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2014 20 Nov.
Der Versuch, unter schwierigen Bedingungen einen Heliographen in einer Radiostation zu platzieren (3)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
„How old are you?“ asked Alfie during one of our early meetings. „Twenty-eight,“ I replied. „It’s a dangerous age,“ grinned Robert. „Don’t go near any high windows at a party.“ (Marcus O’Dair, Autor der gelungenen Robert Wyatt-Biografie) – Die Anspielung versteht jeder, der den Weg des englischen Song-Exzentrikers verfolgt hat, oder heute Abend den JazzFacts um 21.05 Uhr im Deutschlandfunk lauscht. Karl Lippegaus ist deutlich weniger angetan von dem Buch als ich, aber ich belasse es bei einem knappen Satz, um ein Gegengewicht herzustellen. Fast alles Norweger heute in der Show, und ich hatte einen Norwegerpulli angezogen, als ich auf dem Dach des Senders den Heliographen platzierte. Da wehte ein eisiger Wind, und ich erinnerte mich daran, dass ich in aller Früh Eis von der Frontscheibe meines Toyoten kratzen musste. Ein Heliograph dient bekanntlich der Bestimmung der Tagessonnenscheindauer, bis zum Mittag kam er auf eine kärgliche Stunde, ich sorgte für Abhilfe, in dem ich im Plattenladen meines Vertrauens jene Platte abholte, die ich seit Jahrzehnten vergeblich suchte und nun in der Auflösung einer Plattensammlung auftauchte: Famadou Don Moye: Sun Percussion, Volume One. Aus dem Jahre 1975. Ich bin noch etwas müde von den Schmerzarien der letzten zwölf Tage, aber in diese Erschöpfung mischt sich reine Lebensfreude. Jetzt geht es erstmal am Wochenende mit Sancho nach Sylt, ein neuerlicher Badeunfall steht nicht zu befürchten, und Sancho kriegt rohen Fisch. Wir stromern an der Küstenlinie entlang und beobachten die Drachen im Wind. Keine Abenteuer diesmal, das haben wir uns geschworen. Der alte Racker wedelt mit dem Schwanz. Gerade meldet sich der Heliograph bei meiner Computer-App. Sonnenlicht in Köln. Das Gerät prüft dann die Temperatur, die Lichtqualität und empfiehlt ein entsprechendes Sonnenlied aus seinem Spotify-Anschluss. Jetzt ist es, nicht gerade einfallsreich, einer der schönsten Songs der Welt, „Sunny Afternoon“. Ich hätte gerne mal eine Version von Robert Wyatt gehört.

