Some of you have been waiting for it. Here’s my extensive „interview“ with Richie Beirach (one part of it, at least). Enjoy!
on life, music etc beyond mainstream
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Some of you have been waiting for it. Here’s my extensive „interview“ with Richie Beirach (one part of it, at least). Enjoy!
2019 26 März
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Afterwards
My mother’s last days
were the end of a winter
that had become only
rolling blackout into blackout—
a time I had no hold on.
All news held a kind of dread
but ours, when it came,
felt like coming to.
A dimness in an old room,
a sense of certain things in absence.
Two sisters agreeing under the apple tree that the gathered speed
with which everything was being
done was just plain wrong.
poem: Will Burns
music: Hannah Peel
2019 25 März
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 7 Comments
2019 25 März
ijb | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
2019 24 März
ijb | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Kunst, Kunstausstellung | 3 Comments
Guten Abend,
mein Name ist Ingo Biermann, und falls Sie jetzt eine kunsttheoretische Einführung erwarten, muss ich Sie enttäuschen: Ich bin kein Kunstwissenschaftler oder Galerist, sondern Filmemacher, in den letzten Jahren vorrangig im Dokumentarfilm; in dieser Tätigkeit habe ich eine ganze Reihe von Filmen und Videos für Ausstellungen und über Künstlerinnen und zeitgenössische Kunst gemacht – weshalb man vielleicht sagen kann, dass ich als Fachfremder dennoch etwas zu diesem [hier gezeigten] Werk bzw. diesen den hier zu sehenden Werken sagen kann.
Nun begleite ich die Arbeit von Frau Scharp schon seit einigen Jahren, seit ihrer Studienzeit an der [Universität der Künste], um genau zu sein, und ich konnte somit einige Entwicklungen und Veränderungen unmittelbar mitbekommen. Nachdem die Arbeiten aus dem früheren Multimedialen und deutlich Gegenständlicherem nun über die Jahre hinweg sehr viel minimalistischer und grafischer geworden sind, sind sie auf der anderen Seite eigentlich sogar noch erzählerischer, erzählender geworden.
Auf den ersten Blick denkt man womöglich, da sei nicht viel zu sehen. … Schaut man schnell hin und hat’s erfasst und begriffen. Aber wie das Beobachten der Betrachter zeigt (wie gesagt, ich bin Dokumentarfilmer, das heißt ich bestreite meine Berufstätigkeit im Beobachten von Leuten – und darin, das Beobachtete in eine Erzählung zu transformieren), sieht man – also ich – doch, dass jene, die sich nicht mit dem schnellen Blick begnügen, eben auch mehr sehen, mehr erleben. Wir sehen nicht nur Grafik und Muster und Raster und Form … reduzierte Form … minimalistische Bilder… sondern wir sehen Erzählungen in den Bildern.
Und wenn ich „Bilder“ sage, dann meine ich natürlich nicht nur diese [→Punktezeichnungen] zweidimensionalen, diese Zeichnungen und Grafiken, sondern auch das Objekthafte; das sind Bilder im Raum, die weit mehr erzählen, als eine flächige, grafische Zeichnung es tut. Einer der wesentlichen Reize dieser Arbeiten liegt darin, dass sie sich den Raum nehmen, also hier [→Schnittzeichnungen] z.B. ganz offensichtlich: Die einst zweidimensionale Papierfläche wird durch Bearbeitung, d.h. das feine Ausschneiden aus Papier, und natürlich auch durch die Präsentation [hier in Holzrahmen] zu einem Zeichnungsobjekt, zu einer Zeichnung im Raum, – diese Zeichnungen gibt es, nebenbei bemerkt, in leichter Abwandlung auch ohne den Holzrahmen, da wird das noch deutlicher – zu einer Zeichnung, die den Raum ergreift und sich so ihre Umgebung aneignet, sich selbst zu mehr erweitert, als das eine (gerahmte) Zeichnung könnte.
