Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the day Montag, 2. Mai 2011.

Archives: Montag, 2. Mai 2011

Ich bin deutscher Meister geworden. Der BVB hat ein modernes Märchen geschrieben. Am Tag nach dem ersten Glückstaumel fuhr ich an der Wiege von Borussia Dortmund, am Borsigplatz, ein paar mal im Kreis. Ein bisschen Müll lag auf dem Grün, die meisten Menschen schliefen noch, I was a happy man.  Zwei Tage nach dem Triumph fuhr ich mit meinem Toyoten von Getränkeshop zu Getränkeshop, um das Meisterbier vonBrinkhoffs zu bekommen. Die erste Auflage war überall ausverkauft.  Am Mittwoch werde ich mich wieder auf den Weg machen, ich will eine Flasche Barrios trinken, eine Flasche Kagawa, eine Flasche Subotic. Subotic fuhr gleich nach dem Triumph mit einem Mazda  ins Kreuzviertel, und feierte vor Ort. Was hat Subotic da für einen scharfen Song im Auto! Ekstase ist gesund. Im Kreis fahren macht glücklich. Der Borsigplatz bebt.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_em bedded&v=GmPko8L5A0I

Ich genieße meinen Tag,
meinen Platz in der Sonne;
werde wachsen, dem zu ähneln,
der ich geworden bin.

Es wird Gelegenheit zur Reflektion geben,
wenn ich diese Ebene erreicht habe –
wenn der Krieg gewonnen ist,
und man nicht weitergehen muß.

Und ich fürchte, dass Alles reicht nicht aus …

Ich habe Glück gehabt.
Ich schwörte, zu genießen,
was ich mir selbst versprochen hatte,
als ich noch ein Junge war –

als ich ein Junge war
und die Dinge zu langsam voran gingen.
Universen schwirrten umher,
Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte.

Als ich ein Junge war
und Fehler machte,
da wurde ich erniedrigt
bis ich meinen Platz kannte.

Und ich fürchte, das Alles reicht nicht aus …

Ignoranz ist verletztend,
Ungerechtigkeit putscht auf.
Ich erinnere mich an die Gefühle,
vergass aber ihre Namen.

Als ich ein Junge war,
durchschaute ich ihre Lügen
und ich schwörte, nicht das zu werden,
was ich verachtete.

Aber die Ereignisse überollen dich,
während du Ausschau hältst
nach größeren Spielen,
auf größere Höhen.

Gott segne die Amnesie
und das, was ich verdrängte.
Ich kann das Bild neu rahmen –
den Rest kann ich verwerfen.

Eine Geschichte voller Lücken,
mit den Teilen, die nicht passen;
mit der Story, die du dir erzählst
und deinem Platz im Ganzen.

Und ich fürchte, das Alles reicht nicht aus …

Also mache eine gute Miene,
zieh´ den Knoten enger!
Sage, was du denkst,
gib zu den Lügen Wahrheit.

Und ich fürchte, das Alles reicht nicht aus …


David Sylvian: „A History Of Holes“

aus dem Album SNOW BORNE SORROW (Nine Horses)

Übersetzung aus dem Englischen
von Jochen Siemer


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz