Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

1) Spinning Away

2) Dead Finks Don’t Talk

3) Fractal Zoom

4) Here He Comes

5) Back In Judy’s Jungle

6) This

7) and then so clear

8) Under

9) The Complete and Bootlegged Song Cycle of Brian Eno’s A Capella Group incl. Ring of Fire, My Sentimental Friend (yes, that Herman’s Hermits tune), After The Goldrush, Love Letters Straight From Your Heart, Waterloo Sunset, Shine, At Last I Am Free, 12 Doo Wop Originals, 26 Gospel Songs, In My Life a.o.

10) Some Of Them Are Old

11) Taking Tiger Mountain

12) St. Elmo’s Fire

13) Breath Of Crows

14) Here Come The Warm Jets

15) Burning Airlines Give You So Much More

16) The Belldog

17) Julie With…

18) The True Wheel

19) Golden Hours

20) The Great Pretender

21) Just Another Day

22) Passing Over

Hätten Sie gedacht, dass die Improvisation eines Jazztrompeters von dem beeinflusst ist, was dieser an dem Tag im Fernsehen gesehen hat? Eigentlich logisch. „Zuhören, einander vertrauen und sich selbst vertrauen“. Das ist die Basis. In seiner Platte „Come Play With Me“ tritt Cuong Vu nur mit einem Bassisten und einem Drummer auf. Diese Musik ist so spirituell, von einer solchen Dynamik, Energie und Vielschichtigkeit. „Ich will in meiner Musik aufgefangen werden“, sagt Cuong Vu im Interview mit Wolf Kampmann (Jazzthetik 02/02). Dieses Gefühl transportiert er.

Link mit dem Sound, der mich am meisten gepackt hat, siehe Kommentar.

2014 26 Feb.

Hallo Neunzehn

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„The Cuervo Gold, the fine Colombian, make tonight a wonderful thing.“

Wer in seinem Leben je einem Fusiongitarristen begegnete, der in der Lage wäre, mit John McLaughlin im Staffellauf die Zehnsekundenmarke zu unterbieten und sich dennoch dabei so leer fühlte wie eine ausgetrocknete Regentonne in der Mohave-Wüste, der müsste nur rüber zur Westküste schauen, nach California, Heimat von Steely Dan. Das Verdienst des Duos Fagen & Becker bestand nämlich auch darin, Jazz und Fusionanteile mit gewitzten Texten und Liedermacherei anteilig zu vermischen. Dabei entstand etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile und nachhaltig wirkt wie die flashbacks eines Joints. Way back when, in Sixty-seven … Es war im Jahr 1980, zuvor gedopt und musikalisch angefixt von Dealern wie Joe Zawinul, Joni Mitchell, Lowell George, Robert Palmer, John Martyn und Jean Luc Ponty, erwartete man nun, nach weidlichem Genuss des Royal Scam, auch neuen Stoff von der kalifornischen Westküste. Der kam dann aber reichlich unterkühlt daher. Das Cover allerdings: wie eine von Picasso gemalte Statue des ewig tanzenden Paares, elegant und mit der gleichen feinsinnigen Ironie durchtränkt wie die klugwitzigen Texte der Zeitgeist-Architekten von der westcoast. Aber Texte wurden damals sowieso nicht ganz verstanden, trotz Englisch-Abi und einem Sprachkurs in Südengland. Der mit „Gaamakii“ benannte Dandy war nicht etwa ein vom Hahnenschrei geweckter Lebemann, sondern als Gamma Chi wohl schlichtweg äusserst abgehoben – allein durchs Hören wäre man nicht drauf gekommen, was man heute liest. Die Geschichte des vielleicht besten und immer noch hörenswerten Songs des Albums ist schnell erzählt: der Protagonist reiste von Boston nach Scarsdale, zweieinhalb Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um eine Neunzehnjährige zu treffen. Dann ist er irritiert, weil der Teenie Rehta Franklin nicht kennt, und er spürt sein Alter. Doch der mexikanische Tequila und das kolumbianische Gras machen die Nacht dann doch zu einer guten Sache – ebenso wie der salsagewürzte Ausklang dieses Songs: süsslich und wunderbar leicht im Abgang.

2014 26 Feb.

The Roaring of a Silent Sun

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Lieber Michael,

Dein Hinweis auf „The Red Book“ vom Penguin Café hat mich neugierig gemacht und gleichzeitig Erinnerungen ausgelöst.

Das alte Penguin Cafe Orchestra mit seinem solitären Zauber war in meinen alten WG Zeiten ein wiederkehrendes „Zwischenspiel“. Was immer man davor oder danach hörte: das PCO war anders.

