Sie sich?
 
Man kann diese Graphic Novel auf verschiedenen Ebenen lesen: Als Lebensgeschichte, als gender story, als Liebesgeschichte, als Midlifekrisis. Warum haben manche Menschen Erfolg und andere nicht? Warum hört man einigen zu und anderen nicht? Wieso können sich zwei Menschen, die gleichermaßen intelligent und begabt sind, so verschieden entwickeln? Weil der eine ein Mann ist und die andere eine Frau? Weil er von seinen Eltern aufgebaut wird und sie klein gehalten wird, unbeachtet in ihren Talenten und weil sie schüchtern und still geworden ist?
 
– Eine Sphäre von Möglichkeiten? Innerhalb einer Vorstellung von Zeit?
 
Auch unter dem Aspekt der Gesprächsführung. Wie schafft es Asterios, der aufgebrachten Hana zu erklären, warum er im Schlafzimmer eine Überwachungskamera installiert hat?
 
– Erinnerung ist nicht Wiederholung.
 
Wir betreten das Arbeitszimmer des Komponisten Kalvin Kohoutek, bekannt für seine experimentellen und eklektischen Klangwelten. An den Wänden Partituren seiner Lieblingskomponisten, darunter Charles Ives´ Arbeit: The Unanswered Question.
 
 
 

 
 
 
Wie kommt es, dass jemand bestimmte Dinge wahrnimmt und andere nicht? Welchen Einfluss haben die Menschen, die nie geboren wurden, auf unser Leben? Inwieweit können wir unsere Entwicklung steuern und wo sind die Grenzen der Selbsterschaffung?

These: Liebe zu einem Menschen als Kompensation eigener, nicht ausgelebter Möglichkeiten, die der oder die andere aber entwickelt hat.

Diese Graphic Novel ist ein Meisterwerk. Die Geschichte wird facettenreich und nicht chronologisch erzählt, die Tiefe und Themenvielfalt ist beeindruckend, der Stil der Zeichnungen ist ausgereift, raffiniert und methodisch vielfältig. Die Bildsprache und das Verhältnis von Wort und Bild sind ausgezeichnet. Einziger Kritikpunkt ist die – auch bildlich umgesetzte – klischeehafte Betonung des Männlichen als des Rationalen und des Weiblichen als des Emotionalen.
 
 
David Mazzuchelli: Asterios Polyp, aus dem amerikanischen Englisch von Thomas Pletzinger, Eichborn Verlag 2011
 
Original: Asterios Polyp, Pantheon Books New York 2009
 
 
 

 

2015 7 Apr.

Sieben Vier Fuenfzehn

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 4 Comments

Vorschlaege, welche Buecher ich als naechstes lesen soll: immer gerne, her damit!

Wobei: zumeist endet es dann damit, dass ein neuer Buecherstapel, immer hoechst einsturzgefaehrdet auf meinem Wohnzimmertisch und dem Bett fuer die abendliche Lektuere emporwaechst.

Einen besonderen Reiz sind auch die Buchlisten, die Prominente zusammenstellen. Zum Beispiel Patti Smith, immer fuer Verweise und Inspirationen gut. Fuer openculture.com hat sie eine hoechst interessante Liste – natuerlich mit Buechern von Rimbaud – erstelllt:
 
 
• The Master and Margarita by Mikhail Bulgakov
• Journey to the East by Hermann Hesse
• The Glass Bead Game by Herman Hesse
• Heart of Darkness by Joseph Conrad
• Moby Dick by Herman Melville
• Billy Budd by Herman Melville
• Songs of Innocence by William Blake
• The Wild Boys by William Burroughs
• Howl by Allen Ginsberg
• A Season in Hell by Arthur Rimbaud
• Illuminations by Arthur Rimbaud
• Wittgensein’s Poker by David Edmonds and John Eidinow
• Villete by Charlotte Bronte
• The Process by Brion Gysin
• Cain’s Book by Alexander Trocchi
• Coriolanus by William Shakespeare
• The Happy Prince by Oscar Wilde
• The Sheltering Sky by Paul Bowles
• Against Interpretation by Susan Sontag
• The Oblivion Seekers by Isabelle Everhardt
• The Women of Cairo by Gérard de Nerval
• Under the Volcano by Malcolm Lowry
• Dead Souls by Nikolai Gogol
• The Book of Disquiet by Fernando Pessoa
• The Death of Virgil by Hermann Broch
• Raise High the Roof Beam, Carpenters by J.D. Salinger
• Franny and Zooey by J.D. Salinger
• The Scarlet Letter by Nathaniel Hawthorne
• A Night of Serious Drinking by René Daumal
• Swann in Love by Marcel Proust
• A Happy Death by Albert Camus
• The First Man by Albert Camus
• The Waves by Virginia Woolf
• Big Sur by Jack Kerouac
• Anything by H.P. Lovecraft
• Anything by W.G. Sebald
• The Thief’s Journal or anything by Jean Genet
• The Arcades Project or anything by Walter Benjamin
• Poet in New York by Federico García Lorca
• The Lost Honor of Katharina Blum by Heinrich Böll
• The Palm-Wine Drinkard by Amos Tutuola
• Ice or anything by Anna Kavan
• The Divine Proportion by H.E. Huntley
• Nadja by André Breton
 

 

 
 
 
Manchester’s Oldham Street is conveniently situated – roughly equidistant from both of the city centre’s biggest railway stations (Piccadilly and Victoria), and just off the main drag. It’s always in (good) flux. Gentrification never takes hold here, but maybe one day it will. Maybe one day it will be like Brick Lane in London. Don’t get me wrong: I love Brick Lane and associate it with inspiration and good feelings. But Oldham Street still emits the vibes of iration, while its London cousin, for whatever reason, begins to feel like aspic is at its contours. Curation, preservation, you know?

Oldham Street does big contrast – the Great Ancoats Street end of it is gappy, worn, forlorn. The Piccadilly side is home to any number of cool places (record shops, cafes, Afflecks, Carhartt WIP, the Magma bookshop) juxtaposed against hard luck pubs, overcrowded bus stops, kebab shops and so on.

Plus, a great op shop. I look at the clothes – nothing there for me. I look at the records. There’s some great stuff there – I find a copy of this, which I want to hear but don’t buy because I don’t have a record player. There’s also a great looking DIY-ethic heavy metal LP in the racks with a ludicrous band name and title, which I don’t buy either.

And neither do I buy DEUTSCHLAND SOUVENIR. I do however pick it up and read the sleevenotes, which are truly great: a love letter to Germany written in English (and obviously not translated from German) long ago. Time back, way back, when people had machines on which to play LPs, and put on their spectacle machinery and read the sleevenotes. At which point a James Joyce would possibly have had an epiphany. Me? I just put the record back in the rack and wandered back out onto Oldham Street.

The sun was shining – its warmth had travelled 93 million miles to get here. Me: 214 miles, give or take.


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz