Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: August 2016

2016 8 Aug.

SOLITAIRE Track 8

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Martha war gekränkt. Sie konnte nicht glauben, was Peter da geschrieben hatte. Sie griff zum Telefon und rief ihn kurz entschlossen an.
 

Peter, how dare you to act like a woman?

Martha my dear, what’s cooking?

Peter, yesterday evening I was listening to WILCO. In „Solitaire“ they sing: „Once I thought the world was crazy.“ A dear swiss friend had dinner with me and was listening as well. She mentioned a book about this subject, she read recently. It’s about a travelling Tramp, who claimed: „Die Welt ist verkehrt, nicht wir.“

So what. Are you really into WILCO? You know that I play trumpet, I was just listening to Hilde Marie Holsen, a norwegian musican. She plays the trumpet extraordinarily.

Peter, don’t let us talk about music. I called you to figure out, why you wrote a book about female orgasm.

Well, Martha, I know that you are a feminist. I was surprised when I heard you recently mention that you like men.

Ah, Peter, don’t be so charming! It’s true, I do a lot to keep in good shape. I run everyday 90 minutes, and I sing everyday 60 minutes. I feel great.

Yeah, you look great. I wrote my new book to take the stress out of mankind. Especially of women. In future sex will no longer mean to make babies, sex will be just for fun. I watched the fish how they laid their eggs and how the eggs were fertilized. Maybe in future we will act like them.

Jesses, Peter, you are so crazy. I assume you watched too many South Parc episodes. Pleaaaazzzze, come down to earth.

Ha, Martha, did you know, that in one South Parc episode the parents were so fucked up, because they couldn’t handle Pokémon?

Pokémon players are more addicted to the „Kapital“ than we ever were. They just sit in public and play. They aren’t the „schreckliche Kinder“, they are the poor kids. They deliver the whole material to the greedy monopolists, who are soaking them out and analyze them.

Right, Martha. What are you writing just now?

I am preparing a book about „Age and Wisdom“.

Wow, that sounds pretty much puritanical.

Don’t worry, Peter. I am sorry to leave you know, have to rush to my card playing group.

 

 
Peter Sloterdijk: Das Schelling-Projekt, erscheint im September.

Martha Nussbaum: Age and Wisdom, erscheint 2017.

Wilfried Meichtry: Die Welt ist verkehrt, nicht wir. Nagel & Kimche 2015.

2016 8 Aug.

Acht Acht Sechzehn

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Die Tage werden wieder kürzer, und abends um Viertel nach 9 Uhr grüsst die Nacht schon von Nahem. Da erinnern wir uns gerne an sonnige Sommertage, auch wenn man diese nicht in ausländischen Gefilden verbracht hat. Wie die Pusteblume, die Stefano Bollani als Coverbild für sein neues Album „Napoli Trip“ gewählt hat, wehen vertraute und auch unvertraute Klänge herüber und zeichnen uns sein Bild, seine Assoziationen von Neapel. Und es ist interessant festzustellen, wie alles zusammenpasst: italienische Folkloreklänge, electronics und his kind of jazz, natürlich. Manu Katche ist mit dabei; aber auch Jan Bang (mit einem im Punkt Studio in Kristiansand aufgenommenen Stück) und Arve Henriksen. So dauert das summer feeling noch ein bißchen an.

2016 8 Aug.

Psychogeography of Liverpool

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Some cities lend themselves better to psychogeography than others. Maritime cities – seagull cities – do well in this respect. There are so many seagulls in Liverpool they have a representative on the City Council: Mr Squawk. He speaks in mystic aphorisms. He eats french fries off the sidewalk with dignity and nonchalance. His favourite book is „Preep, the Little Pigeon of Trafalgar Square“ by Milton Shulman. His favourite song is „Thorn of Crowns“ by Echo & The Bunnymen.

And you walk around this city-state pyschogeobubble and there is so much cosmos in there you have to ask yourself if you are in a dream. Wait for me on a blue horizon. Wait for me on a new horizon. Few are the places, said Mr Squawk, that make you question the aperçus of Raoul Vaneigem. I asked Mr Squawk what the fuck he meant by this. He said, “ … well Vaneigem said that to be rich nowadays merely means to possess a large number of poor objects but to be here, in Liverpool, is to be rich. Objects or no objects, ground or fucking sky. My only regret is that Manchester had The Durutti Column and we didn’t … „

But I digress. Or do I? Psychogeography doesn’t come with a map or an itinerary, just stars to hold and songs to sing. Yeah. An infinity of cups unbroken.

 
 
 

 

2016 7 Aug.

Bruch im Bad

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Jobst war in die Jahre gekommen. Wie er jetzt nassgeschwitzt und mit lädierten Knien unter dem Waschbecken im Badezimmer die defekte Sanitärinstallation zu reparieren versuchte, das erinnerte ihn an seinen Lieblingshelden, den Chemielehrer und späteren Drogenproduzenten Walther White aus der Fernsehserie Breaking Bad: mit allerletzter Kraft sich aufstemmen gegen Verhältnisse, die immer heikler wurden. Das Leben als ein Floß auf einem langen, ruhigen Fluss, aber mit zunehmend unruhiger Strömung, während sich die Floßstämme Stück für Stück verabschiedeten und am Ende nicht Nicaragua sondern Niagara wartete. Doch so solle Jobst das nicht sehen, denn derartige Vorstellungen seien self fullfilling prophecy, sagte ihm jüngst ein Freund, der Psychologe war. Einen spielerisch heiteren Umgang mit der Entropie, zudem Übungen in Gelassenheit, solcherlei Strategien hatte er ja seit Längerem ins Auge gefasst, auch kürzlich auf den schwesterlichen Rat gehört: würdevoll älter werden sei zukünftig das Gebot der Stunde. Hierzu passte nun genau das Buch, das neben seinem Bett auf der Kommode lag, der Titel: Eine Art zu leben. Er pickte sich dort gerne markante Stellen heraus und strich Bemerkenswertes mit Bleistift an, reflektierte dann ausgiebig über einzelne Gedanken. So lebte er mit Büchern, die ihn dann lange Zeit begleiteten und die er immer wieder zur Hand nahm (gut, dass er hier das Taschenbuch wiedermal dem e-book vorgezogen hatte). Der Autor dieser aktuellen Lektüre war Jobst bekannt, er hatte dessen Werk Das Handwerk der Freiheit schon gelesen und wusste auch, dass sich hinter dem Pseudonym Pascal Mercier und dessen (sogar verfilmten) Bestseller Nachtzug nach Lissabon der Philosoph Peter Bieri verbarg. In einfachen und erzählerischen Worten gelingt es dem Schriftsteller nun, Wesentliches zum Thema Würde minuziös zu schildern. Aber jetzt erst einmal sich frischmachen, aufs Fahrrad schwingen und zum Baumarkt radeln, um fehlende Dichtungsringe zu besorgen, denn es half ja nichts: liess man Dinge erstmal schleifen und reagierte nicht sofort, dann wurde es erst recht prekär, das wusste Jobst. Wie Walter White, so wollte er nicht enden.

Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …
 
 

Eine Musikbox in einer Kneipe wird von mir nach verschiedenen Kriterien bestückt, ein wichtiges, ich will es nicht verschweigen, ist natürlich, dass schon auch die Münzen im Kasten klingen sollten, was wiederum bedeutet, dass ich mich an den Bedürfnissen der Besucher einer Gaststätte zu orientieren habe.

Aber auch das hat Grenzen, ich werde nur solche Platten einstellen, die auch mir gefallen und von etwa zehn Prozent aller Schallplatten, die ich für meine Boxen aussuche, wünsche ich mir, dass sie dem verehrten Publikum vielleicht eines Tages gefallen könnten. Freunde von mir nennen solche Scheiben „Missionsplatten“. Sei´s drum.

Neulich rief mich der Wirt einer meiner Lieblingskneipen auf einer Nordseeinsel an und erbat sich eine Ausnahme von meinen Bestückungsregeln: er hätte mit seiner Kneipe jetzt zehnjähriges Bestehen, also wünsche er sich zehn außergewöhnlich gute Scheiben aus dem Jahre 2006, zudem feiere er in diesem Jahr seinen fünfundvierzigsten Geburtstag, deshalb sollten in der Jukebox zehn Platten aus dem Jahre 1971 wählbar sein, aber hammergute sollten es sein.

