Manafonistas

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2022 9 Nov.

When sky is on fire

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In the music of the new album, there are a lot of low, groaning, distorted sounds that are really remarkable. What am I hearing?

Eno: Partly because I don’t have bass and drums on there, there’s a lot of space for those kinds of sounds. Often when I’m making a piece, I’m thinking like a painter: I need more shadow here in order for this brightness to shine. One of the catastrophes of recording lately—not so much now; people got wise to it—but there was a period when people wanted every instrument to be at the front of the mix. I call those “cocaine mixes,” because they often seem to accompany the ingestion of lots of cocaine. Everything is brightened up and sharpened up and pushed to the front of the mix. Of course, that means that everything is in the same place, essentially. You start to realize after a while that in order for something to appear bright, there has to be something dark beside it. And vice versa. So just from a purely painterly point of view, those [low] sounds are counterpoint to the higher, brighter sounds that I’m using. I want to make universes that seem credible, which means that they have threat as well as joy in them.

2022 7 Nov.

Meditative Afternoon With Three Vinyls

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1) „The Futuristic Worlds of Sun Ra“ (2022 reissue)   
2) Ethiopian & His All Stars: „The Return of Jack Sparrow“    
3) Alabaster dePlume: „Gold“

 

Das ist die Stelle, an der mancher gerne fragt: „Und was hast du dazu geraucht?“ Aber die Musik hat den Job ganz allein erledigt, mich anderswohin zu transportieren. Sun Ra und sein Arkestra 1961 in New York, an der Grenzscheide zwischen  good old jazz vibes und der Startrampe fernen Welten, die Hollywood nie domestizieren konnte. Ethiopian und ein betörendes Doppelalbum, ein viel zu unbekannter Schatz der Reggae-Historie. Und Alabaster dePlume, der Storyteller mit dem herrlich windschiefen Saxofon und seinem wunderlich gestrickten wie getricksten Theater der Stimmen. Das alte Äthiopien kennt er auch. 

 

2022 6 Nov.

A snapshot in time

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„In diesem Monat vor sechzig Jahren kam „Love Me Do“ in die Charts und die Welt veränderte sich. Aber was änderte sich dadurch? Nicht nur das mit der langweiligen, selbstgefälligen Strickjacken-und-Billy-Cotton-Karikatur der britischen Nachkriegskultur. Bevor die Beatles und die Stones auf den Plan traten, gab es viele Anzeichen dafür, dass sich etwas ändern würde, wenn man nur genau hinsah. Zwei Dutzend von ihnen sind in A Snapshot in Time versammelt, einer neuen Zusammenstellung von Klängen aus den Jahren 1960-63, die man heute als eine Reihe von Vorahnungen betrachten kann.“

 

alles weitere in Richard Williams‘  Blog „The Blue Moment“

2022 6 Nov.

Novemberblumen

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… can you smell them? Just wait a minute, Google Scent is on the upload …

 

(1) Ich möchte den unbekannten oder bekannten Leser einladen, die beste Bäckerei des Universums aufzusuchen. Man kann das mit einem Kurzurlaub im östlichen Ruhrgebiet verbinden, wo die Menschen noch „woll“ sagen und Fussball echte Liebe ist. Das Domicil, das Tor zum Sauerland, die wilde Nordstadt, das Abenteuer des Unbekannten! Sie können mich auch als Reiseführer engagieren (ich bin als Life-Coach und ziemlich guter Entertainer allerdings recht teuer, kurz vor unerschwinglich). Jedenfalls kenne ich diese gute Stube seit Ewigkeiten, denn ich komme aus Dortmund, und die Bäckerei Fischer gibt es schon über hundert Jahre. Drei Tage hintereinander war ich nun früh morgens dort, um den Tag  mit dem legendären Salzkuchen mit Mett und Zwiebeln zu starten. Von früh an gehörte es zu meinen Spezialitäten als Liebhaber, morgens nach liebestrunkenen oder auch halb so wilden Nächten Brötchen vom Bäcker zu holen, sei es in Münster, Würzburg, Paris (da waren es Croissants), auf Borkum oder in Dortmund. Das mit dem Universum ist ein wenig übertrieben, genauso, wie die vielen erfolglosen Briefe, die dorthin (ans Universum) verschickt werden: aber es ist ein erstklassiger Familienbetrieb, mit passionierte Bäckerinnen (so wie es es hier passionierte Bloggerinnen gibt), und tollen Produkten. Hören sie sich also mal in Ruhe an was „Brötchen 009“ (so nennen seine Kumpel ihn) HIER zu erzählen hat.

(2) Meine dezenten Einschränkungen sind folgende: Spritzgebäck gehört zu den unbekannten Aphrodisiaka, die ich selbst weitaus besser herstellen kann (mit leichter Zitronennote). Ich erinnere mich, aber lassen wir das. Die normalen einfachen Brötchen sind umstritten: manche lieben sie in ihrer Bauhaus-Schlichtheit, andere nennen sie ein „knuspriges Nichts“, und man weiss nicht so genau, ob das ein sanfter Kritikpunkt ist oder unverhohlene Ablehnung. Ich finde sie 3+. Ich bin kein grosser Fan ihres Apfelkuchens mit Rührteig, aber sonst: die Brotspezialitäten, wow, das Bürli, das Dänenkäsebrötchen, das Müslibrötchen, das Dinkelbrötchen, alles ganz hohe Schule – und dann, oh mein Gott, die Zitronenrolle (letztere ist wirklich die beste des Universums), und der erstklassige Bienenstich, der hier „Friesenkuchen“ heisst! Was mich daran erinnert, dass die Nordsee wieder mal ruft. Den Chiemsee habe ich in Absprache mit Uschi (alles zwischen uns beiden begann, wie so vieles andere, im legendären ersten Statistikkurs für Psychologiestudenten im Wintersemester 1974/75, bei Herrn Rausche) auf das frühe Frühjahr verschoben. Mir fehlen die stürmischen Winde, das raue Meer, das Eisbaden, die Einsamkeit auf der Uwe-Düne morgens um 7. Und der Eiergrog beim Klavierdoktor! Aber bald – bald! („every repetition is a form of change“; Brian Eno, Oblique Strategies – Heraklit, Vorsokratiker)

(3) Nachspiel vom späten November 2011: Kleine Fluchten am Abend – das ist doch mal eine Gute-Nacht-Lektüre: „St. Ives“, der letzte Roman von Robert Louis Stevenson, wunderbar der Stil des alten Schotten, Abenteuer- und Liebesroman in einem (mit jeder Menge psychologischem Feinschliff), spielt zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Früher, wusste Wondratschek zu berichten, begann der Tag mit einer Schusswunde, morgen früh allerdings mit  einer kühlen Orange auf dem Weihnachtsmarkt, ich sehe schon die lange Schlange vor der Bäckerei Fischer vor mir!  Wecken wird mich Kate Bush mit „Misty“, später plaudere ich mit der Bäckerin darüber, wie sie über die Jahre ihre Herzlichkeit hinter der Theke kultivieren. Geh, Michael, geh die vertrauten Wege noch einmal, am Sonntag dann eine melancholische Geisterstunde in den Klanghorizonten, Sounds, die zuweilen das Alltägliche in Windeseile drehen (diesmal habe ich „Dis“ ausgegraben, von Jan Garbarek, und, schau an, das griesgrauträumende Meer auf dem Cover!)

 

 

They have the blues, and it always sounds fresh. No matter how deep they dive in history, you don‘t get any impression of copycats at work. Or just another combo of virtuosity playing down the same avenue forever and ever. The excitement is a steady presence. They don‘t push you to any distant horizon, they stay close, in your room (close to hyper-realism, audiophile recording). There is the fiery blues, the earthbound gospel, the deep jazz, tight and focussed. The guitarman sometimes opens up  a sharply cut twilight area between John Lee Hooker and Bill Frisell. The man at the saxophone, oh my god,  is a marvel. His playing, though tonally rooted, offers a laid-back intensity that‘s so much of his own (no ornaments required!) – and no reviewer should feel the need to quote some giants of the past. In 1964 an album like this would have become a classic (JD Allen hasn‘t yet arrived on earth by that time), in 2022 it is just timeless. This work is so damn good, it’s seducing me every time not to miss a single moment.

Es dauerte etwas, bis ich Albenhörer wurde und Alben in mich aufnahm wie Kinofilme, vom ersten bis zum letzten Ton und Bild. Anfangs sorgten Singles und Single-Sammlungen für die Ausschüttung von Endorphinen, ein Wort, bei dem ich immerzu an luftige Delphinsprünge dachte. „Revolver“ erwarb ich zum ersten Mal irgendwann als CD, meine Kindheit war von den Kinks und vom „blauen“ und „roten“ Album der Beatles gesoundtrackt, waschechte Kompilationen – und (da ging es los mit den „Gesamtkunstwerken“) von Sgt. Pepper und Konsorten („Atom Heart Mother“, „Aftermath“, „Blue“, „The Songs of Leonard Cohen“, „Bringing It All Back Home“ – nicht, dass das obercool klingt, Richie Havens, Esther und Abi Ofarim und Gilbert Becaud waren auch dabei, mhmm, schon obercool😉).

In den knapp zwei, drei, in denen das blaue und rote Album öfter mal heissliefen, war ich verliebt, ein bisschen, ein bisschen mehr, oder gar über beide Ohren, in Marlies Durch den Wald, das Girl aus Amorbach (the strangest story of all), Elke Marie tom Dieck, Katrin Engelmann und Regina Detert (la tristesse pure, natürlich nicht R.D., sondern lonesome me). „I won‘t tell the soft pink truth here!“ 

„Als wir gefragt wurden, was unsere Formel sei, sagten John und ich, wenn wir jemals eine finden würden, würden wir sie sofort loswerden.“ The missing link between The Beatles und Brian Eno. Und dieses Credo erklärt eben auch die von Album zu Album, und ab  „Revolver“ so radikale wie entgrenzende Entwicklung der Beatles, ein Stückweit jedenfalls. (kein Grund zur Übertreibung: „Taxman“ und „Dr. Robert“ sind in meinen Ohren zwei ihrer langweilisügsten Songs ever.)

Wer da skeptisch einwirft, mit ihrem „White Album“ wollten sie doch „zurück zu den Wurzeln“, dem entgegne ich gerne, solch eine Vorstellung sei eine komplette Illusion: zwar verfolgten sie zu der Zeit (man höre nur die wundervollen „Esher Demos“) die Idee „alter“ Direktheit, Rohheit, und Spontaneität, aber natürlich wurde alles, was auf dem „White Album“ geschah, gefiltert  durch die gesammelten Erfahrungen der Zwischenzeit (die Erweiterung der Horizonte, durch unerhörte Töne von von Cage bis Indien, durch LSD sowieso, und die zeitlich für diese Jungs enorm verdichtete Palette von „travels & experiences).

„Revolver“ war der erste deutliche Schritt zu neuen Ufern – zeitlose Melodien schüttelten sie schon seit den grühen Jahren aus den Ärmeln, besonders das Team Lennon / McCartyney. Was für eine Freude also, vor Tagen „A Hard Day’s Night“ und „Help“ und „Rubber Soul“ in mono zu hören! (Bongbong Chimchimcheriiieee!)

 

 

 

 

„Revolver“ klingt nicht nur im ursprünglich so konzipierten Mono-Mix exzellent, sondern auch in dem neuen Stereo-Remix des Sohnes von George Martin – der alte Junge ist sowieso ein kluger Typ und wollte hier nichts für die Ohren des 21. Jahrhunderts polieren, sondern dem Alten neue Finess entlocken. Mit „Revolver“ legten sie jedenfalls den Grundstein für noch ehrgeizigere Musik der Zukunft. Und in dem ganz dicken Boxset, der für die „hopelessly addicted“ ein gefundenes Fressen ist, wird das Kunstwerk, als work in progress, noch ein paar Tonspuren vitaler, beispielsweise, was das uns ansonsten fast schon lachhaft vertraute  „gelbe U-Boot“ betrifft!

Craig Brown hat mit seinem wundervollen, beim C.H. Beck-Verlag erschienenen Buch, ein trickreiches Verfahren entwickelt, uns die Geschichte der Beatles „very fresh“ zu erzählen: bei allen eingestreuten Zeitsprüngen, die wie so vieles andere, zur Auflockerung beitragen, folgt er der Chronologie der Ereignisse, wobei das Marginale (ein weiterer Trick der Auflockerung) genauso fesselnd hinzugezogen wird wie legendäre Schlüsselmomente (für die er auch manch neuen Dreh findet).

Zudem ist hier ein Humorist am Werk, der es versteht, statt schwärmerisch eine Nummernrevue abzureissen, unter mancher Oberfläche des Schelmischen den einen und anderen Abgrund freizulegen. In des Ausdrucks freiester Auslegung, erzählt der gute Craig „mit vielen Zungen“, so gewitzt, oder, wie es die Engländer gerne sagen, „sophisticated“, dass es die Lust an der Lektüre nicht im geringsten mindert, wenn einem manches bekannt vorkommt – so frisch und unverbraucht ist dieses „story-telling“ der Meisterklasse.

In den letzten zehn Jahren konnten wir uns auf unterschiedlichste Weise den Beatles neu annähern, da waren die Mono-Remasters, die Stereo-Remasters, die Surround-Mixe, die filmischen Dokumentationen, deren vorläufig letzter Streich die mehrteilige Serie „Get Back“ war, die, mit der ewigen, stoischen Anwesenheit von Yoko Ono, auch etwas von Bergmanns „Szenen einer Ehe“ hatte.

Eine Serie, die ich, mit den ewigen Diskussionen im Kreis, abwechselnd ermüdend und erhellend fand: es geht um das Ende, und alle wissen es, verrückter, fabelhafter Jahre, ein letztes Sammeln kreativer Energien, für den Schwanengesang, der seine Momente hatte, aber nicht mehr an „Abbey Road“, „Das Weisse Album“, und „Sgt. Pepper“ heranreichen konnte. Oder an den Zauber der frühen Alben.

Die Vier waren auch zu müde, um nostalgietrunken ihre „alten Zeiten“ zu beschwören. Und das bringt mich auf einen entscheidenden Aspekt von Craig Browns Erzählwerk: das Buch geht allen Fallen des Erinnerungsseligen aus dem Weg. Nicht mit Nüchternheit, sondern mit trockenem Humor. Beiläufigkeit. Nonchalance. Mein Musikbuch des Jahres. Vielleicht macht sich der Verlag da selbst Konkurrenz mit dem neuen Buch von Bob Dylan.

2022 3 Nov.

Netflix Home Cinema Highlight

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„The Good Nurse“ (Film, 2022)

Empfehlung: nichts über den Film im Vorfeld lesen!   
Regie: Sehr gut 
Drehbuch: Sehr gut     
Kamera: Sehr gut   
Schauspieler: Klasse durch die Bank*   
Soundtrack: hervorragend (von Biosphere)**  
Thrillfaktor: 9 of 10     
based on a true story
🎩🎩🎩🎩


* die beiden Detectives zum Beipiel agieren mit viel Understatement, was bei solch einer Story  wichtig ist  / ** wie schlecht dagegen die kakophonische Unheimlichkeitsmusik von „The Chalk Line“

non-spoilers: „Lindholm’s stealthy restraint fits the material like a glove, and both get under your skin.“ / „Ms. Chastain infuses Amy with so much moment-to-moment subtle naturalism that I forgot I was watching an actress at work…“

 
 

Das JAZZFEST BERLIN ist von seiner Entstehung her nahe mit den ARD Radiosendern verbunden und das ist auch heute noch so. Man kann also reichlich mithörend erleben. Bei den hybriden Ausgaben 2021 und 2020 gab’s ja alles live auf ARTE TV zu sehen. Dieses Jahr aber nicht und Rückkehr zum guten alten Radio.

Es wird wie eh den Radioabend und die Radionacht geben – hier im Studio von Radio Berlin Brandenburg unter Mitarbeit der Kollegen von anderen Sendern produziert. Klassisch und in der Zeit. In der Nachtsendung auch ein Interview mit dem Autor dieses Textes zum Thema Folk und Jazz geführt von Julia Neupert vom SWR. Es läuft bei ruhigem Herbstwetter bereits auf Hochtouren hier.

 

 

RADIOabend


 
 

RADIOnacht

 


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