Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: Mittwoch, 20. April 2011

Wer die Stimme der brasilianischen Sängerin CéU mag, sich aber von den Niederungen der Pop-, HipHop- und Dub-gebundenen Songs zeitweilig lösen möchte – und sei es auch nur für einen Kurzurlaub -, der findet in den himmlischen Sphären freierer Musikformen ein ebenso frisches, vitales und bodenständiges Äquivalent.

Hier ist es Jen Shyu on vocals, die der esoterischen Musikmathematik des Altsaxophonisten Coleman und seinen „Five Elements“ ein sechstes Element hinzufügt. Die Emotionalität ihres virtuosen (Scat-)Gesanges macht diese Musik zugänglich und zu einem ausgesprochenen Hörvergnügen. Erinnerungen an Flora Purim kommen auf – oder an Gunter Hampels „Galaxy Dream Band“ mit Jeanne Lee. Auch Assoziationen etwa zu Theo Bleckmann und Ben Monder werden geweckt, zu den Buddies Greg Osby und Gary Thomas sowieso.

Die Aufnahmequalität und der Klang dieses Albums sind brilliant. Hier wird ein neuzeitlicher Standard erfüllt, der auch Highend-Herzen höher schlagen lässt. Es sind dies die famosen Begleitmusiker (Jonathan Finlayson on trumpet; Tim Albright on trombone), die ihren Beitrag dazu leisten, neben den ausgetüftelten Kompositionen (oder ist das etwa schon Programmiersprache?). Besonders auffällig und hörenswert ist das knackige Rhythmus-gefüge von Drums (Tyshawn Sorey) und Bass (Thomas Morgan).

Der allseits gefeierte Pianist Vijay Iyer, seinerzeit Weg- und Bandgenosse Colemans, sieht den M-Base Veteranen auf Augenhöhe mit dem großen Coltrane. Die Musik ist allerdings sehr verschieden: einerseits spirituelle Emotion pur, andererseits konstruktivistische, vitale Coolness. Das ergänzt sich gut.

2011 20 Apr.

Twin Peaks auf Arte

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Mein neues LCD-TV-Gerät heißt Sam Sung und selbiges sang vor Glück, als es gestern
die Erste der kommenden Wiederholungen einer Kult-Serie ausstrahlen durfte.
Ein Hochgenuß … und FBI Special Agent Cooper trinkt seinen Kaffee immer noch schwarz – genau genommen: schwarz wie die Mitternacht in mondloser Nacht.
Do it again, Sam. Next Tuesday, before midnight.

Dazu auch: „20 Jahre Twin Peaks: David Lynchs Meisterwerk“.
Am Ostersonntag auf Bayern2.

2011 20 Apr.

Hört, hört!

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Es nahen im Mai und Juni ernsthafte Kandidaten für die TOP 20 des Jahres, ja, vielleicht sogar schon der Überflieger schlechthin – zumindest aus der Perspektive der Manafonistas: David Sylvian: Died In The Wool – Manafon Variations / Villalobos & Loderbauer: RE: ECM (da transportiert man ätherische Samples von teils sehr ätherischen ECM-Quellen in eine elektronische Klangwelt) / Aus dem Hause Eicher selbst naht ein Solo-Album des Pianisten Craig Taborn, das unsere Geister spalten wird (Gefrierkost oder brilliante Rigorosität, das ist da die Frage:) / Brian Eno vertont und versoundet Gedichte von Rick Holland auf seinem nächsten Streich für Warp Records (VÖ: Ende Juni) / Und Marc Ostermeier veröffentlicht Mitte Mai ein Werk mit klischeefreier Ambient-Magie und dem enoiden Titel „Some Rules for Another Small World“  / ein Ostermeier muss natürlich ganz  österlich in die österlichen Klanghorizonte transportiert werden.

Danke Josie! Eine Heimstatt für die Mansfonistas! :) Es ist natürlich ein bißchen so, als sei man von Amazonien in den Sylvianwald der Exklusivität umgezogen. Aber zumindest das Design ist von erlesener Oualität und Sinnlichkeit! Wollen wir das Amazonische eigentlich weiterführen? Man könnte auch zwei Handlungsstränge ins Leben rufen. :) Hier der Boulevard, da die Selkirk-Sylvian-Route.

2011 20 Apr.

David Sylvian: Sleepwalkers

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Zunächst enttäuscht, dass „nur“ eine Kompilation größtenteils bekannter Titel vor-angekündigt wurde, entpuppt sich diese doch als lohnenswert. Und das liegt nicht nur an der bezaubernd unheimlichen Coverart der Künstlerin Kristamas Klousch. Die Zusammenstellung klingt in sich auch homogen. Immer wieder erstaunlich: die permanente Verbesserung der Soundqualität (Aufnahmetechnik/Remixing/Remastering) und das feine Gespür des Herrn Sylvian für Klänge und Ästhetik. Un cadavre exquisit? Non, mais plutôt: guter (alter) Wein in edleren Schläuchen. À votre santé !

Dissapointed first, for „only“ a compilation of mainly yet published songs was advertised, it though turned out to be worthy – and this is not only because of the charming, scary coverart of Ms. Kristamas Klousch. This compilation sounds homogeneous as a whole. Time and again astonishing: the permanent improvement of soundscape qualities, as there are recording techniques (remixing/remastering) and the sampling – and last but not least Mr. Sylvian´s fine sense for sound and aestethics at all. Un cadavre exquisit? Non, mais plutôt: good (old) wine in even more precious wineskins. À votre santé !


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