Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: November 2019

DER ORT
 

Ich wohne ungefähr 1 Meile entfernt von der bayrisch-thüringischen Grenze. Es ist nicht weit bis nach Sonneberg, dem nächstgelegenen Ort an der Jazzmeile Thüringen. An dieser langgestreckten Meile liegen die Städte Erfurt, Weimar, Jena und noch ein paar mehr.

Der 22. November, ein Freitag, war ein sonniger Tag, ein guter Tag für einen Ausflug, selbst wenn man sich kein besonderes Ziel vorgenommen hatte. Wir hatten ein Ziel, fuhren bei Sonnenhöchststand los und erreichten es gegen 3 Uhr nachmittags.

 
 


     
 
 
 

Das Gebäude, vor dem wir stehen – es ist das ehemalige Empfangsgebäude des Saalbahnhofs und heißt jetzt Kulturbahnhof – gehört zu den Kulturdenkmalen Jenas. Kaum zu glauben. Das hat der Palast der Republik nicht geschafft (2004 fand nach dem Beschluss des Berliner Senates zum Abriss des Palastes der Republik ein Konzert der Band Einstürzende Neubauten statt). Wie konnte der SaalKulturBahnhof zum Denkmal avancieren? Vermutlich liegt es an seinen inneren Werten. Betritt man die Eingangshalle des 1965 eingeweihten, nach einer Bauhaus-Konzeption errichteten Gebäudes, fällt rechter Hand ein aus Aluminiumbändern gefertigtes Wandbild auf. Erstaunt bin ich, dass es nicht den Arbeiter- und Bauernstaat zelebriert, sondern Jena würdigt als Universitätsstadt, als Ort in dem schon im 19. Jahrhundert technische Produkte von Weltruf entwickelt wurden: Carl Zeiss’ Nah- und Fernrohre (Mikroskope und Teleskope) und das hitzebeständige Glas Otto Schotts, später bekannt geworden als Jenaer Glas.

Mein Mädel und ich haben den Kulturbahnhof gesucht, weil er ein Knotenpunkt der thüringer Jazzmeile ist. Bis zum Beginn der Ritual Groove Music waren es noch ein paar Stunden und da es nicht weit ist bis zur Innenstadt, schlenderten wir die Sophienstraße entlang, in welcher schöne alte Gebäude offenbar bewohnt sind. Die Sophienstraße ist nicht zur Shopping Promenade mutiert. Auf dem Weg zurück zum Kulturbahnhof kehren wir ein im Sophienstübl, wo man zu günstigen Preisen köstliche einfache Mahlzeiten und frisches Bier aus der regionalen Rosenbrauerei serviert bekommt.

 
 


 
 
 

Im Kulturbahnhof ist über dem Eingang ein Lichtspiel, das den Weg weist, das Magisches verspricht – alles aus einem Hut … Treten wir ein. Ein Ambiente nach meinem Geschmack. Eine ganz spezielle Clubatmosphäre, an der Rückwand ein Tresen wo Getränke angeboten werden, eine Fläche, die den halben Zuschauerraum einnimmt für Stehende oder Tanzende. Vor der kleinen Bühne gibt es fünf oder sechs Stuhlreihen mit rund 50 Sitzplätzen für frühzeitig Kommende. Aber lassen wir zwei Bilder sprechen, zu deren Verwendung für den Manafonistas-Blog die Fotografin Tina Peißker mir die Erlaubnis erteilt hat (die komplette Bilderserie kann man hier betrachten). Vielen Dank!

 
 


     
 
 
 

Der Raum wirkt einladend. Er strahlt nicht die exklusive elitäre Kühle der Elbphilharmonie aus. Den Kulturbahnhof besuchen bestimmt keine „Saaltouristen“ sondern Menschen, die neugierig sind auf etwas Neues, und Leute welche die auftretende Band kennen und live hören wollen.

 
DIE MUSIK
 

Jede Musik braucht den zu ihr passenden Raum, und zwar aus verschiedenen Gründen, unter denen raumakustische Aspekte für mich die wichtigsten sind. Wir saßen in der ersten Reihe. Von den Instrumenten, besonders von den Reeds und vom Drum Set nimmt man viel Direktschall wahr – die reine Freude! Becken und Cymbals klingen fein und gar nicht schrill. Die Sounds der Trommeln kommen trocken und wuchtig ans Ohr, die Töne von Saxophon und Bassklarinette ertönen natürlich.

Als ich RONIN zum ersten Mal von CD hörte, war ich sofort fasziniert von der einzigartigen Mixtur. Die Musik ist verführerisch klangsinnlich, vor allem durch Nik Bärtschs Klavierspiel. Durch allerei Manipulationen im Inneren des Flügels zaubert er magische Klänge „aus dem Hut“. Die Musik kann animalisch grooven, man kann dann den Körper kaum ruhig halten. Die Musik führt mich oft freundlich in die Irre: hat man sich einem Puls aus dem repetitiven Rhythmusgeflecht ergeben, kann es passieren, dass man bald auf dem falschen Fuß erwischt wird. Und dann fängt – jedenfalls bei mir – der Verstand an zu forschen: wo verflixt nochmal steckt die Raffinesse in diesen subtilen, manchmal drastischen Verschiebungen?

NEW CONCEPTS OF ARTISTRY IN RHYTHM

RONIN hat ein ganz spezielles rhythmisches Konzept erfunden, das ich gerne einer Reihe anderer bzw. andersartiger Konzeptionen anfügen möchte:

 
– Igor Stravinsky, Sacre du Printemps
– Conlon Nancarrow, Studies for Player Piano
– Steve Reich, Methode des phase shiftings in Come Out, Piano Phase, Drumming etc.
– Jazz, das Prinzip des swings
 

Auf einem Tisch, wo CDs der Band feil geboten wurden, lag ein Exemplar der Score des Albums Llyrìa. Die Partitur habe ich erworben, denn selbst intensives Belauschen enthüllt nicht die Geheimnisse dieser Rhythmik. Wer neugierig darauf ist, möge bitte hier weiterlesen.

NEW CONCEPTS OF BAND LIFE

Mir scheint, RONIN befolgt nicht nur ein spezifisches Rhythmuskonzept, sondern auch ein besonderes Konzept des Band Life’s. Am Ende des Recitals erfährt man, dass RONIN (fast) jeden Montag in Zürich im Club EXIL spielt. Details findet man hier. Bestimmt dienen diese Auftritte der Verinnerlichung des Repertoires, das ja irgendwann im nicht-öffentlichen Rahmen erarbeitet und geübt werden musste.

Würde ich in der Nähe Zürichs wohnen, besuchte ich bestimmt einige der Montagskonzerte. Nun habe ich das 782. Montagskonzert vom 25. November 2019 tatsächlich live erlebt. Wie das? Es liegt daran, dass ich meine Ausflüge gerne noch einmal nachreise im virtuellen Raum, wo man große Abstecher bis in entlegene Nischen machen kann. Auf diese Weise habe ich von einem kostenpflichtigen Schweizer Streamingportal erfahren, das diese Montagskonzerte anbietet und recht lange Zeit im Archiv behält. Auch RONINS Auftritt in der Elbphilharmonie ist dort aufbewahrt. Ich habe ein Probeabo gebucht. Kein Wunder, denn das KuBa-Konzert ist eines der am stärksten nachwirkenden, die ich je erlebt habe.

