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Archives: Mittwoch, 27. April 2011

2011 27 Apr.

Arte: Bad Boy Kummer

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Bad Boy Kummer – Dokumentarfilm, CH 2010, Regie: Miklós Gimes

Er war Tennisprofi, Punk und Hollywoodreporter. Seine Interviews mit Pamela Anderson, Mike Tyson, Sharon Stone und Courtney Love sind legendär. Doch sie waren allesamt gefälscht. Unter dem Schlagwort „Borderline-Journalismus“ wurde der Fall des einstigen Starjournalisten Tom Kummer zu einem der größten Medienskandale der letzten Jahre, in dessen Folge die beiden Chefredakteure des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“, Ulf Poschardt und Christian Kämmerling, ihre Stühle räumen mussten, weil sie gefälschte Interviews von Tom Kummer veröffentlicht hatten.

Und noch heute polarisiert Tom Kummer. Für die einen ist er ein genialer Hochstapler, der sein Talent verschwendet hat, für die anderen ist er ein dreister Betrüger, der die Karrieren von Kollegen zerstört hat. Heute arbeitet Tom Kummer als Paddle-Tennis-Lehrer im exklusiven Jonathan Club in Los Angeles.

Filmemacher Miklos Gimes hat als Redakteur beim „Schweizer Tagesanzeiger“ seinerzeit selbst Kummers gefälschte Interviews redigiert, ohne die Konsequenzen, die seine Kollegen vom „Süddeutsche Zeitung Magazin“ erleben mussten. In seinem Porträt versucht Miklós Gimes nun herauszufinden, was Tom Kummer dazu trieb, so dreist zu lügen. Es gelang ihm, einen spannenden und schillernden Dokumentarfilm zu drehen, ein Stück Popkultur, in dem Wirklichkeit und Unwirklichkeit miteinander verschmelzen. (Quelle: Arte)

2011 27 Apr.

reality crashed my brain

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Twin Peaks fiel gestern aus und selbst Manuel Neuer mußte seine One-Man-Show ohne mich starten. Es gab nämlich Dokus über das Reaktorunglück von Tschernobyl. Und jetzt wird´s mal kurz ernst: ich war erschüttert und betroffen, kannte nicht die Dimension dieser fortwährenden Katastrophe. Das war keine Sau, die durch das mediale Dorf von Hysteristan (Thea Dorn) getrieben wurde und wird, sondern eine tiefernste und todtraurige Sache, von Skandalen und menschlichen Tragödien umwittert. Gorbatschow kam auch zu Wort: wir wären haarscharf vorbeigeschlittert an der richtig großen Katastrophe damals. Europa wäre dann für lange Zeit unbewohnbar gewesen. Dieses ließ sich aber abwenden – auf Kosten tausender von Menschen, die im Arbeitseinsatz ihr Leben opferten, um den Schaden einzudämmen. Jungen Männern, die bei diesem Zwangsarbeitseinsatz verstrahlt wurden und die hernach ein immermüdes Frührentnerdasein, genannt Siechtum, führten, unterstellte der russische Staat, sie würden simulieren – und man kürzte ihnen die Sozialhilfe. Dies ist nur eine der unzähligen Horror-Geschichten. Nietzsche sagte, Gott sei tot. Osho meinte, das Wort „F.U.C.K.“ sei sein würdiger Vertreter. Das meine ich auch. „Und siehe da, die Schöpfung war nicht gut …“ – sagt meine Wut.


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