Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the category ‘Blog’.

Category: Blog

Das Klavier trat mit der Entwicklung der temperierten Stimmung und einer zunehmend ausgefeilteren Technik, die mit einem beachtlichen Lautstärkezuwachs einherging, als Instrument einen epochalen Siegeszug an und ist als zentrales Instrument komplex polyphoner Musik aus der zeitgenössischen Musik (egal welchen Genre’s) nicht mehr wegzudenken. Daraus ergibt sich eine unglaubliche Ausdrucksvielfalt, die sich in einigen Veröffentlichungen dieses doch noch recht jungen Jahres wiederspiegelt.

Scheinbar zurück zu den Anfängen geht Francesco Tristano in On Early Music, wo er Stücke ehemals populärer englischer Spätrenaissancemusiker, wie Orlando Gibbons, John Bull oder Peter Philips den Werken des Italieners Girolamo Frescobaldi gegenüberstellt und nicht zuletzt stilistisch behutsam adaptierten Eigenkompositionen. Nun begibt er sich aber nicht bieder in die Welt der alten Musiker, dafür hat er zu viel elektronische Musik gemacht und u.a. mit Carl Craig zusammen improvisiert. Diese alte Musik hört sich von der Harmonik her „alt“ an, ist sonst aber groovig, frisch und wirkt völlig unverbraucht. Oft interpretiert er die Stücke, so wie es damals oft üblich war, sehr offen und zeitgemäß. Bein zweiten, dritten mal hören sind mir dann die kleinen und subtilen Bearbeitungen aufgefallen, die dazu beitragen, dass sich diese wohltuend von der 2793sten artigen Interpretation absetzten und sehr aktuell klingen. Eine wunderbare Hommage an die frühe Musik, die zwischen allen Stühlen tanzt. Ganz anders Vanessa Wagner’s Study of the Invisible. Die französische Pianistin, die für ihre wunderbare Zusammenarbeit mit Murcof und ihre exquisite Wahl der Stücke auf ihren letzten Alben auch außerhalb der Klassikszene bekannt geworden ist, setzt diesen Weg auf ihrem neuen Album fort, dessen ältestes Stück ein Präludium in A-moll von Moondog ist und sie dann Stücke von Harold Budd, Brian und Roger Eno, einigen der frühen amerikanischen Minimalisten und natürlich auch von Philip Glass spielt – eine wunderbare und sensible Auswahl. Doch im Gegensatz zu Tristano, der die Musik herausfordert, sie in die Gegenwart lockt, befördert Wagner die zeitgenössische Musik in eine feine, genaue klassische Darstellung. Hier wird ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Spielen, Interpretation, Covern oder gar darüber Improvisieren erkennbar und ich habe mich in diesem Kontrast mehrfach gefragt, wie ich die Unterschiede fassen könnte. Dann gibt es auf Study of the Invisible auch Stücke von Bryce Dessner, Nico Muhly und Timo Andres und nicht zuletzt von Suzanne Ciani. Vanessa Wagner schreibt, sie sei „fasziniert davon, Intensität auch ohne eine Sintflut von Noten zu ergründen, durch Einfachheit als Mittel des Ausdrucks“. Dabei verbindet sie die unterschiedlichen Stücke mit genau dieser Intensität zu einem intimen Exkurs in aktueller Klaviermusik, deren Höhepunkt unzweifelhaft Caroline Shaw’s über 13 Minuten langes Gustave Le Gray darstellt. Ein Album, dass das unsichtbar Verbindende, das unsichtbar über die Gegenwart hinaus Weisende wennschon nicht sichtbar, dann doch auf bemerkenswerte Weise hörbar macht.

 
 

       

 
 

Eine andere Leichtigkeit hat 4 Hands von Roedelius & Tim Story, wo die beiden Pianisten nach bewährter Arbeitsweise improvisieren, fast absichtslos den Augenblick kultivieren und sich dabei dennoch nicht wiederholen, sondern im Flow wie Reflexionen der Sonne auf bewegtem Wasser hüpfen und gleiten, lebendig und niemals banal. Ein Album, das fest in der Zeitlosigkeit wurzelt und ein Grund mehr sich tief vor dem 87jährigen Urgestein der deutschen Musikszene mit seinem Faible für eleganten Eigensinn zu verneigen! Und schließlich wurde kürzlich Morteza Mahjubi’s Selected Improvisations from Golha, Pt.II (von 1956-1965) veröffentlicht, der mit der gleichen Leichtigkeit wie Roedelius auf dem Klavier improvisierte, wobei er als erstes die Temperierung gründlich rückgängig machte und das Instrument nach lange entwickelter Methode in alten persischen Skalen stimmte. Was sich zu Beginn für das europäische Ohr deutlich verstimmt anhört, nimmt bald mit all seinen Schwebungen und feinen Dissonanzen den Raum zwischen den Ohren völlig ein, offenbart ein schillerndes Spektrum des modernen Orients, eine funkelnde Schatzhöhle, an der Gurdjieff sicher seine Freude gehabt hätte, ein Geisterspiel zwischen hypnotischen Trancen und dem unhörbaren Staub auf alten Schellackplatten. Eine Musik, die zum Visualisieren einlädt, ohne dass es in meinem Kopf je einen assoziierbaren Raum gegeben hätte…

