Seit nunmehr dreissig Jahren besteht das Keith Jarrett Trio (mit Gary Peacock am Bass, und Jack DeJohnette am Schlagzeug), das mit einigen Veröffentlichungen (Standards, Vol. 1 and 2, Changes, Changeless) Meilensteine des Piano-Trio-Jazz geschaffen hat. Aber mittlerweile ist diese, von wohltuenden Ausflügen in den Freien Jazz unterbrochene, permanente Abarbeitung amerikanischer Jazzstandards ein, gelinde gesagt, zweischneidiges Schwert: denn in eine hochgradige Kunstfertigkeit mischt sich mit den Jahren unüberhörbare Routine. „Somewhere“ heisst das neue Album. Und es ist keine Offenbarung. Wenngleich Jarrett wohl nach wie vor (irgendwo muss der Antrieb ja herkommen) von der ultimativen Fassung von (zum Beispiel) Body and Soul träumt, ist dieses langwährende Projekt, allen historischen Meriten zum Trotz, gründlichst, fast schon obsessiv, dokumentiert. Das bedeutet nicht, dass man sich nicht weiterhin erfreuen kann (mich erfreut es nicht mehr!), an der Art wie, einmal mehr, Miles Davis‘ Solar neu erkundet wird, und es ist immer noch faszinierend, wie ein Standard – in diesem Fall Leonard Bernsteins „Somewhere“ – in einen dieser typisch Jarrett’schen Trancetänze mutiert, die man schon aus seiner Frühzeit im Charles Lloyd Quartett kennt. Irgendwie beschleicht einen dennoch das Gefühl, in einer Zeitschleife gefangen zu sein. Auch die Exstase kennt Rituale, und auch die wildesten Ausflüge folgen zuweilen einer vertrauten Route. Ach, wie unerhört wäre es, Jarrett würde seine auch schon ewig währende Abneigung gegen elektrifizierte Instrumente überwinden, und etwas so Tollkühnes wie ein Fender-Rodes-Piano-Soloalbum in Angriff nehmen!
Archives: Freitag, 21. Juni 2013
2013 21 Juni
Das ewige Trio
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Keith Jarrett | 2 Comments
2013 21 Juni
A killing feedback drone thing: good old Neil Young in top form!
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
About a quarter of the way through Neil Young’s concert at London’s 02 arena on Monday, he decided to visit the gates of Hades. As post apolcalyptic wind blew pieces of paper across the stage and lights flashed threateningly, he huddled with members of Crazy Horse to hand-beat guitar strings and conjour feedback in a cacophony of heavy-metal-meets-prog-rock-meets-garage-band.
It went on for 10 to 20 minutes – anarchically excruciating, yet strangely adventurous. But not what many of the people expected or sought. And therein lies the problem – there are (at least) two Neil Young’s – one who is the Americana god of „Harvest“, the other who likes to get down and rock.
Cheerio, Neil, get down and rock and let the walls come tumbling down, in Cologne next month!