Und wenn ich eingangs gesagt habe, dass die früheren Arbeiten – die der Studienjahre, die schon damals in Ausstellungen sehr positiv aufgenommen wurden, eben weil sie – etwa als Videos oder Objekte… da gab es z.B. eine Zitrone, aus der Haare zu wachsen schienen, oder ein Stück Butter mit herauswachsenden Haaren… – offenkundig, also multimedial, erzählten, dann sehen Sie, dass diese Multimedialität heute noch immer Teil der Arbeiten ist, nur eben souveräner und feinsinniger, auf andere Weise überraschender als früher.
Stellen Sie sich vor diese Arbeiten versuchen Sie, hinzuschauen: Das sind keine abstrakten Grafiken, die reine Formspielerei betreiben, sondern jede für sich kleine Erzählungen. Und wenn sie zusammengeführt werden zu einem größeren, mehrteiligen Werk wie hier [→ 7-teilige Punktezeichnungen] oder dort [→ 6er Reihe aus Schnittzeichnungen], dann entsteht auch eine größere und entsprechend vielgestaltigere Erzählung.
Diese Arbeiten erzählen zwar von Materialität, die sich zusammensetzt aus „Cuts“ und „Pieces“, aber zugleich erzählen sie uns über diese Fragmentierung und Neuzusammensetzung auch etwas über uns selbst, die wir davorstehen und unsere eigene Erfahrung darin widergespiegelt sehen, erleben. Das Material wird also sowohl als solches offenkundig – und ohne Umwege thematisiert, aber nichts hier erschöpft sich in rein abstrakter Materialspielerei. Denn die Arbeiten streben an, das „kaum Wahrnehmbare erfahrbar zu machen“:
Schauen Sie hier [→ Graphitschnitte]: Die Grafik geht in den Raum über; das nehmen wir wahr. Die Grafik ist aber selbst schon dreidimensional, genau genommen in dreifacher Hinsicht und im doppelbödigen Sinne:
Das Papier wurde [erstens] ganz geometrisch seiner Flächigkeit entledigt, indem diese Kästchen sorgfältig mit dem Skalpell entlang der gedruckten Linien herausgeschnitten wurden. Das passierte auf eine mühsame Art und Weise, die nicht mechanisch, sondern organisch die Geometrien nutzt (eben weil sie von Hand ausgeführt wurde und auf diese Weise ausschließlich Einzelstücke entstehen), erzählt also durch diesen Prozess von der Künstlerin selbst, nicht zuletzt schon dadurch, dass der Entstehungsprozess sichtbar bleibt, die strengen Geometrien der gedruckten Linien nie rein erhalten bleiben, sondern bspw. Leerstellen und Brüche entstehen, wenn etwas abbricht oder nicht 100% perfekt herausgeschnitten wurde. Oder hier bei den Punktezeichungen, wo die verschiedenen Zeiträume, über die hinweg diese großen Arbeiten entstehen, sichtbar bleiben.
Dann [zweitens] wurde das subtil dreidimensionale Bild mit Hilfe von Graphit weiter ins Objekthafte geführt und noch individualisierter (→ jedes einzelne wird also zu einem für sich stehenden Objekt). Ganz besonders spannend finde ich hier, dass durch die Wahl des Materials ein unmittelbarer Bezug zur Zeichnung hergestellt wird (mit Graphit wird nicht auf das Papier gezeichnet, wie wir das an sich von Zeichnungen kennen, sondern mit Hilfe von Graphitstaub wird das komplette Papier vom Material Graphit vereinnahmt, es gibt sozusagen mehr Graphit als Papier – was wir auf ähnliche und verwandte Weise auch hier nebendran sehen können [→bei solchen Arbeiten, die sich aus unzähligen Graphitminen zusammensetzen, welche zu zu Strukturen und Reliefs angeordnet und auf den Untergrund aufgetragen werden] und dort drüben, wo ganze Graphitblöcke, ebenfalls in klaren Strukturen auf dem Untergrund angeordnet wurden, aber die Geometrie sich in Auflösung befindet, weil es eben nie um ein mechanisch perfektes Ergebnis geht, sondern die Irritiationen und organische Unperfektion wichtiger Teil der Arbeit sind; in beiden Fällen bleibt der Vorgang der Zeichnung gewissermaßen erhalten.