 
 

       

 

2022 26 März

The faded

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

television

untuned

of 

colour

the

sky

a

at

up

pointed

logo

chevron

double

faded

The

 

 

Soeben erschien im C.H. Beck-Verlag ein fesselndes Buch über die berühmteste Garagenband Liverpools. Anthony Quinn bemerkte dazu im Guardian etwas, das jedem widerfährt, der diese Musik liebt und, so viel später, ein wenig schlauer, oder „still crazy after all these years“, über sie liest (und dieser Craig Brown versteht es, fabelhaft flüssig zu schreiben):

 

„Dies ist das seltsame Paradoxon der Beatles. Wenn man den Sound hört, den John, Paul, George und Ringo geschaffen haben, fühlt man sich immer noch in das „Glück und den Rausch“ versetzt, von dem ihr Produzent, der Gentleman George Martin, sprach. Über sie zu lesen, ist dagegen eine ziemlich melancholische Erfahrung, weil das Ende immer in Sicht zu sein scheint.“

Manche werden sich daran erinnern, dass ich das Buch in einer Radionacht in Köln kurz vorstellte, und es ist wahrlich nicht das klamaukige Buch, das sich manche vorstellen, wenn sie das Cover sehen. Besonders hervorzuheben ist beispielsweise, wie sich der Autor vielen Randfiguren widmet, und damit ungewohnte Perspektiven öffnet.

Zum Beispiel die traurige Gestalt des ehemaligen Polizeibeamten Eric Clague, der durch Zufall herausfindet, dass die Frau, die er Jahre zuvor versehentlich überfahren und getötet hatte, Julia Lennon, Johns Mutter, war. Selbst diese guten alten Zeiten waren, neben aller „never ending magic“, eben auch gut abgefüllt mit Drogen und Dramen, und sind doch so sehnsüchtig besetzt, mit dieser grandiosen Musik und unseren Erinnerungen, dass alle Zeitmaschinen in die Jahre 1963 bis 1970 Richtung Liverpool und London restlos ausgebucht wären.

Der schnellste Weg zurück: die „Esher Demos“. Wir sind im Wohnzimmer vom George Harrison. Mai 1968. Die Vier spielen, sie plaudern, und es klingt grossartig. Unglaublich, aber das alles war einmal unverrückbare, fast unvergängliche, Gegenwart. ENJOY THE TRIP!

 

„On listening back to the finished album, I felt that it could be seen as a series of short stories or photographs of indiviudual scenes, each containing their own character. It was only after I‘d finalised the running order, that I realised just how much of a close relationship one piece has to another, and it was this realisation perhaps that led me to the album‘s title. I thought about how our years comprise of moments, days and changing months, of how we live our lives in facets, how we catch fleeting glimpses, how we walk through our lives. How we notice the turning year.“

(Roger Eno)

 

 

 



It happens that things and sounds which move at the edges, almost shadowily, have an equally profound influence on the centre of things as that which sparks in the burning glass of concentrated attention. In this way, „The Turning Year“ is a little masterpiece (to be released on April, 22, on vinyl, cd and dl).  I know most of Roger Eno’s albums since his first appearance on a milestone from  the „golden years of Ambient Music“ („Apollo“) quite well. Before the word „neo-classical“ became the „simplifier“ for introspective explorations between classically trained / self-taught composing  and contemporary sound-shifting, his first solo album „Voices“ (when will this gem be carefully reissued, along with Michael Brook’s „Hybrid“ – two treasures from Bob and Dan Lanois’ Grant Avenue Studios in Hamilton, Ontario) set the bar high for a music, that didn‘t grab for attention, but provided us armchair travellers with a peace of mind and a contemplative mood that (most of the time, in the years and works to come) found a delicate balance between harmonic figurations, melodic gestures and surprising „second sounds“ resp. „atmospheric values“ wrapped around them.

And when that happens, the trap of cheap saccharine trickery is a thousand miles away. This is damned serious music with a child-like sense of wonder.

And once inside this new music, with Roger’s hushed piano figures (how can softness be so thrilling?), the contributions of the string ensemble „Scoring Berlin“ – and Tibor Reman‘s clarinet on the title called „On The Horizon“, many listeners will be hungry not to miss a second, hungry for tiny details, distant echoes, the full experience of an always fragile now.

In contrast to the very different (kind of „nomadic“) life of brother Brian, Roger Eno decided from early on to not leave too often the landscapes of his „heimat“ in Suffolk / Norfolk – the geographics of East Anglia. And when the album starts with „A Place We Once Walked“, we can assume he’s trying to restore forgotten feelings and sights and things with the quiet power of sound. Think for yourself what’s going on when discovering (out of nowhere) a nearly forgotten walking path from the ole’ days, the kind of shiver running down the spine, the rush of pale memories. Roger Eno is masterfully catching such fleeting glimpses. And some of  these pastoral sceneries require a „double take“: traces of the uncanny, hidden behind many a shimmering surface. By the way, open the gatefold cover and you‘ll find an assembly of small photos enhancing all these sepia-tinged „East Anglia“-hinterland vibes.

I love to listen to this album on vinyl, and I‘ve done so for a while now (thanks to Martin G from DGG), but, to be honest, I‘ve had one little problem with the longplayer. More than once I looked at the circling vinyl trying to figure out, if there‘s still some running time left. I just wanted the music to stay just a little bit longer. In times like these, this music is medicine.

 

2022 24 März

Mit Reckwitz Messer wetzen

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

Vor etwa sechs Wochen hatte ich mir in der Stadtbibliothek ein Buch von Andreas Reckwitz vormerken lassen, das nun zur Abholung bereit stand. Lajla erwähnte es einmal hier auf dem Blog, so wurde ich darauf aufmerksam: „Die Gesellschaft der Singularitäten – zum Strukturwandel der Moderne“, erschienen bei Suhrkamp. Ich zögerte zunächst, es abzuholen, da sich meiner Vermutung nach durch den Kriegsbeginn etwas grundlegend verändert hatte: wen interessierten denn jetzt noch die Befindlichkeiten kulturell überzüchteter Individuen, wie sie in der langen Friedensblase meiner Zeit entstehen konnten? Aber man soll ja nicht nur dem Frieden eine Chance geben, wie einst John und Yoko sangen, sondern auch einem Autor, von dem man schon viel Gutes hörte und auf YouTube gar sah. Seit ich Bücher nur noch sehr selten konzentriert von vorne bis hinten durchlese, meistens, wie eine Freundin neulich bemerkte, auf der dritten Seite schon vergessen habe, was auf der ersten Seite stand, hat sich eine neue Technik durchgesetzt: ich stöbere im Buch herum, schlage blindlings eine Seite auf, wie ein Adler auf die Zeilen stürzend, um Beute zu machen. Sätze und Gedanken, die zum Weiterdenken Anlass geben oder längst Geahntes explizieren, wie ein Messerwetzer wirken für den Geist. Beispiel: der Autor bezeichnet Internet und Computer als eine „Kulturmaschine“, was mich gleich an die Wunschmaschine von Gilles Deleuze erinnerte, die ich allerdings nie verstand, wie so Vieles im sprachverliebten Raum französischer Philosophen. Ganz anders Andreas Reckwitz: konkret und nachvollziehbar statt im Ungefähren herumzuraunen. Er fragt sich beispielsweise, inwieweit die Kunst die Vormachtstellung des Besonderen verloren habe angesichts der Schwemme individualistischer und idiosynkratischer Singularitäten. Und alles sei doch heute Kunst, jedes banale Gebrauchsding, jede Colaflasche. In diesem Sinne ist dies vorerst keine Rezension, sondern bestenfalls eine recht flapsig skizzierte Prezension: Ausdruck reiner Freude über einen Beutezug.

 

2022 24 März

Ghost dealership

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments

 

 

Claudia Michelsen ist ein Hingucker, eine fabelhafte Schauspielerin, und wenn ich auch rein gar nichts über ihr privates Leben weiss, mutmasse und schlussfolgere ich aus allen äusseren Indizien, meinem Profilerwissen über Hüllen, Flächen und Tiefenstrukturen, dass sie in real life ein kluges Wesen von überdurchschnittlicher emotionaler und sonstiger Intelligenz ist. In diesem Fernsehfilm konnte sie nun alle Register ihrer Kunst ziehen, doch leider nicht mal damit über das gruselig überkonstruierte Drehbuch hinwegtäuschen: was für ein Schmarrn wurde denn da serviert!?

Claudia Michelsen spielt eine agile Sportlehrerin, die durch ein unbekanntes Trauma ihr enormes Schwimmtalent nie  ausschöpfen konnte, und am Geburtstag ihrer völlig durch den Wind gebügelten Mutter von alten Symptomen befallen wird. Irgendwas zwischen Panikattacken, Halluzinationen und Absencen.

Claudia Michselsen besucht eine alte Lehrerin, die sie zur Therapie ermutigt, aber dagegen sträubt sie sich natürlich. „Was soll das denn bringen, in der Vergangenheit rumstochern?!“ Erst das Stöbern in den Schubladen ihres Vaters – sie stochert also doch rum, aber ohne Psychoanalytiker – lässt das Verdrängte mit Macht wiederkehren. Alles, was sich in diesen neunzig Minuten tut, ist eine Aneinanderreihung von Unwahrscheinlichkeiten, Klischees und Abstrusitäten. Der Gipfel ist die finale Sache mit einer Herzmuskelentzündung.

Wir haben noch den wirren Vater im Angebot, der sich mit humorvollen Versen a la Ringelnatz durch den Alltag hangelt, und irgendwann konfus durch eine Hannoveraner Stadtgegend irrt, und einen fremdvögelnden Ehemann, der, zur Rede gestellt, als erstes mault: „Wann verlierst du mal die Fassung, Anne?“ Durch die Bank krass überzeichnete Figuren. Und so mutiert alsbald der mutmassliche „Familienthriller“ zum Schnarchtheater mit unfreiwilligen Lachkick-Momenten. Zum Beispiel, als die Mutter mal wieder einer wirren Stimmung anheimfällt und ihr Kopf kopfüber auf den Tisch knallt (eigentlich noch lustiger, als wenn er in einen Erbseneintopf gefallen wäre) – im Krankenhaus erst klärt sich auf: kein „exitus subito“, sondern nur wieder zuviele Sedativa. Und dann das absolute Highlight:

Claudia Michelsen, also Anne, geht alte Videokassetten durch mit ihrem Finale zur Qualifikation der Olympischen Spiele von Atlanta. Sie sieht (wie wir nichts Gutes ahnenden Zuschauer) die Bilder, und hört die Stimme des Reporters, der sie als grösstes Talent feiert. Sie liegt vor der letzten Wende vorne, und dann, sehen wir alle dort nur noch Wasser und gähnende Leere, wo Claudia bislang ihre elanvollen Bahnen gezogen hatte. Der Reporter ist sprachlos, und fragt, sinngemäss: „Ja, was ist nun, wo ist Anne, wo ist sie denn, was ist passiert?“ Der perfekte „Jochen Behle-Moment“. Sie erinnern sich? Damals war der Reporter Bruno Moravetz, und er suchte verzweifelt Jochen Behle im Feld der langlaufenden Olympioniken. 

Tatsächlich gibt es auch manch forsches Lob für dieses bemühte Melodrama. Ich zitiere Prisma:

 

„Was Michelsen, Hanczewski, Weisgerber und Co. im unprätentiös erzählten Drama ins Wohnzimmer liefern, dürfte manche an eigene dunkle Familienfeste, Offenbarungen und Eklats erinnern – oder, wenn daheim alles „paletti“ war, dann vielleicht an andere gute Filme zum Thema. Nicht zuletzt ist das bis zum Ende der 90 Minuten subtil spannende TV-Werk auch mal wieder ein Plädoyer in Richtung Fernsehmacher: Traut euch mehr Erzählungen ohne Leiche zu! Selbst erfahrene Primetime-Kommissarinnen freuen sich, wenn sie wie in diesem Film einfach mal nur leben – und nicht ermitteln müssen.“

 

Ehrlich jetzt?! „Einfach mal nur leben“ – der war gut!!

2022 23 März

For example, Mr. Jon Balke

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off

 


Yesterday, Jon Balke was on board of „The Jon Hassell Experience“ in Oslo. Playing piano and a hand drum, and wearing a hat. Made me think back of the time I was on Lanzarote playing his first Siwan album all the time in my car (along with The National‘s „High Violet“) with a stellar cast of musicians, including Jon Hassell, Amina Alaoui – and Helge  Norbakken. And another good news. The third installation of Jon Balke Siwan, „HAFLA“ will be released by the end of April, on ECM, and it is simply another mind blower! Look at the photo, this label is not strictly known for such a decent quantum of „action“ on their covers! You don‘t have to be a prophet to know there will be rave reviews, and I will write one of them. Here comes an old story.

 

It all started when I popped the CD into my player on the way between Arrecife and El Golfo. 23 degrees celsius, late in the afternoon, and then a lonely „wow“ popping up from my lips when the first two tracks of Jon Balke’s „Siwan“ were over. I have known the music of the pianist for a long time, who used to play with „Masqualero“, mixed „northern kind of fusion“ with African vibes and „Oslo 13“, and finally showed ways of combining New Music, Jazz and Africa without academic art cramp & commonplace sounds with his „Magnetic North Orchestra“.

SIWAN is Jon Balke’s adventurous attempt to make parallels audible between early music from Europe (Baroque), al-Andalusian traditions (9th to 15th centuries) and the art of modern improvisation. For this, the pianist (born 1955), has the perfect companions: Jon Hassell, violinist Kheir Eddine M-Kachiche, Helge Norbakken, a Norwegian ensemble with accomplished connoisseurs of the Baroque and – above all – the singer Amina Alaoui from Morocco!

How free-spirited the Muslim culture and science was at a point in history, can be brought to light in old texts and poems building the foundation of tbis album.  With this fantasy, Jon Balke recalls an era that was mercilessly persecuted by the Inquisition – the „end of the story“ was that this permissive Muslim intellectual world (far from the fundamentalists who set the tone today) is hardly remembered nowadays. Yet their influence, for example on the Renaissance, was immense; the libraries of Cordoba hoarded unparalleled treasures of knowledge.

