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Archives: Dienstag, 27. März 2018

2018 27 März

Ärger in Antelope

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Gerne empfohlen sei an dieser Stelle eine Dokumentation, die es auf Netflix zu sehen gibt: Wild, Wild Country. In sechs einstündigen Episoden werden hauptsächlich jene unheilvollen Vorkommnisse geschildert, die Bhagwan Shree Rajneesh und seine Jüngerschaft im Zusammentreffen mit den einheimischen Siedlern des kleines Ortes Antelope in Oregon widerfuhren. Der Titel des Filmes ist den Lyrics des Songs „Drover“ (Viehtreiber) von Bill Callahan entnommen, der auch das Lied „America!“ seines Albums Apocalypse zum Soundtrack beisteuert. Mit Bhagwan hatte ich damals eigentlich gar nicht so viel am Hut: trotz der Lektüre einiger Bücher, der Bekanntschaft mit Sannyassins, der gerne und oft besuchten Bhagwan-Disco unserer Stadt, und einer Teilnahme an der Dynamischen Meditation blieb er mir stets suspekt. Das Übrige tat die öffentliche Meinung. Nun aber war ich verblüfft, wie mir beim Schauen das ganze inklusive des eklizistischen Gurus irgendwie symphatisch wurde. Wie Kohlen aus dem Schuber purzelten Erinnerungen, als wenn man beim Aufräumen alte Fotos findet und daraufhin in Träumereien abdriftet: Dream Logic. Auch wenn vieles problematisch bleibt, so bot und bietet doch der Ashram-Kosmos auch viel Positives. Man schaue sich auf YouTube Poona-Videos von damals an: mit welcher Anmut sie sich bewegten! Leise Melancholie schwingt mit: ein gelassener Zusammenhalt war da, eine Verbundenheit, von der unsere Frau Kanzlerin mit ihrem „Wir schaffen das!“ nur träumen kann. Ich habe den Islam in diesem Ausmass nicht bestellt ins Deutschland dieser Tage und eine Horde in orange gekleideter Sannyassins wäre mir lieber. Und wie glich doch die Siedlerschaft aus Antelope in Oregon der heutigen Klientel einer Trump-Wählerschaft. Überhaupt, jenes von Bill Callahan besungene Amerika kommt wiedermal gar nicht gut weg.

 

 

„Auf den Trümmern des Ersten Weltkrieges blühen in Europa die Traumwelten. Wer in den Abgrund geschaut hat, sehnt sich nach Freiheit von allen hergebrachten Ordnungen. Das ist das Klima, in dem Claude Cahun und Marcel Moore ihre Kunst und sich selbst inszenieren – provozierend, jenseits der Geschlechtergrenzen.“

 

 

 

 


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