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Archives: Samstag, 27. November 2021

 

Nachdem auf ominöse Weise mein Autoschlüssel abhanden kam, und der Ersatzschlüssel eh schon lange und gründlich verlegt wurde, begannen grosse Suchaktionen, denn es ist heutzutage sehr kompliziert, ohne einen dieser beiden Schlüssel ein modernes Auto wie meinen Yaris Cool Plus wieder ans Laufen zu kriegen, und so teuer, dass der Wert des Autos eindeutig unterhalb der Reparaturkosten liegt. Kein Witz!

 

 

 

 

Kurzer Rede trauriger Sinn: ich habe meinen „Toyoten“ (s. Bild 2, vor der „Sansibar“, ein Extraklick zur Vergrösserung der Abbildungen) abgemeldet, und von Freunden einen kleinen Flitzer geliehen bekommen, um ans Meer zu brausen. Anschliessend heisst die Frage: ein alter dreitüriger Audi A3, oder dieser feine Studebaker aus dem King Crimson-Song. Ich favorisiere letzteren, aber die laufen ja mittlerweile unter Oldtimer und sind recht teuer.

Mein alter Klassenkamerad Rudolf hat eine Oldtimersammlung vom Feinsten, ich werde ihn mal kontakten. Nachdem ich bei unserem letzten Klassentreffen unsere alte „Bubi-Eis-Affäre“ endgültig mit ihm zu den Akten legen konnte, und auch unsere legendäre, ziemlich heftige Prügelei in der Obertertia keine Spuren hinterlassen hat (sie ging unentschieden aus, obwohl er eindeutig aus der Nase blutete und ich nicht), werde ich mein Glück versuchen. Ansonsten, wenn jemand ein tolles Angebot hat, bitte melden!

2021 27 Nov.

Incontro con Don Cherry

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Neben den beiden wunderbaren Livealben der Organic Music Society erschien Anfang dieses Jahres fast ganz unbemerkt Om Shanti Om, ein sehr intimes Album von Don Cherry aus dem Jahre 1976. Es wurde in den Studios des italienischen Rundfunks RAI für den Broadcast Incontro con Don Cherry als Soundtrack aufgenommen und wurde nun erstmalig als Album veröffentlicht. Eine freundliche Einführung auf italienisch leitet den Film ein und schon beginnen Don Cherry, Nana Vasconcelos, Gian Piero Pramaggiore und Moki Cherry sich einzustimmen. Das Studio ist mit den bunten Stoffcollagen von Moki Cherry ausstaffiert und die Musiker sitzen dazwischen in einer natürlichen Selbstverständlichkeit fast wie zu Hause und spielen sich mit einer wunderbaren Leichtigkeit durch indische, tibetanische, brasilianische und afrikanisch inspirierte Improvisationen, überspringen kulturelle Grenzen, als ob es sie nie gegeben hätte, schaffen etwas wie eine ganz selbstverständliche akustische Weltmusik mit fast kindlich spielerischer Neugier. Manchmal kommen sie schon in ihrer Intimität und Komplexität ganz nah an die Klangwelt der Codona-Alben heran und der Hörer bekommt eine leise Ahnung wieviel Vertrautheit und gemeinsame Spielerfahrung dennoch erforderlich sein werden bis dieser Meilenstein entstehen konnte. Eine entspannte Natürlichkeit ist Om Shanti Om eigen, eine humorvolle Präsenz in Studio, die schließlich im letzten Stück in Gastauftritten seiner Kinder Neneh und Eagle Eye kulminiert, die sich fast wie beiläufig in das Klanggefüge einklinken. Obwohl die Kamera mitläuft bleibt eine sehr stille, private Atmosphäre tragend und lebt von den kleinen Pausen und Wechseln, in denen spürbar wird, wie konzentriert die Musiker in der Musik präsent sind. Eine leise Reminiszenz an den so unbefangen scheinenden Klangmagier Don Cherry, dessen intensive und organische Improvisationen hier geborgen hypnotische Kräfte entfalten. Om Shanti.

 
 

2021 27 Nov.

„Polished and winningly raw“

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Robert Plant and Alison Krauss – “It Don’t Bother Me”

 

What worked a treat at their first meeting continues to work now, with T Bone Burnett‘s production skills. A brilliant band, with sometime guests Marc Ribot and Bill Frisell, creates nuanced tension or percolates away discreetly as required. Intriguing the duo’s approach to English folk gems by Bert Jansch and Anne Briggs. No minor quibbles available, and one masterful song about death, love and escapism (like a lamento on our times) completes this outstanding collection of covers. Or, with the words of Janne Oinonen:

 

„Considering the surprise success of their first duo album, it’s not surprising that Plant and Krauss don’t mess much with the alchemic formula for this overdue follow-up. Even so, there is not a whiff of a cynical retread of old tricks during Raise the Roof, which manages the trick of coming across both sophisticatedly polished and winningly raw and in-the-moment.“

jlö
nlö

„I’m wheels, I am moving wheels
I am a 1952 Studebaker coupe
I’m wheels, I am moving wheels, moving wheels
I am a 1952 Starlite coupe
En route, les Souterrains
Des visions do Cody, Sartori a Paris
Strange spaghetti in this solemn city
There’s a postcard we’re all seen before
Buck wild-haired teens in dark clothing
With hands-full of autographed napkins
We eat apples in vans with sandwiches
Rush into the lobby life of hurry up and wait
Hurry up and wait, hurry up and wait
For all the odd-shaped keys
Which lead to new soap and envelopes“

Jklööä
hjlä

Mark: Kommen wir nun zum 5.1-Surround-Sound-Mix. Ich denke, das beste Wort, um Steven Wilsons Remix von „Beat“ zu beschreiben, ist: „transformativ“. Größtenteils bleibt er der Absicht und dem Zweck des Originalalbums treu – was so ziemlich seine Visitenkarte ist, wenn es um Surround-Sound-Remixe geht, was in den meisten Fällen eine gute Sache ist -, bringt aber durch die kreative Nutzung der Surround-Felder neues Licht und neuen Fokus auf die Musik.

Michael: Mehr Transparenz bietet auch die neue Stereo-Abmischung, also, die von 2016. Aber, ja, surround, bei aller Liebe zu King Crimson, nie habe ich die Alben der Band so intensiv gehört als in den letzten Jahren, und zwar fast durchweg in Surround. Manchmal schaue ich, ob Pia im Nachbarhaus ist, und wenn alles verwaist ist, hebt die Höhle ab. Nun ist „Beat“ sowieso ein gutes Album, mein Herz hängt, aus purer Verbundenheit mit meinen Irrungen und Wirrungen anno 82, besonders an „Two Hands“ und „Heartbeat“.

Mark: Und dann diese Wechsel aus Instrumentalstücken und Songs. „Sartori in Tangier“, schmerzhaft schön.

Michael: Hier, in dieser Quartett-Phase zwischen 1980 und 83 vermeidet KC alles, was sie in die Nostalgiefallen tappen lässt – eine verzweigte, aber klar definierte Ästhetik, und Überraschungen auf jedem Track.

Mark: Wie bei „Requiem“. Der Sound hüllt dich ein in eine virtuelle Decke aus „Frippertronics“, mit all diesen üppigen, hypnotischen, schwebenden Dauertönen, die dich umspülen und in diese Zen-artige Zone bringen, wie es nur die magischsten Musikproduktionen können. 

Michael: Zen-artige Zone? Okay. Das ist schon, wie sagt ihr Amerikaner, „mind-blowing“. Klar, alles ist Sound ringsum, und dann bildet sich ja aus dieser Ruhe eine Mords-Crescendo.

Mark: Ich kann es kaum erwarten, bis Mr. Wilson grünes Licht bekommt, einige von Robert Fripps Frippertronics-Alben in Surround Sound zu remixen! 

Michael: „Let The Power Fall“ ist mein absoluter Liebling. Und das in diesem Jahr rausgekommene Album „Leviathan“ von The Grid mit Fripps Schwebekünsten belegt ja, wie famos Frippertronics im Surround wirken können – pure Tranceinduktion! 

Mark: Zurück zu Beat 5.1: Die rockigeren und poppigeren Stücke wie „Neal and Jack and Me“, „Heartbeat“ und das wunderschöne „Two Hands“ profitieren besonders vom Surround-Sound-Mix, da Mr. Wilson im Allgemeinen die Hauptband und den Leadgesang in den vorderen Kanälen hält und die hinteren Kanäle für Harmonien, Spezialeffekte und andere charakteristische Klänge aufspart, die den Hörer umspielen. Zusammen mit einer wilden alternativen Instrumentalversion von „Neal and Jack and Me“, genannt „Absent Lovers“, fühlt sich Beat jetzt irgendwie voller an, zumindest für diesen langjährigen Crim-Fan.

Michael: So ist es. Und immer wieder wilde lyrics wie auf „Neal and Jack and Me“. Eine Verbeugung vor Jack Kerouac – und einem schönen alten Auto😅!

 


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