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Archives: Samstag, 11. Januar 2014

2014 11 Jan.

Damals in Las Vegas

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Seltsam genug, dass zwei „aus der alten Clique“, wie man so sagt, schon mehr als ein halbes Leben lang ein Paar geblieben sind, und wenn ich die kleine Geschichte richtig erinnere (ich sass erst gestern in ihrem Dortmunder Häuschen), dann heirateten sie damals, in den sog. „wilden Zeiten“, in Las Vegas, und erlebten in diesem verrückten Wüstenort in plüschigen Sofas, live, und mit Ein-Liter-Bierkrügen (incl. Eiswürfel) auf dem Tisch, The Highwaymen, und das waren schon damals ganz grosse „Nummern“, die man sicher auch in den Mount Rushmore gemeisselt hätte, wenn der in jener Wüstenzone beheimatet wäre, Waylon Jennings, Willie Nelson, Johnny Cash und Kris Kristoffersen. Nun steht speziell Klaus der amerikanischen Country-Tradition näher, und so war es ein schöner Zufall, dass ich mich, wie aus dem Nichts, für die von etlichen Geistern der Südstaaten bevölkerten, neuen Lieder von Rosanne Cash so erwärmen kann, „The River and The Thread“. Dieser Auftritt jedenfalls muss ihnen schon damals wie ein Traum vorgekommen sein. Wir schwelgten aber nicht nur in Erinnerungen (die ich ja zum Teil gar nicht besass), wir sprachen auch über unseren alten Englischlehrer, über neue Lieblingsbücher, B. tauchte nur zu gerne ein in Alice Munros „Tricks“, K. entdeckte für sich Paul Austers vielleicht schönsten Roman, „Mond über Manhattan“, und ich erzählte von Neil Gaimans „Ozean am Ende der Strasse“. Aus dem Eisschrank bekam ich noch diesen sardischen Likör serviert, Myrrhta (oder so ähnlich, soll in einem grossen italienischen Supermarkt in der Nordstadt vorrätig sein), und gerne hätte der Nachmittag endlos so weiter gehen können. War ein bisschen wie damals in der Dachstube, als Leonard Cohen die ersten Runden in unserem Leben auf einem Plattenteller drehte. Und die Zukunft noch einen süsseren Geschmack im Mund hatte, Patchouli-like.

 
 
 

 


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