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Archives: Samstag, 3. Oktober 2020

2020 3 Okt.

Verwandlungen

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„Blue Note Re:imagined“ – die junge englische Jazzszene befasst sich mit Interpretationen des Kataloges von Blue Note Records. Ich hörte mir den  Beitrag von Shabaka Hutchings an, dessen Album mit den „Ancestors“ für mich zu dem guten Dutzend herausragender Jazzalben des Jahres zählt. Und, sofort, ein Dejavu – „das kennst du doch?!“ – und mir kamen gleich  bekannte Melodien in den Sinn, von Miles un Co. – aber nein, das hier kommt aus einer ganz abgelegenen Ecke. Der Titel sagte mir auch nichts, aber, nach einigen Klicks war der Fall klar – Shabaka hatte sich an ein Stück einer meiner ganz frühen Blue Note-Platten gemacht, die nie sonderlich berühmt wurde, aber meine Teenagerohren mit  tief entspannten, hypnotischen Sphären und Ostinati begeisterte. Das Original von „Prints Tie“ stammt aus der Bobby Hutcherson-Platte „San Francisco“, an seiner Seite neben Joe Sample am elektrischen Klavier, und einer erstklassig-spartanisch agierenden rhythm section, der wunderbare Harold Land an diversen Blasinstrumenten. Und, ehrlich, das Original ist stärker als das Cover, Bobby Hutchersons spät einsetzende Marimba ein Traum.


Und noch ein Coveralbum tauchte auf, diesmal eins von alten Freunden. Ich erzähle jetzt nicht gross und breit, wie es entstand, aber natürlich spielte Corona eine Rolle, das Canceln von Konzertreisen, der Überfluss an gewonnener Zeit inmitten all der dramatisch runtertickenden biologischen Uhren. Jedes Bandmitglied wählte einen Song aus, nicht mal einen ultimativen Lieblingssong, sondern eher einen aus der Kategorie „reizvoll“, „faszinierend“ und „schaun wir mal, was wir daraus machen können“. Und so entstand in kurzer Zeit Lambchops neues Album „Trip“.

 

 

Das Cover ist schon mal äusserst kitschverdächtig. Da die Leute von Lambchop aber alle hell und ausgeschlafen sind, haben sie sich dabei sicher etwas gedacht. Was wohl? Nun, ich kann Ihnen da momentan auch nicht weiterhelfen, vielleicht haben Sie eine Idee. Eins der Lieder kann man sich schon im  Netz anhören „Reservations“ stammt von Wilco und findet sich auf einem ihrer Klassker, „Yankee Hotel Foxtrot“. Mit 13 Minuten ist es die mit Abstand längste Coverversion von „Trip“ und wartet mit einer Besonderheit auf. Zuerst bearbeiten die Herren den Song mit Zeitlupe und anderen Feinheiten, und danach malen sie eine Landschaft. Alle Worte haben sich verabschiedet, und der grösste Teil des „Liedes“ besteht aus reinem, sich am Horizont verlierenden, Pastell. Sehr mutig ist das, sehr eigenwillig. Und erzählt etwas, indirekt, von dem Troste der Musik in tödlichen Zeiten. Man könnte bei der Blume an Scott McKenzie denken. San Francisco zum Zweiten.

 

Personnel: Kurt Wagner (vocals), Tony Crow (piano, synth, bk vocals), Matt Swanson (bass, bk vocals), Paul Niehaus (pedal steel, elec gtr, acoustic gtr, bk vocals), Andy Stack (sax, drums, drum prog, gtr, bk vocals), Matt McCaughan (synth, drums, drum prog, bk vocals)

2020 3 Okt.

Django 60

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Zum heutigen 60. Geburtstag von Django Bates habe ich dieses Interview mit ihm fertig editiert (knapp 15 aus insgesamt rund 70 Minuten Interview). Über länger als ein Jahr hinweg habe ich versucht, ein Treffen mit ihm organisiert zu bekommen; erst in der Corona-Zeit hat es schließlich geklappt. Er lebt seit einigen Jahren in Bern, und das passte dann gut mit einer meiner Schweiz-Ausflüge zusammen, zumal ein sehr guter Freund von mir ebenfalls (seit 14 Jahren) in Bern lebt. Django selbst meint, seine First-House-Zeiten seien nicht besonders wesentlich in seinem Schaffen, aber seine Erinnerungen sind durchaus schön zu sehen und hören. Leider kann ich Ken Stubbs nicht so einfach treffen und interviewen – es sei denn, mir sponsort jemand einen Trip nach Australien. Andererseits ist Django auch der einzige des Quartetts First House, der nach diesen Alben noch eine Beziehung zu ECM weitergeführt hat. Passagen aus dem Gespräch, die über die Zusammenarbeit mit Sidsel Endresen berichten, habe ich aus Fokussierungsgründen außen vor gelassen, werde aber versuchen, davon etwas in meinem demnächst anstehenden Sidsel-Interview/Portrait einzusetzen.

 

 


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