Jeffes Musik war u.a. auch eines der Highlights meiner damaligen Fixierung auf englische Musik abseits des mainstreams. In der Zeit hab ich nach und nach die meisten Platten von Enos Obscure Label zusammen gesammelt und ansonsten, wie das damals üblich war, Musik mit dem tape-deck mitgeschnitten, kopiert und überspielt.

Dabei kam eine Cassetten-Reihe zusammen, auf der ich in entsprechend wilder Abfolge (und in schlechter Soundqualität) Stücke von u.a. Michael Nyman, Bryars, Budd, Brian Eno, Roger Eno, David Sylvian und von Simon Fisher Turner sammelte. Die Cassetten-Serie hatte den Titel „The Last of England“ 1-7, nach einem Film von Derek Jarman. Greenaways beste Filme fielen auch in diese Zeit und haben meine Neugier auf die „Britische Avantgarde“ sicher wesentlich mit angeregt. Wohl unnötig zu sagen, daß Deine Sendung die Hauptquelle von Entdeckungen war und ab und zu sind auch Wortbeiträge daraus auf den Cassetten gelandet (z.B. Brian Enos Kindheitserinnerungen aus einem Interview und Deine Sendung über Gavin Bryars. Die einzige notierte Ausnahme war eine Sendung vom Kollegen Karl Lippegaus, auch über Bryars.)

Wenn ich das richtig sehe, dann sind die Cassettenaufnahmen aus Deinen Sendungen teilweise über zwanzig Jahre alt! Kaum zu glauben! (Dies als kleine Ergänzung zu der „Jahresringe“-Mail, aus der aber keine Serie werden soll.)

Liebe Grüße

Frank Nikol 

 

(P.S.: Aus der neuen CD THE RED BOOK  werden am Samstag, zu berüchtigter Hahnenschreizeit um 4.05 Uhr zwei Stücke zu hören sein. Arthur Jeffes führt das Erbe seines  Vaters fort, ohne es zu verwässern. Das Album ist eine helle Freude, und ich spiele es in einer 5-Stücke-Sequenz, eingerahmt von drei Pianisten meines Vertrauens. Was noch: vielleicht The Notwist (mag die Platte von Tag zu Tag mehr), bestimmt Mark Kozelek, auf  jeden Fall das neue Doppelalbum von Arve Henriksen auf  Rune Grammofon. M.E.)

 

 
 
 

2014 26 Feb.

Was ist schon vergangen?

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Was für eine Anfangsszene in dem gerade in den Kinos laufenden Film des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi „Le Passé“! Ein Mann in der Ankunftshalle eines Flughafens, ganz offensichtlich auf der Suche nach jemandem. Hinter einer Glasscheibe entdeckt er sie schließlich. Als die beiden endlich Blickkontakt haben, sprechen sie, ohne die Worte des anderen zu hören, und sie verstehen einander. Kaum zu glauben, dass der Mann, Ahmad, eben aus dem Iran nach Paris geflogen ist, um sich von Marie scheiden zu lassen. Doch die alten Konfliktmuster sind schnell wieder da. Es geht schon damit los, dass Marie entgegen der Vereinbarung kein Hotel für Ahmad gebucht hat. So wohnt Ahmad im Haus von Marie, wo diese mit ihren beiden Töchtern (5 und 16) sowie ihrem neuen Partner und dessen 5-jährigem Sohn lebt. Schnell wird klar, wie spannungsgeladen die Situation im Haus ist und dass es einen besonderen Grund für die Zurückgezogenheit von Maries ältester Tochter Lucie geben muss. Stück für Stück und in meisterhafter Dramaturgie entfaltet sich die Handlung, spannend bis zum Schluss. Asghar Farhadi wird sich intensiv mit Ingmar Bergmann beschäftigt haben: Die Streitgespräche balancieren manchmal hart an der Grenze des Erträglichen. Da wären ein bisschen mehr Geheimnis und ein bisschen mehr Schweigen, wie in der Anfangsszene, wünschenswert gewesen. Marie ist in einer extremen Stresssituation, sie neigt zu Wutausbrüchen und verliert öfter die Kontrolle, während Ahmad mit einer manchmal fast schon unglaublichen oder auch nicht glaubhaften Gelassenheit, Souveränität und sozialen Kompetenz die schwierigsten Situationen meistert. Der Grund für die Trennung der beiden bleibt glücklicherweise offen. Vielleicht ist Ahmads Gerechtigkeitswille einfach zu viel für eine Frau, die auch mal etwas Dramaturgie in ihrem Leben sucht.

