Manafonistas

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Archives: Mai 2013

2013 9 Mai

Mit dem BVB-Handtuch nach Wembley

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Gern mag der Engländer Menschen, die über sich selbst lachen können. Sie werden die Dortmunder lieben, wenn diese durchziehen, was nun ausgeheckt wurde: ein Trip nach Wembley mit dem BVB-Handtuch.

Das ergibt erstaunlichen Sinn, weil Handtücher als Fan-Utensil im Stadion erlaubt sind, anders zum Beispiel als Fahnen, deren Stangen länger als ein Meter sind. Oder Kinderwagen. Oder Dartpfeile. Oder Tiere. Aber das nur für die vielen da draußen, die ihren Wellensittich mitnehmen wollten.

Vor allem aber ergibt das Sinn, weil am 25. Mai, dem Tag des Finals, in England der Handtuch-Tag gefeiert wird. Ein Gedenktag zu Ehren des Schriftstellers Douglas Adams, in dessen Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein Handtuch als das „so ziemlich Nützlichste“ bezeichnet wird, was man auf Reisen dabei haben kann.

Selbst dann, wenn es schwarz-gelbe Reisen durch die Fußball-Galaxis sind.

 

 
 

„Der Zuschauer wundert sich, wie man von der Geschichte über einen Mann, von dem man noch nie gehört hat und der Suche nach ihm so gefangen genommen werden kann. Aber so ist es, schon nach kurzer Zeit ist man mittendrin in der spannenden Spurensuche nach einem Mann mit großem Talent als Sänger und vor allem als Songwriter. Seine Songs, die eine Zwischenwelt zwischen Bob Dylan, Donovan und Burt Bachstach erforschen, nehmen auch nach 40 Jahren gefangen, und kaum einer ist ihnen begegnet, ich kannte nicht mal den Namen. Malik Bendjelloul gelingt eine perfekt getimte Dokumentation über einen Mann, den man so schnell nicht wieder vergessen wird. Er lässt sowohl in Südafrika, wo Rodriguez ohne sein Wissen zum Superstar wurde, als auch in seiner Heimat Detroit, Fans und Weggefährten zu Wort kommen, die eindrucksvoll vermitteln, was für ein besonderer Mensch Rodriguez war und wie unverständlich es ist, dass er in Amerika nie Erfolg hatte. Dank kleiner eingestreuter Zeichentricksequenzen und verschwommener Fotos, unscharfer Kameraaufnahmen und zunächst weniger Fakten über Rodriguez, gelingt es Bendjelloul, ein Bild dieses Ausnahmekünstlers zu kreieren, das einen von Minute zu Minute neugieriger und ungeduldiger macht, endlich die Wahrheit, zumindest diverse Wahrheiten, über Rodriguez’ Schicksal zu erfahren.“ (Miss Vega, mit einigen Ergänzungen eines Manafonistas)

 
Rodriguez„Sugar Man“

 

 
 

Ja, es stimmt schon, diese Band war angesagt, anders als der Rezensent weiter unten behauptet, spielten sie auch klug mit Trends und afrikanischen Klängen, die in den letzten Jahren manchem Popalbum eine teenagertaugliche Mini-Exotik verliehen. Ganz nett und sehr erfolgreich ist eine langweilige Mixtur. Aber ich hörte das Potential dieser jungen Amerikaner, einmal ein grosses Album zu machen. Mit ihrem dritten Werk ist es ihnen gelungen, und wieder ziert ein grossartiges Cover das Werk: ein mysteriöser Blick auf New York, der lockt, aber auch eine sanfte Unheimlichkeit verbreitet. (M.E.)
 
Listening to ‘Modern Vampires Of The City’ you start to recognise what a singularly odd band Vampire Weekend are. Their first two full-lengths have sold nearly 1.2 million combined copies, yet theirs was always a sound delightfully out of sync with everything else. This third album opens with ‘Obvious Bicycle’, whose percussion sounds like someone jumping up and down on a pogo stick. You wouldn’t put it past them that it’s not. It’s an album where weird flourishes are the norm: whether it’s ghostly choirs, elephant herd blasts of horns or frog choruses. There’s also Ezra Koenig’s pitch-shifted Elvis-like curled lip vocal delivery on ‘Diane Young’. And later there’s the spoken word narrative on the, up until then frantic, ‘Finger Back’.

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2013 8 Mai

Two opinions

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Mikal Cronin: MCII

 

„By year’s end, I predict I’ll be on my 567th listen, maybe my 624th, or possibly my 982nd. There’s no way this one’s leaving the weekly rotation; I don’t even plan on putting it back in its sleeve. That’s a taste thing, and I acknowledge that, but it’s a good taste, and one that’s refreshing in its addiction.“ (consequence of sound)
 
„By the year’s end, I predict I will have forgotten this power pop song collection. There’s no way this one’s will be on high rotation. The moods are quite nice, and uplifting. The general response is very positive (see anydecentmusic.com). But every song is tuning another old wheel (hope this sentence doesn’t sound too odd). You can not call this record odd at all. It’s really fine, and utterly forgettable. (manafonista michael)

 

Mikal Cronin„Shout It Out“

 

 
 

Guten Morgen, ich habe eine Buchempfehlung für Sie. Sie würden wohl in zehn heissen Sommern nicht auf die Idee kommen, dieses Buch zu lesen, dessen Cover diverse Reaktionen fast zwangsläufig erzeugt: kitschiges Familienbuch, Frauenroman, süsse italienische Romanze. Die ersten Seiten nähren noch diese Annahmen, aber, wie würde Ernst Jandl sagen: „Werch ein Illtum!“ Nun, eine Love Story ist es schon, aber eine besondere, und in einem alten Italien spielt die Geschichte auch, aber die Lokalität und die Liebe allein sagen nie viel aus. Ich habe seit Keigi Higashinos „Verdächtige Geliebte“ und Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“ kein Buch so schnell verschlungen. Zwei Tage tauchte ich in diese Welt ein, und kam aus dem Staunen über solche Erzählkunst nicht mehr raus. Lesen Sie nicht den Klappentext, vertrauen Sie mir blind, und besorgen Sie sich „Schöne Ruinen“ von Jess Walter.

2013 8 Mai

The National

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„All The L.A. Women fall asleep while swimming.“

 

Das neue, exzellente Album von The National erscheint am 17. Mai. Es ist, wie HIGH VIOLET, wie BOXER, dunkel und schön, um es ganz schlicht zu sagen. Die Texte sind anspielungsreich, raffiniert. Jeder Song ist fein gearbeitet, die Texturen sind so wichtig wie die Melodieführung. Trouble will find you!

 

2013 7 Mai

Parker’s favourite onion soup

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30g or 1oz of butter
2 tablespoons of sunflower oil
675g or 1½ lbs of onions, halved, and thinly sliced
2 cloves of garlic crushed
½ teaspoon of caster sugar
1 litre or 1¾ pints of vegetable stock (I always use marigold stock powder)
2 teaspoons of yeast extract or marmite
290ml or ½ pint of dry white wine

Heat the butter and oil in a large heavy saucepan. Add the onions, garlic and sugar and cook over a medium heat for 30 minutes, or even longer, stirring from time to time until the onions are soft and richly caramelized.

Add the stock, yeast extract and wine and bring to the boil. Lower the heat, cover and leave to simmer for a further 30 minutes.

The onions never go totally brown, but you want them really really soft and gooey and sticky. The tiny amount of sugar helps them go a bit darker.

The yeast extract makes the soup go much more brown, after cooking for 30 minutes. But never dark brown.

