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Archiv: Wilco

2018 9 Nov

„It was an early obsession …“

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Am Wochenende war ich in einem meiner ungewöhnlichsten Konzertbesuche. WILCO, mit dabei einer der weltbesten Gitarrenspieler. Ob es mit ihm zusammenhängt, weiss ich nicht, jedenfalls machte mich das ständige Austauschen der Gitarren sehr neugierig. Zuerst versuchte ich, den jeweiligen Gitarren einen Namen zu geben, Fender, E Gitarre … Dann ging ich vor zur Bühne, um den unterschiedlichen Sound besser heraushören zu können. Mehrmals schallten mir Misstöne entgegen, mir war nicht klar, ob diese mit eingebaut waren oder just happened. Auch die Rhythmen verführten mich zu dem Gedanken, dass es doch phänomenal sei, wenn die Band zu den Texten den allerbesten Sound rausloopten. Und dann hatte das Fragen ein Ende und das Staunen begann. Der Song begann sehr ruhig, fast zart – plötzlich ein donnernder Rockbeat für 2 Minuten auf 4 Gitarren, dann wieder dieser eingängige Blues. Mir wurde klar, dass hier eine Band am Sound arbeitet, dass Neues ausprobiert wird, dass um jeden Ton gerungen wird. Das alleine war die Show schon wert. Ich hätte gerne gewusst, wie viele Gitarren sie dabei hatten und wie genau der Soundcheck vorgenommen wurde. Zu Beginn des Konzertes hatte der Sänger gesagt, er könne sich in dieser Messehalle auch vorstellen, einen Vortrag über seine Musik zu halten. Auch das wäre sicher interessant gewesen.

I’ve never been alone
Long enough to know
If I ever was a child

I was tied up like a boat
Unbuttoned like a coat
Set free for a while
Well I jumped to jolt my clumsy blood
While my white, green eyes
Cry like a window pane
Can my cold heart change
Even out of spite?

And I cry like a window pane
Can my cold heart change
Over night?
So I won’t ever want to touch
Your heart too much
Or hold you too tight

I slump behind my brain
A haunted stain will never fade
I hunt for the kind of pain I can take

I never was alone
Long enough to know
If I ever was a child

 

„There aren’t many, if any, precedents, but Eric Clapton’s 1991 song Tears in Heaven was written in response to the death of his four-year-old son, Conor, also from a fall. But where Clapton found some comfort in ideas of heavenly reunions and eventual peace, Cave finds no such salvation or solution. In fact, one of Skeleton Tree’s most powerful statements is its rejection of God and notions of easy healing, happy endings or even meaning.“ (Dave Simpson, The Guardian) 

 

„In den letzten Tagen tauchte ein Album auf, als ferne Parallele, in Besprechungen der neuen Alben von Wilco und Okkervil River: „On The Beach“, von Neil Young. Ganz sicher keines seiner bestverkauftesten Alben, aber eines, dessen Wirkungsgeschichte umso weiter reichen wird. Ein Werk des Abgesangs, verstörend allemal, in seiner Ruhe und Schwärze. Teil einer Trilogie Mitte der Siebziger Jahre, in der Neil Young die Flowerpower-Träume ohne Blumen zu Grabe trug, und gleich zwei Weggefährten mit beerdigte. Jetzt darf man eine weitere Parallele benennen, zu Nick Caves „Skeleton Tree“, Youngs „Tonight’s The Night“. Nicht in Hinblick auf die Alptraumakustik von Neils Grosser Nachtmusik, sondern mit einem Gespür für all die hörbaren und unhörbaren, letztlich untröstlichen Schreie, in der Stimme, und um die Stimme herum.“ (m.e.)


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