 

 
 
 
I first ignored this book for cost reasons ($75!) and because I thought it would only be an addition to Laurie Anderson’s album Landfall with Kronos Quartet (see here). But when I found a used copy for less than half the amount, I couldn’t resist.

And I was wrong; this book has much more to offer than just Landfall. „All the Things I Lost in the Flood“ (left: book cover, right: slipcase) is Laurie’s personal retrospective — not on all her works (that would be too much), but on many of them. As the subtitle says: „Essays on Pictures, Language and Code“. She lost a lot of things when her basement got flooded, but she doesn’t whine after them, she takes the misfortune as an opportunity to look back, sometimes with a touch of irony, sometimes with a touch of melancholy, usually not deadly serious. She offers views on her life and family background and her start as an artist, and what we get here is more than Roselee Goldberg’s Anderson biography from 2000 had to offer. Laurie speaks about the first-person narrative in her performances which, as she puts it, might be personal but never private. We hear about some important collaborators without whom she wouldn’t have been able to design and assemble several of her technical works — like sound designer and technician Bob Bielecki who built several of Laurie’s modified violins and other stage gadgets, the Headphone Table (1978) or the Talking Statues; or Hsin-Chien Huang who collaborated for the interactive virtual room installation Aloft (2017). She talks about how and why she uses projections and stage gadgets.

Every chapter starts with a short text in a computerized phonetic alphabet Laurie developed herself. She writes about and documents not only the works itself in essays and pictures, she also gives some information about their making, sometimes spiced up with nice little anecdotes. In one of her earliest performances, Duets On Ice (1975), she played a modified violin while her shoes where frozen into two blocks of ice; the performance ended when the ice was molten away. She performed this at some public places in a couple of Italian cities. An Italian guy obviously traveled after her and was always present at her appearences and unaskedly and rich in gesture explained to the (usually small) audience what she was doing and why she probably did it. Must have been an early fan.

She tells how at the Nova Convention in 1978 she met William S. Burroughs who, with his unforgettable voice, later appeared in „Sharkey’s Night“ on her album Mister Heartbreak. A sample from this track (the lines „listen to my heartbeat“) were transformed into a tune in the film Home Of The Brave (where she also slow dances with him across the stage). Alas, she does not tell us why this film was never released on DVD although it was announced. However, on Youtube you can watch a full version, technically perfect because obviously taken from the laser disc. The Nova Convention was also the place where Laurie discoverd the harmonizer which she used to transfer her voice into a sort of male voice, „the voice of authority“, as she calls it. Later, Lou Reed gave this character the name „Fenway Bergamot“. Other parts of the book are about the „United States“ performance, her works as artist in residence at NASA, her latest film Heart Of A Dog.

I have to admit that not everything Laurie did becomes completely clear to me, but that might be my problem. Her concerts for dogs, to name an example, doesn’t make much sense to me. But obviously it was her beloved rat terrier Lolabelle who put this idea into her brain. Laurie’s increasing connection to Buddhism is a permanent companion in the book. In the end, after the passing of Lolabelle, in the chapter „Time To Go“, she fills several pages with chalk drawings of her dog’s way through all stations of the Bardo (a topic she dealt with earlier already, see here).

The book, it has to be said, is physically heavy and formatted in square, which makes it unpleasant to hold; the text in small print makes it even worse … well, you can’t have it all. The best idea probably would be to put it on a table to read it. It’s a very nice book, 320 pages, I enjoyed it, and probably it would also make a great Christmas gift, in case you still need one.

 

Laurie Anderson
All the Things I Lost in the Flood
Rizzoli Electra, 2018
ISBN-10: 9780847860555
ISBN-13: 978-0847860555

2019 27 Nov

Divine Love

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I had a really nice day with this visitor from America yesterday. I told him this album was recorded the year I was born, in my mother’s hometown, close to where I lived at that time. He shared some memories about working with Manfred Eicher / ECM (Thomas Stöwsand) and he also revealed that a new quintet album has been recorded for ECM with Eicher which has yet to be mixed. My interview with Wadada will be online early next year … In the meantime I recommend his albums on the Finnish TUM label, such as the solo album Reflections And Meditations On Monk, the highly unique Najwa with four guitars and Bill Laswell, and also The Great Lakes Suite with Henry Threadgill, John Lindberg and Jack DeJohnette.

 
 

Wadada Leo Smith holding the 1978 Divine Love LP

2019 25 Nov

Look, I am a foreigner

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„Oh, what did you see, my blue-eyed son?

And what did you see, my darling young one?“

(Bob Dylan)

 

„Oh, Bern!“

(Ingo)

 
In ein zum Teil deutschsprachiges Land zu reisen, kann schwieriger sein, als sich in einem fernen, exotischen Land zu bewegen. Über die Schweiz wissen wir viel und sind deswegen schon beeinflusst. Ich war für meinen Aufenthalt in Bern bestens präpariert durch das Buch Fremdheit von dem Schriftsteller und Ethnologen Hans-Jürgen Heinrichs.
 
 

 

Eigentlich ist die Schweiz bei mir negativ konnotiert: zu teuer, zu eng, ihre Sprachintonation ist auch nicht gerade meine Lieblingsmelodie. Ihre direkte Demokratie schätze ich, habe aber noch meine Entrüstung Claus Leggewies Aussage im Sinn, die Schweiz sei vorbildlich. Ich vergesse die Bilder nicht, wie südländische Arbeiter über die winterlichen Pässe zurück in ihre Herkunftsländer geschickt wurden.

Bei Ankunft in Bern wurde ich von einem Verkehrspolizisten harsch auf Schwyzerdütsch informiert. Der erste städtebauliche Eindruck war: du bist in einer offenen Kaserne gelandet. Ähnlich düster empfing mich Edinburgh. Die Erinnerung an die schottische Stadt war es, die mir Mut machte und meine Augen unbenommen öffnete. „Immer war ein emotional unmittelbar aktiver Teil von mir ganz Ort, in der Situation – ein anderer emotional von Sehnsüchten geprägter Teil woanders.“( H.J.H.). Ich mag Edinburgh sehr.

Bern muss man, wie Edinburgh, vertikal erfassen. Eine Zwei-Etagen-Stadt bringt per se immer Spannung mit sich. Geh ich in die Oberstadt oder treibe ich mich am Fluss entlang? Ich flanierte unter den endlosen Arkaden, trank hier und da ein Käfli und siehe da, erste Korrektur in der Fremde, er kostete nur 3 Fränkli. Auch das Hotel nebst Restaurant waren normal im Preis, die junge Personalcrew sprach Hochdeutsch. „Der Blick auf den Fremden ist immer ein kulturell und emotional begrenzter Blick.“(H.J.H.). Auf dem Bärenplatz in der Stadtmitte sah ich eine Weile dem gemeinsamen Schachspiel von Einheimischen und (vermeintlichen) Ausländern zu.

Am Nachmittag gehe ich in eine Ausstellung im Historischen Museum Bern. „Homo Migrans“ ist das Thema. Zuvorderst werde ich mit der Frage konfrontiert: „Wie viel Migration steckt in dir?“ Meine Mutter kam aus Nürnberg, ihre Vorfahren aus Flandern. Mein Vater stammte aus Polen, seine Vorfahren aus Litauen. Aus welchen Gründen waren sie unterwegs? Ich weiß es leider nicht. Warum bin ich so viel unterwegs? Heinrichs stellt in seinem Buch die Frage: „Ist das Ereignis des Unterwegsseins auch jetzt noch als selbstbestimmtes Abenteuer denkbar?“ Ich bejahe unbedingt und bin dankbar dafür, dass ich nicht zu der „neuen Odyssee“ gehöre, von der der Migrationskorrespondent des Guardian spricht.

In Bern gehe ich sehr gern spazieren. Trotz der baulichen Geschlossenheit fühle ich eine offene Stadtatmosphäre, die sich in den Bühnenstücken widerspiegelt, auf den Plätzen, wo HipHopper für die Rechte der Kinder rappen und in der umfangreichen Zeitungslandschaft. Man hat aufgrund dessen gute Gelegenheit, „in den Gedanken und Gefühlen der Anderen spazieren zu gehen.“(H.J.H.)

In einer Schweizer Zeitung lese ich über das Jazztrio „The Bad Plus“, wie es sich über die Genregrenze hinwegsetzte und in der Jazzwelt ihre Pop-Coverversionen kleine Erdbeben auslõsten. Auf dem derzeit stattfindenden „Unerhört-Festival“ wird darüber nachgedacht, ob „diese Tabubrüche nur Lockerungsübungen für eingefleischte Jazzfans sind oder, ob The Bad Plus eine Entwicklung angestoßen hat, die den Jazz aufgebrochen hat.“

Wechselbäder sind bekanntlich anstrengend, Wechselströme sind abenteuerlich erfrischend. Look, I am a foreigner, dance with me.

Okay, denke ich mir, nehme ich den Ball, wo er schon geworfen wurde, doch einfach direkt mal auf und schreibe auch etwas anders als sonst über zehn favourite records des zu Ende gehenden Jahres. Tatsächlich wollte ich just vorgestern noch eine spontane Liste meiner persönlichen Lieblingsalben der 2010er hier kundtun, aber dann kam Michael mit seinem Beitrag zuvor, da schien es mir dann doch zu unpassend, eine „Best of 2010“-Liste zu posten.

Wie gestern schon im Kommentarfeld kundgetan, ist Mattiels zweites Album Satis Factory mein ungeschlagenes „Lieblingsalbum“ dieses Jahres. Ihr unbetiteltes Debütalbum 2018 fand ich schon ganz sympathisch, aber es hatte sich mir nicht so eingebrannt wie nun der Nachfolger. Erst als ich einen Narren an Satis Factory gefressen hatte, habe ich das Debüt dann doch noch als LP gekauft und seinen wunderbar zeitlosen Charme vollauf via old-fashioned vinyl in mein Wohnzimmer geholt. Satis Factory ist eine jeder seltenen Platten, die ich tatsächlich zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit und in jeder beliebigen Situation rauf und runter hören kann — und das, obwohl ich sonst gar nicht so auf diese etwas aufdringlich klugen Zitat-Rock&Pop-Alben stehe. Aber Mattiel hat einfach so eine mitreißende Energie und Fantasie, und es gelingt ihr, jedem Song eine gänzlich eigene Charakteristik zu verleihen und mit Humor und Power so zu verdichten, dass viele der 12 Nummern der LP unter drei Minuten kurz bleiben. Sogar eine eigentlich total cheesy Velvet-Underground-Hommage überzeugt. Und Keep The Change ist einfach der Popsong des Jahres, no question.

Wie gerne wäre ich zu ihrem Berlin-Konzert gegangen (ein heiterer Song der Platte heißt übrigens Berlin Weekend), aber dummerweise war ich ausgerechnet während ihrer Europatour selbst in der Heimat der US-Amerikanerin unterwegs.

(Mein persönlich) bestes Hip-Hop-Album 2019 ist das neue (offiziell dritte Album, doch darüber hinaus gab es noch vier fantasievolle „Mixtapes“ und fünf „EPs“, die z.T. kaum oder nicht kürzer als ein Album waren und die auch schon mal Gimme Shelter sampelten) Grey Area der Londonerin Little Simz, die ihren Künstlernamen als „Abkürzung“ ihres bürgerlichen nigerianischen Vornamens Simbiatu erhielt. Glücklicherweise konnte ich Little Simz bei einem tollen Berlin-Konzert erleben; ihre Energie und ihr Charisma sind bestechend. Da sie gerade mal 25 Jahre alt ist, dürfte von ihr noch viel Großes zu erwarten sein. Die 5-Sterne-Rezension im Independent titelte: „Rapper is light years ahead on new record with her dextrous flow and superb wordplay“ und kommentierte, ihr „bolder sound assisted by her childhood friend – the producer Inflo [Michael Kiwanuka’s Love & Hate]“ verbinde alles aus „jazz, funk and soul to punk and heavy rock, plus three carefully chosen features“. Genau, Michael Kiwanuka ist als Gast beim letzten Stück auch dabei.

Auch ein mitreißendes Konzert war Jamila Woods aus Chicago mit den Songs ihres zweiten Albums: „Each track on the album is named after a cultural icon who inspired Woods and shaped her identity as an artist and individual. Reveling in the legacies of artists, activists, writers, and musicians, Woods positions  Legacy! Legacy!  as a genuflection of gratitude. More so, the album ensures the cultural icons‘ impact is concertized within the contemporary moment. Woods, herself, a poet, singer, activist, and teacher, casts Legacy! Legacy! as a beacon for a type of self-empowerment informed by the predecessors who built and shaped culture.“ fasst Elisabeth Woronzoff zusammen.

 

„Die Sängerin, Poetin und Aktivistin aus Chicago setzt in 13 Songs und Songtiteln schwarzen Ikonen aus Musik, Kunst und Literatur ein Denkmal. Viele von diesen Ikonen nutzten ihre Kunst auch als gesellschaftliches Machtinstrument, andere gaben qua Existenz als erfolgreiche schwarze KünstlerInnen in einer von Weißen dominierten Gesellschaft schon ein politisches Statement ab: Miles Davis, Sun Ra, Eartha Kitt, der Schriftsteller und Sozialkritiker James Baldwin, der Künstler Jean-Michel Basquiat, die Poetin und Aktivistin Nikki Giovanni.Schon auf ihrem Debütalbum HEAVN von 2016 ging Jamila Woods Fragen nach der Rolle einer schwarzen Frau in einer weißen Gesellschaft nach, Fragen der Identität. LEGACY! LEGACY! ist der Beleg für schwarze Selbstermächtigung anhand von konkreten Fallbeispielen.“ (zitiert nach).

 

Auf der Webseite des Deutschlandfunk kann man ein Interview mit Jamila Woods nachhören und -lesen.

