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2022 16 Nov.

and I ride and I ride

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In einem Hörspiel, das sicherlich irgendwann gesendet wird, bittet eine Frau in den Dreißigern, der einzig verbleibende Mensch in einem Raumschiff, einen Roboter darum, ihr den Song The Passenger von Iggy Pop vorzuspielen. Den Hype um den Song im Jahr 1977 habe ich leider nicht mitbekommen. Ich höre das Lied also zum ersten Mal. Das offizielle Video ist akustisch ein Energiebooster und optisch eine sich immerzu verwandende Collage mit film noir Elementen und einer Verwirrung der Sehschärfe. Iggy Pop wurde durch ein Gedicht von Jim Morrison inspiriert. „Modern life is a journey by car. The Passengers change terribly in their reeking seats, or roam from car to car, subject to unceasing transformation. Inevitable progress is made toward the beginning […], as we slice through cities, whose ripped backsides present a moving picture of windows, signs, streets, buildings.”

 

 


 
 
 

The music documentary MUSIC FOR BLACK PIGEONS is a a truly astonishing and moving cinematic WONDERWORK of high musical sensibility fully captivating all senses 90 minutes long until the last scene! A deep work evoking many smiles, also laughter, fun and giving touching insight in processes of music making! 

 

I saw the screening yesterday night at the International Documentary Festival Amsterdam (IDFA) in impressing cinemascope format … it’s hard to let the exciting experiences sink to the back- or underground of my mind. I will definitely go for a second screening.

 

It is a masterly rhythmically cut documentary and thereby effortlessly criss-crossing drawing lines between musical lifes. It’s significant and touching even when you are not familiar with some of the persons. It’s a docu about living for music, with music, and by music.

 

Congratulations to Jørgen Leth, Andreas Koefoed and Adam Nielsen who worked on and filmed for this magical opus during 14 years documenting musicians working with guitarist Jakob Bro under diverse circumstances: Lee Konitz, Paul Motian, Bill Frisell, Thomas Morgan, Jon Christensen, Palle Mikkelborg, Joe Lovano, AC, Joey Baron, Craig Taborn, Jorge Rossy, Andrew Cyrille, Mark Turner, Larry Grenadier, Midori Takada, Arve Henriksen, Tomasz Stanko, Manfred Eicher.

 

At moments the pictures were like a fairy tale and it IS a fairy tale. But also very real and thus firing our phantasy (and becoming more real).

 
 


 

 

 

Ein grandioser Film, ein erstklassiger Thriller, eine herausragende Story. Wieviele Oscars hat er bekommen? Keinen. Wieviele Lobeshymnen? Sehr wenige. Wieviele Verrisse? So einige. Das ist ein Kinofilm (man kann ihn bei amazon prime erleben), der für mein Empfinden völlig unterschätzt wird. Criminally underrated, so to speak. Der Soundtrack: exzellent. Die Kamerafahrten: dezent und atemraubend. Aber hier wird es, unter Manas, auch kein Konsensfilm. Egal, der eine oder andere Leser wird meine Begeisterung verstehen. Alles, was an „Seven“ nicht gut war, gelingt diesem Film über die Jagd nach einem Serienkiller. Die bessere Story als jener „Kultfilm“ hat er sowieso. Für mich einer der besten Noir-Streifen der letzten Jahre, so gut wie „Zodiac“ (2007), mit einem, muss man es betonen, herausragenden Denzel Washington. Selten passiert in einem Film dieses Genres so wenig, an den Oberflächen, was „action“ betrifft, oder „twists & turns“, und geht dabei so verdammt tief, mit fast unerträglicher Spannung. Keine einzige verschenkte Sekunde – ein kleines Meisterstück. Und was grosse Thrillerkunst angeht, empfehle ich im gleichen Atemzug „The Good Nurse“ auf Netflix.

 

🎩🎩🎩🎩1/2

A definite highlight of Jazzfest Berlin 2022, memorable and steeped in history: the concert of PETER BRÖTZMANN w HAMID DRAKE (dr) and MAJID BEKKAS (guimbri). Brötzmann’s playing was highly economic and expressive at its best (he played all his instruments). With the capacities that are left to him as an octogenarian it became an extraordinary strong statement, a truly master set and strong legacy with an emphatic imperative for passionate, uncompromising, impacting expression: very personal but reaching much much further than that – a testimony that has not lost its thorns!

 

It was a gift that both sides found together, the festival and Brötzmann, met each other IN the festival and reinforced each other. What made it special and outstanding: the three main lines of the festival, (historical) Freejazz, Folk Traditions and Chicago, came together here in such a strong way. The basis of that musical meeting was deep spiritual trust and the result here was – to use a Dutch expression – bloedmooi, bloody beautiful and wild. You have the future when you have the past.

 

It is food for thought, how these three energy poles, African, European and Afro-American fused. Hamid Drake, the epic-rhythmic narrator, brightened up the deeper ground of that bond and made clear the deep trace and glowing fire Brötz left in the field.

 
 


 
 

 
(c)FoBo_

 

 

Das ist so ein Lyrikband, der für mich zu den unvergesslichen zählt. Gedichte, die Matthew Sweeney in dem knappen Jahr geschrieben hat, das ihm zwischen der Diagnose einer tödlichen Krankheit und seinem Tod blieb. Alles kommt vor: die Bedrohung, die Verunsicherung, die Angst, der Tod. Letzterer ist das „dunkle Zentrum“ um das die Eulen und andere Vögel kreisen.

 

 

 

Und oft kommen die Gedichte wie short stories daher, mit einer geballten Ladung Storytelling und raben-, ich darf kalauern, eulenschwarzem Humor. Und letzterer kompensiert im flow der Bilder für den fehlenden Trost eines versöhnlichen Jenseits. Parallel lesenswert: Oliver Burkemans „4000 Wochen – das Leben ist zu kurz für Zeitmanagament“. Ein psychologisch wie philosophisch fundiertes Buch über unseren Umgang mit der Zeit, und wie man selbst ein paar Schalter umlegen kann.

2022 15 Nov.

Carpe Diem

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Singers & Players: War Of Words
Rockers All Stars: With The Help Of The Father
Rockers Allmighty Dub
Ras Michael: Love Thy Neighor
Niney & The Observer: Dubbing With The Observer
Morwell Unlimited: Dub Me
Militant Berry: Green Valley
Melodians: Pre Meditation
Jolly Brothers: Concious Man
Justin Hind & The Dominoes: Jezebel
Joe Higgs: Life Of Contradiction
Noel Ellis: Noel Ellis

 

2022 14 Nov.

Das Wort zum Montag

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Im Sommer des vorigen Jahres vor der Bundestagswahl erschienen mir plötzlich auch konservative Parteien wählbar zu sein, wähnte ich mich doch in einem Zustand gewonnener Reife. Ein gewisser Markus Söder, seines Zeichens Landesfürst der Bayern, erschien in medialer Flatrate als möglicher Bundeskanzler und umarmte sogar öffentlich Bäume. Dies umgarnte wohl auch einen grünen Stammwähler wie mich, neuerdings mit dem Vorsatz, parteiübergreifend sich allein an Sachargumenten zu orientieren. Nun bin ich diesem Herren aber auf die Schliche gekommen und ich werde den Eindruck nicht los, es ginge ihm hauptsächlich um das Einfangen von Wählerstimmen, nicht aber um die Lösung komplexer Sachverhalte im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Ökologie. Generell wird man ja im Laufe des Lebens konservativer, das liegt in der Natur der Sache und ist wohl auch der veränderten Konstitution eines Körpers zuzuschreiben, der auf Wildheiten zunehmend sensitiv reagiert und reflektiver Besonnenheit generell den Vorzug gibt. So weiche ich nicht ab vom Pfad permanenter Weiterbildung und rechne es mir hoch an, Gespräche zwischen Sachkundigen auch mal in einer Dauer von vier Stunden zu verfolgen und sich an einer Aufmerksamkeit zu erfreuen, die tadellos funktioniert, wenn sie denn ins richtige Fahrwasser gerät. Es geht nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die Arten von Gesprächskulturen, die abseits etablierter Medien gedeihen. Keine leeren Worthülsen, kein stressiges Dazwischenquatschen, kein abgehalfterter Stammtisch, kein Obrigkeits-höriges Querdenken mit pathologischem Generalverdacht, keine Selbstinszenierung als Opfer: „Was weiss der kleine Mann denn schon, was die da oben im Geheimen treiben?“ Stattdessen mit „denen da Oben“ auf Augenhöhe sein. Hier empfehle ich nochmals Ulrike Herrmanns Buch Das Ende des Kapitalismus, dessen Titel die Autorin als faktische Zustandsbeschreibung verstanden wissen will und nicht als moralischen Imperativ. Sie schreibt ganz wunderbar und ist auch eine gute Geschichtenerzählerin. Und sie räumt auf mit dem Irrglauben, der Kapitalismus habe noch eine Zukunft. Die Zeit ist um, o’zapft is! Markus, sagst es dem verbalen Bruchpiloten Friedrich auch, gell!

 

 

„After the redemption and rebirth of 2017’s Adiós Señor Pussycat, Dear Scott once again found Michael Head documenting troubled lives, from the No 10 bus route in his native Liverpool to the Hollywood Hills. Produced by a simpático Bill Ryder-Jones, Dear Scott carried all the hallmarks of Head’s greatest moments: unfaltering melodies, a beautiful sense of forward motion, lyrics that conjure entire worlds.“

 

 


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