Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Es passiert manchmal.
 
Dass etwas anders ist als sonst
Dass etwas fast unscheinbar daherkommt und man unversehens tief im Feuer sitzt.
Dass etwas geschieht, was man sich so noch nicht vorstellen konnte
Dass man es auch hinterher noch nicht so recht fassen kann
 
All das und einiges mehr geschah gestern beim Konzert des Quartetts von Bassist
Eric Revis.
 
 
 

 
 
 

Wer würde auch schon auf die Idee kommen, ausgerechnet diese beiden Saxophonisten zusammen in einer Gruppe spielen zu lassen … wo beide über ihre eh schon wunderbaren Grundqualitäten und Ausdrucks tiefe hinauswachsen können … wo beide Stimmen so selbstlos verschmelzen
 
 
 

 
 
 
Es passiert manchmal.

Dass eine Gruppe Musiker so ökonomisch, kontrastvoll, expressiv und mit solch wahrhaftiger Wirkkraft spielt.
 
 
 

 
 
 
Darius Jones setzt den Schlusspunkt!
 
 
 

 
 
 

 
 
 
Es war, wie man entnehmen kann, ein Ausnahmekonzert (für mich). Ein Konzert, wo sich viel Wertvolles zu einer wirklich neuen Qualität fügte. Zum Album der Gruppe HIER auf Manafonistas.
 
 
Alle Photos © FoBo – Henning Bolte
 
Dies war jetzt auch eine Übung im Umgehen von ex negativo (nicht …, sondern …., ohne zu …. etc.) und cum superlativo (beste …, grösste …, schlaueste … etc.) Stilfiguren sowie Ausdruckskautschuk (nahtlos, organisch, perfekt etc.).

 

 
 
 

Es gibt ja Hypothesen darüber, wieso etliche Teenager einst vom Free Jazz infiziert wurden, genauso wie von den in ihrer Harmonik und Melodik viel versöhnlicheren Ausbruchskünstlern der Pophistorie – von den ersten Schlägen des Mercy Beat bis zu den Ausläufern des Laurel Canyon. Manche bekamen halt früh Joachim Ernst Berendts Jazzbuch in die Finger, und erhielten so eine spezielle Geschichtsstunde in Sachen 20. Jahrhundert. Aber das funktioniert dennoch jenseits aller Systematik: einige meiner ganz frühen, freien und nicht so freien Jazzplatten hiessen, in meiner leicht schwebenden Erinnerung, Ragtime Roll Piano Classics, Sart, Third, Bremen/Lausanne, Infrared (das Dave Pike Set war durchaus bekannt in Jazzdeutschland, und ich erlebte den ersten oder zweiten Auftritt des neu hinzugekommenen Bassisten Eberhard Weber im Dortmunder „Domicil“, und die staunenden Blicke des  Gitarristen Volker Kriegel auf der kleinen verrauchten Bühne), Tryptikon, und This Way Out. Letzteres Werk ist meine Lieblingsplatte (ein Doppelalbum aus dem Hause MPS) des Pianisten Joachim Kühn. Als ich zuletzt im Deutschlandfunk Bert Nogliks Beitrag zu Kühns Birthday Edition anmoderierte, wollte ich den nüchternen Fakten noch etwas „storytelling“ hinzufügen, und irrte leicht, was den genauen Titel und die genaue Besetzung anging. Irrte aber nicht, als ich erzählte, dass hier etwas Gefährliches im Spiel war, eine Sprengkraft, während uns im Musikunterricht Der Freischütz angedient wurde. Ich habe noch heute den muffigen Geruch der Musikaula des Max-Planck-Gymnasiums in der Nase. Solche Fehler passieren mir selten, und schon gar nicht mit Lieblingsplatten. Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass die vielgespielte Zaubermusik (mit dem grossartigen Gerd Dudek, dem famosen Peter Warren und dem einzigartigen Daniel Humair) bei irgendeinem Umzug verloren ging, und sich die Musik einen unendlich kleinen Platz in meinem Hinterkopf einrichtete. Es sind die winzigen Dinge, welche die wilden Träume befeuern, nicht die „auf dem Tisch liegenden“ Tatsachen. Heute ist dieses Opus ein vergrabener Schatz. Nun besorgte ich mir in gut informierten Kreisen Joachim Kühns Telefonnummer, und hatte ihn plötzlich am Apparat, in seinem Zuhause auf Ibiza. Seltsamerweise hatte ich noch nie ein Interview mit ihm gemacht, stellte mich kurz vor und erzählte die Geschichte meiner fehlerhaften Erinnerung. Natürlich auch, weil dahinter ein herzlicher Gruss aus der Ferne steckte, und zwar aus dem Jahr 1973. Nach zehn Minuten waren wir per „du“, ich bekam gute Empfehlungen für meinen ersten Ibizaaufenthalt, und dieses kleine Gespräch sollte noch ein paar andere Dinge in Gang bringen. Auf jeden Fall erlebte ich einige „flashbacks“, und, als könnte es naturgetreu sein, spielten sich Passagen eines sehr langen, frei improvisierten Stückes aus „This Way Out“ aus den tief gelegten Schichten des Unterbewusstseins in die hörbare Gegenwart. Das eine und das andere Motiv, ein Rascheln, ein Reissen, ein gesprungener Ton! Zudem sah ich das Cover (ich stelle es auf eine Stufe mit den vier Luftballons von Belonging) in all seiner Schärfe vor mir, das (wieder dieses Wort!) gesprungene Glas, den warmen Rot-Ton, die springlebendigen Läufe des Joachim Kühn, und manch wundersamen Sound des Bläsers Gerd Dudek, der seitdem, neben Karl Heinz Wiberny und Gunter Hampel, aus welchen erfindlichen Gründen auch immer, zu meinem liebsten deutschen Blasmusikanten zählte. Hampel könnte hier auch eine Menge erzählen, über Kinder und Teenager und Free Jazz. Happy Birthday, Joachim Kühn!

Hallo zusammen! Eigentlich war ich hier immer etwas früher dran … Aber ein paar Tipps zum Anhören können nie schaden, denk ich mal. Hier also ein paar Empfehlungen, die mir aus dem ‚üblichen Kanon‘ herausfallen:

 

  • Adam Roberts – Leaf Metal
  • Aki Takase ‚La Planète‘ – Flying Soul
  • Aspirin – Aspirin
  • Bolder – Hostile Environment
  • Christina Vantzou – No.2
  • Ekoplekz – Unfidelity
  • Kangding Ray – Solens Arc
  • Matthew Barnson – Sibyl Tones
  • Pan Sonic – Oksastus
  • Peder Mannerfelt – Lines Describing Circles
  • Peter Hammill & Gary Lucas – Other World (!!!)
  • Stephan Meidell – Cascades
  • The Young Mothers – A Mothers Work Is Never Done
  • Tom Rainey – Obbligato

2014 14 März

Unbestimmtheiten zuweilen

von | Kategorie: Blog | | Comments off

Amsterdam, später Nachmittag, vorgestern
 
 

 

2014 14 März

Vierzehn Drei Vierzehn, II

von | Kategorie: Blog | | 1 Comment

Das in Worte fassen und Aufschreiben von Lebensumstaenden und allem Belastendem ist immer der Versuch Distanz herzustellen, auf Abstand zu gehen. In der aktuellen Ausgabe des ZEITMAGAZINS berichtet Doris Doerrie sehr anschaulich ueber die therapeutischen Aspekte des Schreibens:
 
Dörrie: 1974, ich war gerade 18, ging ich nach New York zum Studieren. Ich war ja in meiner Familie behütet aufgewachsen, und ich habe es als sehr beängstigend erlebt, plötzlich allein zu sein. Ich hatte kein Geld und habe in so einem Obdachlosenhotel auf der 33rd Street in Manhattan gewohnt, die einzige Bleibe, die ich mir leisten konnte. Dort gab es wirklich Mord und Totschlag, ständig kam die Polizei, weil jemand abgestochen wurde. Nachts hörte ich in der Badewanne die Kakerlaken rennen. Die Tür von meinem Zimmer konnte man gar nicht richtig zumachen, weil jemand sie eingetreten hatte. Ich habe da zitternd in diesem völlig verdreckten Bett gesessen und angefangen zu schreiben. Und dann hatte ich keine Angst mehr.
 
ZEITmagazin: Das Schreiben hat Ihnen geholfen?
 
