Manafonistas

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Archives: Samstag, 5. April 2014

2014 5 Apr.

Five Four Fourteen

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While Michael has been busy in London and kept us all updated about his whereabouts I’ve filled several gaps in my record collection: albums I once owned – then probably lend to someone and never received back* and records that grabbed my attention when I saw them last week in the shops. – First of all there’s „Hot House“ by TIMBER TIMBRE – just to follow one of  Michael’s trustworthy recommondations. An album for every season, but especially for the daily train ride back home from work at 9 o’clock in the evening. 

Then „Love Letters From Ella“, a collection of  unreleased recordings of standards and torch songs sung by ELLA FITZGERALD – every imaginable mood you can associate with love is captured here. (I don’t have to add anything about Ella’s voice, I suppose.)

Also:  a fine double CD with previously unreleased demos and outtakes by WARREN ZEVON, „Prelude“. Then there’s „Sextant“ by HERBIE HANCOCK if the fusion of the 70’s takes my fancy – a „must own“, I suppose. And „Ruth Is Stranger Than Richard“ as with every album I buy I more and more come to understand what my fellow Manafonistas  here like about Robert Wyatt and his music. – And last but not least: the yesterday released double vinyl „Cover Versions“ by STEVEN WILSON.

 

* „Poor Pitiful Me“, to quote Warren Zevon.

2014 5 Apr.

Lesezeichen # 4

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Nein, geschont wird in diesen Tagebuechern nichts und niemand; auch sich selbst nimmt Fritz J. Raddatz nicht von der eigenen, beissenden Kritik aus. Vermutlich ist es eine Binsenweisheit wie oberflaechlich das Leben doch ist (sein kann); Ernuechterung, oftmals Verbitterung macht sich bei all jenen breit, die einen Blick hinter die Kulissen wagen durften.

Mit Fritz J. Raddatz Tagebuechern (der zweite Band mit den Jahren 2002 bis 2012 liegt seit einigen Wochen vor) lernen wir: der von ihm geschilderte Kulturbetrieb ist eitel, ist oberflaechlich, ist selbstbezogen. Ausnahmen, einige wenige Freundschaften die ueber die Jahre fuer Raddatz Bestand hatten und haben inbegriffen. –

Gleichzeitig ist die ueberaus anregende Lektuere natuerlich auch Erinnerung an eine Presse- und Verlagslandschaft die es heute so nicht mehr gibt.

Die wichtigen Buecher zu nennen, die waehrend Fritz J. Raddatz Aegide bei Rowohlt erschienen sind, (u.a. von Hubert Fichte, James Baldwin, Gisela Elsner – um nur drei zu nennen), wuerde den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen. Bei der „ZEIT“ hat er ueber Jahre ein auf- und anregendes Feuilleton gemacht; auch davon und von seinen Begegnungen erzaehlen diese beiden Buecher ebenso wie seine Biographie „Unruhestifter“.

Und heutzutage? Heute, in den Grossbuchhandlungen wendet man sich mit Grausen ob der dort einzig und ausschliesslich ausliegenden Trivialliteratur. (Zugegeben: nichts gegen ein bisschen Schokolade, etwas Lektuere fuers Herz — aber nur light entertainment auf den Praesentationstischen vorfinden ??) –

Ebenso: man blaettere momentan einmal durch den Kulturteil ueberregionaler Zeitungen und bemerke auch dort die Unterschiede zu „einst“. – Der Kulturteil der „Sueddeutschen“ besteht an manchen Tagen aus vier (!) mageren Seiten; und in der „ZEIT“ sind z.B. Besprechungen von aktuellen Jazz- oder Klassikveroeffentlichungen so gut wie garnicht mehr vorhanden. – Roger Willemsen hatte einmal eine gute, woechentliche Kolumne in der „ZEIT“ in der er personal favourites aus der Musik vorstellte. Auch dies, unter anderem: vorbei. Grosse Interviews, anregende Lektuere, kurz: Artikel, die man zur Seite legt, zum wieder zur Hand nehmen: dass ist selten geworden.

Wo ist die neue, nachgewachsene Generation von Journalisten, die an Groessen wie Joachim Kaiser, Konrad Heidkamp und Rolf Michaelis anschliessen – oder es zumindest versuchen ? Oder praezisiert: es versuchen duerfen ?

Wer nennt die Namen, erinnert an die Zeiten ? Tempi passati, leider.

2014 5 Apr.

In High Esteem # 5

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Mit dieser Single fing alles an: THE FREE ELECTRIC BAND von Albert Hammond. Die erste Single, die ich *umbedingt* haben musste; meine Eltern liessen sich auch erweichen und kauften sie mir. – Heute weiss ich garnicht mehr, was fuer mich die Begeisterung fuer diesen Song und die darauffolgende Single, „Peace  Train“ eigentlich ausmachte: 1973 war die erste Schulstunde Englisch noch weit entfernt; der Text von „The Free Electric Band“ kann es also nicht gewesen sein !

Aus heutiger Sicht erscheint es mir leicht ironisch zu wissen dass der Song von jemandem handelt der alles fuer die Musik opferte: die von seinen Eltern fuer ihn vorgesehene Karriere an der Uni, seine andere Lebensplaene habende Freundin und so weiter. (Kevin Johnson besang aehnliches; er gab dem Rock’n Roll die besten Jahre seines Lebens!)

Leichtes Unverstaendnis ob der Sammelwut und Begeisterung war immer mit dabei; aber ganz so arg wie Albert Hammond es beschreibt hat es mich nicht getroffen, immerhin. –

Und immer wenn ich das Lied hoere, dann denke ich an den kleinen Jungen der diese 7“ zum Leidwesen seiner Eltern gerne und ausdauernd auf seinem Plattenspieler angehoert hat. Mit dieser Single fing alles an.


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