Archives: Februar 2021
2021 19 Feb.
Himmel über dem Atlantik
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Only Sky | 5 Comments
2021 19 Feb.
„Landkarte“ für die Klanghorizonte am 20. Februar
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 8 Comments
„INITIALLY CENTRED around sentimental ballads voiced by young black British women, lovers rock provided the thrilling soundtrack to the late ’70s and early ’80s blues parties immortalised in Steve McQueen’s excellent BBC film, Lovers Rock. One standout scene featured a crowded dancefloor united in singing Janet Kay’s Silly Games, the reggae subgenre’s breakthrough tune. Written and produced by Dennis Bovell, Silly Games took lovers rock into the mainstream in 1979 when it reached Number 2 in the UK singles chart; it also made Kay the highest charting black British female of that time.“
(Mojo, April 2021)
In den vier Stunden waren zu hören: Mapstation (das Interview mit Mapstation / Stefan Schneider findet sich im blog diary am 12. Februar) James Yorkston (seine beiden O-Töne zu zwei Songs des Albums „The Wide, Wide River“ sind hier zu hören), Sleaford Mods, Mats Eilertsen, Pauline Anna Strom (erste Stunde), Jakob Bro, Trio Tapestry (in einer Ankündigung des DLF als „Trip Tapestry“ ausgewiesen), Fire!, Tindersticks, Brian Eno (zweite Stunde), Augustus Pablo, David Darling, Al Green, Chick Corea, Billie Holiday, M. Ward, John Lee Hooker, Leonard Cohen, Nick Cave (dritte Stunde) – und, in der letzten Stunde, der wunderbare Tiziano Popoli. Als special guests in Gedichten Teil der Nacht: Dana Ranga und Martina Weber. Zwei Filmempfehlungen zudem: „Red, White and Blue“ sowie „Lovers Rock“ – beide Filme von Steve McQueen setzen sich, wie die ganze fünfteilige Serie „Small Axe“, mit dem strukturellen Rassismus im England der Jahre 1968 bis 1982 auseinander (als DVD erhältlich, im engl. Original mit engl. Untertiteln). Mein Dank an HDK, der mir soundfiles und Interviewpassagen des schottischen Sängers in bestmöglicher Qualität aus der „Klinger Factory“ zusandte. In der Audiothek des DLF wird man die vier Stunden sieben Tage lang nachhören können. Einen Tag vor der Radionacht hatte ich ein intensives Hörerlebnis mit der neuen Arbeit von Pauline Anna Strom (unter Kopfhörern). Get high without drugs!
Das erste Buch habe ich am Meer gelesen. Gustav Mahler sitzt auf einem Schiff, das ihn von New York nach Europa bringt. Er sieht meistens auf’s Meer, das ihm eine ruhige Unterlage ist für seinen Lebensrückblick. Dass er ein weltberühmter Musiker ist, wird in Robert Seethaler s Roman Der letzte Satz zur Nebensache. Es ist schon so viel über Mahler geschrieben worden. Nun will Seethaler den letzten Satz über den Mensch Mahler sagen. Natürlich weiß auch er, dass der 4. Satz der Abschiedssymphonie gemeint ist. Trotzdem erzählt er uns hauptsächlich über einen Mann, der krank, gebrechlich und übellaunig ist. Seethaler gelingt es, eine Innenansicht eines Genies zu erzählen.
Das andere Buch ist über einen Musiker, über den wir auch schon viel wissen. Ich habe die Interviews in So Long Leonard Cohen gerne gelesen. Neugierig hat mich der Name des Verlags gemacht. KAMPA. Es gibt ihn erst seit 2018 in Zürich. Erstaunlich, welche Schriftsteller im KAMPA Salon editiert werden.
Mich haben auch die Interviewer interessiert, die sich für Leonard Cohen die Schreibmühe machten:
Christian Fevret
Er war Anfang der 80er Radio Journalist in Frankreich und gab als Musikkritiker die Zeitschrift „Les Inrocks 2“ heraus.
Paul Zollo
Er ist Musiker, Journalist und gab früher „ SongTalk“ heraus, heute den „ American Songwriter“.
Alberto Manzano
Er ist ein spanischer Schriftsteller, der die Gedichte von Leonard Cohen übersetzt hat
Arthur Kurzweil
Er ist ein amerikanischer, jüdischer Schriftsteller: „Ich bin der der kleine Jude, der die Bibel geschrieben hat …“
Jian Ghomeshi
hmmm, da war doch was …
Er ist kanadischer Musiker, Schriftsteller und ehemaliger Radio CBC Broadcaster.
„There‘s a crack in everything. That‘s how the light gets in.“
(L. Cohen)
2021 15 Feb.
The Mana Music Mystery No. 6 (solved)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
Nun mit vergrössertem Bildausschnitt. Und neuen Herausforderungen. Beteiligen dürfen sich alle Leser ausser den Manas selber. Es gibt für jeden nur eine Ratemöglichkeit. Bei diesem Rätsel geht es um einen Ort der Magie und der Verwandlung. Daniel Lanois hatte mal ein Traumstudio in einem mexikanischen Kino eingerichtet, Brian Eno hatte einige Jahre lang sein „Wilderness Studio“ im heimischen Suffolk. Jeder kennt Aufnahmen aus legendären Studios in Oslo und New York. Und der eine und andere wird Aufnahmen aus diesem Tonstudio haben. Der Eingang sieht der Hintertür einer Garage zum Verwechseln ähnlich. Ein Klick aufs Foto macht die Lupe überflüssig, und Sherlock hätte zumindest einen Teil des Falls bald gelöst. Unsere Fragen: In welcher Stadt findet man dieses Studio? Und welcher Klangkünstler arbeitet dort? Wer beides glaubt zu wissen, vermerkt es in den Kommentaren. Den Namen der City nicht vergessen. Der erste und einzige Preis ist eine CD des Musikers aus genau diesem Studio. Deadline: 20. Februar.
weite schneefläche
geschlossene augen
einhundert schritte
2021 14 Feb.
Fragen an Nik
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: ECM, Entendre, Manfred Eicher, Nik Bärtsch | 1 Comment
ENTENDRE ist für mich ein Album, das man sich am besten in aller Ruhe und Hochspannung von Anfang bis Ende anhören sollte in einem Stück hören sollte. Was war der Hintergedanke des finalen Stückes, das kein Modul im Titel trägt und Deja-vu, Vienna heisst?
MODUL 55 ist in seiner Realisierung ungewöhnlich: zum einen, klar, ist es fast ein Ruhepol, platziert zwischen der ersten und dritten Komposition, mit ihren, in Passagen, expressiven Verwirbelungen. Stand hier vielleicht weniger das „Kernmodul“ im Fokus, und mehr die Peripherie? Es klingt ja fast wie ein „richtiges“ Jazzstück.
„Patience, intense focus and lightness“ heisst es im Pressetext, und das scheinen bei ENTENDRE die Massstäbe zu sein. Wie bringst du dich bei so einem Aufnahmetag in Lugano in die richtige Geisteshaltung? Gibt es da Rituale, Meditationen – oder ist es einfach ein Urvertrauen, sich voller Raumgefühl durch, zumindest in den Gerüsten, vertraute Module zu bewegen? Auch der bestens verinnerlichte Raum braucht ja (fürs Kreative) stetig neue Nahrung, in Ecken, Winkeln – und sei es nur der wechselnde Einfall des Lichts.
Wie war das „Zusammenspiel“ mit Manfred Eicher? Ihr seid ja beide meinungsstarke Wesen. Für jemanden, der so intensiv mit den gewiss flexiblen Klangräumen der Module verbandelt ist… gab es da im Austausch spezielle Ideen, Anreize, Herausforderungen?
