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Archives: Dienstag, 10. Februar 2015

„(Lou) told me outright, there was no precedent for what I was doing, that I was either before my time or behind it.“
 
„… Purvis Staples and the Staple Singers …“
 
“ … Jimmy James and the Blue Flames …“
 
“John Henry was a steel-driving man / Died with a hammer in his hand / John Henry said a man ain’t nothin’ but a man / Before I let that steam drill drive me down / I’ll die with that hammer in my hand.”
 
„Big Bill Broonzy had a song called “Key to the Highway.“
 
„One of the songs I´m thinking about singing is Stand By Me by the Blackwood Brothers. Not Stand By Me the pop song. No. The real Stand By Me. The real one goes like this:
 

When the storm of life is raging / Stand by me / When the storm of life is raging / Stand by me / When the world is tossing me / Like a ship upon the sea / Thou who rulest wind and water / Stand by me In the midst of tribulation / Stand by me / In the midst of tribulation / Stand by me / When the hosts of hell assail / And my strength begins to fail / Thou who never lost a battle / Stand by me In the midst of faults and failures / Stand by me / In the midst of faults and failures / Stand by me / When I do the best I can / And my friends don’t understand / Thou who knowest all about me / Stand by me.

 
„… the blues, which is an American music, is not what you think it is. It´s a combination of Arabic violins and Strauss waltzes working it out. But it’s true.“
 
„Billy Lee Riley … He was a hero of mine. I´d heard “Red Hot.” I must have been only 15 or 16 when I did and it´s impressed me to this day.

2015 10 Feb.

Steiniger Weg zum Klang

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Diese Woche sitze ich mit neun anderen hier in Den Haag vier ganze Tage zusammen, um Anträge zur öffentlichen Förderung von (niederländischen) Musikproduktionen zu beurteilen und einige Hunderttausend Euro an Regierungsmitteln zur Realisierung selbiger zu verteilen. Von Opernproduktionen, über Kompositionsaufträge, Kammermusikprogramme, Chorwerke, Pop-, Rock- und Jazzproduktionen bis hin zur Bespielung alter Industrieanlagen und Wassermahlwerke.

 
 
 

 
 
 

Vierzig umfangreiche Anträge mit Angaben zur künstlerischen Gestaltung, zur Produktion und zur Vermarktung sind (vorab) zu lesen, zu besprechen und wohlbegründet zur Entscheidung (Mittelzuweisung oder nicht) zu bringen. Dabei geht es auf allen drei Gebieten ins Detail und ans Eingemachte. Die Entscheidungen müssen konsensuell, einsichtig, wohlbegründet, konsistent und (juristisch) wasserdicht sein. Konfrontation mit (harten) Alltagsrealitäten. Kein Zuckerschlecken, aber sehr aufschluss- und lehrreich. Musik will GEMACHT werden und bis hin zum öffentlichen Erklingen muss erstmal eine Menge ermöglicht werden und passieren.

Dresden ist eine sehr schöne Stadt. Der tröstende Elbbogen ist nicht nur von Canaletto gemalt worden, auch berühmte, dort gebürtige Zeitgenossen, wie A.R. Penck oder Gerhard Richter haben sich an ihm versucht. Diese Blendung verwandelt sich in grelles Licht, wenn am Samstag Dynamo Dresden spielt und der aggressive Mob einen lieber hinterm Ofen lässt. Dann hört man Radio, möglichst das Kulturprogramm vom MDR. Dort habe ich einem ähnlich charismatischen Jazzmoderator wie Michael gerne zugehört. Bert Noglik heisst er. Jeden Donnerstag sendete er in dem Kulturprogramm Figaro Jazzmusik, blieb aber ebenso offen fuer andere Musikarten. Einmal fiel der Name Gundermann, der hätte als Vorband 1994 auf dem Bob Dylan Konzert in Leipzig gespielt. Ich ging dem nach und machte eine erstaunliche Entdeckung. Gerhard Gundermann ist leider schon tot, er wäre jetzt im Februar 60 Jahre alt geworden. Was fuer ein Musiker. Ein Tagebau-Malocher mit dem „Glück Auf Lämpchen“ an der Gitarre. Er arbeitete schwer als Baggerfahrer in dem Lausitzer Braunkohlegebiet, trank am Abend seine Mucke und trat danach oft noch auf. Seine Lieder sind authentisch bis ins Hoyerswerda Mark. Nie habe ich Arbeiterlieder gehört, die nicht politisch waren. Diese Geschichten erzählen von harten Händen, von Werkzeugmachern und Kaffeekannen. Sie beschreiben mit einfachen Worten die Heimat hinter Dresden, eine Bank, einen Vogel, Flieder oder Overhofer Schnee. Und natürlich von seinen Lieben. Ich möchte an diesen ostdeutschen Musiker erinnern und diese Lieder besonders empfehlen:

 
 

„Engel über dem Revier“

„Vater“

„Keine Zeit mehr“

„Linda“

„Brunhilde“

„Streunende Hunde“

 


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