Der Ausdruck „Oldies“ für in die Jahre gekommene Rockstars und -legenden ist natürlich flapsig, aber wer will sich nicht ein wenig wappnen, wenn in kurzer Zeit lauter Wiederkehrer und Nie-Wirklich-Verschwundene mit neuen Werken angekündigt, und noch dazu mit Vorschusslorbeeren und ersten, fast hymnischen, Kritiken abgefeiert werden. Paul McCartney, Yoko Ono, Roy Harper, Elton John. Der erste Titel, der von Maccas neuem Werk im Netz auftauchte, ist schon mal von edler Banalität, mit Bläserblödsinn und Plastik um den Restcharme der berühmten Stimme geschnürt. Yoko Ono soll wieder mal durch die Hölle gehen, und Radikales abliefern, was, nach dem Erreichen des 80. Lebensjahres, entweder äusserst schrullig oder durchaus berauschend werden könnte. Roy Harper wird manchen nur als flüchtiger Schatten in Erinnerung sein (und ich bin einfach mal neugierig), und Elton John, da möchte ich gleich mit den Augen rollen, aber, nun gut, es gab mal eine Platte wie YELLOW BRICK ROAD, die mich als Kind erfreute (Erinnerungen mit Tri-Top, Uschi Nehrke, und James Last im Plattenschrank der Eltern). Ja, Peter Gabriel taucht auch in dieser Runde auf, allerdings nur als Liederlieferant: was wird Lou Reed mit „Solisbury Hills“ anstellen, was Brian Eno mit einem Song über eine „femme fatale“ aus seinem zweiten Soloalbum? Wir üben uns in Geduld.
Archives: Samstag, 31. August 2013
2013 31 Aug.
Zeitreise mit Oldies
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
2013 31 Aug.
A short invitation to listen to Bernard Parmegiani – the final chapter of Bill Meyer’s review with a great final sentence!
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Whether Bernard Parmegiani uses, on DE NATURA SONORUM, instrumental sounds straight or subjects them to some distorting process, they’re sufficiently divorced from the act of playing that that’s not what you’re likely to imagine when you hear them. What will you hear, then, and how will it make it feel? That’s up to you; that’s the experiment. Parmegiani’s genius is the way he takes sounds and finds in them some compelling quality. Then he arranges them in ways that are quite devoid of narrative, but full of surprise on first listen and deepening fascination on subsequent spins. This vinyl reissue, spread across two records and cut at 45 rpm, does a marvelous job of imparting the sounds’ impact and differential placement across the stereo spectrum. If you’re looking for hi-fi fodder, this record might induce you to retire your 200-gram, Direct Metal Mastered copy of Steely Dan’s Aja.
2013 31 Aug.
Chloroformierte Vierzehnjährige im Tweedkostüm
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Sehr treffend, das Fazit, das Friedmar Pape heute in der FAZ zieht, in der Vorstellung des neuen Hörbuches von Max Goldt: „Es gibt niemanden, der so viel Intelligenz an „Details des schnöden Weltunterganges“ wendet. Wer dem Kleist-Preisträger von 2008 zuhört, betrachtet danach die gebrechliche Einrichtung der Sprache und der Dingwelt für eine Weile aufmerksamer zugleich und heiterer als zuvor.“ Man erinnere sich nur daran, dass, „werch schöner Illtum“, Max Goldt einst bei Dieter Thomas Heck auftrat, zwischen Howard Carpendale und Nena. Dabei hatte er sich doch von früh an, seinem Vorbild Karl Kraus folgend, „der Trockenlegung des deutschen Sprachsumpfes“ gewidmet.