In diesem Film, der durchaus einige typische Züge des französischen Kinos trägt und in dem mir etwas zu viel ausgesprochen wurde, hat mich der Sohn von Maries neuem Partner, der 5-jährige Fouad (Elyes Aguis) am meisten beeindruckt. Er war der geheimnisvollste, er war derjenige, dem ich als Figur noch mehr zugetraut hätte. Ein Junge, in dessen Gesicht man so viel lesen konnte.

 

 
 
 

 
 
 
Lissabon, im August 2009. Dies ist eines der schönsten Toilettengebäude, die ich gesehen habe. Es liegt an einem der zentralen Plätze, dem Praça Marques de Pombal, am Fusse des Parks Jardim Amália Rodrigues (!), der sich den Hügel hinaufzieht. Es ist von zwei Seiten photographiert. Vor dem Eingang, der hier nicht zu sehen ist, thronte eine illustre afrikanische Matrone. Fast des Pittoresken zu viel! Es war eine der Situationen, wo ich mich nicht traute, die Kamera frontal drauf zu halten.

Vinterjazz Copenhagen at ILK, (Slagdehusgade) 5e

Emanuele Maniscalco (piano). Francesco Bigoni (reeds), Mark Solborg (guitar)

 
 
 

 
 
 
… sounds floating on the edge of nightly darkness accompanied by unexpectedly flickering lightnings fading into realms of indeterminacy and beautifully delayed curvatures …

 
 
 

 
 

© FoBo – Henning Bolte

 
 
Francesco Bigoni/Mark Solborg – ON DOG – Part I: Sloeblack. ILK
Francesco Bigoni/Mark Solborg – ON DOG – Part II: White Horse Y La Rumba. ILK

Third Reel – Third Reel. ECM (Emanuele Maniscalco acted on this recoding as drummer)

Mark Solborg Trio feat. Herb Robertson & Evan Parker – The Trees. ILK

Carsten Dahl, Reuben Rogers, Gregory Hutcherson
 
 
 

 
 
 
On historical ground: Store Regnegade 19 A, location of the present JAZZHUS MONTMARTRE in Copenhagen with its legendary, eventful and turbulent history.
 
 
 

 
 
 
Three nights hands on keys, fingers on strings, sticks on skins, on metal. Three musicians, Carsten Dahl, Reuben Rogers, Gregory Hutcherson, celebrating the high art of igniting good old tunes, one after another heavily burning and flaring in the light of the very moment, three musicians more and more intimately connecting in the trinity of listen-play-listen.
 
 
 

 
 
 

 
 
 
It’s the rhythm section of Joshua Redman connecting to the solid and long Danish tradition of musical cooperation which had its starting point, center and highlights at Montmartre. The trio with Rogers and Hutchinson will tour Europa this summer and fall.n Carsten Dahl is a highly accomplished pianist of the Danish scene and an experienced piano trio-musician. He also has a trio with the two Norwegians Arild Andersen and Jon Christensen.
 
Carsten DahlDreamchild. Storyville

Carsten Dahl/Arild Andersen/Jon ChristensenSpace Is The Place. Storyville

Carsten Dahl ExperienceReveréntia. Storyville (Jesper Zeuthen, Nils Davidsen, Stefan Pasborg)
 
 
© FoBo – Henning Bolte

2014 25 Feb.

Gurdjieff, Komitas nun

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EYE at Y (Amsterdam)

Pianist Keiko Shichijo discussing versions of pieces by Komitas with Levon Eskenian (of Gurdjieff Folk Instruments Ensemble from Yerevan)
 
 
 

 
 
 
And here Levon Eskenian is playing the harmonium of the master
 
 
 

 
 
 
Soghomon Soghomonian known as Vardapet Komitas (1869-1935)
 
Georges Gjurdieff (1866?-1949)
 
The Gurdjieff Folk Instruments Ensemble – Music Of Georges I. Gurdjieff. ECM 2236
 
The Japanese pianist Keiko Shichijo interprets music of Komitas and Tigran Mansurian in our recent pianolab.Amsterdam-series with music of Paul Motian.
 
Levon Eskenian has reconstructed the folkmusic traditions and the instruments used from Gurdjieff’s music and de Hartmann’s transcriptions and harmonizations for piano. In the west mostly de Hartmann’s versions are known, a.o. in the interpretation of Keith Jarrett. On the basis of his insights in and knowledge of the folk-traditions Eskenian figures out how the music of Komitas which is to a great extent based on those traditions have to be aptly interpreted. Both, Gurdjieff and Komitas had an important role in Eastern and Western musical exchange. Komitas, a great composer was of major importance for the reconstructian and development of Armenian music. There is a growing interest in his music in West. More of his work will be performed and recorded in a profound way in the near future.


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