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2023 7 Sep

Turn your radio on

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Neues von der improvisierten Musik

 

Eine rundum vergnügliche Stunde habe ich gestern Abend am Radio verlebt. Besonders angetan hat es mir die Musik Wolfgang Muthspiel – die LP ist praktisch schon gekauft – und der immer sympathische Alabaster DePlume. Sehr dicht wurde es dann in dem Beitrag über Keith Jarretts Bremen / Lausanne Album: deep listening in der Struktur der Magie. Der Tribut an Jon Hassell von Jan Bang und Eivind Aarset war dann ein perfekter Ausklang.

 

Diese Stunde war etwas anders geplant. im Mittelpunkt sollte ein „buried treasure“ von Pharoah Sanders erklingen, aus dem Jahre 1977, remastert und herausgebracht von Luaka Bop, die uns vor Jahren Pharoahs geniales Farewell-Album bescherten. Aber, bei aller Liebe zu den meisten Werken des Saxofonisten nach dem Tod Coltranes, von „Tauhid“ bis früh in die Achtziger hinein, „Pharoah“ (1977) enttäuschte mich fast auf ganzer Linie – von wegen „heiliger Gral“!

Und so kam es, dass ich bei meinem kleinen Trip durch die Siebziger Jahre Station machte im Jahr 1973, der frühen Zeit von Keith Jarretts Solopianokonzerten. Inspiriert auch von Wolfgang Muthspiels Komposition „Folk Song“, die etwas von Keith Jarretts zwei Studioalben mit seinem europäischen  „Belonging“-Quartett aufgriff –  und verwandelte. Das „ECM special“ wurde dezent erweitert – in einem Magazin mit „Neuem von der improvisierten Musik“ bestens zu rechtfertigen mit der aktuellen Vinyl-Serie einer  Auswahl alter „Meilensteine“ des Labels, innerhalb der Reihe „Luminessence“.

Und so ging‘s, zeitweise und in munteren Galopp, schlaglichtartig, durch, musikhistorisch gesehen, eine der wundersamsten Dekaden der letzten hundertfünfzig Jahre, ein „power spot“ ohnegleichen, was Erfindungskraft, Ereignisdichte, Grenzüberschreitungen –  und die Zahl von „Instant Classics“ angeht. Im Jazz und weit über den Jazz hinaus. Da spielte, in meinen „Ton“, eine Prise Humor hinein, etwas „Storytelling“ (wenig ist so lähmend wie eine trockene akademische Ansprache).

In der Losung zum „deep listening“, eine  Art Affirmation, nichts anderes als  der Titel eines Jazz-Standards“ (von dem es übrigens auch eine „late night version“ von Keith Jarrett gibt), kommt etwas zum Vorschein, was leicht den „Meta-Ebenen“ des Diskurses abgeht: dass das existentielle Element die Hörerfahrung selbst ist. Der private Raum.

Hier die ganze Stunde, mein Dank an den „radiophilen Henry“, an die „virtuellen Gesprächspartner Wolfgang Muthspiel und Jan Bang, und an Olafs muntere Replik: „deep listening, michael, auf jeden fall – aber darüber den hund vergessen ??“ Abgesehen vom Jahresrückblick mit Thomas und Karsten im Studio 3A des Deutschlandfunks, sind meine nächsten Ausgaben der „JazzFacts“ und der Klanghorizonte“ erst Anfang des folgenden Jahres.

 

 

 


Fire! Orchestra: Echoes

B1: Niklas Wandt über das neue Album der Natural Information Society
Keith & Julie Tippett: Sound On Stone
Taiko Saito: Tears of a Cloud (solo vibraphone)
Rickie Lee Jones (Foto): Pieces of Treasure
„Fuchstone Orchestra“ („teaser“ for DLF show & production)
B2: Michael Kuhlmann: über das 31. Leipziger Jazznachwuchsfestival
Fire! Orchestra: Echoes


Der Link zum 7-tägigen Anhören dieser Jazzstunde ist im zweiten Kommentar zu finden.

 


It’s all a bit quick in the making, and deadlines are coming nearer, but, as I’ve been falling more and more in love with the music i’ve chosen (Robert Fripp would say, it chose me!), I contacted, or, better said, I’m about to contact Julie, Taiko, and Rickie. No matter, if I will hear from them via emails , Zoom, spoken word, or even nothing at all, nevermind, just writing these little letters is opening  some spaces in, and windmills of, my mind…

The following albums will find their place, and word of praise, inside my jazz hour oscillating between the wild and the blue, between cinemascope and intimacy. A mental note appreciated: Deutschlandfunk, May, 4, 9.05 p.m.

