Manafonistas

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Archives: Dienstag, 26. Mai 2020

2020 26 Mai

Have a Good Trip

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Es muss etwa 40 Jahre her sein. Ich erinnere, wie ich ein paar Leute auf den wunderschönen Sonnenaufgang hinwies, dann aber von denen gesagt bekam, es sei 2 Uhr nachts.

Von ungefähr dieser Qualität ist die Netflix-Doku Have A Good Trip — Adventures In Psychedelics, die im US-Netflix zu sehen ist. Wer ernsthaft den Nerv hat, dem sich auf dem Sofa räkelnden Sting dabei zuzuhören, wie er sich daran erinnert, einmal nach dem Genuss einiger Magic Mushrooms einer Kuh beim Kalben geholfen zu haben, der ist sicherlich auch reif für den Rest: die durchweg kichernd dargereichten Drogenerlebnisse einiger prominenter und vieler nicht ganz so prominenter Künstler. Optisch ist das manchmal ganz hübsch gemacht, mit Zeichentricksequenzen und kurzen Parodien „wissenschaftlicher“ Warnungen, wie sie in den 1960er Jahren als After-School-Specials im US-TV gesendet wurden („This is your brain on drugs“), unterbrochen von kurzen Reportagebeiträgen der Marke „das versteht nur, wer dabei war“. Star Wars-Prinzessin Leias Erlebnisse führen ebenso ins Nichts wie die Bekenntnisse irgendeines Rappers. Das Ganze läuft knapp 90 Minuten; nach 30 spätestens hat man das Gefühl, einer Washmaschine beim Rotieren zuzuschauen.

„Getretner Quark wird breit, nicht stark“, schrieb, glaube ich, schon Goethe im Westöstlichen Divan. Hier ist der Trailer. Die Substanz des ganzen Films in zwei Minuten.

 

2020 26 Mai

Die Klanghorizonte vom 25. Mai mit Niklas Wandt

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2020 26 Mai

Wunderkind-Jazz

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Eine als Blitzgedanke maskierte Fragestellung gestern lautete: „Was macht eigentlich Joey Alexander?“ Vorzeiten schon bekam man ja den Tipp, sich dieses Wunderkind des Jazz mal anzuhören und reihte sich daraufhin ein in die Riege derer, die nicht fassen konnten, was ein Junge mit gerademal neun Jahren am Piano zelebrierte. Mittels YouTube entdeckte man das Stück „Warna“ aus dem in diesem Jahr erschienenen gleichnamigen Album des mittlerweile Siebzehnjährigen. Da man in diesen Tagen Carlos Santana näher unter die Lupe nahm, passte, was man hörte, wie die Faust aufs Auge: allerfeinster latin stuff. Die Recherche-Maschine namens Internet startete auch prompt – man muss ja heute nicht mehr pilgern, nicht einmal das Haus verlassen, um sein Instant-Wissen anzuhäufen – und enthüllte einige interessante biografische Details. Der Pianist kommt aus Bali, ist dann aber mit seinen Eltern irgendwann der musikalischen Kontakte wegen nach New York gezogen. Als Kind schon traf er Herbie Hancock, der zu ihm sagte, dass er an ihn glaube. Das stärkte den Entschluss, sein Leben der Musik zu widmen. Man hört es selbst, was auch seine namhaften Mitmusiker bestätigen: er kann alles antizipieren, hat ein fantastisches Gefühl für rhythmische Nuancen. Wen wundert es, wenn einer mit gerademal Sechs ein Stück von Thelonius Monk entdeckt und auf dem Spielzeug-Keyboard dann gleich spielen lernt!

 

2020 26 Mai

In praise of Bandcamp, for all the good reasons

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https://www.theguardian.com/music/2020/jun/25/bandcamp-music-streaming-ethan-diamond-online-royalties?utm_term=RWRpdG9yaWFsX1NsZWV2ZU5vdGVzLTIwMDYyNg%3D%3D&utm_source=esp&utm_medium=Email&CMP=sleevenotes_email&utm_campaign=SleeveNotes

2020 26 Mai

Yumiko zum Beispiel

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Sie musste fliehen vor einem gnadenlosen Feuer in Kalifornien, verlor so vieles, und ging zurück nach Japan. Verblüfft war sie von anderen Dingen, etwa davon, dass ihr Klavieralbum von 1987 neu entdeckt wurde. Eines von vier Pianoalben, die jüngst herausgekommen sind, oder, in einem Falle, kurz vor der Veröffentlichung stehen. Und die einen besonderen Platz einnehmen in den kommenden „Klanghorizonten“. Neben dem von Yumiko, das entweder in meiner „Sylt-Robinsonade“ auftauchen wird, am 20. Juni, oder in der „etwas anderen Klavierstunde“ der gleichen Radionacht, gewiss auch die so reichhaltigen Klaviermusiken von Benjamin Moussay (wieso gefällt mir das Cover so sehr, leerer kann es ja kaum sein, wahrscheinlich deshalb), sowie (mit ausführlichen Interviewpassagen ausgestattet) Ulrike Haage und Jon Balke. Man wird dort, am Rande, etwas von ausgestopften Eisbären hören, auch von den Halluzinationen, die ein Wasserfall auslösen kann. Und von jeder Menge Kaffee aus Plastikbechern.


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