Nun hängt [die Grafik] hier und wird auf der dritten Ebene raumgreifend, verhält sich zur Oberfläche und der Materialität der Wand, der Tapete und des Raums, reagiert auf die Lichtverhältnisse [sie sehen hier ganz klar den Schattenwurf, der Teil der Arbeit ist], bei Tag den Verlauf des Sonnenlichts oder den Schatten der Betrachter, die davorstehen …
Also es geht nicht nur um die Materialität, nicht nur um die raffinierte, ungewöhnliche Räumlichkeit der Zeichnung selbst, nicht nur um die reine Attraktivität dieser ansprechenden Bilder, und um ihre metaphorische Ebene (Stichwort: Graphit auf Papier, Stichwort: antiquarisches Papier) und die damit verbundenen Assoziationen, sondern es spielt auch die Zeit eine wesentliche Rolle, und das sehen wir, das erleben wir, das macht die Arbeiten zu kleinen Erzählungen, die in diesem Raum (bzw. welchem Raum auch immer sie hängen) – und natürlich auch im Gesamtwerk und im größeren Kontext – Teil von größeren Erzählungen sind – und die zudem miteinander kommunizieren, wie sie hier klar an den sich [im Raum] gegenüberliegenden Arbeiten – hier die Schnittzeichungen, dort die Graphitbilder – erleben können.
Und die Frage: Kommunizieren sie auch mit Ihnen? Ich meine: Ja. Aber zuhören müssen sie natürlich selbst.
[Galerie Kuckei+Kuckei // bei der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt erwerbliche Unikate // Ausstellungskatalog Rasterfahndung, Kunstmuseum Stuttgart // Dokumentarfilm „Neun Frauen“ (2011)]
2019 23 März
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Bo Hansson, Brexit, Brian Harnetty, David Bowie, James Yorston, Mitch Epstein, Neil Young, Robert Wyatt | 1 Comment
„There are degrees of amnesia, ways to forget
Ways to remember all the good that you’ve done
And if you can’t get a witness remind yourselves
Nobody’s just perfectly good all the time
And if you killed all those redskins long, long ago
Well, they’d all be dead now anyway, anyway
Don’t let that ghost disconcert you – the lord will provide
A nice little headstone for the brave Cherokee“
(Robert Wyatt, The United States of Amnesia)
1
Wenn man weiss, und man weiss es, mit welch manipulativen Strategien die Brexit-Wahlen auf den Weg gebracht wurden, ähnlich wie die amerikanischen Wahlen, so dass ein ehemaliger Berater von Obama noch vor Wochen, auf die Chancen Trumps zu einer Wiederwahl angesprochen, fast resigniert anmerkte, durch die manipulative Propaganda a la Breitbart und Co. würden 30 % der Amerikaner in einer „alternativen Realität“ leben, und politische Aufklärung gar nicht in ihren Wahrnehmungsbereich gelangen, dann kann man ähnlich nüchtern feststellen, wie korrupt weite Kreise der englischen Politik sein müssen, oder dumm, quer durch die Parteien (die Sozialdemokraten ein ähnlich schlechter Witz wie die „Genossen“ in Deutschland, man führe sich nur vor Augen, welch dumpfbackigen Argumente die schlichte Frau Nahles gegen das „bedingungslose Grundeinkommen“ ins Feld führte – Andrea, lies doch mal das Godesberger Programm, um dich deiner Vorfahren zu erinnern!), dann ist es beinah sonnenklar, dass der heute wieder massiv aufflammende Widerstand gegen den Brexit einmal mehr abgelehnt und runtergebrochen werden wird, mit den üblichen fadenscheinigen Argumenten. Und natürlich, glauben Sie, der unlängst von Trump ins Amt berufenen Justizminister würde mit dem ihm nun vorliegenden Bericht Muellers zur russischen Einflussnahme auf die Wahl ein Beben in Gang setzen, sicher nicht! Trump wird auch das in einen Triumph verwandeln, und der Graben im Land sich weiter vertiefen. Jetzt fehlt nur noch, dass Maxim Biller mal wieder was Tolles über den Mossad erzählt!
