Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2013 7 Juni

Zwei Gesichter eines Standards

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Standards seien ideale Vehikel, meinte Saxofon-Ikone Lee Konitz und auch Professor Rosenwinkel gibt seinen Gitarrenschülern stets mit auf den Weg, möglichst viel davon zu spielen. So kamen am vergangenen Wochenende auch zwei Mana-Fonisten in Hannover zu dem Schluss, dass es wohl hilfreich sei, den einen oder anderen davon einzuüben, um Struktur und Abwechslung ins freie, experimentelle Spiel zu bringen. Das Faszinierende an Standards und Cover-Versionen ist vor allem die Vielfalt ihrer Interpretationsmöglichkeiten.

Wer Jazz hört, gerne auch mal latino-rhythmisch unterlegt, der kommt an Pat Metheny nicht vorbei. Immer wieder wird einem bewußt, welch prägenden Einfluss der amerikanische Hybridjazz-Gitarrist hatte und mit welcher Vielzahl von Alben er zu überzeugen wusste, als role model einer ganzen Generation. Zum Besten zählen auch weniger bekannte wie die Filmmusik zu The Falcon and the Snowman.

Vor allem aber wirkte Pat Metheny mit auf Till We Have Faces des Saxofonisten Gary Thomas, das ich eine zeitlang sehr oft und gerne hörte. Eine ungemein spannungsreiche, kraftvolle, fast schizomässig gegen den Strich gebürstete Musik wird hier gespielt – genau das Richtige, um sich nach einer ausgedehnten Radtour zu entspannen, mit nichts als Dopamin im Hirn und dem Wohlgefühl, das alles easy sei und man selbst sehr wach.

Beeindruckend sind hier, neben dem kraftvoll-konkreten Bandleader: die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington mit enorm vitalem, dynamischem und homogenem Spiel; dann ein Pianist namens Tim Murphy, wenig bekannt und trotzdem sensationell. Und eben Metheny, der aus dem Kittel kommt wie selten sonst. Meine Lieblingsstücke: Angel Eyes, Lament und You Dont Know What Love Is.

Letztgenanntem stelle ich eine Interpretation des Keith Jarrett gegenüber: hört man erst das getragene, funkige Vierviertelstück des Trios (zu beobachten ist, mit welcher Hingabe, Präzision und mit welchem Körpereinsatz Jarrett hier agiert), kann man sich dann von der wilden Truppe des Gary Thomas im Sieben-Achtel-Uptempo aus dem Haus treiben lassen, auf den Drahtesel, über die Berge, auf die weite Flur: Fly Me To The Moon.
 
 
1 Keith Jarrett Trio

2 Gary Thomas w. Pat Metheny

2013 30 Mai

Ducret, le guitariste.

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Besonders faszinierend und inspirierend ist die Spielweise des Gitarristen Marc Ducret. Beeindruckend war schon seine Mitwirkung in der Bloodcount-Truppe des Tim Berne. Er lieferte dort die Vitamine und Mineralstoffe, um die frei improvisierenden Radikalen um sich herum zu einem gesundem Blutbild abzurunden, zwecks homogenen Gesamtsounds. Aufgrund dieser teils integrativ gruppendienlichen, teils dynamisch dominanten, in jedem Fall aber flexiblen, variablen und hochversierten Performance fällt ihm mühelos und qua natura die Rolle eines Dirigenten zu, der gleichzeitig mitspielt, als ordnende und inklusive Kraft. Das visuelle Erlebnis kann den Eindruck von einem Musiker erhellen und vertiefen, so auch hier: Ducrets körperbezogene, geradezu animalische, auch an Butho-Tanz erinnernde Art zu spielen unterscheidet ihn von anderen Avantgarde-Klampfern wie etwa Fred Frith und David Torn, die allesamt Klangspektren und experimentelle Spieltechniken hinzufügten, und geht darüber hinaus in ihrem situativen und circus-artistischem Spielwitz. Die Aufzeichnung eines Konzertes mit Gitarre, Schlagzeug und drei Bläsern aus den aktuellen Tower-Veröffentlichungen zeigt dies anschaulich. Als Anspieltipp für Zeit-Eilende (wem rennt sie denn nicht durch die Finger?) beginnt ab Minute 15:40 ein Solo-Intermezzo, das dann in den Gruppenklang zurückmündet.

Zur aktuellen Lieblingslektüre den passenden soundtrack finden – und darüber hinaus Anhaltspunkte und Inspirations-Schmankerl für eigene Schritte in die Welt der Freien Improvisation: das ist Glück. Seit Tagen, Wochen stöbere ich im preisgekrönten Essayband Duft der Zeit des koreanischen Philosophen Han. Eine seiner Kernthesen ist die, dass es in der heutigen Zeit an Abschlussformen fehle, die Erfüllung vermitteln. Alles schwirrt im Uferlosen herum. Erzählungen und andere Narrative wären solche Abschlüsse, ferner Rituale, Feste und, so meine ich, auch gute Songs und Musikwerke. Satoko Fujii´s Time Stands Still erklingt im Duft der Zeit. Musik, die dem, der sie nie vorher hörte, sogleich vertraut vorkommt, frisch und ungekünstelt. Immer auf der Suche nach kontrollierten Ekstasen, in denen sich zahlreiche Musikstile entfalten; wo es keine Tabus gibt; Salsa neben Freejazz stehen kann und Hardrock neben Folk, wird der Glückliche zuweilen fündig. Die schüchtern-sympathische Satoko Fujii, von Kindesbeinen an in der Klassik ausgebildet, gehört zu jenen, die alsbald ihren Ausbruch in freiere Gefilde suchten. Man hört ihrem japanisch rabiaten, aber auch warmherzigen Spiel an, dass sie alle Formen und Stile beherrscht. Da gibt es Bachsonaten neben Anklängen aus Südamerika. Auch Paul Bley, Aki Takase, Masabumi Kikuchi – sogar Joachim Kühn – kommen in den Sinn. Fujjii´s Spiel ist im positiven Sinne einfach, natürlich, und leicht nachvollziehbar. Sie gehört auch gewiß nicht zu jenen aus der Klassik Kommenden, die sich süffisant auf dem Feld des Jazzrockpop versuchen und ganz toll dabei finden, weil sie auch mal swingen dürfen. Abschließend und Augen schliessend im Sinne des Philosophen Han sei gesagt, dass die persönlichen Musikforschungen hinsichtlich dieser Pianistin, im Quartett mit MA-DO ebenso wie in ihrem Trio-Album Spring Storm, noch nicht zum Abschluss gekommen sind – die Neugierde darauf fängt soeben erst an.

2013 4 Mai

Die alte Strecke

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Am Flussufer, das Fahrrad abgestellt, lässt man die Szene auf sich wirken – wie sich alles öffnet an diesem milden, windstillen, sonnenlosen aber freundlichen Frühlingstag: Kanalschiffe passieren und bieten ein Bild der Gemächlichkeit; da sind Spaziergänger mit Hunden; Hausfrauen aus der List absolvieren ihr Fitnessprogramm; Spätaufsteher trinken ihr frühes Pils. Kraniche ziehen vorbei, die knapp über der Wasseroberfläche wie Rennboote gleiten. Der Himmel bietet Weite. Linkerhand der sich schlängelnde, pappelgarnierte Heideggerholzweg am Wasser entlang und rechterhand die noch kommende Piste.

Man variiert zwischen Fahren, Gehen und dem Verweilen: man lässt die Welt an sich heran, passt sich an, entscheidet intuitiv und situativ. Wie lang bin ich diese Strecke schon nicht mehr gefahren? Früher einmal jeden Tag und jetzt als eine Art Revival wieder öfter. Eine Songzeile kommt in den Sinn und bringt, wie Songs das häufig tun, das Ganze auf den Punkt. „I took the old track, the hollow shoulder, across the waters.“ Peter Gabriel singt das mit einer jener Stimmen, wie man sie bevorzugt: rauchig, samtig, soulig, bluesig. So sangen auch die Herren Sylvian und Martyn und die Dame Joni Mitchell.

Here Comes The Flood erschien erstmals 1977 auf Gabriels Debutalbum. Der Komponist hielt den Song dort aber wohl für überproduziert und es folgten sparsamer instrumentierte Versionen, im Duo mit Robert Fripp beispielsweise. Diese pompöse Bombastik war es auch, die einen störte im Gesamtwerk des Musikers – und so pickte man sich bestimmte Songlinien und Fragmente heraus, als Perlen mit hoher Identifikationskraft. Und da Künstler sowieso aus allem, was sie vorfinden, etwas Eigenes machen, biegt sich Joey Sample die Vorlagen nach eigenem Gusto zurecht – im Zeitalter der kopierbaren Kostbarkeiten.

 
„I Took The Old Track“ (Here Comes The Flood / Cover)

Wo sind wir, wenn wir gute Musik hören – Musik, die uns zwar nicht bekifft jedoch betrifft, vertritt? Mittendrin in der Materie. Ein erstes aufmerksames Hören: Silverdays or Love, der Titel schon Genuß. Da geht es los mit losen Schlagzeugbecken, dazu dann schwebende Pianoklänge eingestreut, der Bass zirpt erstmal in den oberen Regionen rum. Der Eindruck: Denn sie wissen, was sie tun. Will man das Gehörte nachahmen, weiss man, was man will. Die Kraft entsteht aus dem Gestaltungswillen, in der Balance zwischen Abstraktion und Formlust: der schmale Grad des Weder-Noch. Der Bass des Thomas Morgan singt und spricht exakt, mit Pizzicato-Witz in punktueller Präsenz. Kein Jazzbass wie man Jazzbass spielt, weils andere schon so taten, nein: vielmehr vorbildfrei. Triomusik wie diese ortet sich diesseits der Klassik und des Jazz. Wo seicht Ravel, Debussy, Bartok anklingen, schwingt handfest stets solider Jazzrock mit. Die Eigenart des Instruments Klavier erlaubt es, zeitweise schwere Soundcluster vor sich herzuschieben, die sich dann auflösen wie Wolkenformationen. Das macht Klaviertrios so hörenswert: Variierenkönnen zwischen leichtem, fragmentarischem Spiel und voluminöser Wucht. Cracking Hearts beginnt so frei, wie man es auch von Kikuchi kennt – doch dann die Rückkehr in das Spieluhrartige; das kühle und sphärische Spiel. Was unterscheidet ein hochklassiges Jazztrio von den eher Mittelmässigen? Wir sind, wenn wir es hören, mittendrin in der Musik.

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2013 9 Apr.

Vicente Amigo – Tierra

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„Roma“

 

Als ich das angenehm unaufgeregte, aufgeräumte Gitarrenspiel des José Luis Montón in seinem Solo-Debut auf dem Label ECM hörte, musste ich an Vicente Amigo denken – ein Epigone des spanischen Flamencohelden Paco de Lucia und wie ich finde: besser als jener, der seit dem Zusammenspiel in einer Motzki-Truppe mit John McLaughlin und Aldi Meola („uups!“) bei nicht wenigen wohl in Verruf geriet. Vicente ist anders: milder, moderner, freier und mit wunderschönen, ephemeren Melodien, diesen „sweet nothings“. Schon die Vorgängeralben, das preisgekrönte Ciudad de las Ideas und danach Paseo de Gracia waren hörenswert. Auf dem Album Tierra nun hört man Elemente der keltischen Folklore.

 

Zur Philosophie des Peter Sloterdijk
 
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Habe nun („hey!“) – anstatt Philosophie, Juristerei, Medizin und Theologie zu studieren – mit heissem Bemühen die sloterdijkschen Tagebuchaufzeichnungen rezipiert und poste hier nun klüger als zuvor. In einem Fernsehporträt äusserte der Meister der geschliffenen, zuweilen hochpolierten Formulierungskunst ja einmal die Behauptung, die meisten Menschen würden, darin Ikarus gleich, irgendwann abstürzen, sie schrieben auch keine Bücher zu Ende. Aber zumindest lassen sich geschriebene Bücher ja zuende lesen:  mit diabolischem Vergnügen und faustisch gewinnbringend den Absturz mildernd.

Die Absturz- und Aufbauliteratur des Philosophieschriftstellers Peter Sloterdijk ist mir seit etwa zwanzig Jahren vertraut und ein nützlicher Begleiter, eine Art Schlüsseldienst auch zu vielen Bereichen des Wissens – Zeit, um einmal resümierend zu reflektieren, was denn so vorzüglich und erbaulich daran sei.

Als Einstieg soll ein Traum dienen: auf dem Mitsommernachtfest in Skandinavien treffe ich den Erfolgssautoren auf einem Campingplatz. Er sitzt in einem jener amerikanischen, pop-artig aufgemotzten Strassenschlitten, wie sie in High North üblich sind. Die Wagentüren sind offen und aus den Türlautsprechern schallt es laut. Ich gebe zu erkennen, der Auftritt sei recht imposant. Er schüttelt seine schütter-blonde Mähne, winkt mich heran und öffnet die Klappe zum Kofferaum. Stolz präsentiert er eine wuchtige Bassbooster-Box, die das Heck des Wagens ausgefüllt. Es ertönt Musik von Richard Wagner.

In dem Traum zeigen sich auch Aspekte meiner ambivalenten Haltung zu dem Philosophen. Seine Sätze sind sprachmelodiös, sinnhaft, teils von barockem, teils von modernem Klang. Der elegante Sprachfluss trägt den Sinn mit sich fort, spielt damit – und ufert zuweilen aus. Dann wird es voluminös und wortparfümiert: der Schaum der Phrase. Wie ein Goldwäscher sucht man sich aber aus dem Überschuss die Nuggets heraus – und davon gibt es reichlich. Die Tagebuchnotizen zeigen einmal mehr, wie jemand in zwei Welten lebt und diese wirksam zusammenbringt: die elitäre und die alltägliche des Jedermann.

Rezeption, Kritik und Würdigung dieses Autors blieben bislang recht harmlos: als wolle man ein Netz mit Fischen fangen. Das Umfassende aber ist das Metier dieses Sprach- und Denkspielers selbst – es lässt sich nicht nochmals umfangen. Wer das akademisch Angestaubte aus den abgeschotteten Zirkeln zu befreien und ihm neues Leben einzuhauchen vermag, zudem treffliche Zeitdiagnosen abgibt, den wünscht man sich weiterhin als Zeitgenossen: ob zu Politik, Psychoanalyse, Finanzwesen, Sport, Kunst – er zeigt immer wieder aufs Neue verblüffende Sichtweisen auf.

 

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Einst begegneten wir einem Sufi-Meister aus dem Osten und fragten ihn, was er denn von der Psychoanalyse halte. Das Unterbewusstsein sei ein Tiefseefisch, den die Analyse zu erkennen versuche, indem sie ihn an Land zöge, antwortete der. Ein an Land gezogener, lebloser Fisch sei aber keiner mehr – es käme vielmehr darauf an, tauchen zu lernen, um mit dem Unterbewußten in Kontakt zu kommen.

In die sloterdijkschen Sprachsphären kann man trefflich abtauchen. Sie explizieren auch die tieferen Schichten des Daseins, wirken konstitutiv für das Ich, auch jenseits bürgerlicher Vorstellungen. Synthesen aus Romanerzählung, geisteswissenschaftlicher Analyse und jener wortschöpfungsreichen Poetik, die ans Musikalische grenzt: in diesem formalen Rahmen wird interdisziplinäres Wissen zur Schau gestellt und neu variiert – ähnlich wie es einst Joseph Beuys in der Kunst tat. Das führt zu Stellungs- und Perspektivwechseln. Sloterdijks Geistesblitze unter dem freien Himmel: eine hybride Honigpumpe für den Leser und seine Sucher-Synapsen? Nomad knows …

 
aktuell: „Zeilen und Tage – Notizen 2008–2011“ von Peter Sloterdijk, Verlag Suhrkamp

2013 18 März

Viel Rauch um Nichts

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In einem Interview beklagt die Piraten-Politikerin Marina Weisband den Druck auf Journalisten, ständig Neuigkeiten rauszuhauen und dabei wenig Zeit zu haben für Recherche. Recht hat sie: das Tempo, in dem heute die Medien Schlagzeilen und Themen generieren müssen, macht den Thesen des Geschwindigkeitsphilosophen Paul Virilio vom „rasenden Stillstand“ alle Ehre. Dennoch besteht ja jederzeit für Jedermann die Möglichkeit, ein gutes Buch in die Hand zu nehmen, sich geruhsam in literarische Gefilde zu vertiefen – um so den tagesaktuellen und oberflächlichen Aufregungen zu entkommen.

Wie einst Virilio den Finger auf die Wunde des Zeitgeistes legte, so tut das neuerdings der Philosoph Byung-Chul Han. Auch die Piratenpartei bekommt dabei ihr Fett weg, denn die hat die Forderung nach Transparenz auf ihre Fahnen geschrieben. Transparenz, Müdigkeit (Burnout) und eine Agonie des Eros aufgrund ausufernder Wahlmöglichkeiten – das aber sind Hans wunde Punkte. Im Vergleich zu seinem „Ex-Chef“ Peter Sloterdijk (dem Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung) ist er weniger affirmativ, inklusiv und erbaulich – eher depressiv. Folgende Notiz findet sich dazu in Sloterdijks Zeilen und Tagen:

„Ein Autor der NZZ will in Fragen der Psychopolitik das letzte Wort behalten: Nicht Zorn und Wut seien die Affekte, auf die es ankommt, die Zukunft gehöre der Depression. So outet der Verfasser sich als zustimmender Leser des Kollegen Han, dessen jüngst gehaltene Antrittsvorlesung an unserem Haus über die „Müdigkeitsgesellschaft“ bei den Kollegen und Studierenden wenig Anklang fand, um so mehr bei den abgehetzten Mitarbeitern von deutschen Kulturredaktionen.“

Womit wir wieder bei Frau Weisband wären und der Forderung nach mehr Zeit und Qualität für journalistische Arbeit. Den Wert von Hans Werken mag jeder selbst überprüfen – es muss ja nicht alles affirmativ sein: der Lauf der Welt gibt auch zu Negativität und Skepsis Anlass. Unsereins vertieft sich bis auf weiteres unbeirrt in Sloterdijks Notizbücher, liest dort amüsiert von waghalsigen Radtouren des Autors, von Luxushotels in Abu-Dhabi und von Trinkgelagen mit dem Maler Neo Rauch – abseits des rasenden Stillstands tagesaktueller Kata-Strophen und diesseits des weissen Qualms vatikanischer Schornsteine.

2013 13 März

Ad infinitum

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Jeden Tag: einen Apfelbaum pflanzen, eine Schallplattenrarität erstehen, einer alten Dame über die Strasse helfen, auf einem Spaziergang in einer überwinterten Landschaft den Reiz gefrorener Natur und frostiger Musik entdecken (dabei die Wandermüdigkeit vergessend), die Zähne mit Zahnseide reinigen, die Kontoauszüge prüfen, irgendein Teil reparieren, ein Glas Rotwein trinken und dazu einen Zigarillo rauchen, Sloterdijks Tagebücher goutieren, den Wert technischer Errungenschaften und altbewährter Rituale erkennen,  den Bug in einer fehlerhaften Programmierung finden; flirten, flirren, Fußball gucken; Fahrrad fahren, sein Leben ändern, ein Songfragment in die Welt setzen, den verlorengegangenen Autor in sich wiederfinden; Yoko Tawada lesen, die irgendwo schrieb, dass es in Japan das Wort Ich nicht gibt; alles was man tut so gut wie möglich machen (dann braucht man keine Kunst); sich freuen auf kommende Sommertage, in denen sich Wahrheit ereignet; hoffen dass es besser wird obwohl´s wahrscheinlich schlechter wird (Älterwerden ist kein Spass), die Abstandnahme von überholten Idealen und Überzeugungen ins Auge fassen (Sezessionen korrigieren), Gitarre spielen ohne Ende, schwimmen gehen, Gartenarbeit meiden; seinen Doktor machen über die Verbrauchswerte von Ökokühlschränken und dafür von Umweltminister Altmaier persönlich ausgezeichnet werden; Kuchen essen, in die Sauna gehen, die Bücher im Regal nach Farben sortieren …

2013 3 März

Immortal relicts

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It´s always this: old songs swirling in my mind like grandmother’s feather duster, unforgettable and immortal relicts, re-arising like phoenix from the ashes. One of those songs is „Listening Wind“ which got a great cover by Peter Gabriel and, in the upcoming days, will be covered by me and my moevenpicking. In the morning I tried to learn playing the song „Valentine’s Day“ from the new Bowie Album, including a tricky picking-stylish acoustic guitar. Also a song by Joanna Newsom has once to be covered: „´81“ from the album Have One On Me. It´s a bit like an irish folk tune. But while going on a bike ride today through lower saxony landscapes – with fantastic views under a huge sky and the air smells of liquid manure (also a relict from my childhood in the countryside), an old Manfred Mann tune came into my mind (it often does when i´m feelin great)

Yours,
The Mighty Quinn


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