Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: Donnerstag, 23. Dezember 2021

 

 

2011 – 1)  Kate Bush: 50 Words for Snow / 2)  Bill Callahan: Apocalypse / 3)  Brian Eno and the words of Rick Holland: Drums Between The Bells / 4) PJ Harvey: Let England Shake 5) David Sylvian: Died In The Wool – Manafon Variations

2012 – 1) Scott Walker: Bish Bosh / 2) Thomas Köner: Novaya Zemlya / 3) Swans: The Seer 4)  Burnt Friedman & Jaki Liebezeit: Secret Rhythms 4 5) Eivind Aarset w/ Jan Bang: Dream Logic (und Heiner Goebbels: Stifters Dinge)

2013 – 1) Bill Callahan: Dream River / 2) Dysnomia: Dawn of Midi / 3) Carla Bley: Trios / 4) Boards of Canada: Tomorrow‘s Harvest / 5) These New Puritans: Field of Reeds

2014 – 1) Damon Albarn: Everyday Robots / 2) Eno & Hyde: Someday World & High Life (just handling it as a double album) / 3) Scott Walker & Sunn O))): Soused / 4) Sun Kil Moon: Benji / 5) Anouar Brahem: Souvenance

2015 – 1)  Joanna Newsom: Divers / 2) The Mountain Goats: Beat The Champ /  3) David Torn: Only Sky / 4) Matana Roberts: Always / 5) Laurie Anderson: Heart Of A Dog

2016 – 1) Brian Eno: The Ship / 2) David Bowie: Blackstar / 3) Leonard Cohen: You Want It Darker / 4) Matmos: Ultimate Care II / 5) Jon Balke: Warp

 

It is an old tradition to look at a year in regards to each one‘s favourite albums. Some take it cool here, and invent their private revelations without following the calendar‘s accuracy. Like Martina or Lajla. Being in the mood of closing curtains these days (never close a curtain without a window in mind!), I went into full memory mode, looked at my old lists, and gave them a fresh pre-Christmas 2021 up-date. Now, going through every single year this blog has been flying under the radar of Facebook, Instagram and all (to retain a sense of privacy), and always keen on time traveling, I will surprise the readers here with an unexpected twist. Part 2 (to be posted on this blog in the first half of  January, probably) will have a decent showdown with, seriously, my favourite five albums of 2022. I made some phone calls, followed by further calls, mails, faxes, glances, talks, jokes, threats, laughs, puns, orders, zooms, downloads, covers – in the end it was easy, that glimpse into the future.

2021 23 Dez.

Weihnachten 🎄

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Wer vom Lande kommt, ellenlange nachmittagliche Spaziergänge unternahm mit den Hunden, die über die Felder jagten, dann zum Fünfuhrtee einkehrte mit Kandis, Klönschnak und Gebäck, der wird sie kennen: die Grenzsteine, die den öffentlichen Weg zum Besitzgrund des Bauern hin markierten – meist ein Findling, klein und doch bedeutsam. Solche Markierungen haben sich über die Jahre auch im Geiste angesammelt, in Form von Büchern, Bildern und Zitaten. Max Frisch, der ja vor seiner Schriftstellerei als Architekt tätig gewesen war, meinte, die Arbeit auf dem Bau als Handwerker oder Bauarbeiter sei eines der letzten verbliebenen Abenteuer in der modernen Zeit. Das hatte mich immer irgendwie geadelt, da selbst in jener „Wildnis“ tätig, jahrelang. In einem seiner Bücher (War es Montauk?) interviewte er einen Malermeister, dem zu keiner gestellten Frage etwas einfiel. „Mit welcher Farbe streichen sie am liebsten?“ „Weiß nicht.“ „Wie finden sie ihre Arbeit?“ „Normal.“ Wieviel lieber sind mir Leute, die was zu erzählen haben und nicht alles „normal“ finden – beispielsweise digitale Technik, die es ermöglicht, dass man online auch die Kunst der Dialoge entdecken kann: das faszinierte Verfolgen von Gesprächen, die sich kunstvoll entwickeln. Eine meiner Lieblingssendungen in diesem Bereich ist die Sternstunde Philosophie des Schweizer Fernsehens. Zu den kompetenten Gesprächskünstlern gehören Barbara Bleusch, Wolfram Ellenberger und Ives Bossart. Letzterer traf sich mit Nik Bärtsch, dem Pianisten und Bandleader der Gruppe Ronin, dessen Musik zuweilen ja als Zen-Funk betitelt wird. Der erzählt dort viel: von Weihnachtsritualen mit seinen Kindern, wie er einmal in der U-Bahn angegriffen wurde, von seiner Leidenschaft des Kampfsports, die Inspiration durch das Kurosawa-Epos Ran. Auch der Philosoph Byung-Chul Han wird erwähnt und Bärtsch liefert eine plausible Kritik: er selbst sei nicht so defensiv eingestellt – man müsse sich aufs Machen fokussieren und etwas „anbieten“. Was Han, der ja gute Literatur anbietet, nicht schmälert, aber eingrenzt. Dieses Gespräch hier wärmstens zu empfehlen, sehe ich geradezu als meine Pflicht.

 


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