2013 7 Mai

11 Freunde

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Mein erstes Fussballspiel sah ich mit meinem Blutsbruder Matthias in Dortmund. Wir spielten 2:2 gegen den HSV, Uwe Seeler hat mindestens eins der Tore geschossen. Wenn wir nicht ins Stadion gingen, hörten wir Radio, und wenn Borussia gewonnen hatte, freuten wir uns wie Bolle auf die Sportschau, und, später, Das Aktuelle Sportstudio. Am Freitag bereitete uns Wolfram Esser, der viel zu jung vom Krebs hingerafft wurde, auf die Spiele des Wochenendes vor, und gab seinen Tipp ab: Fussballtoto stand damals hoch im Kurs. Die Fussballberichterstattung hatte mit der heutigen Aufbereitung mit gefühlten 132 Kameras herzlich wenig gemeinsam, und erinnerte in ihrer Jagd nach verwertbaren Bildern mittels einer (oft auf dem Stadiondach platzierten) Kamera eher an tollkühne Filmexperimente zwischen Slapstick und Nouvelle Vague. In der Mai-Ausgabe der wunderbaren Fussballzeitschrift 11 FREUNDE gibt es einen Rückblick auf 50 Jahre Bundesliga, und ein Highlight ist das Interview mit Dieter Kürten, dem Nestor des deutschen TV-Fussballs. Neben Aki Watzke einer der wenigen sympathischen CDU-Männer, die ich kenne. Die Bundesliga begleitete er seit ihrer Gründung 1963. Ein Gespräch über Hetzjagden auf der Autobahn, Kamelhaarmäntel, und kleine Flirts mit Trainerfrauen. Wer Fussball liebt, sollte sich die Zeitschrift unbedingt besorgen. Ich werde hier zwischen dem 26. Juni und dem 30. Juni über Borussia Dortmund schreiben, jeden Tag, aber nur, wenn die Borussen in Wembley den Henkelpott holen! Nach dem Abgang des irregeleiteten Götze zu den Bayern brauche ich keinen Fussballblues mehr!

‘Brian Eno told me to take the “arsehole chord” out of “Retrograde”’ he says, of working with the ambient music guru at his London home. ‘It’s a chord that you’d only play if you were an arsehole pianist – playing it because you can. He spotted it straight away.

‘I had quite a few ideas when I was there, he just helped guide and direct. It’s the opposite of me going to the studio and having a guy just packaging it – he actually nurtures those moments of clarity and makes them into something beautiful, as opposed to something obtuse.

In einer Email unterrichtete mich unserer früherer Klassensprecher H.W., dass er wohl an unsere alten Abiturarbeiten herankomme, die in einem Archiv seit Jahrzehnten schlummern würden. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das ein „Fake“ ist, um uns möglichst zahlreich zum baldigen Klassentreffen begrüssen zu können, und uns dann das Scheitern seiner Nachforschungen mit einer netten Story schmackhaft zu machen. Auch weiss ich nicht genau, was an solchen Abiturarbeiten so verlockend ist, ausser, wenn mit ihnen eine besondere Erinnerung verknüpft ist. Nun, die schriftliche Französisch-Prüfung würde ich zu gern wieder lesen, denn sie war auch das Produkt einer ausgefeilten Vorbereitung. Meister Wienecke war unser Franz-Pauker, rotblondes Haar,schnell errötend, ein grundfreundlicher Zeitgenosse mit einem Faible für Charles Baudelaire. Etliche Gedichte aus den „Fleurs du Mal“ deuteten wir im letzten Schuljahr, allerfeinste dunkle Gedichte, die die leicht Verträumten unter uns durchaus beeindruckten. Es war naheliegend, dachte ich mir, dass uns auch im Abitur eine „Blume des Bösen“ begegnen würde. Und so trommelte ich drei weitere Klassenkameraden zu einem konspirativen Treffen zusammen. Binnen kurzer Zeit erledigten wir folgenden Job: wir strichen alle Gedichte durch, die im Unterricht durchgenommen worden waren. Wir strichen weiterhin alle Gedichte durch, deren Symbolik zu verquast war, und deren Anspielungsreichtum weit über unseren Wissensschatz hinausging. Es blieben an die acht Texte, die wir fleissig übersetzten und gemeinsam bis in ihre hintersten Winkel deuteten. Eins davon kam wirklich dran. L’albatros. Wir grinsten uns über die Schulbänke zu und waren auf der ganzen Linie erfolgreich.


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