The music of SIWAN always remains melodic, even when it sets off a firework of rhythmic energy or explores individual fine spheres without haste. The interplay between the spacey voice of the Moroccan and the „snake charmer sound“ of Jon Hassell is captivating. The reflections between Arabic and baroque figures open up the space even more. Nit realy surprising enough, Jon Balke is NOT playing with that all too simple „postmodern trickery“: SIWAN is modern, ancient, fabulous, elevating, overflowing, transparent.

When I arrived in El Golfo with the car – I had just finished  listening (and looking at those infamous volcanic cliffs).  I took a seat in a fish restaurant. And then one of those strange coincidences happened when you hear the right music at the right time in the right place: I read the enclosed lyrics by SIWAN (printed in Arabic and English) and had to smile so much when my eyes fastened on the following lines:

 

“ A serene evening
We spent it drinking wine.
The sun, going down,
Lays its cheek against the earth, to rest … „

 

Well, I was alone, with  a glass of white wine on my table, and that orange ball over the horizon just preparing for its first-class „west coast“ setting. I stayed and stayed until a cool breeze entered the scenery, got into the car and put SIWAN on again. The music also works in Central Europe, I found out later. Everywhere where „free spirits“ dwell … incredibly good music. 

 


„Virelles describes Nuna as “a metaphor for the piano as an ancient instrument.” While the sonorities of the Steinway Model D concert grand piano are often on full display in his playing, he pays equal emphasis to tempering the instrument’s natural resonance, connecting it more to the sound of folkloric instruments such as thumb pianos, harps and drums. He achieves this purely through touch and pedaling, without any other mechanical manipulation or “prepping.” Indeed, the entire album is a demonstration of Virelles’s masterful control of shading, dynamics and timbre.“ (from Pi Recordings homepage)

 

M1 – David Virelles: Nuna (Pi Recordings)**
B1 – Karsten Mützelfeldt on John Scofield‘s solo guitar album
M2 – Oded Tzur* (ECM)
B2 – Hendrika Entzian: „Was hörst du?“
M3 – Alabaster DePlume: Gold (International Anthem)***
M4 – Dave Douglas: Secular Psalms
B3 – Michael Rüsenberg on a Bill Frisell biography
M5 – David Virelles: Nuna**

 

*May 19 / Oded Tzur Quartet Sendesaal Bremen
**…try to get in contact with David Virelles to include excerpts of an interview on this fanastic „solo piano and beyond“ album. „Beyond“, cause on three tracks a percussionist is part of the recording.
*** ein Konzert in Berlin Anfang Mai

 

Als der Norweger Jan Bang sein erstes Sololabum „…and Poppies from Kandahar“ 2010 auf David Sylvians Label Samadhisound veröffentlichte, galt er bereits seit Jahren als innovative Figur der norwegischen Musikszene:  nach den aufregenden 70er Jahren, nach den Garbareks und Rypdals,  ist in dem Land der geringen Bevölkerungsdichte und weiten Räume eine junge Generation herangewachsen, die das typisch skandinavische Raumgefühl und altehrwürdige Ausschläge auf der Melancholieskala fortentwickelt.

Diese Kreise sind durch das von Erik Honore und Jan Bang 2005 begründete Punktfestival von Kristiansand extrem gut verbunden: Künstler wie Arve Herniksen, Eivind Aarset, Stian Westerhus, Sidsel Endresen (als Dienstälteste dieses erlesenen Zirkels) haben kein Interesse daran, Musikgeschichte zu recyceln, sie brechen spielend mit Konventionen. Auf der Bühne und im Studio agiert Jan Bang mit selbst verfertigten Feldaufnahmen aus diversen Erdgegenden, vor allem aber mit dem Material, das ihm seine Mitspieler liefern. Man hat ihn schon als „Schattenspieler“ bezeichnet, wenn er Trompetensounds von Arve Henriksen, Jon Hassell oder Nils Petter Molvaer klanglich modifiziert und in das musikalische Geschehen einschleust.

 

 

Jan:  “Das Instrument, das ich benutze, ist ein alter Sampler, der auf floppy-discs läuft, er stammt aus dem Jahre 1996. Weil das Gerät nur in Verbindung mit einer floppy disc funktioniert, werden die meisten Klangdaten,  die ich sammle, hinterher sofort entfernt. Nur sehr selten speichere ich Klänge. Sound ist für mich etwas, das einfach vorüberzieht, diese Flüchtigkeit der Töne ist Teil der Faszination. Ich verwandle die Sounds beim Sampeln nach meinen Vorstellungen. Wenn ich zum Beispiel mit Jon Hassell und seinem Trompetenspiel arbeite, dann sample ich etwas, das mir gefällt. Und ich mache aus seinem Sound meinen eigenen. Im Ton des anderen meinen  eigenen zu finden, das ist mein Interesse. Ich halte Ausschau nach den passenden Tonhöhen; welche Akkorde kann ich entstehen lassen, welche Verfremdungen –  das alles hat einen starken emotionalen Anteil! Denn diese Verwandlungsarbeit geschieht in wenigen Sekunden. Alles passiert im Nu und instinktiv, das entspricht der Natur meines Instruments, und der Art, wie ich arbeite.“

 

Ein Ausschnitt aus der CD „Live Remixes Vol. 1“, von Punkt, mit Aufnahmen von Jon Hassell und Sidsel Endresen. Mal hört man die  originalen Klänge, mal das, was Jan Bang mit ihnen anstellt, geisterhafte Echos, kleinste Loops, die als diskretes Rhythmus- oder Klangfarbenenangebot wahrgenommen werden können: nicht selten singt dann die  Norwegerin mit ihrer verwandelten Stimme im Duett, und  der alte Magier des Trompetenspiels, Jon Hassell, fast schon Stammast beim Punktfestival, merkte rasch, das auch ein Vierteljahrhundert nach seinen Pionierarbeiten, „Possible Musics“ und „Dream Theory In Malaya“, sein alter Traum einer Vierten-Welt-Musik immer noch zukunftsträchtig ist. Zum Beispiel hier in der südnorwegischen Küstenstadt.

Diese Live-Remixe sind programmatisch für das Punktfestival; nach den Konzerten auf der großen Bühne des Agden Theaters strömen die Zuhörer in den Keller, in den „Alpha-Room“, wo andere Musiker nun, mit ausgewählten Samples des vorangegangenen Konzerts, etwas Neues auf den Weg bringen.


Fast ein Evergreen des Festivals, und doch unberechenbar, sind die Alpha-Room-Auftritte des Trios Jan Bang – Erik Honore – Sidsel Endresen. Die Sängerin verweigert sich jeder traditionellen Gesangssprache,  Erik Honore arbeitet als stille Präsenz im Hintergrund an Synthesizern und Computern – und Jan Bang ist der Irrwisch, der um seinen  Sampler herum tanzt, mit schnellen wirbelnden Bewegungen, die aber nie hektisch wirken. Dabei erprobt er kleinste Sequenzen auf ihre Tauglichkeit, verwirft oder verwertet das Material. Etwa bei dem folgenden Stück, „Residue“, aus der erste Studioabeit von „Punkt“, dem Album „Crime Scenes“.

 

 

Jan:  Erik Honore und ich benötigten drei oder vier Jahre, um die CD “Crime Scenes” von “Punkt” fertigzustellen. Das ganze Album entstand in meinem Punkt-Studio in Kristiansand. Ein sehr  kleiner Raum;   die Musik basierte ganz und gar auf den guten Samples, denen, die auf eine floppy disc passten (lacht).  Wenn ich mit Musikern auf Reisen bin, archiviere ich Soundsequenzen ja so gut wie nie. Aber wenn zum Beispiel der Schlagzeuger Audun Kleive eine kleine Figur spielte, die mir unheimlich gut gefiel, dann sagte ich mir, das ist so gut, das speichere ich jetzt. Wenn solche magischen Momente auftauchten, bei Sidsel Endresen, bei Arve Henriksen, war es gut. Hinzu kam die Musik,  die um diese Samples herum entstand. Das Gute daran war, es forderte neben den Samples auch die live agierenden Musiker. Auf „Crime Scenes“  war die Balance von live gespielter Musik, nachfolgender Bearbeitung  und Sampling gut ausgewogen. All diese Dinge hatte ich vom Programmieren von Sounds gelernt, in meinen frühen Jahren, als ich Teil der elektronischen Dancefloor-Szene in Norwegen war. Mit der Zeit entstand daraus  eine neue „Sprache“, die Erik Honore und ich zusammen mit unseren Musikerfreunden entwickelt haben.“

 

„Comfort“, ein weiteres Stück aus  der CD „Crime Scenes“ von Punkt. Bei dem von Jan Bang und Erik Honore betreuten Punktfestival lässt sich seit den Anfängen erkennen, in welchem Ausmass seelenverwandte Künstler und Querdenker eingebunden werden, die durch ihre Innovationen abseits wohldefinierter Genregrenzen die Grundidee eines solchen musikalischen Konzepts subtil mitgetragen haben.

 

Zuletzt war, im Herbst 2011,  David Sylvian Kurator eines Festivaltages, und der gebürtige Brite  sorgte dafür, dass neben Altmeistern der Jazzavantgarde aus England, John Tilbury, Evan Parker und  John Russell, auch der japanische Komponist Daj Fujikura Gehör fand: dessen Kompositionen für Solo-Violine oder Solo-Klarinette wirkten zwar für manche  kühl,  hermetisch, einer in die Jahre gekommenen Avantgarde verhaftet, aber als  Jan Bang unten im Alpha-Room einzelne dieser Klänge sampelte, gewannen auch diese  Töne ein neues Eigenleben.

 

Und das ist ein wesentliches Moment der Punkt-Ästhetik von Jan Bang und Erik Honore:  man löst Sounds aus angestammten Traditionen und vitalisiert sie in neuen Zusammenhängen; aus dem Remix wird – im besten Falle – eine Neuerfindung! Jon Hassell kam aus dem Staunen nicht mehr raus, als er erstmals den Gesang von Sidsel Endresen hörte.  Gerade bei  solchen Berührungspunkten des sonst kaum je in einem Raum Zusammenkommenden eröffnen sich Möglichkeiten.

 

Da verlieren törichte Abgrenzungen von E- und U-Msik genauso an Berechtigung wie sattsam bekannte Vorurtiel: ein Musiker kann auch archaische Klänge produzieren, wenn nicht viel mehr als ein Laptop auf der Bühne steht. Und elektronische Sounds tragen durchaus nicht stets   ihr  Verfallsdatum mit sich herum.  Wie  organisch das Zusammenspiel von Live-Auftritt, Live-Sampling und Studiobearbeitung sein kann, belegte schon  im Jahre 2004, ein Jahr vor dem ersten Punktfestival, die CD „Chiaroscuro“ des Trompeters und Sängers Arve Henriksen. Ein Trio –  an Henriksens  Seite Jan Bang und der Trommler Audun Kleive. David Sylvian wurde nicht zuletzt durch seine Begeisterung für dieses Werk, dem Jan Bang mit Schmunzeln ein „südamerikanisches, tropisches Flair“ attestiert,  zum künftigen Kollaborateur von Jan Bang.

 

 

 

Jan:  “Chiaroscuro entstand während unserer Tournee durch Norwegen. In einigen Clubs waren vielleicht 20, manchmal  50 Zuhörer dabei. Ich erinnere mich, das erste Stück, „Opening Image“, wurde auf einer Mini-Disc aufgenommen. Es wurde so leise aufgenommen, das du das Rauschen hören konntest. Das Rauschen war übermächtig, wir mussten was damit machen. Und Erik Honore, nun, er ist der perfekte Produzent, ein  Meister der Töne, er findet stets auf kreative Art Lösungen für ein Klangproblem. Er schlug vor, den Synthesizer einzusetzen, um noch mehr Rauschen zu erzeugen, das neue Rauschen zum alten hinzuzufügen, und mit dieser Dynamik des Rauschens zu arbeiten, so dass das Rauschen selbst eine Art Instrument wird.“

 

Jan: „Die Musik, die du als Teenager für dich entdeckst, hat einen enormen Einfluss auf die Dinge, die du später in der Musik suchst.  Bestimmte Elemente einer Ästhetik des Hörens, die man in jungen Jahren unbewusst ausbildet, bleiben ein Leben lang erhalten.  Die erste Musik, die mich immens berührte, lag  abseits der Soulmusik und der Schwarzen Musik, die viel bei uns in Norwegen zu hören war –  es war  Musik von David Sylvian, sein Song „Red Guitar“ schlug mich vollkommen in Bann. Es befindet sich auf seinem ersten Soloalbum „Brilliant Trees“. Da waren  auch Klänge zu hören von Holger Czukay,  Jon Hassell und Danny Thompson. Die Musiker, die  Sylvian immer wieder zusammenbrachte, inspirierten mich, eine neue Musik zu erträumen, die ein europäisches Erbe fortführte. So öffneten sich Türen. Die Tatsache, wie ich seit Jahren akustische Instrumente in mein Sampling einbaue, etwa auf Arve Henriksens Album „Cartography“ hat vielleicht  etwas zu tun mit diesen  alten, so  geliebten Bassklängen eines Danny Thomson auf  „Brilliant Trees“ –  und immer wenn ich heutzutage mit hervorragenden  Musikern arbeite, kann ich Sampling und Live-Spiel kombinieren.  Da bildet sich in vielen Dinge, die wir seit dem Beginn des Punktfestivals machen, eine neue  Balance, zwischen Klänge, die elektronisch sind und sehr abstrakt – und den organischen  Klängen frei improvisierender Musiker.“

 

So bahnt sich lange an, was schliesslich zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit wird; erst waren es Remixe, die Jan Bang mit Erik honore anfertigte, für David Sylvians Opus „Blemish“, in dem die sperrigen Gitarrenklänge eines Derek Bailey das  Schönklangfeld mächtig umpflügten und manche Fans des kammermusikalischen Pop-Elegikers in die Flucht trieben. Dann verstörte Sylvian noch weitaus mehr, als er auf der CD MANAFON seine auf Breitwandformate angelegten Gesänge grundierte mit einer fein organsierten Klangsprache radikal freier Improvisationsmusik aus Japan, Österreich und England.

 

 

 

 

 

David Sylvian und Jan Bang  sind keine Jazzmusiker sind, aber sie kommunizieren gerne mit dieser Welt. Das kann auch mal schief gehen: so traf Jan Bang vor Jahren beim Festival Jazzbaltica  auf die Jazzgruppe des amerikanischen Trompeters Dave Douglas, und  eine Musik,  die so hochorganisiert und in sich geschlossen ist, dass Bangs  Live-Samples wie seltsame Fremdkörper wirken mussten, denen jeder Zugang unmöglich war.  Jan Bang braucht  eine offene, vorzugsweise aus kleinen kompositorischen Kernen entwickelte Musik voller Zwischenräume und Zugänge, eine Musik, die im besten Sinne unfertige Elemente enthält, nicht gänzlich Ausformuliertes. Deshalb seien Vorliebe für ausgeruhte Klangtexturen, für ausschweifende Bordunklänge.  Für jan Bang bedeutet Minimalismus, kleinsten Details zu maximalem emotionalen Ausdruck zu verhelfen!   Dennoch war es nicht ganz einfach für ihn, einen Songs von David Sylvians sperrigem Meisterwerk „Manafon“  neu zu formen –  im Hintergrund ertönen schon Klänge aus dem Original des Liedes…

 

Jan: „Ich habe mit David Sylvian an seinem neuen Doppelalbum “Died In The Wool” gearbeitet. Einige Stücke sind  neu, einige Variationen von „Manafon“, auf dem er mit alten und jungen Meistern der frei improvisierenden Musik zusammenarbeitete. Evan Parker und John Tilbury spielten da etwa mit. Und ich hatte Zweifel: wie sollte ich mit dem Start eines Remixes des Songs „Emily Dickinson“ beginnen? Für mich war es eines der emotionalsten Stücke des Albums, nicht zuletzt wegen Evans Saxofonlinien und Johns Spiel in den Tiefen Lagen des Pianos. Ihre Sounds waren so fein ziseliert, dazu Davids Stimme, der Chor, ein vollkommenes Stück Musik mit einem Hauch von Jazz und so vielen anderen Quellen. Ich dachte nur: wie um Himmels willen soll ich mich auf diesem Level bewegen? Und ich sagte das David, und er meinte:   – warum machst du mit dem Stück nicht etwas ganz anderes, anstatt es auf den Elementen basieren zu lassen die du so magst. Also löschte ich nahezu alles, was ich in der Tat liebte, und begann bei Null. Ich beliess es bei Davids Stimme, und bettete sie in ein weites Feld winziger kleiner Samples. Es war ein sehr intuitiver Prozess, da entstand gewiss eine andere Welt, aber ich denke, ich zollte dem ursprünglichen Stück genug Respekt.

 

Jan:  “Ich kann mich glücklich schätzen, über die Jahre mit vielen phantastischen Trompetern gespielt zu haben. Mit Arve Henriksen ist die Verbindung am engsten.   Seit Jahren spielen wir auch als reines Duo. Er hört nicht auf, mich zu überraschen. Er möchte die Musik vorantreiben, ich möchte die Musik an andere Orte transportieren, und das ergänzt sich  Wir kopieren einander auf kreative Art; ich kopiere seinen Sound, er kopiert meinen Sound. Akustische Musiker  können, wenn sie so gut sind wie Arve, etwas Elektronisches hören, und dann diesen Sound ihrem Spiel anverwandeln. Die Elektronik versucht eben nicht nur, sich in die akustische Sphäre einzufühlen, es funktioniert in beide Richtungen. Das ist so interessant, weil du dann etwas machst, was du zuvor noch nicht gehört hast.“ 

 

 

Das gerade gehörte  Stück, “From Birth” stammt von Arve Henriksens vielgerühmtem Album „Cartography“, das beim 7. Punktfestival Anfang 2011 live  aufgeführt wurde. Auch  an weiteren  Highlights war Jan Bang beteiligt: z.B. an einem Trio mit dem Trompeter und Sänger Per Jorgensen und der Perkussionistin Marilyn Mazur. Von Jan Bangs Ideen und den Soundforschungen seiner „Punkt-Familie“ Ideen können Jazzmusiker, Elektronik-Spezialisten, Singer/Songwriter und Vertreter Zeitgenössischer Klassik gleichermassen  profitieren. Wo sonst als bei diesem kühnen Kollaborateur könnten sich z.B. Jon Hassell und das Kammerflimmer Kollektief in einem Klang-Raum bewegen?! Aus scheinbar unscheinbaren Momenten, kaum klar zu umreissenden Texturen und fragmentierten Melodien entwickelt  Jan Bang seine Stücke auf seinem Soloalbum „…and Poppies from Kandahar“: luftige fragile  Gebilde, die ein skandinavisches Erbe fortführen – aus drr Magie flüchtiger Momente entstehen  leise Intensiäten.


JazzFacts im Deutschlandfunk – Sie hörten: „Der mit den Tönen tanzt“ – ein Porträt des Elektronikmusikers und Sample-Spezialisten Jan Bang, von Michael Engelbrecht. Seit dem ersten Jahr des Punktfestivals sendet der Deutschlandfunk Konzerte aus der südnorwegischen Küstenstadt. Im nächsten Jahr zieht das Punktfestival innerhalb von Kristiansand um, in ein architektonisch faszinierendes, direkt am Meer gelegenes Konzerthaus. Brian Eno wird Kurator des Punktfestivals 2012 sein.   


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz