Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Das von Brian Eno kuratierte 8.Punktfestival präsentiert einen ganz speziellen britischen Komiker, Reggie Watts.

Hier eine Kostprobe:

https://www.youtube.com/watch?v=O0RU_Nyr4l4&feature=related

Weitere Verpflichtungen sind die britischen Bands S.C.U.M sowie „Three Trapped Tigers“. Erste Höreindrücke lassen mich leicht irritiert zurück. Fast ratlos … :)

2012 8 Mai

Rotwein für Gregs

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Weingut V. Eckert
2010 Klein-Winternheimer Geiershölle
Rotwein
St. Laurent trocken
Gutsabfüllung

(zu diesem brillianten Rotwein dann  die beiden 1975 Oberheim Two Voice Synthesizer auf sich wirken lassen, aus der CD DROKK, im Dunkeln natürlich! – ah, 1975, das Jahr, in dem  Robert Wyatts RUTH IS STRANGER THAN RICHARD permanent lief, auf einem alten batteriebetriebenen Primitiv-Kassettenrekorder, während einer Autofahrt in die Bretagne; das Duo Gary Burton- Steve Swallow war auch dabei, mit HOTEL HELLO)

Ein Gang zum Plattenschrank, Buchstabe `W´, dann einfach mal alle CDs und Platten von Robert Wyatt herausgenommen, auf den Tisch gelegt, eine Flasche `Domaine des Thermes 2004 rot Cuvée spéciale Dothi´ geöffnet, ein Glas eingegossen und der Abend kann beginnen, der Abend mit Robert Wyatt.
Der am 28. Januar 1945 in Bristol geborene Wyatt hatte vor seinem furchtbaren Fenstersturz, in dessen Folge er querschnittsgelähmt neu mit dem Leben zurecht kommen musste, bereits eine beachtliche Karriere hinter sich, aber, was der Musiker ab 1974 an Musik schuf, das ließ ihn zu einem meiner am meisten geschätzten Musiker werden.
Und natürlich eröffne ich den Abend mit der Platte, die nach seinem Unglück die erste war, die er veröffentlichte: Rock Bottom, inzwischen ein Klassiker und für mich immer noch seine beste Platte. Das Stück Little Red Riding Hit The Road reißt uns mit in schwindelnde Höhen, stellenweise weiß man nicht, läuft die Platte nun vorwärts oder rückwärts.
1974, am 8.September, gab Wyatt ein Konzert mit Freunden, Fred Frith war dabei, Mike Oldfield, Julie Tippets und viele andere. 2005 erschienen Teile des Konzerts auf CD, die Qualität der Aufnahme lässt allerdings alle Wünsche unerfüllt, deshalb greife gleich zur nächsten Veröffentlichung Wyatts und das war Ruth is stranger than Richard aus dem Jahre 1975. Kein anderes Stück als das wunderschöne Solar Flares wird aufgelegt.
Sieben Jahre mussten seine Fans auf ein weiteres Lebenszeichen des Meisters warten und dann erschienen gleich zwei Werke im Jahre 1982, nämlich der Soundtrack zu The Animals Film und Nothing can stop us. Letztere Schallplatte wird aufgelegt, eine Sammlung hochpolitischer Lieder, eine weitere Besonderheit: fast nur Fremdkompositionen. Ich höre Red Flag und natürlich die bewegende Version von Strange Fruit.
 
 
 

 
 
 
Weitere vier Jahre sollte es dauern bis galt, ein neues Meisterwerk zu feiern: Old Rottenhat! Drei Stücke wähle ich aus, das umwerfende Instrumentalstück Speechless, dann The Age Of Self und das Schlaflied für Alfie P.C.A.
Dondestan wurde dann 1991 veröffentlicht – ich lege das Stück Costa auf – , meine letzte SCHALLPLATTE, die ich von Robert Wyatt kaufen konnte, danach war der schmerzhafte Wechsel auf CD durch die Industrie perfekt vollendet worden, das nächste Wyatt-Werk sollte nur noch als CD erscheinen, es war die Mini-CD A Short Break, von der ich Unmasked höre.
 
 

 
 
Mit der 1997 veröffentlichten CD Shleep arbeitet Wyatt wieder vermehrt mit befreundeten Musikern zusammen. Im beiliegenden Text zur CD schreibt Wyatt: „ Also, I was really lucky that a few really classy musicians were able to come along and blow some fresh wind into my sails: old friends like Annie Whitehead, Evan Parker, Brian Eno an Plil Manzanera himself, and new friends like Gary Azukx, Chucho Merchan and Paul Weller. I already had Chikako Sato on tape with Philip Catherine for a project that Jo Bogaert began in Belgium….“ Ein weiteres überragendes Meisterwerk! Ich muss natürlich zunächst das Philip Catherine-Stück Maryan hören. Ursprünglich lautet der Titel Nayram und erschien auf einer meiner Lieblingsplatten von Catherine, die er 1974 mit Palle Mikkelborg, Jasper van´t Hof, John Lee, Gerry Brown und Charlie Mariano aufgenommen hatte: September Man. Auch von dieser CD mag man sich nicht trennen, ein Stück sei noch erlaubt: Blues in Bob minor, diese Musik erinnert denn doch sehr an Rock Bottom.
Weitere fünf Jahre mussten wir auf Cuckooland (2003) warten. Wieder waren Brian Eno und Annie Whitehead dabei, erstmals auch  Carla Bleys Tochter Karen Mantler. Von dieser ziemlich jazzigen Platte höre ich Forest und Lullaby for Hamza.
2007 wurden Roberts Fans mit COMICOPERA überrascht, eine Oper in drei Teilen: Act one: Lost in noise / Act two: The here and the now / Act three: Away the fairies. Alte und neue Freunde sind wieder dabei, zu den neuen zählt Anja Gabarek, mit deren wunderschönen Stay Tuned Wyatt die CD eröffnet (Stay tuned erschien 2001 auf Smiling and Waving und auf dieser Platte wirkte wiederum Robert Wyatt mit und übrigens auch Mark Hollis). 2010 vöffentlichte Robert Wyatt sein bisher letztes Werk For the Ghosts Within, aber das ist eine andere Geschichte, die Weinflasche ist ohnehin leer.

2012 7 Mai

Pirsig, Zen und Perfektion

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In Robert M. Pirsigs Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten – dieser Mischung aus Selbstfindungsstory, Roadmovie mit Hippieflair, Vater-Sohn-Geschichte, Thriller, Tragödie, vor allem aber dieser genialen Vermittlung von Philosophie, zu der man nicht gelangt, indem man, einem Sloterdijk-Bonmot gemäß, sich in jungen Jahren schon zu Schanden liest, sondern Fragen stellt, die einem unterm Nagel brennen – stellte der Autor diese Frage: „Was ist Qualität?“ Pirsig war Wissenschaftler, sein mitreisender Kompanion Schlagzeuger. Als dessen Lenker wackelt, schneidet Pirsig kurzerhand aus einer Coladose einen Blechstreifen, unterfüttert damit das defekte Teil, macht es wieder funktionstüchtig. Doch sein Freund ist entsetzt: „Wie kann man ein Motorrad optisch so verschandeln? Da kommt nur das Original von Firma Harley dran!“ Aus diesem Disput entwickelte der Autor dann das Gegensatzpaar klassische und romantische Weltanschauung – die Klassiker als Konstruktivisten und die Romantiker als ästhetische Idealisten. Was aber wollten beide? Qualitität. Vielleicht hätte die Jazzpianistin Carla Bley, wäre sie damals mitgereist, den Disput der Motorradfahrer auf dritte Weise geschlichtet: sie erzählte einmal in einem Filmporträt von einem Tarot-Kartenspiel. Ihre Tochter Karen war noch ein Kleinkind und hatte eine Spielkarte zerissen. Die Mutter sah bestürzt, dass ihr schönes Kartenset nun nicht mehr ganz war. Sie klebte die kaputte Karte. Dann aber wurde es zu ihrem Lieblingskartenspiel: veredelt durch den reparierten Riss hatte es eine besondere Identität, ja geradezu Kultstatus erlangt. Was die Werbung uns verschweigt: Produkte brauchen Gebrauchsspuren, durch die das Licht einfällt. Und nicht alles von Wert lässt sich kaufen.

