Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the day Sonntag, 30. Juli 2017.

Archives: Sonntag, 30. Juli 2017

 

Ö

ö

„The day the music died.“ Ein Versehen, ein nicht ganz so kurzer Moment der Abwesenheit, und eine dummerweise automatisierte Reaktion des Oppo, führten zu einer Schredderung zumindest der Mittel- und Hochtonareale meiner Aktivlautsprecher, weitere kollaterale Schäden denkbar. Ich übe tiefes Durchatmen, lege Gary Peacocks neue CD ein, der Kontrabass kommt satt mit Holz, das Piano ein elendes Krächzen. Over and out. Das „electric cinema“ ist auf unabsehbare Zeiten geschlossen. Bitte keine Anteilnahme ausdrücken, der Kopfhörer funktioniert noch (glaube ich zumindest). Jetzt muss erst mal Schadensdiagnostik betrieben werden, dann (wenn das ganze nicht jeden Kostenrahmen sprengt), fahre ich die c1-Monitore nach Mellrichstadt. Manger Audio baut fantastische Lautsprecher, ich bin neugierig, ob & wie ich aus der Nummer rauskomme. Freunde, die hier waren, ahnen, wie Alexei Lubimovs Tangentenklavier  klingt, wenn er ein Rondo von CPE Bach spielt – fast hyperreal! Es war einmal, fürs erste.

 

2017 30 Juli

Wahn Wahn Wahn

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

Nein, hier wird es nicht um „Die Meistersinger“ gehen, sondern um 2 Protagonisten, die aus satellitgrossen Schattenschüsseln heraustreten, um an ihrer Kunst zu wirken. Vorweg sei noch ein Frust auf Reisen geschickt: Loudon Wainwright III trat jetzt in Bremen auf, natürlich das einzige Konzert in Germany. „THERAPY“ war in den Endsiebzigern mein Alibi in Diskussionen für oder gegen eine Therapie. „It costs so much, it can’t be bad … just sixty bucks an hour, that’s all.“

Etwa gleichzeitig entdeckte ich auf der anderen Seite des Teichs einen excitable boy, der reif für eine Therapie war – Warren Zevon. Ich war sofort von ihm begeistert: sein Aussehen, seine tiefe Stimme, seine guten Texte hatten mich beeindruckt … Langzeilensongs wie das von Bruce Springsteen abgekupferte „JEANNIE NEEDS A SHOOTER“ sind bis heute Hörherzchen von mir.

Als ich neulich auf meiner Wanderung durch das UNESCO Naturerbe Müritzer Park wanderte, kam ich zufällig an dem ehemaligen Wohnhaus von Hans Fallada (1893-1947) in Carvitz vorbei. Ich staunte nicht wenig, als ich all die trüben Geschichten auf seiner Lebenskarte las: mit 18 Selbstmordversuch, immer wieder interniert in psychiatrischen Anstalten oder Gefängnissen, sein Vater war Richter- o Graus. Wie fast alle kannten wir Fallada von der Schullektüre: „Kleiner Mann, was nun?“

Dass er der deutsche Chronist der Nazizeit war, wussten wir ebenfalls. Aber, dass er dermassen gewalttätig war – bei der Trennung ging er mit einem Vorderlader auf seine Ehefrau los, das hat mich überrascht. Seit einiger Zeit erlebt sein Buch: „Jeder stirbt für sich allein“ ein merkwürdiges Revival besonders in den USA und Israel. Das hängt nicht nur mit seinem 70. Todestag zusammen. Es macht nachdenklich. Bevor er „Alone in Berlin“ schrieb, sortierte er seine desolate psychische Verfassung in dem Buch „Der Alpdruck“. Lesen möchte ich ihn nicht mehr.

Warren Zevon ist noch nicht ganz so lange tot, er starb vor 15 Jahren. In seinen letzten Songs hat er mit seinem „DIRTY LIFE AND TIME“ abgerechnet. In „DISORDER IN THE HOUSE“ verarbeitet er die Diagnose Lungenkrebs. Er wusste, dass er sterben würde und er wusste, dass er oft über die Stränge geschlagen hatte. In „PLEASE STAY“ sucht er die Versöhnung mit einer verprügelten Partnerin. Als Frau schluckt man da schon dreimal, um zuzugeben, dass diese Männerwerke doch gelungen sind.

These werewolves, „Ah – hoooo“ …

He’s an Englishman from the books, the funny, human, eccentric type,  and I met him at breakfast. I have not been the first to tell he should write a book should about his experiences of recording the world, on one side a lesson about the difference of our listening habits and how the world actually sounds, on the other a collection of  stories of his equally funny and revealing experiences in desolate, famous, everyday surroundings.

 

Tbc

 

Dass wir hier Verschwörungstheorien das Wort reden, darauf kommt zurecht niemand. In den letzten Jahren tauchten in Film und Fernsehen des öfteren Weltuntergangsszenarien auf, prä- und postapokalyptische Szenarien. Mal trashig, mal hollywoodesk, mal so tief und abgründig wie in den drei Staffeln von „The Leftovers“, wohl eine der besten TV-Serien aller Zeiten, und immer noch Geheimtipp. Psychoanalytiker argumentieren da gerne mit den Ahnungsfeldern des Kollektiven Unbewussten, genauer gesagt, zielt das auf die schwarz auf weiss oder nur vorbewusst wahrgenommene Addition des wahrgenommenen politischen Wahnsinns. Richtet man allein den Blick aufs Weisse Haus, sollte man endlich aufhören, zu viele Witze zu machen, die ja auch nur eine „coping strategy“ sind, sich das Unaushaltbare hellschwarz zu malen. Die Lage ist viel ernster. Der Irre schart immer mehr Gleichgeschaltete mit hohem Soziopathiewert um sich, und seine grosse Fresse konterkariert seine Führungsschwäche. Wer innenpolitisch von einem Abgrund zum nächsten stolpert, sorgt gerne für einen grossen aussenpolitischen Coup. Und der könnte verhängnisvoll werden. Einige hardliner vom Grosskapital, vom Militär, vom Stamme der finstersten Rednecks, hat der Geistesschwache schon in den engsten Kreis gelotst. Glauben Sie allen Ernstes, da wird noch Schlimmeres abgewendet!? Und bevor Sie einen Rest von gesundem Menschenverstand herbei halluzinieren, lesen Sie einfach die zwei angefügten Artikel aus „The Guardian“!


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz