Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Niklas Wandt is again on air, with his second live night of „Klanghorizonte“ at the Deutschlandfunk (April 16),  and on his way to the break of dawn, a lot of new and ancient music will be floating through our ears. For example: Roger Eno*, Petter Eldh, jameszoo, Kaja Draksler, Giovanni di Domenico, Neu!, Amon Düül, Hölderlin, Cluster, Jeff Parker and many others.

Jan Reetze will be reading from his book „Der Sound der Jahre“, one of the most intruiging time travel experiences through „die alte Bundesrepublik Deutschland“ in recent years, musicwise. Anyone remembering Hölderlin, the band, not the poet? The night can be reloaded for immersive listening after it happened, for the next seven days to come. 

 

*Roger Eno‘s album is out on April 22, vinyl, cd, and dl, on Deutsche Grammofon Gesellschaft. Leah Kardos, author of a fine book on David Bowie, sings the praise of „The Turning Year“ in „The Wire“, as Michael Engelbrecht has done here. 

 


Yesterday: One night, years and years ago, some of us journalists joined Jon Hassell, and in that Norwegian pub that had nothing exotic or fourth world-like in its ambience, I introduced Jon to the great-great daughter of Gustav Mahler who was a cellist in a Symphony Orchestra. And that was special. Punkt has always been about the closing of circles.  (m.e.) 

 

Tomorrow: Renowned Norwegian artists celebrate the music of the influential trumpet player and composer Jon Hassell. The influential American trumpeter and composer Jon Hassell passed away on June 26, 2021. This year Hassell would have turned 85, and we wish to honor him with a memorial concert at Victoria on his birthday on March 22. This evening you will hear an all-star team of Norwegian musicians who have all either collaborated with Jon Hassell or have a relationship to his music.

On stage are three generations of inspired trumpeters, in addition to former members of Hassell’s band, who played with him both live and in studio. Several of them collaborated with him on Jon Balke’s „Siwan“ project and played with him at the Punkt Festival in Kristiansand. The music this eveningwill be composed by, or inspired by, Jon Hassell. The memorial concert is produced in collaboration with Punkt, which Hassell visited several times, and is organized in consultation with Hassell’s family. We hope you will join us on Tuesday. See you there!

LINE UP: Nils Petter Molvær – trumpet, Arve Henriksen – trumpet, Kristina Fransson – trumpet, Harpreet Bansal – violin, Eivind Aarset – guitar, Jon Balke – keys, Helge Norbakken – percussion, Jan Bang – live sampling, Erik Honoré – live sampling, keys, Arnaud Mercier – sound


The concert has been streamed live on youtube.
You missed it? Here we go

 

2022 10 März

„Goodbye, Mr. Blue“

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Fühlen wir uns hier nicht gleich in die Welt von Fred Neils „Everybody‘s Talking“ versetzt, in die Balladen von Harry Nilsson, in die Country-Anmut von Glen Campbell? Es wird spannend sein, zu erfahren, ob Father John Misty auf seinem neuen, Mitte April erscheinendem Album, die brilliante Tiefe, etwa seines Meisterwerkes „Pure Comedy“, zugunsten von perfektem Pastiche und Nostalgie im Breitwandformat hinter sich lässt. Ob der „Father“ also vielschichtige lyrics und subversiv schleichende Klangspuren von Gavin Bryars hintanstellt, und schlichtweg die „Seele baumeln“ lässt, in vertrauter, nie verstörender Melancholie. Ich fühle mich jetzt schon, beim Hören von „Goodbye, Mr. Blue“ versucht, meine alte Fred Neil-Platte aus dem Plattenschrank zu holen, die ich 2015 in NYC fand, in einem Plattenladen, in dem eine dicke Frau an der Kasse sass, und einen Burger vertilgte. (m.e.)

 

Fred Neils selbstbetiteltes zweites Album war ein entpamntes und fließendes Juwel, das auch Jahrzehnte später noch nicht aus der Zeit gefallen ist. Die wunderschön traurigen, introspektiven Songs über die müde, moderne, urbane Enttäuschung, die Neil 1967 zu diesen Sessions mitbrachte, gehören zu den besten, die er je geschrieben hat, und die perfekt ausbalancierte elektrische Instrumentierung passt perfekt zu ihnen. Neils ruhiger, müder Bassgesang zieht die Dinge hier in einem ausgesprochen gemächlichen Tempo voran, und die Songs selbst scheinen organisch ins Leben zu driften, während er sie singt, bis es sich anfühlt, als würde man beim Hören dieses Albums schweben. „The Dolphins“, „Evrybody’s Talking“ – und all die anderen wunderbaren Songs. Neil hatte jedoch absolut kein Interesse am geschäftlichen Aspekt des Musikmachens, und wo die meisten Musiker das Rampenlicht suchen, mied er es, was bedeutete, dass das Album kommerziell nicht erfolgreich war, obwohl es unzählige andere Künstler beeinflusste. Ein eindringliches und beruhigendes Meisterwerk.“ (s.l., remixed by m.e.) 

2022 4 März

A memory of Steve Tibbetts

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2022 3 März

„Get On Board“

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2022 1 März

„Borsh Division“

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Es gibt Zeiten, da fällt es schwer die richtigen Worte zu finden, da steht man fassungslos und ungläubig vor einem Desaster, das man sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen konnte. Ihr kennt das sicher auch und in diesen Zeiten hilft es, zu helfen und man ist froh, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Deshalb haben wir gemeinsam mit Yuriy Gurzhy entschieden ab jetzt alle Erlöse aus der im April 2016 erschienenen CD „Borsh Division – Future Sound of Ukraine“ an die BRÜCKE DER HOFFNUNG (www.bdh.org) zu spenden: Yuriy Gurzhy, ein Ukrainer in Berlin und Herausgeber einiger Trikont-CDs hat diese tolle Musik für uns zusammengestellt.

Wladimir Kaminer, Autor und Trikont-Herausgeber, schrieb dazu 2016 unter anderem im Booklet:

„Die Ukraine ist wirtschaftlich arm und vom Krieg gebeutelt, aber in seinem Geist ganz und gar Europa geworden. Ein Traum, den kein Präsident bisher verwirklichen konnte, wurde vom Volk aus eigener Kraft bewältigt. Die Menschen haben es geschafft, gehört zu werden. Das Selbstbewusstsein der Unkrainer ist unglaublich gewachsen, das zeigt die gute Musik, die die neue Ukraine macht, und die mein Freund Yuriy Gurzhy jetzt auf dieser CD versammelt: Sie hat ganz neue Töne. Hören Sie den Sound der ukrainischen Revolution – den neuen Sound Europas.“

Wir sind in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine und den vielen auf der Flucht und hoffen auf ein baldiges Ende dieses Irrsinns. Herzlichen Dank für Aufmerksamkeit und Unterstützung. Es grüßen Eva Mair-Holmes, Brendan Erler, Yuriy Gurzhy und die Trikont-Crew.

 

Konzentriertes und entspanntes Hören, das ist eine nie zu unterschätzende Ressource. Manchmal entdeckt man das Besondere eines Albums erst mit der Zeit, mir ging es so mit „Ignorance“. Tamara Lindeman ist die Bandleaderin von The Weather Station, und ihre beiden letzten Werke haben spätestens ihre Extraklasse bewiesen. Es sind raffinierte Songs, deren doppelte Böden nie gekünstelt wirken. „The result is a collection of songs that feels like a classic; a record that, sonically, might have been written at any point over the past 50 years. In part this is a trick of the ear – counter to the complex rhythms of its predecessor, How Is It That I Should Look At The Stars has a notable absence of percussion, which allows the songs to float free.“  In TheQuietus erzählt sie von Alben, die beträchtlichen Einfluss auf sie hatten. Mit dabei The Books, Talk Talk, Joni Mitchell, und eben Bill Callahan, einen Songpoeten, der auf diesem Blog von Anfang an und mit jedem Album vorkam.   „Sometimes i wish we were an eagle“ ist ein unfassbar gutes Album! (m.e.)


„Als ich meine lyrische Stimme fand, wurde ich von einer Reihe ganz bestimmter Arten des Schreibens beeinflusst, die nicht viele Leute machen. Diese Platte von Bill Callahan, Sometimes I Wish We Were An Eagle, und Bill Callahan im Allgemeinen, ist durch und durch philosophisch. Es ist Musik zum Nachdenken. Ich weiß noch, als ich dieses Album zum ersten Mal hörte, wurde mir klar, wozu Texte gut sind. Seine Texte auf diesem Album hatten einen sehr prägenden Einfluss auf mich, was die Art und Weise angeht, wie ich über den Zweck von Texten denke, und welche Art von Geschichten Texte erzählen können. Er ist ein außergewöhnlich ernsthafter Texter, der aber auch in der Lage ist, extrem witzige und fast schon skurrile Zeilen in seine Songs einzubauen, die einen aus dem Konzept bringen. Außerdem ist seine Schreibe nicht verschnörkelt. Er verwendet nicht wirklich schöne Worte. Wenn er es tut, ist es ein Schock! Für mich ist es wichtig, das von anderen Künstlern zu hören, denn ich halte mich selbst nicht für einen sehr poetischen Autor. Ich gehe an Texte aus einem pragmatischen Blickwinkel heran. Meine Absicht ist jedoch Poesie, und das ist etwas, das ich auch in Callahans Texten höre. Ich war einfach so dankbar, dass „Sometimes I Wish We Were An Eagle“ existierte. Ich verstehe diese Musik, und das hat mich beruhigt.“

2022 11 Feb.

Der zwölfte Manafonist

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2022 6 Feb.

The Philosophy Of Modern Song

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The Philosophy of Modern Song is Bob Dylan’s first book of new writing since 2004’s Chronicles: Volume One — and since winning the Nobel Prize for Literature in 2016. Dylan, who began working on the book in 2010, offers a masterclass on the art and craft of songwriting. He writes over 60 essays focusing on songs by other artists, spanning from Stephen Foster to Elvis Costello, and in between ranging from Hank Williams to Nina Simone. He analyses what he calls the trap of easy rhymes, breaks down how the addition of a single syllable can diminish a song and even explains how bluegrass relates to heavy metal. These essays are written in Dylan’s unique prose. They are mysterious and mercurial, poignant and profound, and often laugh-out-loud funny. And while they are ostensibly about music, they are really meditations and reflections on the human condition. Running throughout the book are nearly 150 carefully curated photos as well as a series of dream-like riffs that, taken together, resemble an epic poem and add to the work’s transcendence. In 2020, with the release of his outstanding album Rough and Rowdy Ways, Dylan became the first artist to have an album hit the Billboard Top 40 in each decade since the 1960s. The Philosophy of Modern Song contains much of what he has learned about his craft in all those years and, like everything that Dylan does, it is a momentous artistic achievement. Out in November.

2022 4 Feb.

„Station Eleven“

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„Station Eleven“ ist wahrscheinlich das Letzte, was Sie jetzt sehen wollen. Und wenn es zu viel und zu früh ist, ist das auch richtig. Aber da wir uns an der Schwelle zum dritten Jahr der Pandemie befinden, könnte sich die Art und Weise, wie diese spezielle Geschichte den Blick auf das Ende der Welt neu gestaltet, als wesentlich erweisen. Die Episoden befassen sich nicht zu sehr mit dem Tod, mehr mit der Wertschätzung des Lebens. Das Motto der Traveling Symphony lautet „weil Überleben nicht genug ist“, und die Serie verkörpert diese Überzeugung. Wie bei „Lost“ und „The Leftovers“ ist die drohende Präsenz eines unsichtbaren Todes lediglich ein Mittel, um die Charaktere und uns alle, die wir zuschauen, zu einer tieferen Wertschätzung unserer Zeit auf der Erde anzuspornen. Gnade, Hoffnung und Ermutigung sind die grundlegenden Elemente von „Station Eleven“, die dazu beitragen, dass das, was eine sehr schlechte Idee hätte sein können, zu einer kathartischen Erfahrung wird.

(Ben Travers)

 

 

Das ist der von der Kritik schon lange vor der Pandemie gerühmte Roman, auf dem „Station Eleven“ basiert. Wie so oft, ist der Titel der deutschen Übersetzng etwas blumig geraten. Ich habe gestern abend die erste Folge von „Station Eleven“ gesehen, und war berührt und beeindruckt. Die Serie ist hierzulande bei amazon prime (starzplay) zu sehen, bislang die ersten drei der zehn Episoden, die alle wohl im wöchentlichen Rhythmus ins Programm genommen  werden. Den Worten von Ben kann ich nur zustimmen – und möchte hinzufügen, dass in der ersten Episode – neben vielen Dingen – auch die Zusammenstellung der bewegten Bilder mit Instrumentalmusik und ausgewählten Songs exzellent ist. Der Dylan-Song am Ende von Episode 1 – Gänsehaut pur. Wenn die gesamte Serie das hält, was die erste Folge verspricht –  chapeau!

(m.e.)


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