 

 
 
 

Wenn einem gerade das Knie schmerzt, weil man aus Wut gegen die Waschmaschine trat, die unwuchtig im Schleudergang versagte, und keine HB griffbereit zur Hand liegt … dann greift man eben zur passenden Lektüre, die ermahnt und erinnert an die Vorzüge der Affektfreiheit und auch ansonsten gründlich aufräumt mit so manch falscher Vorstellung vom Glück. Nicht Selbstbeherrschung und Selbstentfaltung sind die Garanten dessen, wie uns der französische Philosoph Michel Foucault einst darlegte, sondern sondern die Aufgabe eines Glaubens an „das Selbst“ und andere kontraproduktive Einbildungen. So erklärt es Robert Pfaller in seinem Buch „Die Illusionen der anderen“:

 

„Denn für Kyrenaiker, Kyniker, Stoiker, Epikureer und Pyrrhoniker geht es niemals um Beherrschung eines Selbst, sondern vielmehr um Beherrschung der Einbildung. Wenn darum der Begriff der Beherrschung, wie Foucault es tut, als Selbstbeherrschung aufgefasst und auf ein Verhältnis zweier Teile derselben Seele, etwa Platons Bild vom Gespann mit den zwei ungleichen Pferden, bezogen wird, dann verfehlt dies nicht nur die glücksphilosophische Fragestellung; es führt sogar dazu, das man geradewegs aufs falsche Pferd setzt. Was die Glücksphilosophien meinen, ist nämlich keineswegs, daß dafür gesorgt werden müßte, daß das edlere Tier die Herrschaft über das struppigere ausübt. Im Gegenteil: Was bekämpft werden muss, ist genau die Einbildung, daß es ein solches edleres Pferd gäbe, welches Unterstützung in seinen Herrschaftsansprüchen verdiente.“

 

Wir ahnen, warum das HB-Männchen so schnell und ständig in die Luft ging. Es fand den Stachel nicht im Fleische: den Irrglauben an ein Ideal-Ich und das versteckte Leiden an dessen Herrschaft; die Vorstellung, ein edles Pferd müsse gegen ein struppiges siegen. Sieht man hier nicht auch eine Parallele zu all den Derivaten des Fanatismus mit seinen versteckten und offenen Moralismen, diese Verteufelung struppiger Pferde? More Momo than Moral! Wohl dem, der seinen Pullover noch verkehrt herum anzieht, zuweilen im Schlafanzug zum Kiosk rennt oder einfach eine raucht. Und morgen geh´ ich zum Friseur, vielleicht. Seis drum, Freunde der Hochglanz-Fassaden: das Leben ist anderswo.

2012 4 Mai

ASTRID: HIGH BLUES

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The music made by this French quartet on their third album, and first on Rune Grammofon, manages to convincingly straddle the increasingly slender hinterland that separates Earth in their current incarnation and Laughing Stock-era Talk Talk. The opening title track begins with a passage of low, ruminative electric guitar similar to Dylan Carson on his current form, but then suddenly stops to splinter into an extended ambient and atmospheric form of improvisation. Much of „High Blues“ stays within this register, although there are shades of musical film noir within the guitar twangs of „Suite“. The sense of slow drift, of music to contemplate dust particles floating through the air, is heightened by Astrïd´s arrangement of a piece by Erik Satie. It´s an appropriate fit as, like Satie, Astrïd produce chamber music which allows the mind to focus or wander at will.
Rock-a-Rolla (UK)

HIGH BLUES von ASTRID ist ein Highlight von Rune Grammofon 2012.