Eine schöne Aufgabe, der wunderbare Nebeneffekt bezüglich der Scheiben aus dem Jahr 2006, Platten, die eigentlich noch gar nicht alt, aber fast schon vergessen sind, in Erinnerung zu rufen. Natürlich auch ein schwieriges Unterfangen, muss doch ein Schnittpunkt zwischen dem Geschmack der Kneipenbesucher, dem Wirt, der einiges zu feiern hat, und schließlich mir gefunden werden. Hier zunächst mein Vorschlag für die zehn Platten aus dem Jahr 2006:

Beginnen wir gleich mal mit einem fetten Rockhammer: Die Gruppe Heligoland und ihre CD Pitcher, Flash & Foxy Music, das Stück „Fruit“ habe ich ausgesucht.

 
 
 

 
 
 

Etwas Ruhigeres als nächstes: Die Gruppe The Nits brachten 2006 ihre CD Les Nuits heraus, ich wähle das Stück „The Wind-Up Bird“. Chris Watson veröffentlichte 2006 Storm, auf dieser CD befindet sich das über 15minütige „No Man´s Land“, Vögel, wohin man auch hört, wunderbar, aber ok, das ist keine Jukeboxplatte. Aber Bob Dylan, er legte 2006 Modern Times vor, ich wähle das flotte „Someday Baby“. Übrigens kam Scott Walker in diesem Jahr mit seiner grandiosen Platte The Drift heraus, ob ich das bringen kann … Doch, natürlich, dann eben als „Missionsplatte“, mein Lieblingsstück, „Clara“ (12:43) kann ich nun wirklich nicht einstellen, das würde „wyatting“ verursachen und meinen Freund ernsthaft verstimmen, also vielleicht „A Lovers Love“, das wäre vorstellbar. Klar, M. Ward, er muss dabei sein, seine Platte Post War erschien in besagtem Jahr und, wenn „Rollercoaster“ erklingt, wird jeder denken, der Mann am verstimmten Klavier greift in die Tasten. T-Bone Burnett veröffentlichte damals die CD The True False Identity, „There Would Be Hell To Pay“ wird dem Publikum ebenso gefallen wie Johnny Cashs A Hundred Highways (AmericanV), hier fällt die Auswahl wahnsinnig schwer, ich entscheide mich für „Further On Up The Road“. James Yorkston darf mit Year of The Leopard natürlich auch nicht fehlen, „Summer Song“ kommt in die Box. Bleiben noch zwei Platten, jetzt wird es eng, kamen doch 2006 wirklich tolle Platten in die Läden. Joanna Newsom mit Ys zum Beispiel, passt aber jetzt wirklich nicht in die Jukebox. Okay, es ist entschieden: Bonny Prince Billy und seine CD The Letting-Go und das Stück „Strange form of life“ kommt noch in die Box und schließlich Ray Davis, die CD Other People´s Lives hat mir damals so gut gefallen, ich wähle das Stück „The Tourist“.

Die Auswahl aus dem Jahr 1971 wird mir ähnlich schwerfallen. Damit lasse ich mir noch etwas Zeit.

 
 
 

 

2016 6 Aug.

Black Ship

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Ich bin in der einsamsten Ecke von GC, in einem Miniappartment, vollklimatisiert, Blick aufs Meer, plus WLAN. Man fährt zehn Minuten Rumpelweg, um von der Strasse des Dorfes hierhin zu kommen. Unterwegs rechts Avocodo, tiefhängend, links Bananenstauden – wie werden die gewässert? Ich wünsche mir (eiskalte) Johannisbeeren, aber die wachsen hier scheinbar nicht. Mein Ipad funktioniert, aber ich habe mir eine ähnliche Beschränkung wie in Nordschottland auferlegt. Höre nur vier CD’s: Van Morrisons Astral Weeks, Joni Mitchells Hejira, The Beatles‘ Sgt. Pepper sowie Miles Davis – Sketches of Spain. Irgendwann bei MAD MEN spielten sie, glaube ich, auch einmal eine Passage aus diesem Klassiker von Miles. Und ich kann gut verstehen, dass man einzelne Momente der Serie anhalten möchte, um sie in Ruhe zu betrachten: „film stills“. Manches  kommt Gemälden nah, und trotz mancher Nachtbar stand hier Hopper einmal nicht Pate. Gestern war ich einmal an einem lärmigen Küstenort im Süden, und da tranken vier supercoole Typen Pina Colada. Kleines Schmunzeln. Ich bestellte einen extra grossen Martini Rosso, mit viel Eis. Der eiskälteste Wermut meines Lebens. Leider lief im Hintergrund seelentote Lounge-Musik a la Cafe Ibiza. Der Martini tat seine Wirkung. Gut. Ich konnte eigenen Träumen nachgehen, und in meinem „Soul Radio“ „Dreadlock Holiday“ einstellen. Laut, sehr laut.

