Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: April 2015

2015 11 Apr.

Aidan Moffat says

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“The album’s about lots of things. Mainly temptation, and secrets, and life – and aye, it’s about love being hard work. Or it is for me certainly. I’m sure there are plenty of people who’re very happy but I don’t trust them,” says the sage raconteur with a laugh. “I don’t trust people who say they’re happily attached and they have been for 10 years. That’s nonsense. If it’s true, you’re not living life. „And The Most Important Place In The World is a  record about the city,” he continues. “But it’s abstract, not geographical. It’s about the city as an idea, as a temptress, and even as a God in one of the songs.“ A not really very kind god (manafonistas HQ)

2015 11 Apr.

John Darnielle says

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„Beat the Champ is about professional wrestling, which was an avenue of escape for me when I was a kid. Wrestling was low-budget working class entertainment back then, strictly UHF material. It was cheap theater. You had to bring your imagination to the proceedings and you got paid back double. I wrote these songs to re-immerse myself in the blood and fire of the visions that spoke to me as a child, and to see what more there might be in them now that I’m grown.“

— John Darnielle, Durham, NC

With a new imprint, TOUCHFOLIO, Touch introduces a new series of bespoke hardback book and CD publications, produced to the highest specifications and continuing 33 years’ experience of audiovisual publishing.

 
Interview with Josephine Michel

„Twin Peaks without David Lynch is like …??“
 

Der „cast“ ist gealtert. Man erkennt viele von damals wieder, nun sollte die Mutter aller grossartigen Serien der „Neuzeit“ aufleben, David Lynch sollte Regie führen, dann scheiterten Verhandlungen, und jetzt melden sich die alten Heldinnen, Schurken und Verrückten zu Wort. Aber wo ist der Mann mit den Doughnuts? Kann man Twin Peaks „reloaden“? Ist das alles nur eine nostalgische „Blase“?

1) Das neue (?) Buch von Richard Williams, einer der klügsten Musikjournalisten, die Great Britain in den Siebziger Jahren hervor gebracht hatte, und der u.a. ein tiefgehendes Buch über den Tod von Ayrton Senna geschrien hat. Auch einer aus dem Club der Musik- und Fussball- resp. Sportverrückten.

2) Why Grow Up? Lajla schreibt Klartext.

3) Wie gut ist das neue Album des einstigen „The Books“-Mitgliedes Paul De Jong, und schafft es das etwas phlegmatische Label, noch ein Exemplar für die Klanghorizonte am 18. April als download zu senden?

4) Wann erzählt Gregs, was sich beim Besuch von Thomas Pynchon in Stuttgart abspielte?

5) Hans Gumbels Interview mit dem Autor des Buches „Tinseltown: Murder, Morphine, and Madness at the Dawn of Hollywood“ (zugesagt für Juli)

6) Der „director’s cut“ des Super-8-Films von der Klassenfahrt von Michaels Schulklasse anno 1971 nach London (unser Autor tritt kurz als blasses Gespenst an der Reling in Erscheinung) – viel spannender ist der Soundtrack, den Klaus S. eigens  für diese Archivausgrabung anfertigte

7) Neues aus Pittsburgh, Amsterdam und Glasgow

8) Banshee 2, Broadchurch 2 reviewed

9) Martina sieht Daniel Lanois in Frankfurt

Klaus S. war nicht nur in Scheveningen, er war auch auf Hawai zum Surfen, und konnte ebenso in einschlägig bekannten Surforten der West Coast seine Bretter auf die Wellen bringen. Hier ist der Mann in jüngeren Jahren im Einsatz zu bestaunen, an der Küste Griechenlands. A real surfer boy. Mich würde auch nicht wundern, wenn Leonard Cohen da gerade ganz in der Nähe war, um seiner geliebten Insel Hydra noch mal einen längerern Besuch abzustatten. Ein Doppelklick aufs Foto, und Sie sehen es in „big surfariscope“. 

 
 
 

 

Da sitzt ein Typ jahrzehntelang am Rande irgendeines Nestes auf dem Lande in England. Am Rande von grünen Weiden. Büsche, Feld und Wald. Enturbanisiert oder zumindest urbandistanziert. Singt und spielt da vor sich hin, und die ganze Welt hört gespannt zu. Ab und zu muss er von Leuten wie Carla Bley (inzwischen auch ländlich geworden) oder Michael Mantler (dies Jahr zu sehen in Moers) angespornt werden, und der alte Kommunist singt sich aus der Welt in die Welt. Es gibt viele Weisen des Älterwerdens …
 
Soup Songs, soup sings: The music of Robert Wyatt (on BBC) HIER. Nicht taufrisch, aber nichtsdesto …
 
Und dann einige sehr schön treffende Beobachtungen über den Musiker Thomas Morgan und sein Bassspiel HIER
 
Richard Williams hat übrigens ein sehr gutes, aufschlussreiches Buch über einen der einflussreichsten musikalischen Impulse der 60er Jahre geschrieben. Darüber ein ander Mal!
 

Mein alter guter Bekannter Hans Gumbel ist arbeitslos, hat also viel Zeit zum Lesen. Ein Büchernarr, er mag auch Comics, die ich nur sehr selten lese.  Zu Weihnachten schenkt er mir aber immer eine „graphic novel“, die er manchmal doppelt kriegt, weil er sie   unter einem völlig bekloppten Mittelalterpseudonym in einem oder mehreren  „Fanzines“ bespricht.  Subsubkultur. Von ihm habe ich mehr tolle Tipps bekommen als von irgendwelchen Stars der Kulturszene. Leider konnte ich ihn nie bewegen, hier zu schreiben. Er sagt: zu viele Musikverrückte, er hört nur Hörspiele und Natur. Ich sage, Hans, was Lesen angeht, ich bin ja nicht mehr 20, es kommt darauf an, möglichst wenig und dafür umso intensiver zu lesen, und nur die Bücher nach Seite 30 nicht in den Müll zu schmeissen, die einen vollkommen fesseln, durch ihre Geschichte, oder das Spiel mit „Erzählformen“. Zwei Bücher pro Monat, mein idealer Schnitt.  Warum soll ich Rimbaud lesen? Habe ich einen an der Waffel? Der hat mich schon mit 16 gelangweilt, Genie hin, Genie her. Und ich kann auch nichts dafür, dass Patti Smith da voll drauf abgefahren ist. Immerhin hat es ihre Horses auf Trab gebracht. Nun ja, und  deswegen schickt mir Hans Gumbel mittlerweile auch nur noch zu Ostern und Weihnachten Empfehlungen, und seine Auswahl ist so konzentriert, dass kein Bücherregal durch das halbe Abendland einsturzgefährdet ist. Hier seine Osterliste, und meine Güte, David Bowie, seine wirklich letzte gute Platte war Scary Monsters.

 
 
 

 
 
 

1) Jim Zubkavich / Steven Cummings: Wayward Volume 1: String Theory

2) William Mann: Tinseltown: Murder, Morphine, and Madness at the Dawn of Hollywood

3) Allen Eskens: The Life We Bury

4) Steffen Kopetzky: Risiko

5) Heinrich Steinfest: Das grüne Rollo

– Welche drei Gegenstände würden Sie mitnehmen, wenn Ihr Haus brennt?
 
Asterios Polyp wurde am 22. Juni 1950 als einziges Kind der Eheleute // Fast wäre er ein Zwilling // Schon in seiner Kindheit prägte er sich alles
 
– So denke ich nicht.
 
Er liebte es, gewagte und komplexe Theorien über alles, was ihn interessierte (Frauen, Architektur, das Leben an sich) zu entwerfen und mit seinen grandiosen Tafelbildern seine Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen etc. zu überfordern.
 
– Können Sie sich vorstellen, das, worüber Sie sich definieren, aufzugeben?
 
Im Jahr 1959 wurde Hana Sonnenschein als Tochter eines Deutschen und einer Japanerin geboren. Sie hatte vier deutlich ältere Brüder, deren Erfolge immer wichtiger waren als Hanas. Sie bekam ein Stipendium für eine Kunstschule und fertigte Skulpturen an.

Exakt an Asterios´ 50. Geburtstag schlug ein Blitz in sein Haus ein und das Haus ging in Flammen auf. Asterios packte drei Gegenstände ein und rannte aus dem Haus, in ein neues Leben.
 
– Worüber definieren Sie sich?
 
Man kann diese Graphic Novel auf verschiedenen Ebenen lesen: Als Lebensgeschichte, als gender story, als Liebesgeschichte, als Midlifekrisis. Warum haben manche Menschen Erfolg und andere nicht? Warum hört man einigen zu und anderen nicht? Wieso können sich zwei Menschen, die gleichermaßen intelligent und begabt sind, so verschieden entwickeln? Weil der eine ein Mann ist und die andere eine Frau? Weil er von seinen Eltern aufgebaut wird und sie klein gehalten wird, unbeachtet in ihren Talenten und weil sie schüchtern und still geworden ist?
 
– Eine Sphäre von Möglichkeiten? Innerhalb einer Vorstellung von Zeit?
 
Auch unter dem Aspekt der Gesprächsführung. Wie schafft es Asterios, der aufgebrachten Hana zu erklären, warum er im Schlafzimmer eine Überwachungskamera installiert hat?
 
– Erinnerung ist nicht Wiederholung.
 
Wir betreten das Arbeitszimmer des Komponisten Kalvin Kohoutek, bekannt für seine experimentellen und eklektischen Klangwelten. An den Wänden Partituren seiner Lieblingskomponisten, darunter Charles Ives´ Arbeit: The Unanswered Question.
 
 
 

 
 
 
Wie kommt es, dass jemand bestimmte Dinge wahrnimmt und andere nicht? Welchen Einfluss haben die Menschen, die nie geboren wurden, auf unser Leben? Inwieweit können wir unsere Entwicklung steuern und wo sind die Grenzen der Selbsterschaffung?

These: Liebe zu einem Menschen als Kompensation eigener, nicht ausgelebter Möglichkeiten, die der oder die andere aber entwickelt hat.

Diese Graphic Novel ist ein Meisterwerk. Die Geschichte wird facettenreich und nicht chronologisch erzählt, die Tiefe und Themenvielfalt ist beeindruckend, der Stil der Zeichnungen ist ausgereift, raffiniert und methodisch vielfältig. Die Bildsprache und das Verhältnis von Wort und Bild sind ausgezeichnet. Einziger Kritikpunkt ist die – auch bildlich umgesetzte – klischeehafte Betonung des Männlichen als des Rationalen und des Weiblichen als des Emotionalen.
 
 
David Mazzuchelli: Asterios Polyp, aus dem amerikanischen Englisch von Thomas Pletzinger, Eichborn Verlag 2011
 
Original: Asterios Polyp, Pantheon Books New York 2009
 
 
 

 


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