Manafonistas

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2022 4 März

A memory of Steve Tibbetts

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video

 

Allein der Titel „The Patience Fader“ lässt Assoziationen hierhin und dorthin driften. Und so zufallsoffen die Bilder zu diesem Video sind, sie erinnern mich an die seltsamen Gefühle von Vertrautheit (Unheimlichkeit), die mich beschleichen, wenn ich langsam mit meinem Toyota durch eine fremde Stadt fahre, oder durch eine zu einer Art „Geisterstadt“ mutierte (weil ich ewig nicht mehr dort war, und der Stamm der vertrauten Gesichter verschwunden ist). Mit flüchtigen wie lebendigen flashbacks an Lydia, Ursula, Andrea, Isolde, Uschi, Christiana, Christine, Julia, Verena, Inge, Ruth, Annette, Susanne, Gabriele, Hiltrud (diese Namen – und so oft mit Kerzenlicht, ECM & Skyline). Und deshalb wird diese neue CD von Pan American, resp. Mark Nelson, in meinem CD-Player zu hören sein, wenn ich auf meiner Reise ans Ende der Welt (aka Furth i. W.) durch Würzburg fahre, meine „zweite Heimat der Studentenjahre“ (1974-81), auf dem Weg zu einem Hotel, das am besten auf einer kleinem Anhöhe liegen sollte (um den Fluss zu sehen, die Festung, und, in aller Stille, vielleicht ein Klopfen an der Tür zu hören). Das Best Western Hotel in Würzburg-Süd tut es auch. Auch ohne Swimmingpool.

 

2022 3 März

„Get On Board“

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2022 3 März

A Nest of Ninnies

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Was mich an diesem Buch am meisten begeistert, ist seine Entstehungsgeschichte. Juli 1952: John Ashbery und James Schuyler waren Mitte/Ende 20, sie schrieben Gedichte, die in der Öffentlichkeit noch nicht beachtet wurden, und hatten das Wochenende bei Dreharbeiten in East Hampton verbracht. Bekannte nahmen sie im Auto mit, zurück nach New York. Die Zeit zog sich hin. Schuyler schlug Ashbery vor, gemeinsam einen Roman zu schreiben. Und wie? Abwechselnd, Zeile für Zeile. „Alice was tired“, fing Ashbery an. Sie kamen an einem typischen Vororthaus vorbei, weiß gestrichen, grüne Fensterläden, und beschlossen, dass es das Zuhause der Protagonisten sein sollte. Sie trafen sich einmal in der Woche und schrieben weiter. Ob daraus ein Buch werden würde, war den beiden egal. Ashbery zog es nach Frankreich. Über eine räumliche Distanz weiterzuschreiben, funktionierte nicht so gut. Sie mussten im selben Raum sein. Erst zehn Jahre später kehrte Ashbery zurück. Erste Gedichtbände von ihm waren erschienen, darunter „Some Trees“ und „The Tennis Court Oath“. Der Durchbruch als Lyriker. Ashberys Verleger fragte, ob er nicht einen Roman schreiben könnte. Ein Versuch, mit dem Autor Geld zu verdienen. Ashbery erzählte von dem Projekt mit Schuyler. Die beiden beendeten den Roman und erlaubten sich eine Abweichungen vom ursprünglichen Plan, Satz für Satz abwechselnd zu schreiben. „A Nest of Ninnies“ (deutscher Titel: Ein Haufen Idioten) erschien 1969. Auf dem Cover der englischsprachigen Ausgabe findet sich das Vororthaus von der Rückreise  East Hampton – New York. Für die deutsche Ausgabe hat man sich für ein anderes Symbol streitlustiger Bürgerlichkeit entschieden: eine in die Luft geworfene Kaffeetasse, aus der Kaffee überschwappt und deren Unterteller zerbricht.

2022 2 März

„The Glass Rainbow“

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The Glass Rainbow“ – auf  diesen Roman aus dem Jahre 2010 werde ich hier noch zurückkommen. Ich bin gerade mittendrin und schwer begeistert. In deutscher Erstübersetzung ist das Buch unlängst im Pendragon-Verlag erschienen, und heisst nun, etwas nüchterner: „Eine Zelle für Clete“. Ganz grosse Klasse. Und obwohl es Band 18 der Dave Robicheaux-Reihe ist, kann ich Ihnen versichern: man braucht keinen chronologischen Zugang, und kann überall in diese Welt mit viel „Southern Noir“ einsteigen. Dave und Clete sind sowas wie Don Quichote und Sancho Pansa im Amerikanischen Süden, nur, nun ja, etwas härter drauf. Auf Seite 175 sitzen Clete und Emma in einer Kneipe und kommen sich etwas näher. James Lee Burke ist, falls sich das noch nicht rumgesprochen haben sollte, ein literarisches „Schwergewicht“. Er besitzt die wunderbare Fähigkeit, seine mitunter naturpoetisch aufgeladene,  zuweilen berauschende Prosa mit tollen, fesselnden Geschichten zu koppeln. Das geht mit feinem Pinselstrich in tiefe seelische Bezirke, und leistet sich, auch im Blick zurück zu alten Zeiten, keine Spur von Weichzeichnung. Burke kann eben auch Pollock: „Ich bin mal neben einem Rock‘n‘Roll-Drummer aufgewacht, der mir erzählte, wir hätten uns in Juarez trauen lassen, aber es gab keine Urkunde. Der Typ wurde sowieso von einem Zug überfahren. Da war ich gerade mal 17. Diesen Teil meines Lebens nenn ich immer die Kehrseite der alten Rock-Ära“. 

