Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: Sonntag, 26. Februar 2017

Mit diesen 3 Wörtern macht Jan bei gesichtsbuch aufmerksam auf einen Artikel in der NZZ.
 
Die Klassik wird politisch. Ist das gut?
 
Manafonistas wird politisch. Ist das gut?
 

literature
fine arts
music
film
life

 

Da haben wir’s: Manafonistas war nie unpolitisch. Hier wird nur selten explizit darüber geschrieben. Gut so.
 
Vor kurzem hat Lajla Bachtin mitgebracht. Bachtin?
 

In MEYERS TASCHENLEXIKON aus dem Jahr 1992 finde ich ihn nicht. Er müsste zwischen Bachtiar und Bächtold-Stäubli stehen. Wikipedia hilft weiter. Der Fährte folgend sammle ich ein:

In den 1920er Jahren gehörte Bachtin zu einem Leningrader Zirkel
von Literaturtheoretikern.

Bachtins Werke dieser Zeit wurden zum großen Teil erst seit den
1960er Jahren veröffentlicht.

Dazu gehörten sein Formalismus-Essay
‚Das Problem von Inhalt, Material und Form im Wortkunstschaffen‘

Ende 1929 wurde Bachtin von Stalin nach Kasachstan verbannt.

Als Russischer Formalismus wird eine literaturtheoretische Schule
bezeichnet, die etwa um 1915 entstand, aber bereits 1930 aus
ideologischen Gründen unterbunden wurde.

Die sowjetische Doktrin des Sozialistischen Realismus beendete
den ideologisch nicht konformen Russischen Formalismus Anfang
der 1930er-Jahre.

 

Sozialistischer Realismus – nun bin ich angekommen bei einem Thema, mit dem ich mich einmal intensiv beschäftigt habe, Musik & Politik.

Schostakowitsch
Lady Mcbeth von Mzensk
1948
Solomon Volkov, Die Memoiren des Dmitri Schostakowitsch

 

Und wenn ich schon bei Russland bin, dann möchte ich auf einen Artikel in der SZ vom 23. Februar 2017 hinweisen, der hier online gestellt ist. Moment mal! Was da zu lesen ist kenne ich doch schon seit dem 7. Februar 2017:
 
 
Video
 

2017 26 Feb.

Spiegelungen, im Blau

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Die Kuppel im Eingangsbereich der Bibliothek sorgt für kleine, durchdachte Irritationen. Die Akustik ist enorm, ein Spiel mit den Absätzen. Wer an einem hellblauen Tag erst am späten Nachmittag das Gebäude betritt, wird über eine Strecke von einigen Metern von der Wucht der Sonnenstrahlen geblendet, strauchelt, bevor er oder sie die nächste Glastür erreicht, die Eintrittskarte für den Skanner schon bereit. An der Garderobe sitzt eine Lady, die Beine übereinander, sie blättert durch ein buntes Magazin, gelangweilt im Sommer, wenn ihr Platz nur eine symbolische Bedeutung hat, weil niemand eine Jacke trägt, die abzugeben wäre. Schräg gegenüber haben auf einer größeren und etwas erhöht liegenden Theke zwei Männer ihren Platz. Es sind immer Männer, dort. Ich habe keine Ahnung, welche Bedeutung sie haben, security undercover, es sieht so aus, als hätte ihr Job etwas mit Technik zu tun. Am späten Abend, kurz bevor die Bibliothek ihre Tore schließt, betätigen sie ihre Hebel, sie schalten die Lichter aus, zuerst die in den Lesesälen. Dann spiegeln sich Computerarbeitsplätze mit ihren Bildschirmen auf solche Art im Glas zwischen den Streben der gläsernen Kuppel, dass ich gern zurückkehren würde, ein einziges Mal. Doch jetzt passieren die letzten Besucher, die Angestellten der Spätschicht die Ausgangskontrolle. Die Schlösser der Spinde drehen sich, sie geben die eingeworfenen Münzen zurück.


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