 

 

 


Fire! Orchestra: Echoes
B1: Niklas Wandt über das neue Album der Natural Information Society
Keith & Julie Tippett: Sound On Stone
Taiko Saito: Tears of a Cloud (solo vibraphone)
Rickie Lee Jones: Pieces of Treasure
Trio Tapestry:  Our Daily Bread
„Fuchstone Orchestra“ („teaser“ for DLF show & production)
B2: Michael Kuhlmann: über das 31. Leipziger Jazznachwuchsfestival
Fire! Orchestra: Echoes

 

 


Ayumi Tanaka Trio: Subaqueous Silence (ECM)

Thomas Loewner über „Charlotte Greve: Sediments We Move“

Linda Frederiksson: Juniper (We Jazz)
James Mainwaring: Mycorrhiza (Discus)

Bert Noglik über John Coltranes „Free Jazz-Version“ von „A Love Supreme“ 

Mats Eilertsen: Hymn for Hope (Hemli)
Kappeler / Zumthor: Herd (Intakt)

Karl Lippegaus über „Craig Taborn: Shadow Plays“

Eberhard Weber: Once Upon A Time (Live In Avignon) (ECM) 

 


(Mit angeschlagener Stimme, Honig und Salbei trat ich heute zur Produktion an. Aber mein CEO fand das halb so wild, na gut. Tatsächlich steckt in so einem Magazin eine Menge Arbeit drin, wenn man es nicht gerade zusammenwürfelt. 
Der Struktur der Magie bleibt (bei besonderer Musik) stets etwas Unerklärbares erhalten, der Struktur so einer Stunde haftet kein Zauber an, nur eine klare Linie: Coltrane wird zentral platziert, wo sonst. Ich teile Berts Ansicht, dass es sich wohl um die jazzhistorisch bedeutsamste Ausgrabung der letzten Jahre handelt. Bedeutsamer aber ist, dass „Live in Seattle“ manchem Hörer den Zugang zu Coltranes „Free“-Phase öffnen könnte. Grossartig, dass Bert auf Stimmen aus alten Interviews mit McCoy und Elvin zurückgreifen konnte. Und sonst: das eine und andere Thema als Leitmotiv, und: drei Frauen eröffnen den Reigen der „blauen Stunde“, mit höchst unterschiedlichen Ansätzen. Die neuen Alben, die ich vorstelle, haben eins gemeinsam – sie erhalten von mir allesamt (Linda und Ayumi, James und Mats und Eberhard, sowie das Duo Kappeler / Zumthor), in altem downbeat-rating, vier Sterne. Ein Dank an alle Beteiligten – und an Martina B., die für klare Abläufe sorgt, immer. Im nächsten Jahr dann lasse ich die Nächte weg, freue mich auf abendliche Sendungen voller Jazzfakten und Jazzvisionen. Den Jahresrückblick 2021 haben Odilo, Karsten und ich fest im Visier.)

 

 

Diese knappe Stunde der JazzFacts vom 1. Oktober stellt neun völlig unterschiedliche Welten aus Jazz und Improvisation vor. Sie erzählt von den den verschiedensten Dingen, von den Vorteilen von Mono, einem Trick der „Minimalisten“ – und Lust, Miles Davis’ „On The Corner“ wieder mal zu hören, könnte sich auch einstellen. Jon Hassell und Nils Petter Molvaer sind ja nicht die einzigen, die diese Platte lieben. Auch ein „film noir“ von Robert Siodmak wird eine Rolle spielen.  „The Spiral Staircase“ features one of the longest thunderstorms in film history (it lasts for almost the entire movie!), but the wide dynamic scale handles all the rumbles – as well as several piercing screams – without a hint of distortion. Nuances come through nicely, too, and Roy Webb’s eerie music score complements the action without calling too much attention to itself.

 


Nat Birchall meets Al Breadwinner: Upright Living (Black Ark vibes revisited) – with an excerpt from my interview with Nat*** / Terje Rypdal: Conspiracy (old magic re-invented)***** / Karl Lippegaus presents: Michel Benita: Looking At Sounds (timeless chamber jazz with folk flair and electric flavour) / Anja Lechner & Francois Couturier: Lontano (in a „blue nowhere“ between notated and improvised sounds)* / Ran Blake & Andrew Rathbun: Northern Noir (50 ways to lose yourself and find some noir) / Kolumne: „Was Jazzmusiker/innen hören“ (diesmal: Simin Tander, vorgestellt von Hendrika Entzian)**** / Makaya McCraven: Universal Beings E & F Sides (the cut-up spirits of sophisticated jams) / Thomas Loewner presents: Mino Cinelu &  Nils Petter Molvaer: Sulamadiana (digging deep, or just some more red wine world jazz?
/ Josephine Davies: Satori – How Can We Wake? (the art of intuitive interplay with an Eastern twist)** – with an excerpt from my interview with Josephine

 

* „Lontano“ erscheint als CD und LP am 16. Oktober bei ECM Rec.


** „Satori – How can we wake?“ erscheint am 8. Oktober bei Whirlwind Rec.


*** Nat Birchall‘s Sun Ra inspired Space Jazz album „Mysticism of Sound“ is now finally available on Cd –  Nat Birchall plays all the instruments – Tenor & soprano saxophone, bass clarinet, Korg Minilogue synth, bass, drums, hand drums, bells & shaker. This album is also deeply connected with melodic qualities of the old school of „spiritual jazz“. Go to Bandcamp for further information.

 

**** Sometimes nice coincidencies are going to happen when planning and sequencing a radio show. We have a new column, in which a jazz musician is speaking about some favourite albums, and I didn‘t know at all what the chosen artist of this week‘s edition of JazzFacts would bring up. I even don‘t know Simin Tander very well. So, surprise when I saw her list that contains several beloved albums of mine, and even one  album I was kind of witness when it had been recorded in Lugano. Here‘s her list, and now I‘m really curious about Simin‘s next album to be released these days.


Hamasyan / Henriksen / Aarset / Bang – Atmosphères
Mats Eilertsen ‎– Reveries And Revelations
Mette Henriette – Mette Henriette
Nusrat Fateh Ali Khan – mustt must
Håkon Kornstad – Dwell Time
Golfam Khayam & Mona Matbou Rihai – Narrante
Anja Garbarek – Briefly Shakin 

 

***** without knowing about it til yesterday, but making sense of course, a couple of great Terje Rypdal albums from the 70‘s will be reissued on Oct. 9 on the ECM CD touchstone series (see our column „From The Archives“).

“One can define time as ‘the duration of that which changes’. We think of time as something like 1-2-3-4, or a clock that goes ‘ticktock, ticktock.’ But people who lived before clocks, they would look at the sun or the moon, see when the rooster started crowing. That meant ‘time’ for them. So it would change.”

(Andrew Cyrille)

 

 

 

Willkommen zu Neuem von der improvisierten Musik, mit Michael Engelbrecht. Von zwei Festivals in Tampere und Berlin wird zu berichten sein, sowie von fünf aktuellen CD-Produktionen aus den Häusern ECM und INTAKT, welche bereits eine aufregende Ewigkeit lang für eine widerständige, verzweigte Ästhetik stehen. Schlägt man das Booklet der neuen Arbeit WHERE THE RIVER GOES des österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel auf, meint man, allein dem Mienenspiel der Beiteiligten das Gelingen der Unternehmung anzusehen – die Bilder ringsums Studio La Buissonne im Süden Frankreichs vertiefen den Eindruck wohltuender Abgeschiedenheit. Im Februar 2018 kamen dort zusammen, neben Wolfgang Muthspiel, der etliche Neukompositionen beisteuerte, der Pianist Brad Mehldau, der Trompeter Ambrose Akinmusire, der Bassist Larry Grenadier und der Schlagzeuger Eric Harland. Bei aller Vielstimmigkeit bleibt das Geschehen transparent, gekonnt wird Ereignisdichte ausbalanciert von Phasen des Innehaltens – ein Stück für Sologitarre macht klar, wie spannend ein reines Soloalbum von Muthspiel sein dürfte – und Ambrose Akinmusiere besorgt manch unangepasst querschlagenden Ton. Zur  Grundidee und einer Komposition des Werkes erzählte mir der Mann mit dem trefflichen Namen folgendes:

 

 

 


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