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Archives: Mittwoch, 28. September 2011

„Take the ghost train from Los Mochis to Veracruz and travel cross country, coast to coast, Pacific to Atlantic. Ride the rhythm of the rails on board the Ferrocarriles Nacionales de México (FNM) and the music of a journey that has now passed into history.“

El Tren Fantasma, (The Ghost Train), is Chris Watson’s 4th solo album for Touch, and his first since Weather Report in 2003, which was named as one of the albums you should hear before you die in The Guardian. A Radio programme was broadcast on BBC Radio 4 on Saturday 30 Oct, 2010, produced by Sarah Blunt, and described as „a thrilling acoustic journey across the heart of Mexico from Pacific to Atlantic coast using archive recordings to recreate a rail passenger service which no longer exists. It’s now more than a decade since FNM operated its last continuous passenger service across country. Chris Watson spent a month on board the train with some of the last passengers to travel this route. As sound recordist he was part of the film crew working on a programme in the BBC TV series Great Railways Journeys. Now, in this album, the journey of the ‚ghost train‘ is recreated, evoking memories of a recent past, capturing the atmosphere, rhythms and sounds of human life, wildlife and the journey itself along the tracks of one of Mexico’s greatest engineering projects.

Say and Play

 

Der Gitarrist Bill Frisell covert John Lennon-Songs auf seinem gewiss rein instrumentalem Album „All We Are Saying“. Bei ECM gibt es bald eine neue CD des norwegischen Pianisten Jon Balke und der famosen Gruppe Batagraf. Auch die erste Aufnahme mit Susanna Karolina Wallumrod für das Gräfelfinger Label erwarte ich mit großer Neugier. Ansonsten gibt es da ein paar bekannte Namen, die nach langer Zeit wieder Opulentes vorlegen: Tom Waits, das erste Studioalbum seit 7 Jahren; Björk, diesmal multimedial verzweigt. Bei Rune Gammofon könnten die kunstrockenden Elektroakustiker von Alog zum grossen Coup ansetzen, voller Neugier blicke ich Chris Watson und seiner Zugreise auf einer lang verlassenen Bahnstrecke entgegen („El Tren Fantasma“) – und von Keith Jarett wird es ein neues Solo-Doppelalbum geben; das Cover ist so farbenfroh wie der Titel, „Rio“. Habe ich was vergessen?

P.S. Über das erste Jon Balke / Batagraf-Album „Statements“ schrieb ich vor etlichen Jahren in der SZ (und ich hoffe, das steigert die Neugier auf den nächsten Streich!):

„Vier norwegische Trommler treffen sich mit dem weltenwandernden Keyboarder Jon Balke und betreiben ein Brainstorming über die Zukunft des Drumming im Computerzeitalter. Bald landet man bei der westafrikanischen Tradition der Bata-Trommeln. … Was über Nigeria nach Kuba kam und in federleichtem Latin Jazz und Pop als exotischer Duftstoff Lounge-Tauglichkeit bewies, wird von der Gruppe Batagraf als archaische Kommunikationsform gewürdigt. Die Geheimnisse der Überlieferung bleiben unangetastet. … Heraus kommt kein anthropologisch-semantisches Experiment …, sondern ein furioses und lebendiges Klangtheater, das alle Klischees eines globetrotternden Fusion-Jazz in der Luft zerfetzt. Die Stimmen von Solveig Slettahjell und Sidsel Endresen erforschen die oft genug hauchdünne Grenze zwischen Sprache und Gesang. Das Altsaxophon von Frode Nymo zelebriert die Kunst des schnörkellosen Solos, wenn es einen in Wolof gesungenen Text begleitet. Auf der anderen Seite vermeiden die Trommler allen Highlife-Überschwang und proben das Miteinander von Genauigkeit und Leidenschaft. Und Jon Balke wählt instinktsicher lauter unverbrauchte elektronische Klänge. Wären David Byrne und Brian Eno in Norwegen aufgewachsen, ihre Klassiker „My Life in the Bush of Ghosts“ hätte im Heute vielleicht genau diese atemberaubende Form angenommen.„

2011 28 Sep.

Unterwegs mit Wilco und den Jayhawks

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Ob THE WHOLE LOVE oder MOCKINGBIRD TIME, beide Alben laufen und laufen, wie ein Musiknarr freue ich mich über die Wiederkehr einer Lieblingsmelodie, das rauhe Geräusch im sanften Singsang, die Bilder von Highways und Wüsten und eine Brise Beatles, über einen bitte nie endenden 12-Minuten-Song, der aus einer zarten Melodie gesponnen und von immer neuen Details der noch hauchzarteren Sorte unterfüttert wird, ein zwei drei Echos der Byrds, Widerhall aus Teenagerträumen, über diese nie ausgereizten Formate, diesen Rock, der kein Dad Rock ist und doch den Kinderschuhen entkommen, gut abgehangen und ständig auf der Suche, so entspannt wie eine Hängematte und zugleich Treibstoff für hungrige Träume, über eine Musik, die hoffnungsvoll altmodisch ist und sich in der Gegenwart tummelt wie ein „Home, Home!“ murmelnder Fremdkörper, die ihre Reibung und ihr Feuer bezieht aus dem stets anwesenden Einstmals und dem heißen Herzens angesteuerten Irgendwo.


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