 

 

Immer wieder inspirierend sind die Techno-Doch-nicht-Techno-Alben beim Berliner Label Ostgut Ton, und besonders großartig ist (neben dem vielgelobten Konzeptalbum Atlantis von Efdemin) das Solodebüt von (Sam) Barker (bislang Teil des Duos Barker & Baumecker) aus England: „For anyone who has ever fantasized about dissolving into the dancefloor, Utility is about as close as it gets. On highlights like Models of Wellbeing (which nods to Rhythm & Sound’s aerated dub) and Utility, Barker puts minimalist techniques to opulent ends, conjuring ecstatic visions out of just a handful of sounds, and teasing vast shapes out of a silvery mist.“ meint Philip Sherburne, der auch Kim Gordon’s spätes Solodebüt mit vielen begeisterten Worten bedachte, die ich sehr treffend finde: „No Home Record is clearly interested in getting the hell away from the strictures of noise and indie rock as they’re conventionally understood. (…) Air BnB is a mammoth slab of bluesy, atonal rock, Earthquake is a shimmering drone-folk opus—but the most exciting moments are giddy with the sense of worlds colliding. Noise, techno, and post-punk; custom-tuned guitars and battered MPCs; 808s and overheated bass amps—multiple strains of underground music history pushing together like tectonic plates, building up extreme pressure under the surface.“ Es freute mich als langjähriger Fan von Sonic Youth sehr, dass Kim Gordon, mit einem stripped-down approach, endlich ihr großartiges eigenes Album herausgebracht hat, nachdem die bisherigen Post-Breakup-Alben der einzelnen SY-Bandmitglieder zwar gut, aber nicht allzu memorabel waren.

Kate Tempests drittes „echtes“ Album hatte mich anfangs nicht ganz so begeistert, da es (wohl auch dank Mitproduzent Rick Rubin) doch leiser und sehr viel reduzierter ausgefallen ist als die vorhergehenden CDs. Durch einen sehr erfreulichen Zufall landete ich im Oktober in Manhattan auf einer quasi-familiären Abendveranstaltung mit Kate Tempest; es war Teil einer in Privatwohnungen stattfindenden Reihe von Abenden mit ehemaligen Stipendiaten eines in Italien angesiedelten Künstlerhauses. An dem Abend war Benedicte Maurseth, eine norwegische Freundin von mir, die 2019 übrigens auch ein Soloalbum auf der Hardangergeige herausgebracht hat (das eigentlich für ECM aufgenommen worden war, aber aufgrund der langen Wartezeit dann doch nur in Norwegen veröffentlicht wurde) eingeladen, aus ihrem Buch über Knut Hamsum vorzulesen und ein paar Stücke zu spielen – und als zweite Stipendiaten des Abends war dann auch Kate Tempest da und performte die Hälfte ihres Albums (das sie als ein langes Gedicht vorstellte) a cappella in diesem Wohnzimmer einer New Yorker Künstlerin. So konnte ich ein paar Worte mit ihr wechseln, woraufhin sie mich und meine Frau zu ihrem Berlin-Konzert einlud. Da wären wir sonst aufgrund des hohen Eintrittspreises gar nicht hingegangen, doch es war ein berauschender Abend, 90 Minuten lang ohne Pause begeisterte die Wortkünstlerin die bestimmt 2000 Leute des vollen Saals (nur begleitet von einer Musikerin, die aus einem Arsenal von Instrumenten eine ungeheure Vielfalt an kraftvollen Soundideen herausholte), und nicht wenige waren von dieser Performance emotional zu Tränen bewegt, wie man hinterher auch noch aus dem Bekanntenkreis hörte. Und auch in der Presse gab es glühende Konzertbesprechungen wie die von Alexander Gumz: „Die Londoner Sängerin Kate Tempest brilliert im Huxleys mit einer Show zwischen Dichtung und Rap. (…) In ihren Texten geht es heute nicht mehr allein um die verstörte britische Jugend oder um als Zeitgenossen wiedergeborene antike Götter. Es geht um die ganze kaputte Gegenwart, um Kapitalismus, Brexit und Krieg. Es geht um Einsamkeit und um die Liebe, in ihren abhängig machenden und ihren befreienden Versionen.“ Ja, auch mir erlaubte dieser Abend, das Album erst in seiner Vielschichtigkeit und ungeheuren Kraft zu erfassen. The Book of Traps and Lessons ist eine großartige Verbindung aus persönlich-intimer Erzählung und Gegenwartsanalyse: „Like a beat reporter to the soul, the London native investigates with uncanny intuition the interior dialogues, self-destructive habits, and beautiful follies of human nature and spits them back at us in gut-punch moments of warning, recognition, and clarity.“ (Timothy Monger) Und nochmal Elisabeth Woronzoff: „Through her album, she inspires a call for consciousness that will certainly incite radical social and personal change.“

Und noch ein Konzert, das ich in diesem Herbst besuchte. Lange ausverkauft waren die beiden Abende der kalifornischen Songwriterin/Popmusikerin (Jillian) Banks in Neukölln, doch durch einen glücklichen Umstand konnte ich zwei Karten für insgesamt 20 Euro bei Ebay erwerben und damit für ca. ein Viertel des eigentlichen Eintrittspreises. Ich mochte schon ihre ersten beiden Alben, Goddess und The Altar, und mit ihrem dritten, simpel III genannt, machte sie einen energischen Schritt in Richtung der kantigeren, auch subtil experimentelleren, ähm, „Post-RnB-Elektro-Pop“-Richtung à la FKA twigs und Co. Nicht jeder Rezensent fand ihren Einsatz von Soundeffekten vorteilhaft – mich hingegen begeistern gerade diese Songs ihres Albums, die eben raue Noise-Effekte in die Popmusik bringen. Ich mag besonders diese Konfrontation von Energien, die daraus entsteht. auch zwischen Mainstream-Pop und Sound-Art, wie es eben auch die Platten von FKA Twigs bestechend zeigen. Peter Füssl der österreichischen Kulturzeitschrift sieht das anders: „Im Zentrum dieser hochemotionalen Songs steht Banks ausdrucksstarke und wandlungsfähige Stimme, die sie in Neo-Soul- oder Avant-R’n’B-Nähe rückt. (…) Banks könnte sich getrost mehr auf die Kraft ihres unter die Haut gehenden Gesanges verlassen, der nicht selten in einem Übermaß an elektronischen Effekten unterzugehen droht, wenn Bässe maßlos übersteuert und Auto-Tune-Orgien abgefeiert werden oder bis zum Anschlag verfremdet und verzerrt wird. III mag vielleicht einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen, aber dass Banks vieles wagt und mitunter sicher auch Zukunftsträchtiges ausprobiert, statt sich auf biedere Charts-Tauglichkeit zu kaprizieren, verdient jedenfalls Respekt.“

Noch noisig-elektronischer ist da die beim famosen Noise/Industrial/Techno/Elektro-Label Avian erschienene neue Platte der Dänin SØS Gunver Ryberg, Entangled, beste Klangkunst in der Tradition des großen Meisters Mika Vainio (vgl. auch Franck Vigroux‘ Album Totem). „Experimental techno at its most forceful and refined,“ sagt Max Graef Lakin:

 

Sound installations, theatre commissions, video game soundtracks, research and field-recording trips to South Korea and Svalbard—it’s far from the biography of your average dance music producer. She’s arrived at techno by a very different trajectory to most artists, and it shows. (…) Throughout her career, Ryberg has explored music at its most physical. As she explained to The Quietus last year, „I really seek out those frequencies that go into your body and resonate.“ You can hear this approach clearly on noise releases like „AFTRYK“ and the intense percussive workouts on last year’s SOLFALD, both designed to be heard at bone-rattling volumes. Entangled might feel at points like a step back from these extremes, but it also shows that Ryberg doesn’t need to rely on volume and bass vibration to elicit physical response. At different points Entangled manages to be hair-raising, punishing and caressing. It’s an immersive piece of music from one of contemporary techno’s most adventurous producers.

