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on life, music etc beyond mainstream

2021 16 Feb

Zwei Buchempfehlungen

von: Lajla Nizinski Filed under: Blog | TB | 10 Comments

 
 

Das erste Buch habe ich am Meer gelesen. Gustav Mahler sitzt auf einem Schiff, das ihn von New York nach Europa bringt. Er sieht meistens auf’s Meer, das ihm eine ruhige Unterlage ist für seinen Lebensrückblick. Dass er ein weltberühmter Musiker ist, wird in Robert Seethaler s Roman Der letzte Satz zur Nebensache. Es ist schon so viel über Mahler geschrieben worden. Nun will Seethaler den letzten Satz über den Mensch Mahler sagen. Natürlich weiß auch er, dass der 4. Satz der Abschiedssymphonie gemeint ist. Trotzdem erzählt er uns hauptsächlich über einen Mann, der krank, gebrechlich und übellaunig ist. Seethaler gelingt es, eine Innenansicht eines Genies zu erzählen.

Das andere Buch ist über einen Musiker, über den wir auch schon viel wissen. Ich habe die Interviews in So Long Leonard Cohen gerne gelesen. Neugierig hat mich der Name des Verlags gemacht. KAMPA. Es gibt ihn erst seit 2018 in Zürich. Erstaunlich, welche Schriftsteller im KAMPA Salon editiert werden.

 
 

 
 

Mich haben auch die Interviewer interessiert, die sich für Leonard Cohen die Schreibmühe machten:

Christian Fevret

Er war Anfang der 80er Radio Journalist in Frankreich und gab als Musikkritiker die Zeitschrift „Les Inrocks 2“ heraus.

Paul Zollo

Er ist Musiker, Journalist und gab früher „ SongTalk“ heraus,  heute den „ American Songwriter“.

Alberto Manzano

Er ist ein spanischer Schriftsteller, der die Gedichte von Leonard Cohen übersetzt hat

Arthur Kurzweil

Er ist ein amerikanischer, jüdischer Schriftsteller: „Ich bin der der kleine Jude, der die Bibel geschrieben hat …“

Jian Ghomeshi

hmmm, da war doch was …

Er ist kanadischer Musiker, Schriftsteller und ehemaliger Radio CBC Broadcaster.

 

„There‘s a crack in everything. That‘s how the light gets in.“

(L.  Cohen)

This entry was posted on Dienstag, 16. Februar 2021 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

10 Comments

  1. Uwe Meilchen:

    Müsste der Verlag von Daniel Kampa sein. (War früher bei Diogenes in Zürich in leitender Position.) Danke für die anregenden Hinweise. 🍀

  2. Lajla:

    Ja, bei Diogenes früher. Großer Krimifan. Das Leonard Cohen Buch hat er auch mit herausgegeben.

  3. Michael Engelbrecht:

    Das past doch hier am besten hin:

    Frage an Jane Birkin (die mir stes sympathisch war, ais der Ferne) :

    What is your favourite Saturday night record?

    Mahler’s Symphony No. 10, the Adagio, by [Leonard] Bernstein. Gustav M’s last unfinished marvel… just tears your heart out. I was listening to this in my car and I was so elated, uplifted that I ran into a police van, I got all the policemen to get into my car and put the volume up, and this I thought explained all… it did.

    Und Jane Birkins neues Album ist richtig gut, deep!

    Lajla, bin geradebei Milena in der Mauerstrasse in Düsseldorf, und bei den beiden Bäckereien meines Vertrauens. Bananenbrot mit Blaubeeren, der beste Rosinenstuten, den ich kenne, und der vorzügliche gedeckte Apfelkuchen.

    A propos Kampa: lese gerade die jüngst erschienen Taschenbuchausgabe von Walter Moseleys WEISSER SCHMETTERLING. Bei Kampa verlegt. Sehr guter Kriminalroman and more.

  4. Lajla:

    Wenn man noch Kuchen kaufen darf, ohne dabei erwischt zu werden, komme ich wieder. ;)

  5. Michael Engelbrecht:

    Kuchen ist systemrelevant.

    Da ich jetzt auch einen Drehwolf für Spritzgebäck habe, sind Space Cookies der neueste Schrei bei unseren Zoom Parties im Home Office.

  6. Lajla:

    Zoomparties finde ich ätzend. Das Cohenbuch versetzt einem ja geradezu in good old golden days. Ich wusste nicht, dass er einen zartsarkastischen Humor hatte. Kostprobe: Als Phil Spector ihm einen Revolver an den Hals setzte und sagte: „ Ich liebe dich Leonard“, antwortete Cohen: „ das will ich doch hoffen, Phil“.

  7. Michael Engelbrecht:

    Sorry, aber es waren die ersten zwei „Zoom Parties“ eines Lebens, und wir hatten grossen Spass.

    Es ging um

    Fussball, die Krise des BVB
    Musik
    Lovers Rock, den Film
    Und ein Rezept für Schmorbraten vom irischen Weiderind mit Spätzle und Süsskraut, sowie
    John Sturges letzten Film

    🙆🏻🌈⛄️🎧

  8. Jan Reetze:

    Den Seethaler mit seinen 125 Seiten bei riesigem Zeilenabstand hatte ich in wenigen Stunden durchgelesen. Genauso schnell allerdings habe ich ihn wieder vergessen. — Gab es da eventuell irgendein rundes Jubiläum oder einen Geburtstag, der mal eben mit einem schnellen Buch bedient werden sollte?

  9. Lajla:

    Nicht, dass ich wüsste. Ich glaube, Seethaler würde auch keinen Jubiläumstext schreiben. Seethaler schreibt langsam, arbeitet hart an seinen Texten, die sich dann dem Leser so wunderbar leicht erlesen. Dramatische Themen wie der Tod der kleinen Tochter oder die Eifersucht in der schwierigen Beziehung zu Alma Mahler beschreibt Seethaler so unglaublich gekonnt. Ich habe oft gestaunt, als ich dieses schmale Buch las.

  10. alex:

    Aus der Kampareihe von Interviewbüchern sehr empfehlenswert ist das Buch zu Joni Mitchell. Da spricht Malka Marom in mehreren langen Interviews über eine Periode von fast 40 Jahren mit der Songwriterin. Marom, die selbst auch singt, hatte Mitchell 1966 das erste Mal live gesehen und eine persönliche Beziehung zu ihr aufgebaut. Selten hat Joni Mitchell so offen über ihre Musik und ihre Malerei gesprochen.

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