Dörrie: Ja, weil ich beschreiben konnte, was mir Angst macht. Wie sich die Kakerlaken wie eine Welle in dieser Badewanne bewegen oder die Heizung irrsinnige Laute von sich gibt, faucht, zischt und tobt, und all die Schreie auf dem Flur. Es war eine wirkliche Rettung, als ich gemerkt habe, dass ich diese Dinge überstehen kann, wenn ich sie beschreibe. Ich merkte auch, dass mich mehr interessiert, was um mich herum ist, als meine Innenansicht. Ich bin durch die Straßen New Yorks gelaufen und habe alles in einem schwarz-weiß marmorierten Notizbuch festgehalten. Das mache ich bis heute, ich habe immer mein Notizbuch dabei, auch jetzt. Das Schreiben ist für mich ein Zimmer, ein Schutzraum, in den ich immer reingehen kann. Toi, toi, toi, bis heute.

2014 14 März

Der falsche Oscar

von | Kategorie: Blog | | 1 Comment

Stephen Price hat bekanntermassen einen Oscar bekommen für seinen „Gravity“-Soundtrack. Ich hätte ihm keinen verliehen, obwohl die Musik über weite Strecken in diesem „Weltraum-Kammerspiel“ sehr gut „funktioniert“. Aber eben nur über weite Strecken, was angesichts der hier bemessenen Räume ja schon fast wieder ein Kompliment ist. Der kleine, am Ende gewiss verzeihliche „faux pas“ dieses in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Filmes, ereignet sich genau da, am Ende, und wer den Film noch nicht gesehen hat, möge jetzt nicht weiterlesen: „spoiler“! Als Sandra Bullock wieder sicher zur Erde zurückgekehrt ist, und ihre Rettung das halbe „happy end“ sicherstellt, schiesst die Musik aus allen Rohren: der pure Bombast, die ausgelassene Euphorie. Statt hier eine leisere Tonart zu wählen, welche den erlittenen Verlust, die Erschöpfung etc. mitverarbeitet, also einen Raum der Zwischentöne und andere Blickwinkel öffnet (was Nino Rota so herrlich praktizierte bei Fellini), wird hier nur auf eine simple Verdopplung des Offensichtlichen gesetzt, und die Musik gängelt den Zuschauer in allzu berechenbarer Art. Genauso töricht wie die Schlussmusik von „127 Hours“. Einem ansonsten rundum überzeugenden Werk. Hollywood hat sich solch simpel gestrickte Schlussmusiken unendlich oft geleistet: der generell überschätzte Hans Zimmer liefert dafür genau so viele Beispiele wie „Ohrwurm“-Spezialist John Williams. Ich hätte den Oscar an Johann Johansson vergeben, der für den brillianten Thriller „Prisoners“ eine subtile Schattenmusik entwickelt, und selbst im atemraubenden Finale, Stille und Understatement praktiziert.

2014 14 März

Vierzehn Drei Vierzehn

von | Kategorie: Blog | | 3 Comments

In der Mittagspause gestern den Kulturteil der „FAZ“ gelesen. Ich fuerchte, wir muessen jetzt ganz tapfer sein: Reinhold Beckmann, der bekannte Talkmaster der ARD, veroeffentlicht am heutigen Freitag ein Album mit eigener Musik. Gemessen an dem Platz, dem die „FAZ“ in der Printausgabe diesem Album einraeumt handelt es sich um ein kulturelles Grossereignis: drei Viertel der Titelseite des Feuilletons weisen den geneigten Leser auf das Album hin — und Edo Reents hat sich mit Reinhold Beckmann getroffen.

Auszuege aus dem „FAZ“ Artikel, die sich selbst kommentieren:

Die Musik? Nicht gerade Led Zeppelin. Und der Titel des ersten Albums könnte auch entschlossener sein: „Bei allem sowieso vielleicht“. Es erscheint diesen Freitag. Muss Beckmann jetzt auch noch Musik machen? Absolut.

(…)

Und nun gibt es ebendieses Album, zwölf Lieder, alles selbst- und handgemacht, sogar die beiden Hunde auf dem Cover gehören ihm. Stilistisch ist es vielseitig, Rock, Blues, Bar-Jazz, Swing, Bossa Nova, von Stephan Gade alles sehr filigran produziert. Wie gesagt: nicht gerade Led Zeppelin. Einsortieren würde man es wohl unter „Liedermacher“, man denkt an den besseren Stephan Sulke, an Reinhard Mey natürlich, aber auch an Paolo Conte oder Adriano Celentano.

Der Ton, für den Beckmann mit leicht angerauter Stimme sorgt, ist entsprechend: mal sentimental, mal zärtlich, mal scharf; die Themen auch: Alltagsbetrachtungen (wie das ätzende „Plauderton“), Rückblicke auf die Jugend („Bremen“), sogar eine Liebeserklärung an eine Fleischfachverkäuferin ist dabei („Charlotte“).

Ob er den kenne, frage ich Beckmann: „Kommt ein Mann in die Metzgerei: ,Tach! Ich hätte gern von der Groben, Fetten.‘ ,Tut mir leid, die hat heut’ Berufsschule.‘“ Beckmann lacht.

Neben dererlei tiefgezogenen Witzchen erfahren wir dann auch noch, dass Reinhold Beckmann „Dylan kann“ und welche musikalischen Vorbilder er hat:

Beckmann spielt: „Things Have Changed“, Dylans wunderbar swingendes, sogar mit einem Oscar ausgezeichnetes Lied, aber auf Deutsch. Man weiß nicht recht, ob er sich den deutschen Text gerade ausdenkt, aber es funktioniert: „Menschen sind verrückt, die Zeiten sind obskur.“

Was lief so zur Inspiration während der eigenen Aufnahmen? „Conte, Georg Danzer, der frühe Celentano, Tom Waits.“ Dazu die jüngste Wilco-Platte, eine rundum perfekte, aber wohl schon zu durchdachte, ambitionierte Sache, von der Gade sich fast hätte entmutigen lassen: „Als ich die hörte, dachte ich: nicht zu fassen, ich hör’ auf.“

Schon will man erleichtert aufatmen, aber Edo Reents gibt keine Entwarnung:

Dazu gab es keinen Grund. Es ist ein professionell-entspanntes Album geworden, breitbeiniges Gitarren-Gegniedel wäre für Beckmann auch nicht in Frage gekommen. Und es soll sogar, in kleiner Auflage, auf Vinyl erscheinen. Dann werde es eines Tages ein kleines Vermögen wert sein, prophezeie ich. Beckmann und Gade scheinen das nicht so recht zu glauben. Vinyl wäre jedenfalls typisch Hamburg, ist ja doch die deutsche Vinyl-Hochburg.

Beckmann droht: „Aber live spielen wir das mit einem richtig fetten Gitarrensolo.“ Im Herbst geht’s endlich wieder auf Tour. Erste Station: natürlich Twistringen, sein Heimatort. So viel Bodenständigkeit muss sein.

2014 13 März

Tipps vom Radiohoerer

von | Kategorie: Blog | | 1 Comment

1 Die Wiederentdeckung des Donald Fagen
 
2 Eyes For Ears (von ARTE Creative)

Das Projekt stellt verschiedene experimentelle Musiker vor. Jeder Künstler wird aufgerufen Musik zu improvisieren. Diese Improvisationsprozesse werden durch den Film dokumentiert. Es entstehen Nahaufnahmen von den Gesten der Musiker sowie von ihren Instrumenten. Der Fokus ist verschlossen, die Umgebung verschwindet, die Kamera wird wie eine Maschine verwendet, die die Musik dekodiert. „Eyes For Ears“ zeigt instinktive Musik, die wie ein Spiel funktioniert. Umleitungen und Erforschungen nehmen an dem Spiel teil, dessen Regeln jedes Mal neu definiert werden. Es gleicht einer physikalischen Erfahrung; die Quellen der Musik und die Beziehung zwischen Bewegung, Materialien und Verbindungen werden evident. Der Film und der Schnitt spielen für die Dokumentation der improvisierten Musik eine ebenso große Rolle. Während des Drehens werden Ton und Bild separat aufgenommen und erst im Schnitt synchronisiert. Es ist ein Porträt der Maschinen, die durch den unsichtbaren Schöpfer manipuliert wird. Die verschiedenen Sequenzen bieten die Möglichkeit für jeden DIY Musik zu spielen.

Geschichten aus der Jukebox (1)

 

Die Taste 230 wird gedrückt, die NSA-Musikbox knackt und knistert, der Plattenwagen setzt sich in Bewegung, eine blaue Columbia-Single wird herausgefischt, das Shure-System fährt heran, nach dem ersten Ton weiß jeder, welche Platte gewünscht wurde, The Animals: The House of he Rising sun. Am 18.Mai 1964 aufgenommen, landete die Single bereits im Juli 1964 in der britischen und im September desselben Jahres in der U.S.single Chart. Im Januar 1965 kaufte ich mir die Platte für 4,75 DM, es war vielleicht meine zehnte Schallplatte in meinem damals noch recht übersichtlichen Plattenschrank. Diese Platte hatte es mir damals total angetan, ich war begeistert. Was mich allerdings sehr erstaunte, war die Tatsache, dass diese Single enorme Überlänge hatte, mit 4:29 Minuten war sie die längste von mir wahrgenommene Single-Platte. Die Rückseite der Platte Talkin´´bout You, eine Ray Charles-Nummer, war mit 1:54 im Normalbereich angesiedelt. Mein alter Perpetuum-Ebner-Plattenspieler musste die neue Platte natürlich unentwegt spielen.

 

Nun wohnten wir damals in einem kleinem niedersächsischem Dorf im Weserbergland. Ein winziger Bahnhof, sogar mit einem Bahnhofvorsteher besetzt, wurde von einem Triebwagen der Bundesbahn angefahren, aber auch Güterzüge verirrten sich manchmal in diesen Ort und wurden an einem Güterschuppen ent- und beladen. Für mich als damals elfjährigen Eisenbahnfan war das alles sehr abenteuerlich und so kam ich recht schnell mit dem freundlichen Bahnhofsvorsteher in Kontakt. Bald durfte ich helfen, Fahrkarten zu verkaufen, die Schranke, die an der einzigen Dorfstraße den Verkehr beim Herannahen eines Zuges zu stoppen hatte, herunterzukurbeln, Pakete in die Güterwagen zu tragen und vieles mehr.

Nachdem ich nun The House of the Rising Sun mein eigen nennen durfte, fiel mir ein richtig gutes Spiel dazu ein. Die Platte war ja, wie oben bereits erwähnt, mit 4:29 Minuten doch ziemlich lang. Fünf Minuten brauchte ich, um zu dem kleinen Bahnhof des Ortes zu gelangen und schnell wieder zurück nach Hause zu laufen, also zweieinhalb Minuten pro Strecke. War das nicht auch schneller zu schaffen? Aber wie die Zeit messen, eine Uhr besaß ich damals noch nicht. Da kam mir der Gedanke, die Animals-Single zur Hilfe zu nehmen: Ich legte die Platte auf meinen Perpetuum-Ebner, setzte die Nadel auf und rannte los. War ich mit den letzten Klängen des Songs wieder beim Plattenspieler, hatte ich gewonnen. Ich weiß nicht mehr, wie oft das Lied auf meiner kleinen Anlage lief, ohne, dass ich es gehört hätte … eigentlich eine Schande … anyway.  Was mein Freund, der Bahnhofsvorsteher wohl über dieses Spiel gedacht hat … er hat sich nie dazu geäußert, außer, dass er natürlich ein ums andere Mal gefragt hat, ob ich es nun endlich geschafft hätte …

 

2014 12 März

Zwoelf Dry Vierzehn

von | Kategorie: Blog | | 3 Comments

 


 
 

„Nach der Schule, wenn die Hausaufgaben `gemacht´ waren haben wir auf dem Spielplatz immer diese EUROPA Hoerspielcassetten gehoert. Meistens zu mehreren – und meistens so oft bis wir die einzelnen Rollen mitsprechen konnten. Irgendjemand aus unserer Clique kam dann auf die Idee, dass wir ja auch unsere eigenen, selbstausgedachten Hoerspiele (mit handmade Geraeuschkulisse) aufnehmen sollten. Hat viel Spass gemacht; dutzendweise wg. Gekicher und Versprecher produzierte Outtakes inclusive. Weiss noch dass wir auch die Schullektuere „Das Schiff Esperanza“ mit verteilten Rollen auf eine C90 Cassette aufgenommen haben. Jeder bekam ein RECLAM Heft* in die Hand und los ging´s …“

 

* Letztens suchte ein Kunde in meiner Stammbuchhandlung ein bestimmtes Buch, aber als „Reklameheft“ … das Missverstaendnis konnte schnell geloest werden …


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