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Archives: Samstag, 14. April 2012

2012 14 Apr.

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Wo sind wir, wenn wir gute Musik hören – Musik, die uns zwar nicht bekifft jedoch betrifft, vertritt? Mittendrin in der Materie. Ein erstes aufmerksames Hören: Silverdays or Love, der Titel schon Genuß. Da geht es los mit losen Schlagzeugbecken, dazu dann schwebende Pianoklänge eingestreut, der Bass zirpt erstmal in den oberen Regionen rum. Der Eindruck: Denn sie wissen, was sie tun. Will man das Gehörte nachahmen, weiss man, was man will. Die Kraft entsteht aus dem Gestaltungswillen, in der Balance zwischen Abstraktion und Formlust: der schmale Grad des Weder-Noch. Der Bass des Thomas Morgan singt und spricht exakt, mit Pizzicato-Witz in punktueller Präsenz. Kein Jazzbass wie man Jazzbass spielt, weils andere schon so taten, nein: vielmehr vorbildfrei. Triomusik wie diese ortet sich diesseits der Klassik und des Jazz. Wo seicht Ravel, Debussy, Bartok anklingen, schwingt handfest stets solider Jazzrock mit. Die Eigenart des Instruments Klavier erlaubt es, zeitweise schwere Soundcluster vor sich herzuschieben, die sich dann auflösen wie Wolkenformationen. Das macht Klaviertrios so hörenswert: Variierenkönnen zwischen leichtem, fragmentarischem Spiel und voluminöser Wucht. Cracking Hearts beginnt so frei, wie man es sonst nur von Kikuchi kennt – doch dann die Rückkehr in das Spieluhrartige; das kühle und sphärische Spiel. Was unterscheidet ein hochklassiges Jazztrio von den eher Mittelmässigen? Wir sind, wenn wir es hören, mittendrin in der Musik.

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