 

 
 

Jeder hat Alben, die das eigene Leben begleiten. Und es gibt Zeiten, da möchte man unbedingt wieder in dem einen und anderen versinken, als wäre es eine Notwendigkeit, kein Luxus. Hier sind vier solcher Schallplatten, die gerade Leuchtzeichen aus meinem Archiv sendeten. Light your fire! // Everyone has albums that accompany their lives. And there are times when you desperately want to sink back into one and another as if it were a necessity, not a luxury. Here are four such records that just sent out beacons of light from my archive. Elevate! In these times such deep listening can be seen as a ritual. A society that has in many aspects lost its abilities to create common sense based rituals in times of transition implies an urgent request: create your own ones, get together, share the campfire. Die Titel dieser Alben (für die, die beim Anblick der Cover kein DejaEcouté haben: Before and After Science. Birds of Fire. Wear your love like heaven. Solstice.)

 

2022 1 März

Carnevale in Napoli

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Heute wurde auf den Straßen in Neapel Karneval gefeiert. Es gab viele Umzüge, hauptsächlich war ihr Thema: „Schützt unsere Natur und Umwelt“. Es flog viel Konfetti durch die Luft, die Familien gingen traditionell neapolitanische Lasagne essen. Für mich war das lebhafte Treiben ungewohnt. Ich wusste, dass bei uns der Karneval abgesagt war, dann fand ich aber Verständnis für den Gang des normalen Alltags. Überall stehen Plakate mit der Aufschrift „Stop Putin Stop NATO“. Ich denke nur die Russen selbst können Putin stoppen. Und natürlich der zugedrehte Geldhahn.

 

2022 1 März

Vorfreude!

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Fil Callender, drummer at Studio 1, said when you first auditioned for Coxsone Dodd in the late 60s, the musicians were quite taken aback by the sound of your voice – but Coxsone heard the potential in it.

(laughs) They all laughed man. They put down their instruments and they laughed and laughed! They never heard anything like that before. But you know? That’s how it is. If someone invents something, when they first try it out everyone laughs and says “What is that?!”

 


Adrian Sherwood ging an ihr Teamwork so enthusiastisch heran, wie an seine Produktion eines der letzten Alben von Lee Perry. Was für eine Vita: Horace Andy und der „roots reggae“. Horace Andy und Massive Attack. Horace Andy und Rhythm & Sound. Seine Stimme kenne ich seit frühen Ausgrabungen des Studio One. Und von einem Abend in London, als John Peel „Bim Sherman Meets Horace Andy and U Black Inna Rub a Dub Style“ auflegte.

 

2022 1 März

„Borsh Division“

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Es gibt Zeiten, da fällt es schwer die richtigen Worte zu finden, da steht man fassungslos und ungläubig vor einem Desaster, das man sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen konnte. Ihr kennt das sicher auch und in diesen Zeiten hilft es, zu helfen und man ist froh, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Deshalb haben wir gemeinsam mit Yuriy Gurzhy entschieden ab jetzt alle Erlöse aus der im April 2016 erschienenen CD „Borsh Division – Future Sound of Ukraine“ an die BRÜCKE DER HOFFNUNG (www.bdh.org) zu spenden: Yuriy Gurzhy, ein Ukrainer in Berlin und Herausgeber einiger Trikont-CDs hat diese tolle Musik für uns zusammengestellt.

Wladimir Kaminer, Autor und Trikont-Herausgeber, schrieb dazu 2016 unter anderem im Booklet:

„Die Ukraine ist wirtschaftlich arm und vom Krieg gebeutelt, aber in seinem Geist ganz und gar Europa geworden. Ein Traum, den kein Präsident bisher verwirklichen konnte, wurde vom Volk aus eigener Kraft bewältigt. Die Menschen haben es geschafft, gehört zu werden. Das Selbstbewusstsein der Unkrainer ist unglaublich gewachsen, das zeigt die gute Musik, die die neue Ukraine macht, und die mein Freund Yuriy Gurzhy jetzt auf dieser CD versammelt: Sie hat ganz neue Töne. Hören Sie den Sound der ukrainischen Revolution – den neuen Sound Europas.“

Wir sind in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine und den vielen auf der Flucht und hoffen auf ein baldiges Ende dieses Irrsinns. Herzlichen Dank für Aufmerksamkeit und Unterstützung. Es grüßen Eva Mair-Holmes, Brendan Erler, Yuriy Gurzhy und die Trikont-Crew.

 

»In ihrer Geschichte hat die Ukraine immer wieder einen hohen Preis dafür gezahlt, dass sie es wagte, sich dem russischen Autoritarismus zu widersetzen – und tut dies bis heute. Mitte des 19. Jahrhunderts verbot das Russische Kaiserreich die ukrainische Sprache für ein halbes Jahrhundert aus dem gesamten öffentlichen Leben und verbannte führende Vertreter der ukrainischen Kultur in Gefängnisse oder ins Exil. Im 20. Jahrhundert zerschlugen die russischen Bolschewiki die ukrainische Unabhängigkeit, löschten die ukrainische Intelligenzija aus und töteten in der künstlich forcierten Hungersnot von 1932-1933 rund vier Millionen Menschen in der Ukraine. […] In den 1970er und 1980er Jahren schickte die Sowjetunion systematisch ukrainische Menschenrechtsaktivisten in Straflager. Die russische Besetzung der Krim 2014 und die sich anschließende langwierige militärische und soziale Katastrophe in der Ostukraine sind nur eine Fortführung dieser langen Geschichte«

 

Ein paar Hintergründe zum Jahrhunderte lang andauernden Kampf der Ukraine um Unabhängigkeit und der wiederkehrenden Dominanz von Russlands Seite, aus einem aktuellen Diskussionsbeitrag des ukrainischen Philosophen/Autors Wolodymyr Jermolenko.


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