2
Mitch Epstein ist das Kind von Holocaust-Überlebenden. Jetzt begegnen mir einige seiner Bilder in der SZ, Orte, die er als „Akte des Widerstands“ fotografiert. Seit zwei Jahre zieht er wieder durch die USA, nicht zum ersten Mal, die „property rights“ sind diesmal sein Thema. Bei Protesten von Indianern, die vermehrt vesuchen, Land zurückzukaufen, begegnet ihm bei einem Massenprotest die umgekehrt aufgehängte Sternenbanner-Flagge – sowas zählt als Straftat. Die Regierung Obama stoppte den Bau einer Pipeline durch heiliges Land der Sioux, Trump hob das Verbot auf. Neil Young schrieb einen Song dazu, die Gräben vertiefen sich mehr und mehr. Diese Dokumente könnten irgendwann auch als dauerhafte Verlustmeldungen in die Geschichte eingehen.
3
„Shawnee, Ohio is a sonic portrait – past and present, real and imagined––of a small Appalachian town in the United States. Shawnee emerged as a coal mining town in the 1870s. A century of decline forced businesses and people to leave, and today local residents fight to hold their buildings and community up amid a new “fracking” boom. Despite an uncertain future, these residents continue to work for environmental, economic, and cultural enrichment. Since 2010, I have been visiting and working in Shawnee. I have also been retracing the footsteps of my family, who immigrated there as Welsh coal miners in the nineteenth century. Shawnee, Ohio focuses on eleven portraits of local residents recounting their lives, work, friendships, and deeds. They talk and sing of mining, disasters, underground fires, social life, protest, and hope. They include women and men, are black and white, and are across generations and centuries. Working directly with community members, I use archival samples of their voices and weave them together with my own ensemble. Past and present are tangled together in a haunting world of music, stories, and images.“
2019 23 März
Martina Weber | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 8 Comments
Wie geht ihr, liebe Manafonistas und Blogleser*innen, eigentlich bei der ganz normalen (täglichen) Auswahl eurer Musik vor? Hat das irgend ein System? Welchen Impulsen folgt es? Hier ein kleiner Einblick in die seltsame Chaosstruktur meines Musikhörens der vergangenen Tage: So eher aus Zufall („andere Nutzer der Bibliothek interessierten sich auch für folgende Bücher …“) lieh ich mir aus der UB von Helmut Korte die Einführung in die systematische Filmanalyse aus und fand im Kapitel über der Analyse von Antonionis Zabriskie Point eine Tabelle mit dem Musikeinsatz und da hier Pink Floyd sehr präsent ist, legte ich Ummagumma auf, das Livealbum. Gefangen von der Psychodelik erinnerte ich mich an eine Aufnahme von Can und suchte sie, fand sie in einer Box, wobei mir allerdings eine Aufnahme von Talk Talk aus dem Jahr 1986 in die Hände fiel, das Konzert von Montreux, das ich im Deutschlandfunk aufgenommen hatte, leider nur zum Teil. It´s My Life. Such A Shame. Give It Up. Auf der Rückseite der Kassette befindet sich Sufi-Musik, die sich Jürgen Wasim Frembgn als Gast bei den Zwischentönen gewünscht hat, vermutlich vor ungefähr acht Jahren. Die Nacht in der Wüste, heißt das erste Stück, Stimmung der Landschaft aus Nordost-Iran. Das passt zwar gar nicht zu Talk Talk (und ich hörte nur ein paar Sekunden rein), aber schon eher zu Jürgen Ploog, der Reisen in den Orient wie Träume beschreibt. Idee eines Shelfie, Musik zu den passenden Büchern und DVDs zu platzieren. Geoff Dyer schrieb in seinem grandiosen Essay über Tarkowskijs „Stalker“, er hätte dannunddann eine Ambient-Phase eingelegt und „Stars of the Lid“ gehört, (um etwas herauszufinden, was ich vergessen habe?) und ich fand Tracks aus „And Their Refinement Of Decline“ aus Michaels Sendung vom April 2007 (ich bin keine Archivarin, aber teilweise ziemlich gut organisiert). Inzwischen kam die Rother Box an. Fernwärme. Mir fällt auf, dass ich ein paar Wochen lang nicht Boards Of Canada gehört habe. That´s home.
2019 21 März
Gregor Mundt | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
Musik Produktion Schwarzwald (Teil 1)
Vorgestern war es soweit, endlich, ich hatte die Gelegenheit das legendäre MPS-Studio in Villingen (Schwarzwald) zu besichtigen. Schon im Flur begrüßte mich Robert Wyatt, ein frühes Bild aus Softmachine-Zeiten. Aber dann das Studio, unfasslich, wahrscheinlich eines der ganz wenigen bestens erhaltenen Analog-Studios in Deutschland. Inzwischen stehen Studio und Inventar zum Glück unter Denkmalschutz. Eigentlich fing alles mit meiner Liebe zu alten Röhrenradios an. SABA hat in den fünfziger Jahren unglaublich gute Geräte hergestellt, hatte damals schon jahrelange Erfahrung mit dem automatischen Sendersuchlauf, hatte das magische Auge erfunden, das erste tragbare Tonbandgerät im Programm und vieles mehr. Geführt wurde die Traditionsfirma in den 60 und 70er Jahren von Hermann Brunner-Schwer (kaufmännisch) und Hans Georg Brunner-Schwer (technisch) unter dem wunderschön klingendem Namen SABA (die Abkürzung, für die SABA steht, weckt allerdings weniger romantische Assoziationen: Schwarzwälder Apparate Bau Anstalt August Schwer und Söhne). SABA baute damals auch hochwertige Aufnahmegeräte. Erinnert sei nur an das legendäre SABA 600 SH von 1965. Hans Georg Brunner-Schwer richtete sich Ende der fünfziger Jahre sogar ein Tonstudio in seiner Villa ein, in die er gerne Jazzmusiker einlud, mit ihnen tafelte und eben auch deren Musik aufnahm. Wenig später errichtete er in unmittelbarer Nähe zu seinem Haus ein Studio, so groß, dass sogar Duke Ellington mit seinem Orchester dort Platz fand. Ein Ampex-Bandmaschine mit 24 Spuren und entsprechende Mischpulte wurden eingebaut, ein riesiger Bösendorfer Imperial Flügel eingeflogen und dann fing man an, zunächst noch unter der Flagge von SABA, dann aber unter dem eigenen Label MPS, Music Production Schwarzwald, unvergessliche Aufnahmen zu produzieren. Recht früh mit dabei: Joachim Ernst Berendt, der hier auch erste Weltmusik-Experimente durchführte.

Eine Zusammenarbeit von Hans Georg Brunner-Schwer und Joachim Ernst Berendt wurde erst 2016 von dem Label Resonance veröffentlicht: Bill Evans, Eddie Gomez und Jack DeJohnette: “Some Other Time – The Lost Session From The Black Forest“, aufgenommwn am 20.Juni 1968 im MPS-Studio in Villingen. Die Doppel-CD ist fantastisch und nur sehr zu empfehlen.
Die Liste der Musiker, die in Villingen im damals hochmodernem Studio aufgenommen haben oder Konzerte durch MPS haben aufnehmen lassen, ist lang, hier einige Namen: Dexter Gordon, Slide Hampton, Ack von Rooyen, Red Garland, Jimmy Heath, Egberto Gismonti, George Gruntz, Dave Holland, Daniel Humair, Kenny Drew, Bill Evans (gemeint ist der Pianist), Eddie Thompson, Oscar Peterson, Ray Brown, Friedrich Gulda, Joachim Kühn, Volker Kriegel, Toto Blanke, Palle Danielsson, Randy Brecker, Rolf Kühn, Pierre Favre, Phil Woods, Nana Vasconcelos, Peter Warren, Monty Alexander, Woody Shaw, Nathan Davis, Eugen Cicero, Charlie Antolini, Art van Damme, Joe Pass, Eberhard Weber, Wolfgang Dauner, Albert Mangelsdorf, Heinz Sauer, Ralf Hübner, Attila Zoller, Niels Henning Orsted Pedersen, Kenny Clarke, Hans Koller, Siegfried Schwab, Gunter Hampel, Manfred Schoof, Peter Brötzmann, Jackie Liebezeit, Peter Kowald, Tony Scott, Irene Schweizer, Fritz Pauer, Steve Kuhn, Joe Turner, Jan Hammer, Billy Taylor, Joe Nay, Jim Hall, Lee Konitz, Jimmy Knepper, Freddie Hubbard, Baden Powell, Michael Naura, Wolfgang Schlüter, Peter Trunk, George Russell, Don Cherry, Lester Bowie, Karin Krog, John Surman, John Taylor, Tony Levin, Jaspet van’t Hof, Charlie Mariano, Tomasz Stanko, SUN RA, Zoot Sims und viele andere. Diese außergewöhnlich lange Aufzählung zeigt die enorme Bedeutung, die dem MPS-Label damals zukam. Schließlich gab es in den sechziger Jahren kaum auf Jazz spezialisierte Plattenfirmen. ECM wurde erst 1969 gegründet, MPS wurde zwar nur ein Jahre früher,1968, ins Leben gerufen, davor wurden aber schon viele Aufnahmen unter dem Namen SABA gemacht und auch veröffentlicht.
Alles fing damit an, dass SABA-Firmenmitinhaber Hans Georg Brunner-Schwer Oscar Peterson 1963 in sein Privathaus lockte und dort im familiären Rahmen Petersons Spiel aufnahm. Aber wie? Vollkommen neuartig und ungewöhnlich, mit Neumann-Mikrophonen ganz nahe an den Klaviersaiten montiert. So entstand ein ungeheuer dichter, intensiver Sound. Oscar Peterson war begeistert und kam von nun an jedes Jahr zu Privataufnahmen in die Villa des SABA Technikchefs HGBS, wie man ihn gerne nannte. Peterson war bis 1968 noch bei Verve vertraglich gebunden und so konnten die im Zeitraum 1964 bis 1968 entstandenen Aufnahmen erst 1968 erscheinen und wurden kürzlich in einer 4CD-Box unter dem Titel “Exclusively for my friends“ wiederveröffentlicht.
Eine letzte dringende Empfehlung aus dem Hause MPS: Eine Box, compiled by Hans Georg Brunner-Schwer “MPS Piano Highlights“. Hier sind Aufnahmen zu finden von Red Garland, Hank Jones, Cecil Taylor und vielen anderen.
The May Edition of Uncut pays tribute to Mark Hollis, his story is so much shorter than Neil Young‘s wild journeys with Crazy Horse (also featured), but no less glorious. Where others end with a bang, or a never-ending tour, Mark Hollis‘ artistic career ended with a whisper. He became a family man, with no reason to return to music. He had done it all, and pushed the limits. I wish I‘d once been at White Hart Lane, watching a football game there when I was a teen, I might have met him long before everything started. Just daydreaming. Being a listener all my life (without needing heroes when finally grown up), and not a player, I‘m so happy that his last three albums never stopped to share company. From the same breed as all that soulfood of my life, from the Kinks to The Beatles, from Scott Walker to Talk Talk, from Robert Wyatt to Brian Eno. Yesterday I wrote to Brian that after the cancelling of my travels to the North Western Highlands in January („Laughing Stock“ would have been part of my final Land Rover CD collection) I’d hope to come at least to London soon, for this and that, and a cup of decaffeinated green tea in his studio. „Please let me know when you’re here. I’ll have the kettle on!“, was part of the answer. He‘s curious, by the way, to listen to that album by Will and Hannah, and he will definitely have another special experience when getting lost in „24 Frames“ on BluRay. Today the colour of spring seems to return, and I‘m still sitting in a coffeehouse where they play that awful parade of classical music evergreens. I‘m not the guy to shoot loudspeakers. Gentle does it.