 
Preludes
 
 

Debussy is closer to the expressionism of Schoenberg than to the chiselled sonorities of a Chopin or the extravagant virtuosity of a Liszt, even if his refined art can still be seen in the line of tradition of 19th-century music. This is frequently forgotten in the interpretation as well as the assessment of his oeuvre. Debussy himself decried the concept of musical impressionism because he feared, rightly, that superficial refinement would degenerate into musical mist, concealing the subtleties of a new musical idiom and its structural logic. Thus, for example, instead of heading his 24 “Préludes” in two books with programmatic titles in his autograph score, he appended them at the bottom of the individual pieces. Perhaps, even though their popularity makes it almost impossible, we ought simply to forget about the titles when playing or listening to these pieces and recall something else that Debussy once said: “Music is a free art gushing forth, an open-air art boundless as the elements, the wind, the sky, the sea.” It is in this manner – sans rigeur, as Debussy repeatedly marked his music – that Alexei Lubimov plays the “Préludes”. The recording also contains the “Trois Nocturnes” in Maurice Ravel’s two-piano transcription as well as a two-piano arrangement of Debussy’s seminal orchestral masterpiece, the “Prélude à l’après-midi d’un faune”.

Wem meine Nachtsendungen entschieden zu melancholisch sind, dem empfehle ich am Wochenende folgende Alternativen: 

– ein Spaziergang am Meer (evtl. mit Besuch des Kurorchesterpavillons Borkum, 25 Musiker bieten eine Streicherversion von David Bowies BE MY WIFE)  

– auf „youtube“ mindestens 25 grandiose Liebeslieder aus den wilden Sechzigern hören, ohne dass einem die wilden Sechziger und das Wort OLDIE durch den Kopf schwirren; fangen Sie am besten an mit SUGAR SUGAR von den Archies!

– eine DVD mit Woody Allens MANHATTAN einlegen: (an einer Stelle rennt er mit einer gehirnbetonten Problemfrau durch stürmischen Regen; ein lauter Donner, und unser Stadtneurotiker ruft: „ich glaube, gerade ist das Chrysler Hochhaus explodiert“)

– Guy Ritchies exzellenten Film „Sherlock Holmes 2“ auf der Coach angucken mit frisch angefertigtem Popcorn (das ist kein Scherz, sondern ein ernst gemeinter Filmtipp. Als Kenner der Bücher von Arthur Conan Doyle weise ich diskret darauf hin, dass die Filmsprache von Guy Ritchie weitaus mehr mit dem Geist von Sherlock Holmes verbindet als vorwiegend grau gestimmte Filmkritiker uns weismachen wollen) 

– die Meisterschaftsfeier von Borussia Dortmund (you’ll never walk alone) – und dann am Sonntag Münsterländer Spargel essen, z.b. in Hürsters Kochwerkstatt (Do-Bodelschwingh)  

2012 4 Mai

Fremder Körper

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Foreign Body

 

Kranky Rekords hat den Klangsuchern schon manchen Schatz beschert, der neueste entführt uns auf eine lange und staubige Strasse, die zwischen Jesy Fortinos Seattle und Liz Harris‘ Portland verläuft: da bewegt man sich durch ein uraltes und ungeschöntes Amerika, eine Landschaft, welche die kargen, winterlichen Klagegesänge und windumtosten Drone Songs des Albums FOREIGN BODY von MIRRORING beseelt. MOJO bemerkt dazu: „The result is hypnotically disorienting, a supernatural narrative in which two pure, female voices, beset by the elemental power of modern technology, conjure up the ghosts of old homesteads, caught on the winds that blow down that old Pacific Coast highway.“

2012 2 Mai

Eno@Punkt 2012 (Kristiansand)

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Eno@PUNKT

The film Eno@PUNKT will capture live performances, live remixes, short interviews, and the creative process leading up to and during the PUNKT-festival. The event is curated by Brian Eno and he will be the leading character of the film.

Our aim is that Eno@PUNKT will deliver a transmedia web documentary enabling the audience to investigate PUNKT and Eno’s philosophy: The audience will explore the creative journey of artists involved, and be introduced to Eno’s thoughts on ambient music and creative work. We aim to make an adiovisual document which mirrors Eno’s creative process in dialogue with Punkt.

The film will be shot during the PUNKT festival 6th to 9th of September 2012. Director: Phil Hopkins


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