Manafonistas

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Archives: Montag, 24. November 2014

2014 24 Nov.

It must have been magic

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Praeludium

Henning lud mich gestern Abend zu einem Konzert nach Koeln ein. Es wuerde in einer Hoehle voller Sand stattfinden, die Musiker wuerden uns den Sand aus den Ohren blasen.

Ouvertuere

Albrecht Maurer setzt sich mit seiner Violine auf einen samtbezogenen Schemel, an seiner Linken sitzt breitbeinig Theo Joergensmann. Er beginnt mit seiner Clarinette aufs Intensivste im Brei des Weltelends zu ruehren. Maurer spielt wie wild um das Leben an sich, will alles fest/halten, was Joergensmann durchwuehlt.

Intermezzo

In der Pause sage ich zu Henning, dass ich die ganze Zeit das Bild „Melencolia“ von Albrecht Duerer vor Augen hatte: Theo als der maechtige Engel mit Hang zur Melancholie und Albrecht der Putto, der mit seinem expressiven Streichen alle Diesseitslust verteidigt.

Zweiter Satz Andante

Henning uebergab mir dankenswerterweise eine CD vom Verkaufstisch. Er hatte die Liner-notes von „FANTASM“ geschrieben. Mich umfesselte der Text in seiner magischen Wortwahl so sehr, dass ich den Beginn des zweiten Sets verpasste. Ich sah nur Lucian am Klavier sich reiben, druecken, pressen. Im Hintergrund noch ein Bratschist. [Henning, wer spielte da?]

Ode

Paul, hear you? Maurer, Maneri und Ban spielten ein fantastisches „FANTASM“. Sie innigten uns in einen Athanor, aus dem mich Hennings Stimme riss: „Wir duerfen die Strassenbahn nicht verpassen.“

Accelerando 

gings zurueck nach Duesseldorf/Amsterdam.


 

Eigentlich stand ein anderes Buch auf meiner to-read-Liste, das mich ins tiefe Sibirien geführt hätte. „Der Rabe“, von Lionel Davidson. Aber dann schaute mich das kunterbunte Cover eines opulenten englischen Romans an, und ich fing an, die ersten Seiten zu lesen. Wow, dachte ich, denn meine Wortblasen sind englisch, wenn ich in britische Romane eintauche: die weibliche Hauptfigur der ersten fünfzig Seiten ist mir rasch ans Herz gewachsen, nicht nur, weil ihre Lieblingsplatte von den Talking Heads („Fear of Music“) schon auf der ersten Seite auftaucht. Bald befindet sie sich auf dem Weg nach Essex, als Ausreisserin. Karl Hyde kennt sich in diesen Randzonen des Vereinigten Königreiches gut aus, man kann dort auf seltsame Menschen treffen. Wir befinden uns im Dunkelengland der Thatcher-Ära, wahrscheinlich bin ich noch weit davon entfernt, den Betriebsgeheimnissen dieses Romans auf die Spur zu kommen. Es scheint viel mehr zu sein, als eine Geschichte über das Erwachsenwerden, ich ahne Zeitsprünge, Synchronizitäten, und einen Hauch von Phanatastischem Realismus. Dass man Stimmen im Kopf („radio people“) mit Akupressur vertreiben kann, ist mir neu. Ich bin, wie gesagt, noch am Anfang, deswegen wäre es unlauter, das Werk als ganzes anzupreisen, geschweige, zu benennen, und womöglich falsche Hoffnungen zu wecken. Wie oft wird aus einem zauberhaften Beginn ein Rohrkrepierer?! Aber ich komme darauf zurück. Wenn es an der Zeit ist. In deutscher Übersetzung wird der Roman wahrscheinlich im kommenden Herbst erscheinen.


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