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Archives: Donnerstag, 22. November 2018

2018 22 Nov.

Favoriten 2018

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  1. Thom Yorke: Suspiria – Music For The Lucca Guadagnino Film
  2. Max Richter: Werk Ohne Autor (Never Look Away)
  3. Paul McCartney: Egypt Station
  4. Bill Frisell: Music IS
  5. Jean Michel Jarre: Equinoxe Infinity
  6. Herbert Grönemeyer: Tumult
  7. Charles Lloyd & The Marvels w/ Lucinda Williams: Vanished Gardens
  8. Clueso: Handgepäck I
  9. Klaus Hoffmann: Aquamarin
  10. Ry Cooder: The Prodigal Son

 

Und nun noch eine Liste, die über die Schallplatten Auskunft gibt, die in den Jukeboxen meiner Kneipiers im Jahr 2018 am häufigsten gedrückt wurden. Wie ich an dieser Stelle schon mehrfach erläutert habe, bin ich auf die Aussagen meiner Jukeboxpächter angewiesen. Es gibt deshalb auch keine Platzierungen, sondern nur mehr oder weniger gleichwertige Nennungen. Interessant dieses Jahr: Neil Young ist schon wieder vertreten, auch Ray Davis ist ein weiteres Mal anzutreffen, ebenso Father John Misty und Willie Nelson. Nach dem neuen Album von Van Morrison The Prophet Speaks wird schon heftig nachgefragt, erscheint aber erst am 7. Dezember, ebenso wartet man ungeduldig auf Warm von Jeff Tweedy (VÖ: 30.11.18.) Die ersten fünf Platten, die ich hier nennen möchte, sind gleich mit jeweils zwei Auskoppelungen vertreten. In der folgenden Auflistung wird/werden zunächst der/die Musiker genannt, dann der Schallplattentitel und am Schluss das Musikstück.

 
 

Ray Davies – Our Country: Americana Act 2 – „Empty Room / The Big Guy“

Eels – Deconstruction – „Premonition / Today Is The Day“

Graham Nash – Over The Years – „Marrakesh Express / Chicago-We Can Change The World“ (Die Mehrzahl der auf dieser Doppel-CD/LP enthaltenen Stücke sind remastered, sonst wäre diese Platte aber ganz sicher in den Top Twenty)

Paul McCartney – Egypt Station – „Come on to me / Fuh You“

Neil Young – Roxy: Tonight’s The Night Live – „Tonight’s The Night / Mellow My Mind“

Bombino – Deran – „Imajghane (The Tuareg People)“

Anna Burch – Quit the Curse – „Tea-Soaked Letter“

David Byrne – American Utopia – „I Dance Like This“

Yo La Tengo – Here’s A Riot Going On – „Shades Of Blue“

Dead Horses – My Mother The Moon – „Turntable“

 
 
 

 
 
 

Cat Power – Wanderer – „Robbin Hood“

Special Explosion – To Infinity – „Fire“

SYML – Where´s my love – „Where´s my love“

Bob Dylan – More Blood, More Tracks – The Bootleg Series Vol.14 – „Tangled up in Blue“

Say Sue Me – Where We Were Togehter – „Old Town“ (Radio Edit)

The Voidz – Virtue – „Leave it in my dreams“

Luluc – Sculptor – „Heist“

Mattiel – Mattiel – „Bye, bye“

The Good The Bad & The Queen – Merrie Land – „Merrie Land“

Father John Misty – God´s Favorite Custumer – „God´s Favorite Customer“

Willie Nelson – My Way – „My Way“

Brandi Carlile – By The Way, I Forgive You – „The Mother“

Khruangbin – Con Todo El Mundo – „A Hymn“

 

2018 22 Nov.

The Legendary Master Drummers Of Burundi

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Bereits in den 90er Jahren zeigte sich Peter Gabriel tief beeindruckt von der legendären Trommlertruppe aus Makebuko in Burundi und produzierte ihr bislang einzigstes Album. Grund genug mir die 12-köpfige Gruppe einmal live anzuschauen. Ein Ereignis, dass allerdings schnell alle möglichen Vorstellungen vorab ad absurdum führen sollte, da eine solch aussergewöhnliche Performance nicht in Klangkonserven eingefangen werden kann.

Aber ganz von vorne: wahrscheinlich konnte sich der Veranstalter auch nicht recht vorstellen, was da auf die Zuhörer (was nur sehr eingeschränkt den Erfahrungsweg wiedergibt) zukommen würde und hat die Halle einfühlsam bestuhlt. Ok, dann halt hinsetzen. Zunächst kommt eine kleine Vorgruppe mit dem tansanischen Percussionisten Mohamad Twaba und dem Jazzgitarristen Tilmann Höhn, die bereits bei dem ersten Stück die Grenzen zwischen afrikanischer Folklore und fast Steve Reich-artiger Minimal Music ekstatisch verschwimmen lassen und einen wirklich furiosen Einstieg liefern. Auch die folgenden Improvisationen sind von großer atmosphärischer Dichte und Sensibilität geprägt und liefern einen wunderbaren Einstieg in das folgende Spektakel.

Die Bühne ist leer und aus dem Off kommen die ersten mächtigen Schläge, die sich schnell zu einem treibenden Grundrhythmus verdichten. Dann kommen zehn Musiker mit riesigen Holztrommeln auf dem Kopf auf die Bühne, zwei tanzen theatralisch um sie herum. Dann werden die Trommeln abgesetzt und ein wahrhaftiges Rhythmusinferno bricht los. Auf einen simplen Grundrhythmus kommen brachiale Impulse, die jeweils einer der wechselnden Vortrommler anstößt und die dann schnell eine komplexe rhythmische Struktur entwickeln, die mit einer unfassbaren Wucht wie ein akustischer Tsunami über die Zuschauer, Zuhörer, humanoide Resonanzkörper hinwegfegt. Eine unkontrollierbare Naturgewalt. Can you feel the music in your pelvis? Music? Nein, rituelle Schlagfolgen aus einer ganz archaischen Welt, in die immer wieder unglaubliche Soli nach ganz alten, festgelegten Mustern hereinbrechen. Und Kondition haben die Batimbos, die bevor sie zu schwächeln anfangen, von einem der gerade Tanzenden abgelöst werden, um sich sogleich zu neuen Höhen hinaufzutreiben. Ekstatisch und brachial. Dagegen wirkt alles, was ich bisher an Percussionensembles gesehen habe wie ein Auftritt einer musikalischen Frühförderungsgruppe. Und immer wieder neue heftigste synkopische Vertracktheiten, die direkt den Unterleib aufwühlen und den Kopf einfach aussen vor lassen und instantan wie ein gigantischer Strudel eine Trance erzeugen, die die Urgewalten aus der Zeit und der Region, in der die Menschheit wohl ihren Ursprung hat wie in einen einzigen Augenblick in das Bewusstsein katapultiert. Sensationell.


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