Manafonistas

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Archives: Samstag, 13. August 2016

 

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Brian Hylands Version von „Sealed With A Kiss“ ist kurz zu hören auf einer von Dons letzten Autofahrten. Man sieht ihn niemals so oft „on the road“ wie in den letzten sieben Folgen dieser Klasseserie. Der Mann von der Madison Avenue wird zum Drifter, zum Herumtreiber.

Und, ohne etwas zu verraten, sollte man sich, wenn man die letzte Folge gesehen hat, kurz die Hochgeschwindigkeit der ersten Szene und die absolute Ruhe des letzten Bildes (ein „film still“, das schon im bewegten Bild die Ruhe eines Mantras ausstrahlt) vergegenwärtigen. Und wie wunderbar gegenläufig, einen doppelten Boden auslegend, die beiden Schlussmusiken im Abspann …

Die vorletzte Folge legte vor, mit einem Titel, der einem, nach den ersten Szenen, den Atem stocken lässt, so dezent wird man in die Irre geführt: „The Milk And Honey Road“. Läuft das Leben nun fortwährend in vertrauten (unheimlichen oder harmlos eingeschliffenen) Mustern ab? Bis etwas endgültig reisst! Wie kommt man aus der eigenen Haut raus, und rettet sie gleichzeitig? Wie springt man über den Schatten, ohne sich in den Schatten zu verlieren? Wie retten die beteiligten Figuren (und können sie das überhaupt) ihre Würde?

Über die Schlusszene von „Lost“ wurde viel gelästert, sie machte Sinn, war aber schon grenzwertig nah am Kitsch. Es gibt allerdings eine Dosis von Kitsch, die dem üblichen Lamentieren über Hollywood’sche Gefühlsgängelei gute Argumente entgegen hält. Hier, in „Person To Person“, auch einem anfangs leicht wunderlich wirkenden Titel, ist nun alles kitschfrei, obwohl Sad Endings und Happy Endings sich die Waage halten.

2016 13 Aug.

Notice out of a blue train

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So war das Ritual. Ich schloss mein Fahrrad an die Metallstange mit den Trainingsanweisungen für das outdoor Fitnessstudio, setzte den Kopfhörer auf und stellte auf dem iPod einen Song von R.E.M. ein und lief sofort los, am liebsten in der Stunde, bevor es dunkel wurde, da war die Stimmung entspannt und ich mochte es, die Wolken zu betrachten, wie sie sich veränderten, genau zu dieser Zeit, und die Art, wie die Sonne sichtbar war und die Wolken beleuchtete, bevor sie verschwand. Es waren immer ein paar Leute unterwegs, oft mit Hunden, hier im Gelände mit seinen Wiesen, Schotterwegen Baumgruppen und dem kleinen Fluss, und ich hörte immer die gleichen Songs, und ich war fixiert darauf, dass es eine Musik sein musste, die genau dem Zweck dienen sollte, mich beim Laufen zu halten und die Strecke, die ich mir vornahm, durchzuhalten. Das Tempo, ein Rhythmus, Energie, die mich weitertragen würde. Der Bestand an dieser Art von Musik auf meinem iPod ist jedoch sehr begrenzt, ich hatte das Gefühl stehenzubleiben, musste etwas ändern. Scrollte die Alben durch. Stopp. Jumped on a Blue Train. Wahrscheinlich würde niemand empfehlen, Coltrane beim Joggen aufzulegen. Aber auf mich hatte das Album eine unerwartete Wirkung. Ich hatte das Gefühl, dass die Musik nichts von mir wollte, sie übte keinerlei Zwang aus, war ohne Ziel, ließ mich treiben und ich vergaß, dass ich weiter lief, fühlte mich leicht und frei, wie ich es bisher nicht geschafft hatte. Ein Teil der Wegstrecke war gesperrt, rotweißes Plastikband, der Schotter wurde erneuert. Ich lief über nasses Gras. Lazy bird.


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