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Archives: Montag, 12. Mai 2014

2014 12 Mai

Zwoelf Fuenf Vierzehn

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Frank Zappa often used the phrase: „What’s the secret word for today?“, waiting for — usually witty – response from the audience. Well, just seven words from me for today: Thank god this „gracious“ day is over !

 

Now he took off his coat and sat down to a neat tea prepared by his wife. Her eyes shone at her weary, bread-winning fool, and saw a heroic soldier.
(Pete Townshend, „Horses Neck“)

 


 
 

The Notwist liefen bei mir bisher unter der Rubrik: so ganz okay, kann in entsprechender Stimmung gute Laune halten, aber keine schaffen und auch keine Grenzüberschreitung, also nichts, was mich provoziert. Leider hat sich diese Einschätzung auf dem Konzert in Paris im Januar, an dem ich nun dank einer Arte-Ausstrahlung und Uwes Hinweis teilhaben konnte, größtenteils bestätigt. Die Songs kamen etwas gediegen daher, fast schon brav. Zu viel Routine vielleicht. Es gibt Zeiten, in denen es nicht schadet, ein paar ungewöhnliche Erfahrungen zu machen oder sich mal mit ganz anderen Themen zu beschäftigen, um künstlerisch – das heißt immer auch menschlich – weiterzukommen. Beim letzten Drittel des Songs „run run run“ ist dieser Ausbruch gelungen. Da werden lange Loops eingeflochten, Melodien verlieren sich, alles wirbelt durcheinander, und endlich kann ich den Boden unter den Füßen verlieren, und auch das Publikum goutiert diesen leider einmaligen Ausbruch gleich mit Jubelrufen. Die Seifenblasenfrau war übrigens auch wieder dabei. Diesmal hat sie mit beiden Zeigefingern in der Luft herumgewirbelt.

 
 
 


 

2014 12 Mai

Aus der Luft greifen, gegriffen

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Man kann sich vorstellen, dass … ich kann mir vorstellen, dass …
 
 
 

 
 
 
Musik kommt aus der Athmosphäre, dem Äther. Immer wenn man in der Regung der Lüfte etwas wahrnimmt, was eine musikalische Erinnerungsspur bei uns aktiviert, stimuliert, verbindet sich diese Wahrnehmung mit unserem Gemütszustand. Wir können ES einschalten, dämpfen, verstärken … . Reproduktion, Gleiches praktisch nicht mehr möglich. Kabel und der ganze schöne Apparatekram, alles superklein, aber zusammen eben Rumschleppkram, überflüssig. Und live-Musik? Immer örtlich gebunden. Aber nicht mehr in den neokommunistischen Musikpalästen, die derzeit allseits als Ausdruck nasser Träume von Politikern und Architekten entstehen.
 
Da nicht mehr, aber immer örtlich gebunden, wo man will und wo Leute mit den Musikern ihrer Wahl zusammentreffen wollen. Dazu gibt’s die virtuelle Klangkabine (sie ist unsichtbar), die Umweltgeräusche filtert und das Musikmachen mit akustischen Instrumenten erlaubt. Keine Kabelgewirr mehr. Zusammensein. Musiker sind Leute, die mehr mit den Luftregungen machen können und ausserdem Erinnerungsspuren der Zuhörer verbinden können. Alles einmalig. Man kann’s nicht speichern. Ist nicht nötig und sogar kontraproduktiv.
 
Wird dann noch über Musikerleben geschrieben werden? Und wenn ja, wie wohl?
 
Und wer REGELT wie die Kreisläufe?
 
 
© FoBo_HenningBolte

 


 
 

Was heisst Verbesserung, was ist Innovation? Es gibt bestimmte Sachen, die lassen sich einfach nicht verbessern. Es scheint aber einen unwiderstehlichen Drang zu geben, es doch zu tun. Verschlimmbessern nennt man das auch. Irgendwann nach langem sehr befriedigenden Gebrauch ist es soweit. Man beginnt auf Teufelkommraus dran herumzudoktern. Weil man unbedingt was Neues will, weil man denkt, dass man Neues braucht oder einfach, weil der unübertroffene Gebrauchsgegenstand im Ruche steht, altmodisch zu sein und nicht mehr verkauft werden kann. Das Resultat: Mist. Lange Zeit war er – zumindest hier – nicht mehr zu kriegen, der klassische, geniale BIC-Stift. Jetzt ist er wieder da, wunderbar, hurra!

Keine heeren Worte, just great moment at Umeå Opera recently: Twin Peaks Love Thema
 
 
AUDIO
 
 


 
Photo © 12 Points Dublin


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