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Archives: Freitag, 13. April 2012

2012 13 Apr.

Spirit of Eden (remastered)

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Einst, in den frühen Neunzigern, im NDR, Rothenbaumchaussee, in Michael Nauras heiligen Hallen:

Naura: „Engelbrecht, was hast du dir denn da ausgedacht? Talk Talk?! Was ist das?“

Ich: „Einfach unglaublich gut. Und da schweben die Geister von Ligeti, Davis und Elvin Jones durch.“

Naura: „Na gut. Der verrückte Titel klingt ja nach Hypnose: „50 Wege, das Zeitgefühl zu verlieren“…“

Ich: „Mindestens fünfzig, Herr Naura!“

 

Ja, das analoge Rauschen ist verschwunden, das Klangbild klarer, fast kristallin. Gepfuscht wurde nicht, als man sich die Masterbänder vornahm. Und somit eine kleine Freude, das eine der zwei Meisterwerke von Talk Talk in einer „restaurierten“ Form zu erleben.  Das Grundrauschen gehörte irgendwie zur Aura dieser einzigartigen Musik hinzu. Fast irritiert die neue Klarheit. Aber natürlich setzt sich die Magie im alten wie im neuen Gewand durch. In 22 Jahren „Klanghorizonte“ zählten SPIRIT OF EDEN und LAUGHING STOCK gewiss zu meinen meistgespielten Werken (neben Music for Films, On Land und Another Green World). Man macht keinen Fehler, würde man diese beiden Alben zwischen Mahlers „Kindertotenlieder“ und Walkers „The Drift“ einreihen. In der Abteilung „Alte Meister“.

Wenn man Mark Turners elegantes Saxofonspiel mag (faszinierend, wie souverän und entdeckungsfreudig er die hohen Töne des Tenorsaxofons beherrscht, ohne dabei je schrill oder scharf zu klingen), kann man sich schnell verlieben in die Musik von FLY: der West Coast-Sound hat im Jazz eine lange Geschichte; FLY bereichert diese Qualität des Tiefentspannten mit lauter hochkonzentriert und mühelos zugleich wirkenden Lektionen im Schweben und Fliegen. Wer sich auf die Musik einlässt, erkennt bald, um nicht zu sagen, flugs, wieviel Finesse diesen Kammerjazz auszeichnet. John Fordham bemerkt zu dem Album:

Formed eight years ago by drummer Jeff Ballard with fellow Brad Mehldau partner Larry Grenadier on bass and saxophonist Mark Turner(one of the most resourceful and independent sax newcomers of the last decade), the New York trio Fly is an exchange between equals, not a sax-led charge over a rhythm section. Though it falls into the territory sometimes dubbed „chamber-jazz“, Year of the Snake is up there with Fly’s best work, with its rustling fast grooves and languid horn lines, and pieces that open on almost impossibly pure high-register long tones. The swaying Salt and Pepper is as coolly jazzy a piece as any diehard could wish for, and a glide over fizzy drumming on the title track turns into a patiently spun improvisation. Grenadier’s lovely tone and Ballard’s blend of subtle textural playing and whiplash power complete one of the great contemporary jazz small groups.

 

Year of the Snake


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