 

Und dann, wie schon angedeutet, FKA twigs´ zweites Album, Magdalene. Die radikalen Soundideen ihrer superben letzten Platte M3LL155X, hat sie (erstmal) hinter sich gelassen, zugunsten eines feingliedrigeren, doch nicht weniger sensiblen Popgestus, den Pitchfork nicht unpassend mit einer zeitgenössischen Kate Bush vergleicht:

 

With limitlessly innovative songwriting and production, the cinema of twigs’ music has never been more affecting. MAGDALENE is not just on the vanguard of pop, it’s in a breathtaking class of its own. (…) MAGDALENE is visceral and direct, but despite featuring a trunk-thumping Future collaboration (“holy terrain”), this is not a play to make pop music in the charts-humping sense. It’s a document of twigs’ marked achievements in songwriting and musicality as she elucidates her melodies without sacrificing her viewpoint. “sad day,” one of MAGDALENE’s most astonishing tracks, finds twigs properly genuflecting at the altar of Kate Bush, clearly having learned from her ability to translate inner sanctum into cinematic, Shelleyan alt-pop.“ 

 

Vieles könnte auch noch gesagt werden über die reiche Minimal Music von John Luther Adams, 2019 mit dem Epos Becoming Desert zu hören: „Inspired by the desert landscapes of his new Mexico home, the Pulitzer prize-winner takes us on an journey from the joyous to the apocalyptic“, so die 5-star review im Guardian. Bei YouTube gibt es ein kleines Video, in dem der Komponist recht unwiderstehlich zum Erleben seines neuen Werks einlädt. Auch schön ist dieses Interview/Portrait im Guardian aus dem Jahr 2015. Und hier ein lesenswerter Bericht des Komponisten selbst, in dem er von seinem Leben in Landschaften zwischen Alaska (wo er 40 Jahre lang lebte), Mexico und New York erzählt. 

Gianna Nannini hat mit knapp Mitte 60, nachdem ihre Alben der letzten mindestens zehn Jahre vorrangig einem recht gemütlichen Schema von sympathischem Streicher-Rock mit oftmals nicht direkt zwingenden Keyboard-Popsounds folgten, für ihre neue Platte etwas anders gemacht: Sie ging ohne ihre gewohnten Musiker und ohne ihren langjährigen Produzenten und Arrangeur ins Studio nach Nashville und nahm das erfrischend kompakte Album La Differenza als „Live Studio Production“ mit dortigen Sessionmusikern – und vor allem ohne Keyboards und dergleichen (naja, fast ohne) – auf. Hat Signora Nannini ihre Rolle als rockige „Janis Joplin Italiens“ in ihren Sechzigern auch längst hinter sich gelassen und wird kaum mehr eine Scheibe mehr wie zu Conny-Plank-Zeiten oder wie ihre kraftstrotzenden großen Livealben Tutto Live (1985) und Giannissima (1991) vorlegen: La Differenza ist ihr schönstes, erdigstes und souveränstes Album seit langem geworden. Vielleicht legt die wandelbare Italierin, in ihrem fünften Jahrzehnt als Musikerin am Ende noch ein starkes Spätwerk hin…

Und abschließend noch kurz zu den beiden tollen Alben, die das von mir seit bestimmt 20 Jahren hochgeschätzte Label Raster-Media für Avantgarde/Sound-Art/Elektronische Musik/ Konzeptkunst 2019 veröffentlichte: Die Japanerin Kyoka veröffentlichte bei Raster (damals noch Raster-Noton, dem Zusammenschluss mit Carsten Nicolais jetzt wieder unabhängigem Noton-Label) vor wenigen Jahren das exzellente Album is (is superpowered) (späte, aber nachdrückliche Empfehlung!). Nun, in Zusammenarbeit mit dem irischen Produzenten Ian McDonnell alias Eomac in den schwedischen, elektronischen EMS-Studios entstanden, gibt es das Album Söder Mälarstrand, das die beiden unter dem Alias Lena Andersson veröffentlichten:

Es ist ein intuitives, dialogisches Arbeiten der beiden: Kyoka liefert das Basismaterial, Field Recordings, Mikrosamples von menschlichen Stimme und Eomac baut die Beats darum. SÖDER MÄLARSTRAND ist eine weitere Versuchsanordnung, die dem Thema Techno gewidmet ist, ohne selbst hundertprozentig Techno zu sein. Es geht auch hier um Repetition und leichte Veränderungen, aber auch um Dekonstruktion und Richtungswechsel. Obwohl die Musik auf dem Album – irgendwo zwischen Glitch und Ambient – abstrakt und experimentell bleibt, weil die Beats ins Stolpern geraten, sich verschieben oder sich gegenseitig überlagern, entwickeln manche Tracks eine eigentümliche Funkyness, sodass wir dann doch wieder von Techno reden wollen.  (Albert Koch, ME)

 

Und eine echte Entdeckung: Grischa Lichtenbergers re: phgrp. Lichtenberger nutzte Material von Philipp Groppers Jazzalbum Consequences (Saxofon, Bass, Piano und Schlagzeug), 2019 auf WhyPlayJazz veröffentlicht, und konstruierte daraus eine ganz neue, andere, elektroakustisch-experimentelle Musik, die sich zwischen den Stilen befindet:

 

In his unsound jazz, this innovative artist creates a brand new genre out of twisted notes. Electronic no longer cares to be separate from all acoustic – it simply swallows and then envelopes it all. Micro clicks on looped and mutilated percussive beats are stitched into synthetic auditory scenes. Organic instrumental howls are drowned in modulated sine waves, which are controlled with knobs and wires of machines. The piano and the sax are torn apart into the grains of sprinkled points across de-ranged dynamics. (Headphone Commute)

 

Mal schauen… ein paar Alben, die auch Erwähnung wert sind, schiebe ich dann demnächst noch hinterher. Dies erstmal als erster Versuch eines Jahresrückblicks, der im besten Fall auch noch andere inspiriert, etwas aus dem zu Ende gehenden Jahr aufzusuchen.

2019 21 Nov

„Willow“

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a u d i o

 

 

copy & paste comment 1: the wonderful ways of Devendra Banhart describing his fascination about this song by Joan Armatrading, a genius  of odd metres, fine guitar work, subtle lyrics and downplaying emotion with a voice that could move mountains, are ear-opening. 

 