 
 
 


 

2016 5 Aug.

Jamaikagarn

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Der Text ist ja eher erleuchtungsfrei, nicht mal von doppelten Böden oder raffinierten Subtexten dürfte da die Rede sein, das offizielle Video auf „Clipfish“ ist allenfalls ganz hübsch beknackt, aber ich liebe diesen Song, seit ich ihn das erste Mal in einer Discothek in Würzburg gehört habe. Es ist ein vollkommener Song, nur eben ohne Chance auf tiefe Exegese. Es sei denn, wir nehmen uns die Bauteile abseits der Lyrik (des „Jamaikagarns“) Stück für Stück her. Melodik, Stimmführung, Slang, die Exotik des weissen Reggae. „Dreadlock Holiday“. Wenn ich das Lied höre, springe ich Jahrzehnte rückwärts, Jahrzehnte vorwärts, ich lande in einem heisssen Spargelsommer der Achtziger Jahre in Volkach, ich lande in Gran Canaria im August 2016, und suche die verlassendsten Bergflecken und Küstenstreifen tief im Westen der Insel.

2016 4 Aug.

Designing for a Healing Encironment

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2016 3 Aug.

My Top TV Shows

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  1.  Fargo – Season One
  2.  True Detective – Season One
  3.  Bloodline – Season One
  4.  Breaking Bad – All Seasons
  5.  Fargo – Season Two
  6.  Sons of Anarchy – Season One to Three
  7.  Mad Men – Season One to Four 
  8.  Better Call Saul – Season One and Two
  9.  Transparent – Season One and Two
  10.  Justified – Season One and Two
  11.  Bosch – Season One
  12.  Bloodline – Season Two
  13.  The Bridge / Bron / Broen – All Seasons (OV danish / swedish) 
  14.  Master of None – Season One
  15.  Love – Season One
  16.  House – Season One and Two
  17.  Detectorists – Season One and Two
  18.  Rita – Season One (OV danish)

 
 

Listed as far as been received up to now – in the original version with german or english subtitles (in a rough but serious order of subjective value). Watching this way can be an easy going method of improving the language skills. Enjoying different dialects, for example: Have you ever heard Justified´s sound of the Kentucky slang? You´d wish to never ever leave Harlan again. Or Sons of Anarchy´s linguistic and musical turn from California into the irish spheres? … By the way, have to catch up on Sherlock, watched it merely synchronized. This was like throwing pearls to swine – and it deserves much better.

 
PS. I forgot to mention The Night Manager.

2016 1 Aug.

Wilder Engel

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Es war viel zu warm in dem Wartezimmer; draußen stand die Luft so still wie die Autos im Stau. Doch plötzlich flogen alle Fenster mit viel Lärm zu, und für eine kurze Weile heulte Wind ums Haus. Dann klingelte es, Mutter und Tochter kamen herein. Das Mädchen schlug sofort vor, ihren Erste-Klasse-Zeugnisspruch vorzulesen. Er lautete etwa so: „Wo ich gehe, wo ich stehe, stets weht mein Engel vor mir her.“ Die beiden passen gut zusammen. Hoffentlich bekommt der wilde Engel nie wegen Hyperaktivität Ritalin verschrieben. Abends habe ich nach Jahren Julee Cruise gehört; Musik: Angelo Badalamenti. Soviel zu den Engeln.


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