Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archiv: April 2018

Um vielleicht einigen die Zeit bis zum Erscheinen des neuen Albums von Jon Hassell etwas zu verkürzen will ich heute an eines der interessantesten und zudem japanischen Trompetenalben erinnern. So wie die Trompete aus dem Jazz nicht mehr wegzudenken wäre, ist auch der umtriebige Musiker dieses Albums nicht mehr aus der Jazzlandschaft wegzudenken, wenngleich er nicht selten dessen Grenzen außerordentlich strapazierte (Geht denn das bei Jazz überhaupt?). Zwischen Heavy Metal,  brachialem Freejazz (z.B. mit Peter Brötzmann) und experimentellem mit DJ Krush reicht sein weites Spielfeld.

Silent Melodies nun wurden solo zwischen 2000 und 2003 an unterschiedlichen Orten eingespielt und stellen fast das leiseste und vertrackteste Werk Toshinori Kondo’s dar, wie der Titel schon vermuten lässt. Elektronisch verfremdete Trompetenklänge, geloopt, schwebend, mal ganz fremd technoid, mal wie Hassell’s Forth World Music nur von der anderen Seite des Planeten. Gewidmet der spirituellen Natur und der Vorstellung des 21 Jahrhunderts. Sagt eigentlich schon fast alles, Song for the Small Planet! Ja, planetare Ambient music, die sich zwischen Clear Water und First Light archaisch zeitlos, in magischer Verfremdung übereinandergeschichtet und leise Geschichten einer ganz weiten kristallinen Sphäre im samtenen Schwarz erzählt. Futuristische Wolken ziehen vor namenlosen Monden vorbei, deren stilles Licht über die feinen Gesichtszüge des japanischen Musikers zieht, der seine seit Jahrzehnten brodelnden avantgardistischen Aktivitäten hier in einer ethnosurrealen Zukunftsvision kulminieren lässt. Kein Funke von Sentimentalität oder Esoterik, keine Zitate, kein Versuch bereits einmal Gehörtes neu aufzulegen. Konzentriert und eigensinnig. Ein Soundtrack für eine nächtliche Fahrt durch die Lavafelder Lanzarotes zu den schwarzen Stränden, um dort das Leben des Meeres aus der Tiefe leuchten zu sehen …

 
 
 

 

 

Belgian composer / artist Christina Vantzou is something of an archetypal performer found on the cult-ish Kranky label. So far, all her previous solo albums (if you don’t know, you might guess the titles are numbered) and as a member of the duo The Dead Texan (with Adam Wiltzie of Stars of The Lid) bear what you could label as the “Kranky sound of excellence” – music that defies categorisation and bordering on ambient, post-rock, classical or jazz. And it doesn’t matter whether it’s vocal (Low made some of their best albums for the label) or instrumental (the brilliant Labradford). No. 4 draws the listener inward, but is not melancholic, at least not in a classical sense. It’s like taking comfort in oblivion, in the slowness of things. Vantzou says she is influenced by sleep and dreamlike states, and in this album you can hear it.

 

2018 30 Apr

Die Zauberin

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Das Päckchen mit dem handgeschriebenem Brief, einem antiquarischen Buch und dem Album kam völlig unerwartet. Heute war der passende Tag, das Album zu hören. E. hatte auf die Rückseite der CD-Hülle einen kleinen gelben Zettel angebracht, auf dem unter anderem folgendes stand:

 

jemand hat sie mal „die Zauberin“ genannt. Sie ist sehr besonders – die Musik – keine gute-Laune Musik. Hat viele Vorzeichen. Dennoch –

 

Ich setzte die Kopfhörer auf und hörte das Album zwei Mal komplett durch. Und, ja, ich bin verzaubert.

 

2018 29 Apr

Essence

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Knowing Me, Knowing You

 
 
 

This video is brilliant. As is the song. These deceptively light sounds at the beginning, nearly triumphant, and the light-filled sky. When, a few moments later, the message is delivered, and theme and bridge come up, we won‘t witness the art of wrapping bitter truth into something lovely (hope, this makes sense, I love broken English), the keyboard sounds carry enough weight of the world. It‘s the lyrics that are performed in a very tricky way. You see faces of regret, last gestures of tenderness, real life criss-crossing with memories. You see and hear everything breaking, probably the story of the performers. ABBA did it close to the end, revealing all those goodbyes, like Fleetwood Mac did, once upon a time when big success and emtotional drama were twin-like companions. And, please, don‘t believe in comebacks! Last night, I saw this small video about ten times in a row, then I switched to headphones when the rain came tumbling down the night sky (with lightning and thunderous murmuring) and listened, all senses open, to  Sly and Robbie‘s „Nordub“. Now I‘m part of the „Nordubbers“, too!

 

2018 28 Apr

Lass‘ leise krachen …

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… on Record Store Day. Da vermutet man doch fast Ambient music, wenn ich mit das Cover so anschaue. Aber was ist das? Heavy Ambient? Trittschallgedämpfter Hardcore? Brüllende Stille? Sehr laut sollte man es hören, die Musik bettele förmlich darum. Vielleicht ist es auch ein erhabenes Winseln. Mit langer Hallfahne versteht sich. Fängt irgendwo da an, wo The Ship aufgehört hat. Beinahe ein Song, der sich aber schnell verliert in dezentes Gitarrenkreischen, Schwellungen und abgründig verfremdete Glockenklänge.  Und noch ein Stück, sphärischer, schwebender, wie bleihaltiger Bodennebel, der langsam unerwartetes Gelände emporkriecht. Sehr vielschichtig und wieder bislang ungehörte Akzente. Lass‘ sehr leise krachen!

 
 
 

 

Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …

 

Natürlich gibt es diese Platten, die einfach nie aus den Jukeboxen der Welt verschwinden. Und, wenn es dann eines Tages wirklich nur noch knistert und knastert, wird die Scheibe eben ausgetauscht. Irgendwoher wird der Jukebox-Man Ersatz beschaffen. Zu diesen Singles, die man sich wirklich kaum getraut, aus der Box zu nehmen, gehören zum Beispiel die Klassiker der Beatles und der Rolling Stones, aber das ist von Land zu Land durchaus unterschiedlich. In Frankreich käme zum Beispiel nie jemand auf die Idee, Jaques Brel mit seinem Song Ne me quitte pas aus der Box zu nehmen. Interessant wird es allerdings, wenn man nach Kuriositäten Ausschau hält, da hat jede Kneipe, in der eine Jukebox steht, seine eigenen Schwerpunkte. Wie ich im Dezember letzten Jahres schon schrieb: in Hörnum sind es die Platten von Robert Wyatt, die gerne gewählt werden, in Cuxhaven eher die Songs von Brian Eno, anderswo wird Daniel Lanois gewünscht. Aber überall schätzt man die Musik zwischen 1968 und 1973, aus dieser Zeit werden zu gerne „Oldies“ gedrückt. Auf Amrum/Wittdün dürfte ich etwa die Platten der Kinks nicht anrühren, käme allerdings auch niemals auf so eine Idee, diese Scheiben aus der Jukebox zu nehmen . Dort liebt man so außergewöhnliche Titel wie folgende vier Auskopplungen aus der LP Face To Face, nämlich: Party Line, Session Man, Rainy Day In June und Rosy Won´t You Please Come Home. In dieser Box befindet sich auch eine Scheibe von Gene Clark aus dem Jahre 1971 For a Spanish Guitar, eine Platte, zu hören bei offener Kneipentür, Blick zum Meer …

 

 

 

 

In Hörnum steckt auch eine kuriose Platte, sie ist nicht wegzudenken: J.B.Lenoir: Eisenhower Blues aus dem Jahr 1958. Hier wird auch sehr häufig John Cale gedrückt, z.B. mit seinem phantastischem Song Fear Is The Man´s Best Friend (1974). In Cuxhaven schwärmt man für Muddy Waters, besonders beliebt My Home Is In The Delta (1964), siehe auch die LP The FolkSinger, fantastisch!. Auch halten sich, was mich besonders freut, The Electric Prunes mit ihren beiden Singles I´ve Too Much to Dream last Night und Get Me To The World On Time in den Jukeboxen, das sind Sachen aus den Sechzigern, die hört man auf keinem Sender mehr, die Gruppe ist auch hierzulande damals nicht sehr erfolgreich gewesen, ich habe sie aber sehr gemocht und mir neben den Singles auch die LP Release On An Oath aus dem Jahr 1968 gekauft.

 

 

 

 

Eine unglaubliche Rarität steht freilich nur in meiner eigenen privaten Jukebox, eine EP von den Beatles. Diese Single sieht auf den ersten Blick aus wie eine Miniarturversion von der LP Rubber Soul, dann aber entdeckt der Kenner, dass unten in der Mitte des Covers zusätzlich Michelle aufgedruckt ist. Die EP enthält auf der S.A Michelle und Run For Your Life und auf der Seite B, Drive My Car und Girl. Diese Platte in einer Kneipenbox eingestellt, das wäre natürlich der Hammer, mit einem Drücken hätte man gleich zwei hervorragende Beatles-Songs.

Die Frau, der damals mein Herz gehörte, war in Italien, und als in diesem verdammt heissen Sommer ein grosses Erdbeben nicht so weit von ihr entfernt die Erde grollen liess, beschlich mich leichte Sorge. Ein bisschen dumm waren wir schon, oder, Ed? Es war doch das beste Jahrzehnt unseres Lebens, die beste Musik des Jahrhunderts kam in jener Dekade heraus und fütterte den Soundtrack unserer Würzburger Tage ohne Ende. In den romantischen Empfindungen schien ja auch alles prairieweit, doch verengten wir unseren Blickwinkel mitunter durch etwas schmächtig geratene Versionen unserselbst. Auch kam einmal der Tod dazwischen, kalt und trostlos.

Halim backte die besten arabischen Pizzen im Umland, exklusiv für uns Studentenheimbewohner, und musste den politischen Kampf mit der Politik gewinnen, um nicht, völlig zu Unrecht, ausgeliefert, und von der israelischen Regierung getötet oder auf ewig ins Gefängnis geworfen zu werden. Hoffentlich liest Maxim Biller diese Zeilen nicht, der wittert ja bei uns Linksintellektuellen stets Antizionismus, Antisemitismus, aber es ist ein grosser Unterschied, die gegenwärtige Regierung Israels für den letzten Dreck zu halten, oder solche Scheisse zu singen wie Kollegah und sein Muskelkumpel.

Aber alles kam zusammen, wenn wir unsere Matratzen aufs Dach des Internationalen Hauses schleppten, den Plattenspieler anschlossen, das kalte Bier tranken (Patrizier Hofbräu, haha), und Neil Youngs „Tonight‘s The Night“ lief, endlos, jenes zerschossene Requiem,  und das Schattenreich der Hippie-Ära seine Pforten weit öffnete. Oh, Baby,  mellow my mind! 

Es war wohl in jenem Jahr auch, dass das amerikanische Keith Jarrett Quartett vor underen Ohren aufspielte, in Nürnberg, das letzte Konzert jener Gruppe. Christiane war unversehrt aus Italien zurückgekehrt, wir sassen zu viert etwas weit hinten, Gerti war mit dabei – was für eine Musik, da konnte auch Archie Shepp zuvor nicht mithalten. Hans-Dieter Klinger sass weit vorne, hinterher begegneten sich unsere Augen auf der Toilette für einen kurzen, wissenden, unwissenden Moment.

Ed, wir studierten sehr entspannt die Psychologie, und ich staunte immer, mit welcher Energie du dein Doppelstudium betriebst. Und so oft noch landeten wir in jenem Sommer, neben unseren Ausflügen zum Spargelessen nach Volkach, „über den Dächern von Würzburg“, und Neil Young und seine „drugged crew“ spielten „Tonight‘s The Night“, immer wieder. Heute erscheint „Roxy Live“, es war das erste Aufspielen dieser Lieder in Los Angeles, es war das Jahr 1973, und erst später brachte Reprise Records das dunkle Meisterwerk der „audio verité“ ans Licht einer leicht irritierten Gefolgschaft.

 

 

 

 

Als sie das originale Album einspielten, war Neil Young wegen des Todes von Danny Whitten schuldgefühlzerfressen, und so nah am Abgrund wie nie. Es war ein Totentanz, der uns im fernen Deutschland aber nicht so finster stimmte – zuviel von der Ursuppe der Rockmusik war da angerührt, um uns kein stetes Funkeln in die Augen zu zaubern. Allen „tired eyes“ zum Trotz ! Als Neil Young dann im Roxy aufschlug, Wochen später, rollten die Lieder leichter, die Musiker fanden ins Leben zurück, Neil Young sprang sowieso nie zweimal in den gleichen Fluss. Come on, roll another number! The banter’s remarkably jocular, Young shouting out Fifties superstar stripper Candy Barr and cracking wise like a tipsy hippie Henny Youngman („Welcome to Miami Beach! I’d like to thank my managers for introducing me. … Ten years in the business, folks. I feel like Perry Como!“) But the songs are dark as a moonless night. Also, Ed, was kann ich nach dem ersten Hören sagen? Geiler Sound, Alter! Deep listening!

 


 
 

Dies ist meine allererste ECM-Platte. Damals habe ich nicht ahnen können, zu welch bedeutendem Label ECM sich entwickeln sollte. Edition of Contemporary Music, ein Name, von einer Offenheit, die mich nach weiteren frühen Veröffentlichungen – von denen einige in meine Sammlung traten – verblüffte. Das war doch alles (nur) Jazz. Ja, vorerst schon, aber dann!

Anthony Braxton, Olivier Messiaen, Keith Jarrett, Ludwig van Beethoven, Hardangerfiedel, Duduk, Hilliard Ensemble, Ronin, Shostakovich, Ralph Towner, Oregon, Armenien, Carla Bley, Carl Philipp Emanuel Bach, Meredith Monk …

Gibt es überhaupt ein ECM ebenbürtiges Label, ein Label mit diesem Spektrum, mit einem ähnlich wagemutigen, visionären Produzenten? Würde ECM ohne Manfred Eicher noch das sein, was es seit nun bald 50 Jahren ist?

Zurück zu ECM 1004, Marion Browns Afternoon of a Georgia Faun. Ein rätselhafter Titel, jedenfalls auf den ersten Blick. Die Anspielung auf Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune ist offensichtlich.

 

After returning to the United States, I was married. My wife and I went south to Atlanta, Georgia, for the winter. The music that you’re listening to is a result of that visit. AFTERNOON OF A GEORGIA FAUN is a tone poem. lt depicts nature and the environment in Atlanta. The vocalists sing wordless syllables. The composition begins with a percussion section that suggests rain drops – wooden rain drops. The second section is after the rain. Metallic sounds that suggest light. The Zomari enters followed by wooden flutes. This suggests animals of the forest. Then Chick. His solo is a gem. Like Oriental poetry. Precise, simple, yet profound and filled with transcendental wisdom. After Chick come the two vocalists surrounded by the warmth of flutes. First Anthony, then Bennie. lt ends as it began, with wooden raindrops.

(from the cover’s back side)

 

Ein Naturbild also, Faunus ist der Gott der Natur und des Waldes, der Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker. Sanfter Free Jazz, bestimmt kein Album, das hohe Verkaufszahlen erzielt hat, ein Mauerblümchen im ECM-Katalog.

Ich habe das Titelstück irgendwann im Jahr 1971 im Radio gehört und bin sofort hellhörig geworden, weil es ein meisterhaftes Beispiel darstellte für eine Art Musik zu machen , die ich damals mit 10- bis 12-jährigen Schülern ausprobierte.

 

The music that you’re listening to is a collective experience involving six players, two vocalists, and three assistants. Although l am responsible for initiating the music, I take no credit for the results. Whatever they may be, it goes to the musicians collectively.

(from the cover’s back side)

 

Kollektives Improvisieren in kleinen Gruppen, mit Klavier, Schlaginstrumenten und sonstigen Geräuschquellen, oft nach szenischen Vorstellungen, aber auch nach musikalischen Formprinzipien, z.B. call-response-Strukturen, war das Vorhaben.

Für meinen ersten Versuch in der Reihe ECM Double Take habe ich meine verstaubten Spulen-Tonbändern durchsucht und wirklich ein Band mit Aufnahmen aus dem Jahr 1971 gefunden, das nach mehr als 40 Jahren meiner Revox A77 anvertraut wurde. Klar, für ein Album Morning of a Kronach Teacher reichen die Ergebnisse nicht im Entferntesten. Ich bin aber so frech und veröffentliche ein paar Minuten.

 
 
 

 

 

  1. Keigo Higashino: Unter der Mitternachtssonne
  2. Ray Celestin: Höllenjazz in New Orleans
  3. Laura Lippman: Sunburn
  4. Jordan Harper: Die Rache der Polly McClusky
  5. Hannah Tinti: Die zwölf Leben des Samuel Hawley
  6. Iori Fujiwara: Der Sonnenschirm des Terroristen 
  7. Hideo Yokoyama: 64
  8. Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha
  9. Harlan Coben: In deinem Namen 
  10. Kathleen Kent: The Dime 
  11. Jean  Echenoz: Unsere Frau in Pjöngjang
  12. Pauline Rhinehart: The Jukebox of St. Augustin 

 
 
 

 
 

„Keigo Higashino’s Journey Under the Midnight Sun is a subversive treasure. One reviewer dubbed him the Japanese Stieg Larsson, and he definitely deserves to be ranked with the titans of the crime genre. And even more so: if David Foster Wallace had written a thriller, it would probably read something like a novel by Keigo Higashino. Compulsion, games, systems within systems, cultural bewitchment, politics: these two writers would have had a lot to discuss.“

(MTFP HQ)

Es sind genug Schlaumeier unterwegs, in der Audiophilie. Zum Glück auch „record lovers“, Amateure im besten Wortsinn. Natürlich, es gibt sie, die fantastisch klingenden schwarzen Scheiben, deren besondere Klasse auf Normalanlagen genauso überzeugt wie auf High-End-Gerätschaften. Und es ist interessant, dass es solch atemraubende Aufnahmen seit gut sechzig Jahren gibt, bei denen man nicht mal die „historische Perspektive“ in Rechnung stellen muss, um sich an ihnen endlos zu erfreuen. So möchte ich im folgenden, rein auf den Jazz bezogen, ein paar solcher Objekte meines Begehrens benennen. Ohne Hierarchie, und wohlwissend, dass jeder, den eigenen Ohren folgend, andere Schätze ins Spiel bringen könnte. Zudem noch eins: es sind grobe Vereinfachungen, vom „Blue Note-Sound“ oder „ECM-Sound“ zu sprechen. Eine ganze Palette klanglichen Ausdrucks zeichnet jedes Label aus, niemand hat je eine schlichte Uniformität des Sounds praktiziert. Dass ich überhaupt diesen Artikel schreibe, liegt daran, dass ich vor einer Woche ein Doppelalbum aus dem Hause Unit Records erhielt, mit einer Piano-Bass-Schlagzeug-Platte aus dem Jahre 2010, die mir nicht nur ein Wahnsinns-Trio nahe brachte, sondern auch einen zum Greifen nahen, unfassbaren Sound, und mit diesem Album geht es, ohne Absatz, aber mit Punkt und Komma, los, auf dieser kleinen Klangreise, kreuz und quer zwischen Dekaden springend: Rosset & Meyer & Geiger: What Happened / Sonny Rollins: Way Out West / Miles Davis: Kind Of Blue (MFSL 2-LP, 45 rpm) / Gary Peacock: Voice From The Past / Count Basie Orchestra: Kansas City Suite / Kenny Burrell: Midnight Blue / Don Cherry & Ed Blackwell: El Corazon. Soviel zu einer guten Handvoll Sternstunden. Auch abseits des jeweiligen Sounds, Meisterwerke durchweg.


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