So geht das Aufschlüsseln von Erinnerungen.
Beiläufig entsteht Tiefe. In einem Kriminalroman.
Wie langweilig sind da die Effekt-Schreiber im Vergleich.
on life, music etc beyond mainstream
2023 13 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 15 Comments
Uusi Aika: Folkjazz aus Finnland mit japanischer „Note“ (WeJazz)
Sebastian Rochfords „Hausmusik“ (ECM)
Niklas Wandt: Laszlo Gardonys „Close Connection“ (Sunnyside)
Andrew Cyrille: Music Delivery / Percussion (Intakt Rec.) *
Karl Lippegaus: Richard Kolodas Albert Ayler-Biographie
Mette Henriettes „free floating chamber jazz“ (ECM)
Anders Jormin: Folkjazz aus Schweden mit japanischer „Note“ (ECM)
* Making the real magic … the real rhythms … the real sounds … expanding African / Haitian roots … surfing the drums for masterful lyrical snippets … a master of color … painting coloring riffing always stretchin‘ searchin‘ looking for the next sound color sound!“ (from the poem „The Real Cyrille“ by Oliver Lake)
2023 13 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Hypnagogia, Martina Bertoni, The 50 best albums of 2023 | 2 Comments
Es waren die Teenagerjahre, die späten, in den ich in zwei Erzählwerken von Stanislaw Lem versank – die „Sterntagebücher“ und „Solaris“ zählen zu meinen grössten Sci-Fi-Abenteuern.
Als ich heute nachmittag „Hypnagogia“ hörte, mit dem grauen Dauerregen vor dem Fenster, nahm mich diese anheimelnd-unheimliche, und unheimlich fein gestaltete, Musik von Minute zu Minute mehr gefangen. Ich fragte mich zwischendurch, wie der Regen aussähe, würde er die Farbe blau haben, welche fallenden Muster und Schleier er vor dem Grauwald formen würde. Die Musik sorgte dafür, dass sich zu der Frage auch eine Antwort gesellte.
In recent times some women have entered the field of „leftfield cello music“ combining the craft of their instrument with electronics, digital processing, loops etc. Martina Bertoni is one of these studio wizards. She says about her new album „Hypnagogia“ (soon to be released on Karl Records, and to listen to on bandcamp):„The six tracks that constitute Hypnagogia have been written during 2021 and partially inspired by the reading of Stanislaw Lem’s book Solaris. The title refers to a transitional state of consciousness from wakefulness to sleep, during which one might experience sensorial hallucinations, and can tap into the pristine structures of the subconscious. Hypnagogia portraits an imaginary cosmic journey of the Self that crash ends into a blinding sun.“
2023 12 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Robert Forster, The 30 best albums of 2023 | 2 Comments
One – Hainsbach and Mengkoven won‘t appear in another song again too soon, i think. What are your memories of those roads – no problem, if you speak your „broken German“ in an evening radio show – and what, apart from that, has been inspiring for that song called THE ROADS?
Two – I DONT DO DRUGS I DO TIME: that‘s what I call an instant classic. A song with sharp edges, full of memory flashes, and the things we can do with time. Not a wasted second. How did this song grow that makes me think, too, about the delicate balance between our experiences with time, and, well, drugs?
Three – I cannot remember I ever saw an album with the line „The musicians in order of their appearance are“ – this is something I know from movies, and in some ways one can experience this album like a movie. Can you explore the special affinity of your new album THE CANDLE AND THE FLAME with a certain cinematic quality, and, did there come up a film in your mind… whatever….?
Four – Around the time you got to know Regensburg I was living in the Northern Bavarian Wood, working at my first job as psychologist in a big clinic near the border to the former Tchechoslowakei. I know you returned quite often to that city. Can you bring up first memories that spring to mind when thinking back, the first deep impacts Regenburg left on you… may be a certain picture or some imagery …?
Robert Forster‘s forthcoming album (to be released on Feb. 3, on Tapete Records), grew, in quite strange ways, around a dark time for his family, and ended up in a collection of heartbreakers, power pieces, singalongs (nearly), lifers, growers, invocations, deep sinkers, straight rollers, and road meditations. The most exciting thing for me (as someone who followed the Go-Betweens and their „in-between“ solo albums from the first longplayer onwards) is how easily Robert seems to wander and stroll through different periods of his life, from teenage angst and dreams, over the sophisticated folk pop of the salad days (all the spaces between rural hinterland to 16, Lovers Lane), towards the ways of looking back, with a sharp eye and a decent quantum of sepia tinged sincerity. There‘s a cinematic feeling all over the place on this record!
Es ist wahr, dass ich nie in Ruhe einem Album von Klaus Schulze zugehört habe – bis jetzt. Schuld daran ist, dass damals, als der „Krautrock“ Gestalt annahm, Tangerine Dream und Klaus Schulze einfach nicht so meins waren. Schuld daran war auch eine junge Frau, die bei Michael Hutter im Zündfunk-Studio sass und mitteilte, dass sie einfach mehr auf Eno als auf Tangerine Dream stände – in der Musik des Engländers seien, ich höre ihre Stimme noch genau, „mehr Widerstände“. Was für eine kluge Wortwahl, ich hätte mich gut möglich auf der Stelle in sie verliebt, aber, war damals noch zu zurückhaltend, um sofort alle Hebel in Bewegung zu setzen. Und im Bayerischen Rundfunk anzurufen. Ihre Stimme wie Honig, ihre Worte simple Wahrheiten, gelassen ausgesprochen. She must have been a beauty. Aber es ist nie zu spät für ein zweites Mal, und so besorgte ich mir das Farewell-Album von Klaus Schulze, gutes Gras, und ab ging die Waldfee. Da ich das Album nun auch ohne ein kleines High, und sogar noch ein Drittes Mal (unter Kopfhörern) gehört habe, bin ich bekehrt. Es tut mir so gut, ich mag diese Wellen, Bewegungen, Farben, Pulse, Stimmen, Atempausen, Schwebungen, Celli, die Entwicklung von Passage zu Passage, die grossen und die kleinen Bögen. Deus Arrakis ist bei mir angekommen. Gut so. Feines Cover. Next time I will go down to the sea, swim, and listen.
1 – “The feeling that’s projected“ … Das war wieder mal ein netter Mailwechsel mit „Henning, The Bolte“. Es ging um den Thrill der Oberflächen. Dass Oberflächen Portale sein können. Und meine frohe Botschaft war: wenn man Oberflächen spielerisch bedient, kann Tiefe begünstigt werden. Deepness. Was sich etwas kryptisch anhört, wird im Kontext vom „Schreiben oder Reden über Musik“ sonnenklar. Es geht bei meinem Verständnis von „sinnlichem Radio“ darum, manch komplexe Sache mit „Sound & Vision“ und langem historischem „Bart“ (Appendix) bildhaft zum Aufleuchten zu bringen. So kann es noch leichter „einleuchten“. Die akademische Analyse bitte schön kurz und schwunghaft! In einem Jazzmagazin (und ich mag dieses Format) will ich, dass Zuhörer von Klängen überrascht werden. Ich will Geschichten erzählen, selber Stories erzählt bekommen (ruhig und sachlich wie bei Niklas Wandts Begegnung mit dem Pianisten aus Ungarn und den Folklorismen eines Komponisten der Klassischen Moderne – oder assoziativ, schillernd und fokussiert zugleich, wie es Karl Lippegaus mit Albert Ayler anstellt). Wenn ich mich eine Zeitlang seitwärts treiben lasse, wie es Robert Pirsig einst trefflich ausführte, als „lateraler Drift“, in „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“, ergeben sich mit der Zeit automatisch „rote Fäden“, Leitmotive (dieses Ein-Ding-kommt-zum-andern-Phänomen): in der„blue jazz hour“ am kommenden Donnerstag um 21.05 Uhr im Deutschlandfunk sind es, unter anderem, diverse Verbandelungen von Folk und Jazz, von „free play“ und „pure melody“.
2 – „… that is sometimes …“ Ganz zu Anfang schwebte mir ein Mittelteil voller „free music“ vor, in dem ich zwei im letzten Herbst rausgekommene „Klassiker ihrer Art“ vorgestellt hätte, das Mammutwerk „Centipede“ au dem Jahre 1971 (mit einem kleinen Erinnerungstext von Robert Wyatt (zum Schmunzeln)), und die „Schwarzwaldfahrt“ von Brötz und Bennink aus dem Jahre 1977 (neu inszeniert von Trost Records, Wien). Mittendrin hätte ich das aktuelle Soloalbum der Sängerin Maggie Nicols präsentiert (nur Gesang und Piano, betitelt „Are You Ready“, und u.a. mit einer Liebeserklärung an Albert Ayler – Maggie war schon 1971 dabei, bei „Centipede“, und ganz nebenbei, wer hat dieses Doppelalbum der damals jungen wilden Briten produziert? Ein gewisser Bob Fripp!) Aber plötzlich sah ich: mein Plan würde den zeitlichen Rahmen sprengen – was nun? Und genau an diesem Vormittag, als ich erstmal dumm guckte und wild rätselte, lag, unangekündigt, unerwartet, Andrew Cyrilles brandneues Soloalbum aus dem Hause Intakt in meinem Postkasten. SYNCHRONIZITÄT! Ihr hättet mal meinen „inneren Luftsprung“ sehen sollen! Andrew Cyrille – perfekt! (s. das Foto von Ingo, und sein Statement über „Feeling“, ein paar Blogeinträge früher!)
3 – „… the most difficult …“ Das ist ein anderer Punkt: nie wie von der Kanzel verkünden (jede Beweihräucherung verliert den klaren Blick), und vor dem Mikrofon die Nüchternheit genauso meiden wie die Ergriffenheit (heiterer Ernst und leise Ironie sind willkommen). The feeling! So nahm alles seine Formen an – Melodiker und Soundschöpfer an den Drums, von Sebastian Rochford bis Jon Fält. Die „japanischen Noten“ bei Uusi Aika und Anders Jormin. Die (en passant) bewegenden Erinnerungen von Sebastian zu seiner „Hausmusik“ (die nach innen gekehrte Langsamkeit seines Sprachflusses!). Wie Manfred Eicher sich in einen Raum einfühlt, in dem er selbst nie anwesend war. Wie Mette Henriette auf einmal (aus heiterem Himmel) über das Kreisen der Planeten im Sonnensystem spricht (live in Frankfurt am 15. Januar im KVFM). Oder die Begleittexte zu Anders Jormins „Pasado En Claro“ – wenn man das eine oder andere Gedicht auf sich wirken lässt, in der Sendung wird es wohl „The Woman of the Long Ice“ sein. Oder Petrarca. Wir sind alle Fährtenleser. The space under surfaces.
2023 9 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Es gibt eine grosse Tradition des Kitsches, was die Cover-“Kunst“ in der Klassischen Musik angeht, und dieses hier ist ein Musterbeispiel. Bei YouTube findet man unzählige Filmchen, in denen Klassisch-Angehauchtes (und Klassik pur) in edel inszenierter Natur zu Markte getragen wird: ein Steinway auf einer Eisscholle, eine Blockflöte vor der Kulisse der Highlands. Ein Waldhorn vor heissen isländischen Quellen. Exotisch garnierte Gesten der Ergriffenheit. Das tut weh, wie hier. Geht es noch spiessiger?! Die Lady mit der Harfe im ewiggrünen Wald, wahrscheinlich lauscht sie, bevor sie zupft, dem Gespräch der Bäume. Das rote Kleid verkündet (ach wie „cozy“!) Sinnlichkeit im Evergreen-Ambiente. Und wo guckt sie denn hin?
Nun spielt Frau Koell Lieder und Stücke von Komponisten, die mit der damals erstmals grassierenden Welle der „Melancholia“ bestens vertraut waren. Selbst Sting griff schon zur Baritongitarre, um den Dowland zu geben. Ganz abgesehen davon intoniert Margret ganz und gar kitschfrei und wenn man ihr lauscht, kann man auch diesen Rosamunde Pilcher-Wald getrost vergessen. Guter Sound, auch das! Man möchte auch nicht gleich Alan Stivells keltisches Harfenspiel auflegen. Zuviel Harfe geht sowieso nicht, selbst bei den Marx Brothers übertrieb man es nie. Feine Musik für einen entspannten Abend am Kaminfeuer, mit einem Viertel Liter Rotwein.
Also, mich haut das jetzt nicht vom Sessel. Wenn man aber die Musik so leise stellt, dass sie sich an der Hörschwelle bewegt, so dass man draussen den Regen hören könnte, und dann noch einen Lautsprecher ausstöpselt, erfährt man mal am eigenen Leibe, wie Brian Eno einst, mit Harfentönen im Krankenhaus (keine Melancholie, ein kollabierter Lungenflügel!), die Ambient Music entdeckte. Ich gebe den gesammelten Weltverlorenheiten von „Silent Dance“ 🎩🎩🎩 – und empfehle, danach mal „Discreet Music“ (🎩🎩🎩🎩🎩) von Eno zu lauschen. Willkommen zu den Monatsempfehlungen des Februars, u.a. mit Helmut Muellers Erinnerungen an das erste Hören von „Discreet Music“ – ein experimentelles Label aus Göteborg nennt sich mittlerweile genau so – „Discreet Music“.
2023 7 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 11 Comments
Den spannendsten Blumenkohl hatte ich bislang bei einem Inder gegessen, in der Strasse in Notting Hill, die Damon Album auf „Everyday Robots“ so wunderbar besungen hat. Aber dann lernte ich eine ganz andere Variante kennen, Blumenkohl zu bearbeiten. Ich gab mir grosse Mühe, das im Grunde idiotensichere Gericht zuzubereiten, aber jeder kennt das mit der Nervosität beim ersten Mal. Der Blumenkohl sollte mittlere Grösse nicht überschreiten, die Röschen strahlend weiss sein, und ihre Oberfläche robust.
Der Backofen wird auf 200 Grad geheizt, der Blumenkohl gewaschen – dabei die äusseren Blätter abbrechen, und auf keinen Fall den Strunk ausschneiden! Der Topf wird zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, das Wasser so stark gesalzen, dass 10 g Salz auf einen Liter kommen, und dann wird das Wasser zum Köcheln gebracht. Auf kleiner Flamme wird der Blumenkohl 7-10 Minuten gekocht, dann lässt man ihn ausserhalb des Topfes ein wenig auskühlen.
Sobald die Temperatur es gestattet, wird der Blumenkohl mit reichlich Olivenöl von beiden Händen durchmassiert. Der Blumenkohl liebt das. Dann wird der Kohl auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech gesetzt uns bei 200 Grad gebacken, bis er so aussieht wie der bekannteste Song der Stranglers. 40 bis 50 Minuten lang – zum Ende hin den Backofengrill zuschalten. Die Oberfläche wird dunkel und knusprig sein. Tja, und nun ist der Blumenkohl innen herrlich cremig. Und dann einfach noch bitte noch eine Tahinisauce hinzuzaubern.
3 EL Tahini (Sesampaste) / 2 EL Olivenöl / Der Saft einer halben Zitrone / 1/2 TL Salz. Easy-peasy: die Paste, das Öl und den Saft mit 150 ml Wasser mixen (vielleicht etwas mehr, und entscheidest, welche Konsistenz dir behagt), und mit Salz abmischen, Fertig ist das Gericht für zwei Personen. Damit hier keiner denkt, hier gehe es superkonsensfreudig zu, parallel zwei Filetsteaks in die Pfanne hauen, höchstens medium rare. Und Pommes aus der heimischen Fritteuse. Aber auch als „Blumenkohl-Solo“ ist das ein echter Hit.
Wäre dies ein Quiz, würden nun die Fragen kommen: wie heisst der Song von Damon Albarn, wie heisst das bekannteste indische Restaurant in der Strasse, die er besingt (s. Photo), wie lautet jener Song der Stranglers, und, a propos „cauliflower“: bei welchem Song der Beatles wurde kurz das englische Wort für Blumenkohl in einer Zeile ins Spiel gebracht, ohne es in die Endfassung zu schaffen, und aus welchem Land stammt das obige Rezept? Es ist aber kein Quiz. Trotzdem: wer alles auf Anhieb richtig beantwortet, per comment, bekommt die exzellente neue Cd von Robert Forster.
Ich habe meiner Liebsten neulich einen Negerkuss mitgebracht, und ich nenne diese Schokobomber schon mal Negerküsse auf Parties, um schnell die Irritierten zu enttarnen. Manche haben da echt keinen Humor, und der Mangel an Humor ist ein tieferer Grund für zwischenmenschliche Entzweiungen als die korrekte, „woke“ Sprache. Idioten! Neulich, bei einem kleinen Klassentreffen gab ich folgenden Limerick zum Besten, aus unserer Schulzeit, einer von drei Texten, die bei mir, neben Shakespeare und Pound, hängen geblieben sind. There was an old man from Calcutta, who had a terrible stutter. At breakfast he said: give me b-b-b-bread and b-b-b-b-b-b-butter. Ein wunderbarer Limerick, aber hinterher sprang gleich einer meiner Kameraden aus dem Gebüsch: das gehe heute nicht mehr, das sei ein Behindertenwitz. Tja, Kontext! Wenn ich diesen Limerick zum besten gebe, hat er nämlich nichts Despektierliches. Das werde ich jetzt nicht ausführen, da wäre ich gleich in der Rechtfertigungungsschleife. Ich halte diese neue Etikette für weitgehend verlogenes Zeug und erinnere gerne an jene Jazzkritiker, die einst zum Beispiel Pharoah Sanders‘ Musik nach dem Tode Coltranes attackierten, wegen ihres „kolonial-imperialistischen Zugriffs“ auf andere Ethnien. Hallo, gehts noch?! Ich sage folgendes: Empathie, Respekt, Solidarität, Bewunderung, das und mehr an positiver Energie schwingt mit, wenn Pharoah Sanders und Alice Coltrane musizieren, auf den Spuren des Alten Ägypten, wenn Musiker ihre Rastalocken tragen, wenn Gomringer die Frauen mit einem Gedicht ehrt und wenn ich meiner Liebsten einen Negerkuss mitbringe. Antifaschistischer Gruss, und ein Tritt in den Arsch all diesen scheinheiligen Inquisiteuren der Sprache und Haartrachten. P.S.: ich bin sprachbewusst und lerne auf diesem Blog neue Wörter: „instantan“. Interessant. Kann man das kochen, oder hat das ein Fell auf den Lauschern?
2023 3 Jan.
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Drifting, Mette Henriette | 1 Comment
“One Saturday night in Oslo I saw a poster for Dino Saluzzi at the Cosmopolite. I thought: I should hear this, especially because I’m also writing for bandoneon in my ensemble. When is the gig? Oh, it’s today. When does it start? In twenty minutes! OK! So it was a very quick walk to Cosmopolite. It was packed, but I found a place on the stairs, and by chance I was next to where Manfred Eicher was sitting. We spoke in the interval and I told him about my project. He had been recording at Rainbow, and listened to some of my music.”
Schöner Zufall. So kam es mit der Zeit zum Debut der norwegischen Saxofonistin, auf ECM Records, und in diesen Tagen vor und nach Neujahr höre ich ihr zweites Album „Drifting“, und höre es intensiv – anders geht es auch nicht, bei all diesen Schwingungen, Zeitlupen, Stillständen, Turbulenzen, Aufbrüchen. Von Drift zu Drift – ein „Rumtreiber“ besonderer Art ist diese Arbeit. Und was den Faktor des „Gespenstischen“ an dieser Musik angeht – das Cover ist da schon ein Fingerzeig. Dass das Werk im Osloer Munch-Museum aufgenommen wurde, wollen wir mal nicht überbewerten. Neben Mette Henriette am Tenorsaxofon spielen Johan Lindvall Piano und Judith Hamann Cello. Mehr zu „Drifting“ in den JazzFacts des DLF am 12. Januar um 21.05 Uhr.