Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

“One can define time as ‘the duration of that which changes’. We think of time as something like 1-2-3-4, or a clock that goes ‘ticktock, ticktock.’ But people who lived before clocks, they would look at the sun or the moon, see when the rooster started crowing. That meant ‘time’ for them. So it would change.”

(Andrew Cyrille)

 

 

 

Willkommen zu Neuem von der improvisierten Musik, mit Michael Engelbrecht. Von zwei Festivals in Tampere und Berlin wird zu berichten sein, sowie von fünf aktuellen CD-Produktionen aus den Häusern ECM und INTAKT, welche bereits eine aufregende Ewigkeit lang für eine widerständige, verzweigte Ästhetik stehen. Schlägt man das Booklet der neuen Arbeit WHERE THE RIVER GOES des österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel auf, meint man, allein dem Mienenspiel der Beiteiligten das Gelingen der Unternehmung anzusehen – die Bilder ringsums Studio La Buissonne im Süden Frankreichs vertiefen den Eindruck wohltuender Abgeschiedenheit. Im Februar 2018 kamen dort zusammen, neben Wolfgang Muthspiel, der etliche Neukompositionen beisteuerte, der Pianist Brad Mehldau, der Trompeter Ambrose Akinmusire, der Bassist Larry Grenadier und der Schlagzeuger Eric Harland. Bei aller Vielstimmigkeit bleibt das Geschehen transparent, gekonnt wird Ereignisdichte ausbalanciert von Phasen des Innehaltens – ein Stück für Sologitarre macht klar, wie spannend ein reines Soloalbum von Muthspiel sein dürfte – und Ambrose Akinmusiere besorgt manch unangepasst querschlagenden Ton. Zur  Grundidee und einer Komposition des Werkes erzählte mir der Mann mit dem trefflichen Namen folgendes:

 

 

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 11. November 2018 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

2 Kommentare

  1. Martina Weber:

    Was für eine großartige Sendung! Ich habe sie live gehört.

    Völlig begeistert hat mich das Titelstück des Albums Lebroba, dessen wunderschönes Cover hier abgebildet ist. Das Bild erinnert mich an eine Reise nach Finnland. Wir reisten mit dem Auto von Helsinki aus Richtung Norden, endlose Straßen, von Nadelhölzern gesäumt, ein Freiheitsgefühl, und wenn man dann irgendwo, an einem kleinen See, eine Runde dreht, findet man Saunahäuschen, die genau eine solche Oberfläche aufweisen wie das Cover.

    Ich hatte damals, während der Reise, die Oberflächenstrukturen der Saunahäuschen fotografiert und könnte sie bei Bedarf als Coverfotos anbieten ;)

    Mein zweiter Favorit war das Album „Now you hear me“ von Joey Baron und Robyn Schulkowsky. Doppelte Drums. Wobei die Musik nur das eine ist, die kluge Moderation ist unerlässlich.

  2. Michael Engelbrecht:

    Von der originalen Radiosendung fehlen meine erste Moderation (nun schriftlich vorliegend), und die ersten Sätze des OTONS von Wolfgang Muthspiel, aber mit dem hier zu hörenden „Einstiegssatz“ bringt er seinen Gedanken auf den Punkt, und man kann, wenn man will, direkt „einsteigen“ in diese Ausgabe der „JazzFacts“ des Deutschandfunks …

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