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Archives: Mittwoch, 15. April 2015

2015 15 Apr.

van Rijn, Amsterdam

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I am no frequent visitor of museums but I very clearly remember ambience and impressive details of most I visited. Actually I visited Louisiana 2 weeks ago and vividly remember the Giacometti works there (it was a shirt, quick visit).
 

Today I visited the Late Rembrandt at the Rijksmuseum here in Amsterdam. The place of the exhibition is about three kilometers from the place where mister van Rijn (1606-1669) lived and worked.
 

It was pretty crowded – every two hours a procession of a big group along the paintings and sketches. Proceeding in opposite direction, from back to front, was practical solution to this problem.
 

A couple of the sketches and even some paintings looked very modern (first half of the last century). Astonishing, very astonishing!
 

Maybe that Rembrandt had a quite deep influence on many of the early 20th century painters, maybe he was so much ahead of his time, or both! Most clearly it is manifested in his sketches.
 

Und dann ist da der Rembrandtsche Blick – im doppelten Sinn. Der Blick des Malers, der die Welt sehr plastisch wahrgenommen haben muss und dann der Blick, die Gestik seiner gemalten Figuren. Rembrandt war ein Meister der Schaffung von Blicken aus dem Kontext und in den Kontext hinein. Körperbewegung im Zusammenspiel mit Lichtfall erschliessen den individuellen Gemütszustand, Momente der Gewahrwordung und der Befindlichkeit. Das ist alles so stark, dass es in viele Malerei nach ihm bis hin zu heutiger Photographie hineinwirkt.
 

Einige haben einen besonders starken Eindruck auf mich gemacht an diesem Nachmittag
 

wie diese Zeichnung …
 
 
 
 

 
 
 
 
Homer Verse vortragend (1663)
 

oder diese …
 
 
 
 

 
 
 
 
Schlafende junge Frau (1654)
 

Und einige mehr, ja.
 

Etwa …
 
 
 
 

 
 
 
 
Elsje Christiæns am Galgen hängend (1664)
 

Die Tatwaffe hängt mit am Galgen (rechts, vom Betrachter aus gesehen)
 

2015 15 Apr.

Das Moebiusband

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Heute war sie faul. Sie lag auf der Couch, ihr Blick streifte das Moebiusband auf dem Beistelltisch. Er hatte es fuer sie mitgebracht. Sie hatte es sofort auf ihre blonden Locken gesetzt und lachend gesagt: “ Auf immer und ewig!“ Jetzt lag es schleifenverkehrt da. Sie sah aus dem Fenster, da stand ihre alte Raleigh, angelehnt an die Strassenlaterne. Auf Radfahren hatte sie heute gar keine Lust. Sollen doch die Sloterdijks & Kotau auf´s „Zermatterhorn“ hinauf. Safranski wuerde es bis zum Todtnauberg schaffen, da war sie sich sicher. Im Radio wurde die neue Legende von Easyrider angekuendigt. Gosh, who cares? Sie hoerte Steppenwolf jetzt singen: „Get your motor runnin‘, head out on the highway …“ SHOT. Sie sprang auf, rollte ihre kleine, rote Suzuki aus dem Schuppen und fuhr los. Nach ein paar Kilometern stoppte sie an einer Kneipe. Immerhin – eine Jukebox. Sie drueckte FERNANDO von ABBA.

 
 
 

 
 
 

Die angejahrten, wallonischen Hemdgestalten hingen und standen winklig an der Theke. Sie haette noch LOVE ON THE BEAT von SERGE GAINSBOURG oder LES BOURGEOIS von JACQUES BREL hoeren wollen, aber diese grausliche Atmosphaere fuehrte zur Desolation Row und da wollte sie nicht hin. Sie tuckerte weiter ueber die gottverlassenen Doerfer, bis sie an einem Ortsschild haltmachte: Redu – le village du livre. Sie schloss die Suzuki an und schlenderte durch den ausgestreckten Weiler. Jedes dieser Haeuser aus grauem Ardennenschiefer schien einen Buchladen zu beherbergen. „Oue faire, si non lire, si non rever?“ stand an einer Wand. „Fahrenheit 451“ an einer anderen. Sie ging in mehrere Buchlaeden hinein – was fuer eine Buecherwelt! Buecher, Buecher, Buecher. So sah ihr Paradies aus. Sie kaufte sich ein Buch von Russell Hoban, ein Schotte hatte unlaengst davon geschwaermt. Dann setzte sie sich auf einen Kaffee und eine hausgemachte Tarte de pommes und begann darin zu lesen:

 

„Spiel niemals Karten mit einem Mann, den sie Doc nennen.

Iss niemals in einem Lokal, das ‚Bei Mom‘ heisst.

Schlaf niemals mit einer Frau, deren Schwierigkeiten groesser sind als deine.“


 

Okeedokee, bis jetzt hatte sie alles richtig gemacht. Sie bestellte sich beschwingt einen Pineau des Charentes und las weiter: „Wenn man die Kleinsche Flasche an der richtigen Stelle zerschneide, entstuenden 2 Moebiusbaender mit je einer Drehung.“ Dieses Buch machte sie antriebsstark. Sie warf den Motor an. Noch am selben Abend las sie das Buch zuende. Morgen wuerde sie ihm erklaeren, was die Kleinsche Flasche ist und ihn nach dem zweiten Moebiusband fragen.

 
–
 

Russell Hoban: Amaryllis Tag und Traum, ersch. bei Heinrich und Hahn 2007.

mehr zu Redu: www.redu-villagedulivre.be

„I heard this when I was living up in the North East by listening to Kid Jensen. I had On The Beach, but hearing After The Gold Rush… Somehow Jensen had it, it was released in the States before it came to Europe, and I remember being really impressed by the sound and content. I think Neil Young is an example of somebody who is successful and very curious, and I think the freedom that he got, financial freedom as much as anything, he took that and turned it into his obsessions, his railway collections and whatever else. That meant he could go, ‚I can do what I want to do, so I will‘. It’s still the tone on the guitar, and the two-note guitar solo, it’s astonishing. Why have more when you can sound that good? He’s in Wire’s minimalism, and you can see his influence go right through – I’m not saying people are trying to emulate him, but you can see it in Earth, in Sunn O))), it’s there. The only person who is comparable, and they’re totally different, is Scott Walker. It’s this obsessive curiosity of wanting to find out what would happen if I do that or apply this to this. And courting failure; publish and be damned. In that way I was going to name him, because I couldn’t have Blue by Joni Mitchell. Look I’ve snuck that one in there. The happy thing with being in Wire was that we could talk about these records, because there was more to life than punk’s ground zero, or whatever it was supposed to be. How many great punk records are there? First Ramones album? You know what I mean.“ (Graham Lewis, thequietus)

Jürgen Klopp geht von Bord. Die Mannschaft ist nicht intakt. Thomas Tuchel kommt. Ein nervöser Intelektueller, der kein bisschen an das Charisma von Klopp heranreicht, und seine verbissene Aggressivität leider nicht mit Klopp’schem Humor kompensieren kann. Herr Tuchel hat auch nur ordentliche Arbeit in Mainz verrichtet, und wird massiv überschätzt. Sein Abgang aus Mainz war schlimmstes Bauerntheater, und der Mainzer Präsident Heidel, guter Klopp-Freund aus alten Tagen, hat den Kopf geschüttelt ob der Tuchel’schen Wirrnis. Es muss in Dortmund Zerwürfnisse, Risse zumindest, gegeben haben im Trio der Führungscrew, sonst hätte der Trainer diesen Schritt nicht erwogen. Das Verhältnis zur Mannschaft ist nicht zerrüttet, aber natürlich ist die Stimmung spätestens seit dem Turiner und Gladbacher Debakel im Keller. Allen drei ist sicher die jüngere Transferpolitik anzulasten (aber solche Jahre gibt es, überall, Bremen hat es vor Jahren erlebt, man kann nicht immer Weltklasse durch Weltklasse ersetzen) – von Immobile bis Ginter, von Mikhitaryan bis Kampl ein Trauerspiel. Die holt kein Trainer aus dem Tief, weil dieses Tief mittlerweile der Normalzustand der besagten Spieler geworden ist. Man nennt sie auch „Sonntagsfussballer“. Oder im besten Fall „gehobenen Durchschnitt“. Für spekatukäre Neueinkäufe fehlt das Geld – es sei denn, Hummels und Gündogan, die eklatante Formschwankungen aufweisen, gehen: dann kann man den berüchtigten Markt sondieren, mit einem gewissen Sachzwang, ein goldenes Händchen beweisen zu müssen. Wie soll das gehen – Klopp konnte Spieler mit Charme und Intelligenz dazu bewegen, nach Dortmund zu kommen, bei Tuchel werden das kalte Angebote und Taktikspiele aus der Retorte sein. Augsburgs Weinzierl ist ein Typ mit Klasse, der noch nie durch den gehemmt-aggressiven Sprachstil  eines Tuchel aufgefallen ist und Sensationelles leistet mit seinem Team. Aber der Deal ist lang schon durch. Hummels ist kein guter Leader, sonst hätte er seine Abwanderungsgedanken nicht zum denkbar dämlichsten Zeitpunkt ausgeplaudert. Kehl geht, und damit eine absolut integre Führungsfigur. Gute Nacht – keiner sollte mehr von Berlin träumen. Das kann der BVB nicht, in München gewinnen, anno 2015. Die nächste Saison wird unlustig, nicht nur auf den Pressekonferenzen. Was für eine Scheisse. Heute gab es nur eine gute Nachricht: am 21. Juni geht die zweite Staffel von TRUE DETECTIVE los, in den USA. Ach, und noch eins: schauen Sie sich das Spiel Dortmund gegen Paderborn an, und achten Sie darauf, wie ein grossartiger Trainer gefeiert wird. Auch wenn es einmal mehr den berüchtigten „Gurkenfussball der Überschätzten“ geben wird. An alle Borussenfans meine Empfehlung: gehen Sie den Rest der Saison mit stoischer Ruhe an, und machen Sie eine Zeitreise mit Roland Rengs wunderbarem Fussballbuch „Spieltag“! Manchmal kann Nostalgie, die mit einem klaren Blick und guten Geschichten daher kommt, den Blick weiten und Gelassenheit spenden – ein leises Schmunzeln ist jetzt ohnehin besser als eine „kochende“ Dortmunder Fussballseele.

2015 15 Apr.

Those were the days

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