Manafonistas

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Archives: Dienstag, 22. Mai 2012

Fünfunddreißig Kilometer gehe ich auch nicht jeden Tag, immerhin hat es heute nicht geregnet, dafür machte mir die Schwüle etwas zu schaffen, und ich ließ mich öfter an schattigen Waldrändern nieder, um Kraft zu tanken, und die nächsten Feldwege zwischen den Dörfern des Dreiländerecks in Angriff zu nehmen. Früher hatte man einen Notizblock oder Briefpapier dabei, heute sind es ein IPad, und eine speziell beschichtete Tatamimatte, die keinen Regen aufsaugt. Das Obst klaue ich mir von den Bäumen, nachts denke ich beim Wind, der durch die Bäume rauscht, an alte Jules Verne-Romane, so als könnte sich, mit jedem seltsamem Ton, die Welt eines ungeübten Wanderers in eine Abenteuergeschichte verwandeln. Aber es bleibt bei den kleinen Dingen, Einsamkeit produziert Fantasien, und die Dinge, die alle Naselang vor meinen Augen verschwinden, sind erstaunlich genug. Sollte mich heute ein Fremder fragen, wer ich sei, werde ich die wunderbare Szene aus Adrian McKintys Thriller EIN LETZTER JOB zitieren: „ich bin Aidh Mac an tSaoi von den Light Hands vom Clan des Nordens.“

Hot on the heels of her much applauded collaboration with Humcrush here is one of the leading vocal improvisers in the world in a cracking display of telepatic music making at an extremely high level with one of the leading guitar experimentalists currently on the scene. The result is a beautiful and unique soundworld captured live during a much spoken about concert at the Nattjazz festival in Bergen, Norway. Add the evocative titles and the excellent sleeve from Kim Hiorthøy and we have the kind of package that reminds us why the physical product is the superior way to present an album.

Sources
 
 
„Louis Sclavis‘ aktuelle Band, das Atlas Trio, ist ein Ensemble mit weltumspannenden Bezügen. Kammer-Improvisation, polyrhythmische Grooves, minimalistische Pulsmuster, Ambientklänge, rhapsodisches Klavier und funky Fender Rhodes, verzerrte Gitarre, Klarinettenmonologe, kontrapunktische Themen, freie Gruppenimprovisation – die Vielfalt auf dem neuen Album „Sources“ ist groß. Eine Ästhetik der offenen Form ermöglicht hier facettenreiche Musik voller Forschergeist.“

So vermeldet es die Presseinformation aus dem Hauptquartier von ECM Records, und es stimmt alles. Man ist im zeitgenössischen Jazz zuviel Kunstkrampf gewöhnt, um erst mal nicht leicht zusammenzuzucken, bei dieser Kombination der Instrumente. Sclavis spielt Klarinette und Bassklarinette; Benjamin Mussay Piano, Fender Rhodes, Keyboards; Gilles Coronado elektrische Gitarre. Aber, kein Wunder, dass Altmeister Sclavis solch eine Herausforderung meistert und aus nahezu jedem Mini-Laboratorium ein sinnliches Hörerlebnis kreiert.

In einem Interview erzählte der Franzose, dass dieses Trio durchaus etwas vom Geist der legendären englischen Art-Rock-Formation SOFT MACHINE atmet, im Sinne der Ungreifbarkeit einer definierten Stilistik. Wer konnte ihn damals schon greifen, den „wesp-in-the-brain“-Sound von Mike Ratledges Orgel, den hochgestimmten, surrealen Gesang von Robert Wyatt, die raffinierten Bläsersätze von Elton Dean auf THIRD?!

Auf der Fahrt ins Kölner Studio war ich derart beeeindruckt von einzelnen Enthüllungen dieser Klangsprache, dass ich spontan „A Road To Karaganda“ spielte, trotz der Länge des Stückes, das den geplanten Ablauf der „Klanghorizonte“ ein wenig durcheinander brachte. Aber man bewegt sich doch zuweilen gern „outside of maps“ (so auch ein Titel des Albums), und auf einer Strasse durchs wilde Kasachstan irrte ich ohnehin noch nie herum.


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