ENTENDRE ist nicht das erste Dokument deines Solopianospiels, aber es unterscheidet sich doch von dem, was ich bisher von dir solo gehört habe. Irgendwas scheint mir anders gelagert, aber ich kann es nicht genau fassen. Vielleicht ist das auch nur meine Einbildung. Den immensen Raum in Lugano hast du ja auch nicht zum ersten Mal bespielt.
2021 14 Feb.
Am Lindener Hafen
Jochen Siemer | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Fotosequenzen, Hannover | 6 Comments
2021 13 Feb.
Studio magic with Valerie June
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
„Oh yeah, in every studio there were always fresh flowers present, and I would even find things on my walks to the studio – like seeds and things like that, and put those in the studio, and I made flower mandalas, and there were books of poetry scattered all throughout so if any of the musicians wanted to read any poems and be inspired they could. Things like Hafez or Kahlil Gibran, Robert Frost or Mary Oliver. And then dancing, lots of dancing in the studio. I would be up on the couch dancing!“
2021 13 Feb.
Dreizehn Zwei Einundzwanzig
Uwe Meilchen | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
2021 12 Feb.
Kleines Gespräch über Pauline
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Hannah: Komponiert in der Wohnung, in der sie jahrelang lebte, erzählt Angel Tears in Sunlight von einer nicht-visuellen Begegnung mit einer alternativen, Sci-Fi inspirierten Realität. Und das spielst du, Michael?
Michael: Ja, in den Klanghorizonten, wo sonst? Und da Pauline blind war, wäre eine visuelle Begegnung unglaubwürdiger. Und sie veranstaltet spannende Verwirbelungen, Natur und Elektronik sind eng verwoben.
In der Tat, höre nur ‚Tropical Convergence‘: klingt wie ein Hörerlebnis eines Ursula K. Le Guin Romans. Flirrende, glockenspielartige Beats sind Regentropfen, die auf dem Blätterdach des Waldes landen. Das Dschungel-Thema kehrt mit „Tropical Rainforest“ zurück, das mit wässrigen Klängen unterlegt ist und Stroms Erinnerung an ihre frühen Klangexperimente wachruft.
Welche frühen Klangexperimente meinst du, Hannah? Ich habe Paulines Musik und Geschichten über ihre Hunde erst gehört, ich komme gerade nicht auf ihre witzigen Namen, als „Trans Millenia Music“ vor Jahren ihre alten Kassetten vor dem Vergessen retteten. Und das war faszinierend.
In den 1980er Jahren – allein, während ihr Mann bei der Arbeit war – manipulierte sie stundenlang mit einer Hand eine Schüssel mit Wasser und hielt in der anderen ein Mikrofon, um zu versuchen, die Spritzer zu einer Melodie zu verweben. Es sind diese kleinen, heimlichen Details, aus denen dichte, psychedelische Welten entstehen.
Ich bin schon erstaunt, wie unverbraucht sich ihre neue Musik anhört. Bei all meiner Skepsis gegenüber dem süssen Raunen der Ergriffenheit im Gros von New Age: hier strömt so viel mehr aus den Lautsprechern, ich möchte Kerzen anzünden, hahaha, und dunkel muss es sein.
Als ich hörte, dass Strom plötzlich gestorben war, las ich Pauline Oliveros‘ Deep Listening (2015). Die beiden Frauen teilen sich einen Namen und eine Entstehungsgeschichte, da sie beide in der aufkeimenden New-Age-Musikszene von San Francisco entstanden sind, Oliveros als Komponistin und Akademikerin und Pauline Anna Strom als Trans-Millenia Consort. Deep Listening bedient sich der Tropen des New-Age-Genres – Zen-Philosophie, Psychoanalyse und transzendente Formen der Entspannung -, um sich auf einer aufmerksameren Ebene auf Hörerfahrungen einzustimmen. Oliveros beschreibt die Praxis als „beabsichtigt, das Bewusstsein für Klang in so vielen Dimensionen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeitsdynamik zu erhöhen und zu erweitern, wie es menschlich möglich ist.“












