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Archives: Mittwoch, 2. Mai 2012

2012 2 Mai

Eno@Punkt 2012 (Kristiansand)

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Eno@PUNKT

The film Eno@PUNKT will capture live performances, live remixes, short interviews, and the creative process leading up to and during the PUNKT-festival. The event is curated by Brian Eno and he will be the leading character of the film.

Our aim is that Eno@PUNKT will deliver a transmedia web documentary enabling the audience to investigate PUNKT and Eno’s philosophy: The audience will explore the creative journey of artists involved, and be introduced to Eno’s thoughts on ambient music and creative work. We aim to make an adiovisual document which mirrors Eno’s creative process in dialogue with Punkt.

The film will be shot during the PUNKT festival 6th to 9th of September 2012. Director: Phil Hopkins

In der Nacht geht es los, mit sechs Songs von Paul Buchanans neuem Album Mid Air. Außerdem spiele ich in den Klanghorizonten Piano-Solo-Musik von Matthew Bourne und Bill Carrothers. Alle Alben dieser Stunde haben auf direkte oder noch direktere Art etwas mit Meeresküsten zu tun, und das ist ein völlig ungeplanter Zufall. Sind die Klanghorizonte dann um 2.00 Uhr zuende, sind womöglich etliche schon lange vor dem letzten Klavierton friedlich entschlummert. Bleibt zu hoffen, dass sie das Titelstuck der neuen Solo-Cd Saltash Bells von John Surman noch mitbekommen, dass in den Südwesten Englands führt… Und tatsächlich, alle vier Produktionen dieser Stunde wurden von den betreffenden Musikern ohne begleitendes Personal aufgenommen. Very solo.

Und dann abends um 21.05 Uhr geht es ins Agden Theater nach Kristiansand. Arve Henriksen stellte dort am 3. September 2011 seine Cartography Special Edition vor. Mit auf der Bühne, als Vortragender eigener Texte, David Sylvian. Mr. John Kelman erinnert sich an einen speziellen Moment: „A gracious leader in every context, here Henriksen appeared particularly grateful for the group around him. Swaying with eyes closed during the spiritual ending, „Sorrow and Its Opposite,“ a faint smile gracing his face, it was impossible not to be moved by a one-time performance that, more than any of his smaller-group performances, captured the sheer emotive power and resonant essence of Cartography, while elevating it to a new level of in-the-moment Interaktion.“

Ich möchte mit dir schlafen
Ewig

Das ist eine Nachricht,
Das ist auch ein Gedicht, von Arp oder Gomringer,
Meister der Konkreten Poesie.
Das Gedicht war nicht schwer auswendig zu lernen.
Sie werden wohl sagen,
Das sei etwas simpel, und zu prosaisch für ein Gedicht,
Aber Gomringer, oder war es Arp, hat es auf eine ganze Seite verteilt.
Oben links stand die ein Zeile (ich möchte mit dir schlafen)
Und unten rechts das Wort „ewig“.
Das Verführerische ist  das weitgehend weiße Papier,
Der immense Raum zwischen den zwei Zeilen …
Dieses Liebesgedicht eignet sich nicht zum Singen,
Der „Cappuccino Song“ schon.

 
 

 
 
 
Die Musik des kanadischen Jazztrompeters, Flügelhornisten und Komponisten Kenny Wheeler ist schlichtweg zauberhaft – man denke etwa an seine Meilensteine Gnu High, Deer Wan, The Widow and the Window, Angel Song … und dessen Mitwirkung auf einem David-Sylvian-Song mit dem Milan-Kundera-Titel Laughter and Forgetting.

„Welche Bedeutung kommt denn überhaupt den Big Bands im eigenen Musik-Erleben zu?“ – so könnte man sich fragen. Unvergessen bleibt: das Vienna Art Orchestra spielte die Musik von Erik Satie wie nie und Kenny Wheeler veröffentlichte im Jahre 1990 Music for large & small Ensembles. Größere und kleinere Ensembles variierten auf beiden genannten Platten, eine Spannbreite zwischen intimen Kleinods und sattem Orchesterklang wurde erreicht.

Nun schreiben wir das Jahr 2012 und eine lange Zeit des Wartens ist vorbei. Zwar ist die Band aus Wien im längst verdienten Ruhestand, doch Kenny Wheeler rackert wacker weiter – man liest, der über achtzig Jährige spiele täglich vier Stunden und notiere ebensolange seine neuen Noten: diese flüchtig schönen, liedhaften Melodielinien, die sich chamäleon-artig durch terrassenförmige, erhabene Akkordlandschaften bewegen. Darin eingebettet sind Soli, die mit der nötigen Rauheit und mit Spielwitz konterkarieren.

„Enowena“ heisst ein energiegeladener Song auf The Long Waiting, den ich als Einstieg sehr empfehle, denn da weiß man gleich, wo der Hammer hängt und von wo der Wind ins Horn bläst. Die sensationelle Diana Torto, würdige Nachfolge der Norma Winstone, zelebriert dort etwas, das der kategorische Begriff „Scatgesang“ nur andeutet und das einen zwingenden Imperativ auf dem Fuße folgen lässt: Man höre und staune!


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