It‘s a wild thing, and never loses its grip. Recorded in tiny spots, jazz clubs, lofts, real studios, private rooms (at least so it seems),  it‘s overflowing with that sense of adventure that has been part of the best jazz in an around  Chicago since the early days of the AACM. In no way giving history lessons, it all comes down to a breathing, never-ending line of searching, finding, celebrating. Junius Paul‘s ISM is extraordinary in the way it sounds, too – no high end studio perfection required when an idea has a room, and the room is sparsely equipped. The lesson: make an empty room dance! (M.E.)
We find ourselves, in the words of the late, great chronicler of Los Angeles and other mysterious worlds Harlan Ellison, „face-down in Gloria Swanson’s swimming pool“. Paradise was always a trap. The American dream is a fiction containing all the wrong truths. Arthur Conan Doyle once posed „The Final Question“: David Thomas has devoted his artistic life to answering with a final solution. (Ed Whitelock, in his brilliant PopMatters-review on the stunning late work by Pere Ubu, „The Long Goodbye“)
„Oh bliss! As a long term Crimson fan (I bought their original album on the day it was released back in 1768… well it does seem an incredibly long time ago)“  (Mark Sheckelford‘s  funny time traveling accident)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      1. Arve Henriksen: The Timeless Nowhere (Box)
      2. Underworld: Drift (Box)
      3. Thom Yorke: Anima 
      4. Joe Lovano: Trio Tapestry (use the word opus magnum carefully, use it here!)
      5. Bill Callahan: Shepherd in a Sheepskin Vest
      6. Lankum: The Lifelong Day (ear-piercing Irish drone folk)
      7. Wilco: Ode To Joy 
      8. Nick Cave: Ghosteen 
      9. Rabbia / Petrella / Aarset: Lost River (no way to get over a sense of wonder)
      10. Oren Ambarchi: Simian Angel (the art of the invisible guitar, and other apparitions)
      11. Sunno)): Life Metal (you want it primordial?)
      12. Lana del Ray: Norman Fucking Rockwell („This is a record that won’t win Jan Reetze’s sympathies, what can I do, I love it. Most of Norman Fucking Rockwell exists in some timeless, catgut-strewn place where 3am bar pianos and washes of keyboards serve as the tear-stained mat under Del Rey’s glass slipper of a voice – until, that is, a song such as Cinnamon Girl suddenly unspools an unexpectedly long, lyrical instrumental coda, in an electronic-tinged echo of Young’s famous meandering.“)
      13. Junius Paul: Ism („a hypnotic double shot of low-end groove adventurism“)
      14. Rustin Man: Drift Code
      15. Brittany Howard: Jamie (her sharpest cocktail yet of folk, blues, gospel, jazz and soul, pure flow of passion in a raw and experimental setting)
      16. Will Burns & Hannah Peel: Chalk Hill Blue (search this blog for excellent translations of some of Will‘s poems by Martina and Astrid!)
      17. Lambchop: This (is what I said)
      18. Leonard Cohen: Thanks For The Dance (if it is an artefact, it‘s purely authentic, love and loss all around, who needs fucking entertainment)
      19. Torn / Berne / Smith: Sun of Goldfinger (sound goes round, enter tribal drums and gritty alto saxophone, drums  add a modern swing touch soon, electric guitar in glooming mode, no fireworks in the opening minutes, more the clearing of a field, a jungle feel, life on all niches and corners, call it swirling around. The alto goes for a long ride, not the leader of the pack, a textural thing in the wilderness, turbulence code red. The guitar is changing dialects, the lion doesn‘t sleep tonight, fair warning.)
      20. Louis Sclavis: Characters On A Wall 
      21. Hilliard Ensemble / Jan Garbarek: Remember Me, My Dear (ghost music of highest order!)
      22. Lee Perry: Rainford (& dub twin Heavy Rain)
      23. Pan American: A Son (introspection, space, and Shenondoah)
      24. Areni Agbabian: Bloom 
      25. Ingrid Laubrock & Aki Takase: Kasumi
      26. A Winged Victory for the Sullen: The Undivided Five
      27. Lumen Drones: Umbra
      28. Tinariwen: Amadjar 
      29. Neil Young w/ Crazy Horse: Colorado 
      30. Swans: Leaving Meaning
      31. Ethan Iverson w/ Tom Harrell: Common Practice (i swear black and blue, these standards fly high and higher)
      32. Matmos: Plastic Anniversary (restlessly inventive for decades)
      33. The Comet is Coming: Trust in the Lifeforce of the Deep Mystery (in the wake of legendary Impulse recordings from the 70‘s)
      34. Michael Kiwanuka: Kiwanuka (Marvin Gaye sends his warmest greetings from the tower of song)
      35. Kit Downes: Dreamlife of Debris
      36. Mats Eilertsen: Reveries and Revelations
      37. Purple Mountains: dito (funny, profound, and ultimately heartbreaking)
      38. Aldous Harding: Designer (meticulously executed, and eerie nonetheless)
      39. Big Thief: U.F.O.F. 
      40. Pere Ubu: The Long Goodbye (you might want to watch Elliott Gould in that Altman/Chandler-movie afterwards)

     

    REISSUES:

     

     

     

     

    ONE  –  Brian Eno w/ Daniel Lanois and Roger Eno: Apollo – Atmospheres & Soundtracks (Extended Edition – the classic one, and a new album of the same trio, nearly as stunning as the one from the golden days of Ambient Music, can‘t remember of another group reunion after 35 years – the soundtrack definitely has a life of its own, but the recently remastered blu ray version of the film the music was made for, Al Reinert‘s „For All Mankind“ (with extraordinary extras),  is just another mind-blowing experience) / TWO – The Beatles:  Abbey Road 50th Anniversary Edition (Deluxe Box Set) / THREE –  Mark Hollis: Mark Hollis (vinyl remaster –  The album was cut over several months with a pair of mics set in the centre of the studio’s live room. Sessions occurred around them, the musicians seated in different parts of the stereo picture to give the impression they’d played together simultaneously. Sonically, Mark Hollis is nearperfect, yet pockmarked with alluring human flaws; soundboxes creak and knock, bows clatter on strings, reeds squeak. Despite there being no electronic instruments, on The Gift there’s a sound like very high feedback, possibly a wind instrument, and on Inside Looking Out, something keeping the tempo is heard in the background for a little while, perhaps bleeding through headphones. These ‘mistakes’ were allowed to remain.) – FOUR – V.A. – Kankyo Ongaku: Japanese Ambient, Environmental & New Age Music 1980-1990 (an audio feng shui guaranteed to spark joy) / FIVE  – Michael Rother: Solo (Box Set) / SIX   – Don Cherry: Brown Rice (vinyl only) / SEVEN – Prefab Sprout: I Trawl The Megahertz / EIGHT    – Eberhard Weber: The Following Morning (one of many highlights of 50 reissues from 50 years of ECM) / NINE  –  Phil Manzanera: Diamond Head (from ex-Roxies, still-Roxies and no-Roxies comes a pure delight of heartwarming pop-charades, the missing link between Canterbury lightness and prog rock ambition, or, in the words of Mr. Manzanera: “The things I wanted to do are all there; the little cameos like the dance number, the three minute type guitar instrumental, the classical number. Certain of the songs were written with suitable people in mind and eventually it all came off.”)  / TEN –  Frank Harris & Maria Marquez: Echoes (vinyl only – we‘re in the middle of the 80‘s here, with a strange amalgam  of avant-pop and electronic experimentation. Imagine synthetic soul and traditional folk melodies, this album contains exotic moods, singalongs and sophistication,  poignant melancholia, farmyard field recordings throughout, Venezuelan vibes with a surreal twist, and even traces of sultry lovers rock.) /  ELEVEN   – Mahavishnu Orchestra: Birds Of Fire (Speakers Corner vinyl remaster) – („When the needle drops on the title tune, soon after three assertive gong strikes announce it, which soon explodes in a maelstrom of sound, uninitiated listeners might run for the exits. Stick with it, though, and you’ll be rewarded with some of the most passionate and tight ensemble playing on record.“) /  TWELVE – Jimmy Campbell: Half-Baked (from the label with the vertigo-inducing logo, came an album, at the beginning of the 70’s that was a strange mixture  of baroque instrumentation, a singing ego on the verge of falling apart, and a series of dreams about life’s losses in a time when everybody seemed to be a winner. Of course, the album is a deeply buried treasure. it can still be found on Discogs.) /  THIRTEEN – King Crimson: In The Court Of The Crimson King (another 50th anniversary edition with an unsurpassable surround mix)  /  FOURTEEN The Kinks: Arthur (50th Anniversary Edition, the full package)

    (In the first half of 2020, an early Jon Hassell classic will be reissued, on vinyl and DL at first, Jon Hassell‘s „Vernal Equinox“. I met the guy in Kristiansand, Arnaud, who has already listened to it and who was impressed by the improvement of the sound quality. Funny enough, later this year, he has been responsible for the installations of sound and vision of Sophie Turner‘s wedding in a castle in deep Provence, ah, she‘s better known with her name Sansa Stark from „Game of Thrones“. Small, wide world.)

     

     

    Afterglow, part 1 (starring Bill C , Carla B, Mark N,  Michael R, Sasha M, Will B, and Lankum from Ireland)

     

    (1) – “I was aware of Bill Callahan through Smog and that, but I think these latest records that he’s done are amazing. They’re quite abstract in a way, it’s really quite something, the lyrics are really good but the music is also really imaginative and the song structures are quite weird. He definitely doesn’t stick to the pop song structure that I was talking about earlier on, but it is melodic, it’s not atonal or anything. His records have a natural, very close sound, but it isn’t straight folk or anything like that, the instruments are acoustic but then he goes off into these different realms. I think the latest record, that I’m just trying to get my head around at the moment, continues that. He’s really thought of it as an album, it’s a double and it’s split up into four sides, and I know that when he was letting people know about it they released a side at a time, so it’s conceived as those four or five songs sitting together as a suite. It’s the best record I’ve heard in ages.“ (Jarvis Cocker on Bill Callahan‘s album)

    (In February 2020, an album will come out at  Jazzland Recordings that will find many friends here, the second duo album by Eivind Aarset and Jan Bang, purely instrumental! And, still living for music after 50 years of ECM, Manfred Eicher was talking to me, fully excited, about his recent production of another Carla Bley Trio album in Lugano – a pure solo work of Jon Balke will also be prepared for release, surely a joy for those who were stunned, for good reasons, when listening to „Warp“ in 2016.) 

     

    (2) – „Throughout Lankum‘s The Lifelong Day, drones reign supreme, whether it’s Ian Lynch’s uilleann pipes on The Young People or Radie Peat’s magnetically creaking harmonium or bayan accordion on The Wild Rover. Make no mistake: this is as deep a seam as anything ever mined by Gorecki in his Symphony of Sorrowful Songs or by Bonnie “Prince” Billy in I See a Darkness. In a strange way it‘s a companion album to a work that sounds totally different, but also offers a bath in deep melancholia: Framed by two brief dulcimer instrumentals, Pan American‘s „A Son“ most resembles „a folk time-capsule from an alternate dimension, where June Tabor and Brian Eno formed a Depression-era, well, Roxy Music. Songs about trains, family troubles and fading memories are delivered in Nelson’s quiet whisper-sing style, amidst a spare assembly of unfussy guitar and muted electronics. The direct confessional tone is countered by the untethered and timeless feel of the recording, delivering slow, steady laments that are fading like a box of old Polaroids.“

     

    (3)  –  „Eine Radiostunde mit Rother“

     

    (4) – “The old paths, the old buildings, the sight of a chalk hill blue or a greater butterfly orchid at the Ragpits – we don’t need these things for nostalgia, or for some sentimental reverie, we need them for the depth of life they summon, and to live through the world in all its wild abundance and richness, however small. To cultivate our own story-making of the earth as all that it can and should be.”  (Will Burns on Chalk Hill Blue) 

     

    (5) – Every once in a while there comes along an old-fashioned, experimental song album that is overflowing with ideas and melodies, nevertheless focussed and carefully assembled up to the tiniest details, at the same time extremely relaxed (close to an ancient J. J. Cale vibe), with a broad palette of rare sounds and a stunning theatre of voices (mainly from the man himself) – altogether a wonderfully performed manual in getting lost, though always linked to a deeply human agenda of our existence. Rustin Man‘s „Drift Code“ is such a work. Paul Webb has learned some reverberating lessons in the nights and months of Talk Talk‘s „Spirit of Eden“ recording sessions, and following an old tradition from the likes of Scott Walker and Robert Wyatt, he‘s not hesitating to nearly disappear for many years (after his marvelous expedition of „Out of Season“ with Beth Gibbons), risking dust from the history books, just waiting for the music to finally fall into place (exuding an energetically pure and primordial atmosphere, nothing less). Drift Code“ may be the perfect album for those armchair travelers who love to listen to albums from start to end, with a knack for the strangeness of things they only think they know about.

     

    (6) –  my photo of the year („Brimming With Life“ –  „Abbey Road 50 Exhibition, Liverpool, Autumn 2019“; „She came  in through the bathroom window“)

     

     

     

     

    Afterglow, part 2  (starring Richard Williams, Ernst Augustin, Rupert Thomson, Arve Henriksen‘s treasure grove,  and Michael Caine in Vienna)

     

    (1) No heroes, no masters, no gods.  No one is chosen, elitism is fuck. All saints, what else. But, well, thinking of my breakfast with Englishman Richard Williams in Kristiansand, one of the „true hero journalists“ of my youth, that I would call a honour. (Like it was a honour to get everlasting lessons for life from my English teacher Dr. Egon Werlich.) Richard Williams followed many routes in his life, the latest leading up to his forthcoming book „A Race with Love and Death: The Story of Richard Seaman“. In his book „The Blue Moment“, Arve Henriksen receives much more than just some honorary mention. Circles closing.

     

    (2) No more heroes, right, so I have to add another one, one of my favourite German writers who passed away lately, nearly blind, aged 92 – I do well remember  his mystery house in  Munique.  The living room looked like a ship‘s cabin from a Jules Verne novel, well designed by a man rooted in the tradition of fantastic realism. He didn‘t come from Homer and Cervantes (one has to be a fully equipped idiot like Peter Handke to fuel such self-images), Ernst Augustin came from Hirschberg, Riesengebirge. 

    So waren wir Kinder der ‚Ostzone‘, wir kannten keinen Kafka, nicht einmal beim Namen. James Joyce, ein Krimineller? Oder Qualitätsangabe für Teesorten, die nicht zu haben waren. Kenntnis der Moderne beschränkte sich auf ‚Busse wandert aus‘ (1927), antiquarisch bei Petzolt & Dröge in der Bahnhofstraße. Aber immer mit der Sehnsucht im Herzen auf nächtlichen Nebelgängen im verhangenen Wismar.“

    Ernst Augustin had another job in real life, a psychiatrist, working in Afghanistan in days before we were born, and later on in Schwabing.  If I have to pick out three novels – here they are: „Eastend“, „Raumlicht – Der Fall Evenlyne B“, and „Der amerikanische Traum“. One is a love story with a suicidal attempt, and a magic trip to London, one is the fictional and not-so-fictional story of healing a case of schizophrenia (in real life he married her), and one is about dreaming, fleshing out a whole life that is about to end way too early. Circles closing again.

     

    (3) Speaking of love in war times, one of the most fascinating novels I read this year (aside with Jamie Lee Burke‘s „Dunkler Sommer“, Peter Heller‘s „Der Fluss“, Patti Smith’s „Year Of The Monkey“, and Olga Tokarczuk‘s „Unrast“), was Rupert Thomson‘s „Never Anyone But You“, which was released, as German translation, and beautifully translated, with the same title, in the „Secession Verlag“. Interesting, I wanted to read this book very slowly (knowing that after the first pages) –  in contrast to my reading routines to always sink into a book without distraction, I read it (in parts) while putting on Michael Rother‘s early solo albums, and always drifted between reading OR listening, respectively reading AND listening.  Would probably  have worked with „Music For Films“ or „Apollo“, too. „Hello, darkness, my old friend“. Circles opening.

     

    (4) „The Timeless Nowhere“ ist eine vier neue Werke umfassende Kiste voller Wunder, ohne Plunder – Arve Henriksen-Musik ist kein „groove monster“, sie ist ein „mood monster“, und, um es mit den Worten eines alten Kinderbuches (war es ein Kinderbuch?) von Franz Hohler zu sagen: „Glück, mein Glück, rück näher ein Stück!“ Und wie sagte es John Berger in einem posthum veröffentlichten Buch so trefflich: „Meaning and mystery are inseparable, and neither can exist without the passing of time“. Das dürfte, egal, wie paradox es erscheint, auch für das „Zeitlose Nirgendwo“ gelten. Verblüffend, man bekommt das Teil nur als „limited vinyl edition“, den vier Langspielplatten sind zwei Cds beigefügt, welche die Musik ebenfalls enthalten. Die Pressqualität, das Design, alles hervorragend, und John Potters liner notes (jawohl, der, der mal beim Hilliard Ensemble war), eine helle Freude.

    In other words:  The Timeless Nowhere is a box full of wonders, complete with four new works, and, to say it in the words of an old children ’s book (was it a children‘ s book?) By Franz Hohler: „Luck, my luck, come back a little closer!“ „Glück, mein Glück, rück näher ein Stück!“ And as John Berger said in a posthumously published book, „Meaning and mystery are inseparable, and can not exist without the passing of time.“ Regardless of how paradoxical it may seem, this also applies to „The Timeless Nowhere“. 

 

  1. (5) – I listened to „Simian Angel“ for the first time at the end of August, on headphones – all windows directed to the vast nothingness of the universe that possibly hosts no god, no other life. But creepy objects like black holes and brown dwarfs. Heaven seems to be the most lonesome place, where nothing really happens, at least from the point of view of gardening and Japanese tea ceremonies. Well, of course, we had the moon landing, and we do have the astral space music of Sun Ra. Our dreams anyway. Strange enough, we can still feel peace (in harmony) when looking at the night sky. And here we are in company of Oren Ambarchi‘s fantastic album, two long compositions that, in a sophisticated  way, defy definitions, limits, opening a constant feel of joy and wonder, kling and klang. A touch of kosmische music here and there. His guitar sounds like a synth, and an organ, most of the time, and when he plays what sounds like a piano (and is again, made with his guitar – a special treatment really!), you might feel, for a moment, a „Music For Airports“-vibe – just another illusion, up, up, and away, with the blink of an eye. His partner is Brazilian percussionist Cyro Baptista, and when he starts on berimbau at the beginning of vinyl‘s second side, you are in wonderland. Yes, I thought, for another sequence of seconds, of Nana Vasconcelos‘s famous (or not so famous) solo album „Nana Vasconcelos“, the one with violins and violas coming completely out of nowhere, and knowing about Oren‘s passion for a lot of ECM records, I‘m quite sure he might have had a similar memory, for a moment. The music is crossing area after area, you are not able to, and surely not keen on marking a spot. All exit signs on! The earth is never solid, and even the percussion is an invocation of ego-less drifting in the windmills of your mind. Not all riddles solved, be sure.

 

 

 

 

  1. (6) And here  comes my song of the year (number two is Aldous Harding’s „The Barrel“), and I‘m quite sure it will never receive its karaoke treatment –  S T A R, from Underworld. Taking the Ahlberg’s classic children’s story „Each, Peach, Pear, Plum“ as it’s base, Karl Hyde launches into a tumbling, stream of consciousness list of celebrities in random situations. Like the very best Underworld tracks, it quickly needles its way into the subconscious where it sits, waiting to come out when you least expect it.

     

    Each, Peach, Pear, Plum
    I spy Tom Thumb
    Tom Thumb in the wood
    I spy Robin Hood
    Robin Hood in the cellar
    I spy Cinderella
    Cinderella at the ball
    I spy Henry Hall
    Henry Hall in his house
    I spy Mickey Mouse
    Mickey Mouse in his cradle
    I spy Betty Grable
    Betty Grable is a star

    Each, Peach, Clean Shoes
    I spy Tom Cruise
    Tom Cruise in the bay
    I spy Dr Dre
    Dr Dre on the Towy
    I –spy David Bowie
    David Bowie in the ring
    I spy Dr King
    Dr King on the tele
    I spy Mary Shelley
    Mary Shelley in a drama
    I spy Dalai Lama
    Dalai Lama is a star

    Each, Peach, Cheek Bones
    I spy Tom Jones
    Tom Jones down in Peckham
    I spy David Beckham
    David Beckham on the train
    I spy Michael Caine
    Michael Caine in Vienna
    I spy Ayrton Senna
    Ayrton Senna on his step
    I spy Johnny Depp
    Johnny Depp in the dark
    I spy Rosa Parks
    Rosa Parks is a star

    Each, Peach, Red Car
    I spy Lao Tzu
    Lao Tzu long gone
    I spy Barry John
    Barry John with his shirt on
    I spy Richard Burton
    Richard Burton with a book
    I spy Captain Hook
    Captain Hook with a chalice
    I spy Calvin Harris
    Calvin Harris interstellar
    I spy Helen Keller
    Helen Keller is a star

    Each, Peach, Tinfoil
    I spy Danny Boyle
    Danny Boyle made my summer
    I spy Joe Strummer
    Joe Strummer up in heaven
    I spy Nye Bevan
    Nye Bevan at the top
    I spy Iggy Pop
    Iggy Pop at the wheel
    I spy John Peel
    John Peel double decker
    I spy Sally Becker
    Sally Becker is a star

     

2019 20 Nov

Mark Turner likes Stevie Wonder

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2019 20 Nov

Vitamin D

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Beeing aware of the Vitamin D subject in the mid-nineties longtime I forgot about it. Meanwhile there is a hype around Vitamin D supplementation, but it´s a very healthy hype I guess, that will on the long run leave the doctors and the pharma concerns poor. As my primary care physician told me recently: „Tell that to the people and I have to close my office!“ The skin can only convert sunlight into Vitamin D if certain conditions are fullfilled. Sunscreening for example prevents a Vitamin D production of the skin. Minimum activating UV factor is: 3 or bigger. Older or overweighted people have a stronger need. In our latitudes like Northern Germany or Alaska Vitamin D deficiency prevails from November to March, at least. Therefore there is a wideknown susceptibility to infections and „winter depressions“ – unless you go on holidays to southern countries in winter, then you’re fine. A level test could be made by a doctor. The optimal blood serum is between 50 ng/ml and 90 ng/ml. Adequate Vitamin D levels can prevent numerous diseases in old age: osteoporosis, dementia, calcification of the arteries and many others. Supplementation should be done together with Magnesium and Vitamin K2. Sports in fresh air do help a lot, same does Vitamin C.

 


 
 

Karl Walser war Maler.

Rechts ein Bild, das seinen kleinen Bruder Robert Walser zeigt.


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