Dylan konnte ja angeblich, was für ein Quatsch, nie singen, und Cohen war angeblich schon immer ein Murmelsänger. Schwachsinn. Aber jetzt, wo die „eternal tour“ der beiden in die letzten Runden geht, eilt die belesene Frau Radisch herbei und faselt von den ruinösen Stimmen, als wäre der Verlust einstiger Stimmfestigkeit (die bei Dylan und Cohen sowieso stets Grenzen hatte, zum Glück für ihre Lieder übrigens) das Allerletzte. Nichts begreift sie, was der Verlust alter Spannkraft an Potential enthält, und wie intensiv gerade die Gesänge dieser Meister „on the verge of falling apart“ sind. Als würde da Würde verloren gehen! Zutiefst lächerlich, Frau Radisch. Wir empfehlen der Lady gediegene Opernbesuche und die Songs von Katie Melua und James Blunt!
Archives: Donnerstag, 31. Oktober 2013
2013 31 Okt.
Iris Radisch schreibt einen erbärmlich schlechten Artikel über die Stimmen von Leonard Cohen und Bob Dylan in der „Zeit“
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments
2013 31 Okt.
Ella Fitzgerald sings the Cole Porter Songbook (1956)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Nicht unbedingt ein typisches Thema für mich, wenn ich in der Radionacht von Freitag auf Samstag um 4.05 Uhr eine Stunde lang dieses von Norman Granz produzierte Doppelabum der grossen Jazzsängerin vorstelle. Aber ich liebe Zeitreisen, ich war knapp 1 Jahr alt, als Ella in den fernen USA ALL THROUGH THE NIGHT sang, meine ständigen Begleiter waren Alete Babykost und ein kleiner Krabbel- und Laufstall. Wenn ich im „Sportwagen“ durch Dortmunds Süden kutschiert wurde, war „Auto“ eines meiner ersten Worte, und es sollte noch fünf Jahre dauern, bis ich meine frühen Lieben ausfindig machen sollte: Frau Funke in der Nachbarwohnung in Körne, Musik aus dem Loewe Opta Radio, und Borussia Dortmund. Also las ich nun interessiert Stuart Nicholsons Biographie, etwas staubtrocken, aber gut recherchiert. Einmal werde ich Stuarts Meinung zur Oberflächlichkeut der Porter’schen Songs widersprechen, aber deutlich! Dazu habe ich auch eine Bio über Cole Porter zur Hand genommen. Ausserdem werde ich mit Nostalgiefallen aufräumen, die gerne um sog. gute alte Zeiten errichtet werden. Es gibt falsche Ergriffenheiten, und kein Jazzmusiker ist heilig. Diese Heldenverehrung geht mir immer gegen den Strich. Grosse Kunst braucht keine Vergötterung.