„Von den Experimenten des Sun Ra Arkestra und Alex von Schlippenbachs Globe Unity in den 60er Jahren über Charlie Hadens langjähriges Liberation Music Orchestra und Mike Westbrooks Marching Song Band bis hin zu Amir ElSaffars Two Rivers – ernsthafte Versuche, die erweiterten Techniken und Strategien des Free Jazz in das Format eines großen Ensembles zu integrieren, waren immer eine Beobachtung wert. Vor fünfzig Jahren war Keith Tippetts kurzlebiges 50-köpfiges Centipede ein spektakuläres Beispiel; jetzt gibt es ein neues Album des fast ebenso populären Fire! Orchestra, das vor 14 Jahren in Schweden aus dem Trio um den Saxofonisten Mats Gustafsson, den Bassisten Johan Berthling und den Schlagzeuger Andreas Werliin hervorging.“
Soweit der Anfang der Besprechung der neuen wunderbaren Arbeit des Fire! Orchestra. Von Richard Williams, nachzulesen in seinem Blog „The Blue Moment“. One of my favourite albums of 2023 (m.e.)
Archives: Dienstag, 18. April 2023
2023 18 Apr.
Ein weiterer „blauer Moment“ von Herrn Williams
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
2023 18 Apr.
Mana Rätsel Nummer 30 („Who‘s In Love?“)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 26 Comments
„IT TAKES MORE THAN A WATSON, BUT LESS THAN A SHERLOCK!“
(graffiti, Angel Station, London)
Wie in einem Film, der mal wieder voller Zitate ist, geht der Schriftsteller an dem Café vorbei, in dem der junge Sartre und die junge Beauvoir oft sassen. Er hat sie dort gesehen, als die Welt noch durchweg schwarzweiss war. Geschichte grüsst ihn an jeder Ecke, aber er hat mehr Gefallen an den kleinen Wirbeln der immer neuen, immer wechselnden Gesichter, deren Vita nirgendwo nachlesbar ist. Ihn interessiert das Flüchtige, und der Zauber, wenn ein bruchstückhaftes gegenseitiges Wahrnehmen vier Augen auf einen Schlag aus dem Dämmer holt, und die Geschichte eines unbekannten Traums zu wittern ist, die Lieblingsplatte am Abend, das Weglegen eines Buches, in dem gerade Sidney Bechet ein Solo spielte, und, natürlich, die Liebe. Heute trägt er eine Papiertüte in der Hand, und eine Schallplatte, an der er einen Narren gefressen hat, weil sie so leicht ist, schwebend und tief. Er setzt sich mit einem Espresso neben seinen Stammkiosk, und hört auf einmal aus dem Transistorradio eines vorbeifahrenden Autos den berühmtesten Song des Albums erschallen. Wir schreiben das Jahr 1979.
Nun, das wäre vielleicht zuviel verlangt, nach der Identität des durch das Quartier Latin streifenden Mannes zu fragen, und nach dem Namen der Schallplatte, die er bei sich trägt. Das war aber auch nur das Vorspiel. Hier kommen die drei Fragen. Wer sie alle drei auf einen Schlag in einem einzigen „comment“ richtig beantwortet, und jeder hat nur einen Versuch, bekommt die Schallplatte, die der Tagträumer in seiner Tüte trägt, geschenkt, als Cd allerdings, und noch dazu ein Buch des Flaneurs. Ich werde keine Zwischenkommentare abgeben, bis ein Gewinner feststeht. Deadline 22. April 14 Uhr…
1) Who’s this singer?

2) Who‘s that writer?
„Was die meisten Menschen Liebe nennen, besteht darin, sich eine Frau auszusuchen und sie zu heiraten. Sie suchen sie aus, ich schwöre, ich habe sie gesehen. Als ob man sich die Liebe aussuchen könnte, als ob sie nicht ein Blitz wäre, der einem die Knochen spaltet und einen mitten auf dem Hof gepfählt zurücklässt. Wahrscheinlich sagen sie, dass sie sie ausgesucht haben, weil sie sie lieben, ich glaube, das ist nur der Siteoppo. Beatrice wurde nicht ausgesucht, Juliet wurde nicht ausgesucht. Man sucht sich auch nicht den Regen aus, der einen bis auf die Haut durchnässt, wenn man aus einem Konzert kommt.“
3) What‘s the title of the book in which these lines are written?
„Ich spüre, dass eine natürliche Sprache geflüstert wird, die uns allen gemeinsam ist. Im Traum verstehe ich manchmal die Symbole, aber wenn ich aufwache, sind sie verschwunden. Ein Hauch von Tinte wird nicht an dieser Realität haften. Was habe ich gehört? Was haben sie gesagt? War es Musik? Ich habe sicherlich etwas gehört. Nach all diesen Jahrzehnten bleibt das Leben hartnäckig rätselhaft. Musik formt uns und verändert uns grundlegend. Wenn wir einmal zugehört haben, hören wir nicht mehr auf. Wir erholen uns nie von der Musik. Wir kehren immer wieder zurück zum Radio, zum Plattenladen, zum Schlafzimmer, wo die Mädchen den ganzen Tag Platten hören.“
If there are some familiar devices, such as the use of slow-moving written lines for horns and strings against busy percussion, there’s no sense of cliché. And what you won’t find is much in the way of the collective freak-outs familiar from the early years of such ventures. For all the musicians‘ fervour, both explicit and implicit, this is music in which the free play of ensemble and individual imagination is tempered by an intelligent degree of control. When an explosion does come along (and there are a couple), it’s a shock and is either brief or carefully resolved: an example of the sort of tactical astuteness characteristic of what will undoubtedly be one of the albums of the year.